Web Korrekturen und Erweiterungen

Moin,

es gab bei mir Blog ja mal eine Kategorie: „Diese Woche im Netz“ , wo ich Meldungen aus aller Welt gepostet habe.

Diese Woche werde ich das mal wieder aufleben lassen, da einiges der Korrektur oder zumindest der fachlichen Erweiterung bedarf. Ja, das klingt jetzt überheblich, aber Ihr werdet gleich sehen was gemeint ist:

Wie man Dateien verschlüsselt

Quelle: https://www.howtoforge.com/tutorial/how-to-hide-lock-encrypt-and-secure-your-files-on-linux/

In dem Artikel finden wir folgende Aussage :

„Encrypting is the best way to secure your file so I am mentioning this step as the final one of this quick guide. … If you delete the original file, then you are left with the encrypted one that needs your password to get decrypted with the “mcrypt -d” command as shown below.“

Was ist daran falsch ?

Nun, wenn man eine Datei löscht, dann wird lediglich der Platz auf der Festplatte den die Datei belegt hat, wieder als verfügbar gekennzeichnet und der Eintrag im Verzeichnisbaum entfernt, ansonsten passiert „nichts“.  Dies bedeutet, daß der Inhalt der Datei auf der Festplatte immer noch gefunden werden kann. Wer also sicher gehen will, daß die Daten wirklich weg sind, der muß die Datei „nullen“ z.B. dd in=/dev/zero out=/pfad/zur/datei  und sie dann löschen. So wird sichergestellt, daß der Inhalt eben nicht mehr auf der Platte zu finden ist.

Jetzt kommt natürlich gleich die Argumentation, daß ja das Schreiben von neuen Dateien den Platz der alten, gelöschten Dateien belegt und damit den Inhalt überschreibt. Das stimmt rein technisch irgendwann mal, ist aber leider eine irreführende Annahme, denn man kann sich nicht darauf verlassen. Besonders bei SSDs und USB Flashspeichern fällt das eher unter „theoretisch“, denn diese Medien verteilen das Schreiben von Daten gleichmäßig auf alle Zellen des Speichermediums, damit diese gleichmäßig abgenutzt werden. Es wird somit genau das ständige Beschreiben eines Sektors vermieden. Ein Filesystem, das sich bewußt ist, daß eine SSD oder ein USB-Stick genutzt werden, wird dies unterstützen und das baldige überschreiben von Sektoren zusätzlich vermeiden.

Bei Flashspeichern ist das sogar noch schlimmer, die können einen zusätzlichen Speicherblock in der Hardware haben, um eine längere Lebensdauer zu gewährleisten, da ist die Chance, das eine Information überschrieben wird noch geringer.

Daher muß der Hinweis folgendermaßen lauten:

  1. handelt es sich um eine Festplatte mit Magnetspeicher, so erzeuge nach dem Löschen des unverschlüsselten Originals, genug zufällig Daten um die gesamte freie Speicherkapazität des Mediums zu belegen. Nur so ist gewährleistet, daß die unverschlüsselten Daten wirklich weg sind.
  2. Wesentlich cleverer ist es, gleich eine Festplattenvollverschlüsselung zu benutzen, mit der ergibt sich das Problem gar nicht erst, weil von außen gesehen ist alles verschlüsselt, auch die gelöschten Daten.
  3. Bei USB-Flashdrives möchte ich auf diesen Artikel verweisen, weil das Thema zu lang wäre : Mit LUKS einen USB Stick verschlüsseln

Man kann festhalten, daß es clever ist, erst ein Medium zu verschlüsseln, bevor man etwas aufspielt, daß man später wieder sicher löschen möchte.

Wie man HTTP/2 in einem Apache aktiviert…

hat Chris in seinem Blog beschrieben. Nunja Chris, da fehlen leider noch Infos 😉

Quelle: https://musicchris.de/index.php?page=blog&id=88

Mit dem Artikel ist erstmal alles ok soweit, im Detail möchte ich noch etwas anfügen. Zunächst mal ist HTTP/2 bereits in einem modernen Apache aktiv :

[root ~]# cat /etc/httpd/conf.modules.d/10-h2.conf
LoadModule http2_module modules/mod_http2.so
[root ~]# cat /etc/httpd/conf.modules.d/10-proxy_h2.conf
LoadModule proxy_http2_module modules/mod_proxy_http2.so

Man kann das natürlich auch zentral in einer Datei machen :

[root ~]# cat /etc/httpd/conf.d/http2.conf
LoadModule http2_module modules/mod_http2.so
Protocols h2 h2c http/1.1
ProtocolsHonorOrder On

[Anmerkung: Wenn man das in eine eigene Datei schreibt, sollte man es in den anderen deaktivieren, gibt sonst blöde Warnungen beim Start]

Was meint h2 und h2c ?

h2 (HTTP/2 over TLS)     ist HTTP2 verschlüsselt, weil es TLS einsetzen möchte

h2c (HTTP/2 over TCP)  ist HTTP2 über eine normale, unverschlüsselte Verbindung.

Beides ist völlig valide, weil für die Verschlüsselung einer Webseite noch immer die Protokolle HTTPS://  oder HTTP:// entscheiden. Wer Klartext nicht benötigt, kann das auch weglassen. Beides tut dem Nutzprinzip von HTTP/2 keinen Abbruch.

Wann funktioniert H2 nicht, auch wenn ich es geladen habe ?

Diese Frage bringt uns zum eigentlichen Knackpunkt der Sache, denn H2 funktioniert im Apache nicht immer. Wer seinen Apache über Jahre eingesetzt hat, wird einen schleichenden Wandel bemerkt haben. Früher ™ haben Apachen im PreFork-Modus gearbeitet :

LoadModule mpm_prefork_module modules/mod_mpm_prefork.s

Dabei wurde eine bestimmte Anzahl von Prozessen gestartet und die warteten auf Verbindungen. Funktioniert solide, aber nicht mit H2 🙂 Für H2 braucht es das Worker Event Modell:

LoadModule mpm_event_module modules/mod_mpm_event.so

Das Gemeine ist, daß Apache einem beim Start nur einen dezenten Hinweis gibt, daß H2 nicht mit PreFork arbeitet, aber ansonsten problemlos startet. Einen „You configured Nonsense“-Error sucht man vergebens.

Bundestagswahl – Du verbreitest Fakenews – Wahlergebnissoftware komplett für die Tonne

Quellen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/PC-Wahl-Debakel-Wahlleiter-versprechen-Sicherheit-nennen-aber-wenig-Details-3824970.html

Click to access PC-Wahl_Bericht_CCC.pdf


https://v–i–m–e–o.com/232663968 ( — bitte entfernen )
https://ccc.de/de/updates/2017/pc-wahl/

Keine Ahnung wer sich von Euch das PDF von Thorsten Schröder , Linus Neumann & Martin Tschirsich angetan hat, ich habe es komplett gelesen. Der Eindruck der sich einem da aufdrängt ist, das der Hersteller noch nie was von Security gehört hatte, bzw. in Salamitaktik nur die Kosmetik behebt, aber das Problem nicht, weil die das Problem nicht verstehen.

Ohne im Detail jetzt auf jede einzelne der selten dämlichen Fehler einzugehen, halten wir mal fest was wir da hatten:

  • – Webserver, deren Zugangsdaten bekannt waren.
  • – Updateprozesse, die man manipulieren konnte
  • – keinen Plan wie man von oben nach unten Authentizität gewährleistet, wobei das mit Zertifikaten problemlos möglich gewesen wäre.

Wer sagt uns jetzt, daß a) nicht schon lange jemand Schadsoftware auf den Rechner abgekippt hat ? b) was passiert wohl, wenn das Szenario „Übermittlungsmanipulation“ Realität wird ? Das amtliche Endergebnis mag durch einen zweiten Kanal gesichert sein, ich tippe ja auf Boten mit Aktenkoffern und Handschellen, aber was passiert bis das auffliegt ?

Das könnte so ablaufen …

18 Uhr, die Wahllokale schliessen. Ersten Hochrechnungen zufolge, liegen NCDU und VPD vorn, bereit eine neue GroKo zu basteln, die wieder nichts als Unsinn anstellt. Gegen 19 Uhr kommen die ersten Ergebnisse… DER SCHOCK… RPD und LPD mit 38% und 32% vorn, VPD und NCDU geschlagen. Merkel springt aus dem Fenster des Kanzleramtes, Gabriel und Schulz reden das Ergebnis schön, fern jeder Realität und unter stetig steigendem Alkoholzufluß immer viskoser. Die Grünen sind so blass, daß selbst Westerwelle (RIP) dagegen noch Farbe im Gesicht gehabt hätte.

Die Wahlparties der RPD und der LPD geraten stark außer Kontrolle, diverse Asylbewerberheime gehen in Flammen auf, diverse Schredderaktionen bei Banken kommen ins Stocken. Bängster und anderes Spekulantenpack im Freudentaumel. Hochranige Beamte packen die Koffer und setzen sich noch mit dem ersten Abendflug ins Ausland ab, da die RPD im Ruf steht unter den bisherigen Strukturposteninhabern aufzuräumen. Unterdessen rollen erste Bautrupps in Mecklenburg den Stacheldraht ab und beginnen Holzbaracken auf den jetzt umzäunten Grundstücken zu errichten. Erste Kommandeure der Bundeswehr plannen den Sturz der neuen Regierung.

Ok, der Trubel hält nur bis Dienstag an, aber der Schaden an Gebäuden und Regierungspersonal wird beträchtlich sein. Auch wenn die Freunde-von-Merkel-Partei-Deutschlands am Ende doch an der Macht bleibt, weil das A in AFD doch nicht so alternativ war, kann uns das mehr kosten als uns das liebt ist.

Da fragen wir uns jetzt mal: Muß das alles sein ?

Auch wenn es nicht ganz so hart kommt wie beschrieben 😉 , allein die Tatsache, daß für 16-24h ein anderer Wahlgewinner feststehen könnte, sorgt doch bei allen Parteien für Bedenken, daß das Wahlergebnis manipuliert wurde. Wenn die Wahl nicht im Sinne der jeweiligen Partei verläuft, kommen doch die Verlierer gleich mit „Der CCC hat gesagt, daß die Wahl….“ .. Popkornfaktor mal außen vor, son Chaos bei der Wahl können wir nicht wollen. Oder ?

min. 4 schwere Schwachstellen im HTTP/2 Protokoll

Sicherheitsforscher haben auf der Black Hat Conference 4 neue Angriffe gegen die serverseitigen Implementierungen des HTTP/2 Protokolls vorgestellt.

HTTP/2 soll das Netz beschleunigen, weil man mehrere Webseiten über eine bestehende Verbindung abrufen kann. Da Overhead durch ständiges Auf- und Abbauen von Verbindungen wird so vermieden. Das Problem, genau das führt jetzt zu neuen Angriffen, welche die neuen Mechanismen in einer schadhaften Weise gebrauchen. Dabei sind Angriffe möglich, die im HTTP/1.1 schon funktioniert haben, und im HTTP/2 nicht schon im Keim erstickt wurden.

Ob man dazu allerdings die Slow Read Attacke (CVE-2016-1546) zählen kann, bei der nur jeweils 1 Byte von einer Ressource angefragt wird und so legitimer Traffic vorgetäuscht wird, weiß ich allerdings nicht. Machbar ist sie jedenfalls.

Schon sehr viel spannender, die HPACK Bombe (CVE-2016-1544, CVE-2016-2525) : Dabei schickt der Client extrem komprimierte Header im Request mit, die beim Server ein Out-Of-Memory auslösen und damit ggf. einen DOS oder sogar einen Crash verursachen.  Das Ganze funktioniert nach dem ZIP-Bombenprinzip. Dabei wird aus einer unscheinbaren kleinen Datei GB an unkomprimierten Daten. Das stellt man sich als Laie so vor, daß der Kompressionsalgorithmus so funktioniert:  „AAABBBBBCCCCCCDDDDD“ wird zu 3A5B6C4D, was deutlich kürzer ist. Wenn man jetzt 1000000000A schreibt, ist das extrem kurz, wäre nach dem Auspacken aber 1 Milliarde Byte groß ( was fast, aber eben nur fast, ein GB ist 😉 ) . Hat man nun mehrere dieser Header und mehrere dieser Anweisungen muß der Server schon mehrere GB RAM aufwenden, was er nicht machen können wird, wenn das mehrfach an den Server geschickt wird. Dazu kommt dann noch die CPU Belastung durch die unnützen Dekomprimierungen.

Die Dependency Cycle Attack (CVE-2015-8659) erlaubt es dem Angreifer, die im HTTP/2 vorgesehenen Netzwerkoptimierungen zu beeinflussen und in eine Endlosschleife zu zwingen. Da es auch zum Crash kommen kann, ist es hier durchaus möglich, das der Angreifer so Code auf dem Server zur Ausfnührung bringen kann.

Die Stream Multiplexing Abuse (CVE-2016-0150)  erlaubt es dann dem Angreifer in ähnlicherweise die Datenströme der Verbindungen im Server so durcheinander zu bringen, daß  dieser abstürzt.

In aktuellen HTTP/2 Implementierungen sind diese Fehler auf  allen gängigen Webserver behoben worden, aber wer sowas wie die HPACK Bomb beim Planen seines Protokolls nicht berücksichtigt, der baut da auch unwissentlich noch mehr Designfehler ein. Wir dürfen uns also darauf freuen, an der Front in Zukunft noch einiges an originellen Angriffen erleben zu dürfen.

Diagramme und weitere Infos gibt es im Link unten.

Quelle: thehackernews.com