Pinephone: Daily Driver Status rückt näher

Ich hab es gewagt: Mein Androidgerät ist seit 48h aus. Eigentlich Unbeteiligte wurden unfreiwillig zu Pinephonetestern und haben es nicht mal gemerkt 😉

Pinephone: Daily Driver Status rückt näher

Der von der Fedora SIG Mobility verteilte Stand ermöglicht es einem tatsächlich ein Pinephone mit zur Arbeit zu nehmen, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Weg zum Auto die Batterie zu leeren.

Pinephone: DANKE ModemManager!

Hier ist das vorläufige Testergebnis:

Das Pinephone verliert mit dem aktivierten ModemManager Patch in 8h ca. 10 % Akkuladung. Damit käme man unter günstigen Umständen 3 Tage ohne Laden aus. Mit dabei waren auch einige nicht zu intensive Nutzungen des Telefons. In der Realität werden es damit wohl eher 2 Tage sein, es sei denn, Ihr braucht eigentlich gar kein Smartphone, weil Ihr nur ein „Ich ruf Dich an, nicht Du mich“ Nutzertyp seid 😉

Das Telefon wacht erwartungsgemäß auf, wenn ein Anruf kommt und läßt es auch klingeln. Mein persönliches Highlite, der Bug mit dem „ich klingel bis das MP3 zu ende ist“ scheint weg zu sein, oder ich hatte Glück 🙂

SMS sind eine andere Geschichte, die wecken das Telefon auf, aber leider bekommt Chatty keinen Tip und holt die SMS erst beim nächsten Neustart beim Modem ab. Da ist aber im Upstreamprojekt bereits ein Patch in der Mache. Dann wäre das Pinephone „Feature complete“.

Wenn da nicht GPS wäre, da läuft bislang eher nur mit Gnome. Ich weiß auch so, wo ich bin 🙂

Außerdem habe ich das Highlite gefunden:Die neue ModemManager UI

Damit lassen sich auch SMS Schreiben und empfangen, die SIM Karte auslesen und vieles nützliche mehr. Es sollte auf keinem Smartphone fehlen 😉

Kleine Anmerkung zum Stromverbrauch:

Fluffychat hat nicht nur einen „ich schreib rückwärts“-Bug, es hat auch tierischen Spaß 150% CPU Leistung zu verbrennen wenn es läuft. Ich glaube das braucht mehr als ein Update ( trotzdem netter Matrix-Client ).

Außerdem sollte man sich für das Pinephone einen USB-C mit 3-4A kaufen, mit 2A dauert das echt lange 🙁

Anleitung für einen eigenen Klingelton

Da der Bug mit dem Klingeln-so-lange-die-Tondatei-halt-dauert weg ist, kann man jetzt endlich vernünftige Kingeltöne aufs Pinephone zaubern:

sshfs root@pinephone:/ mnt
ffmpeg -i VERZEICHNIS/FILENAME.mp3 -codec:a libvorbis -qscale:a 8 mnt/usr/share/sounds/freedesktop/stereo/phone-incoming-call.oga

Denkt an ein Backup des echten Klingeltons, auch wenn es um den nicht schade ist.

Natürlich muß man nicht ffmpeg nehmen, man könnte auch oggenc benutzen, aber das hat eine sehr beschränkte Auswahl an Quellformaten.

WIFI: Die FRAGATTACK Apokalypse

Ja, der Titel wäre Click-Bait, wenn es nicht wirklich so schlimm wäre, wie es ist: praktisch jeder Wifi-Stack der bis heute produziert wurde, ist für die FragAttack anfällig.

WIFI: Die FRAGATTACK Apokalypse

Der Name FragAttack ist hier nicht wie sonst üblich ein Akronym für irgendwas langes, sondern bezieht sich ausnahmsweise mal auf die Grundlage des Angriffs: Fehler bei Zusammenfügen von Paketfragmenten.

„Fragmentierung“ meint, daß einzelne große Datenpakete, die nicht durch das Netz/Kanal passen, in kleinere Pakete aufgeteilt und beim Empfänger wieder zusammen gesetzt werden. Das passiert bei IP-Datenpaketen im normalen Netz auch laufend, ist an sich nicht besonderes.

Die Schwachstellen sind in praktisch jeder Implementierung von WEP bis WPA3 enthalten, wobei nicht jede davon überall sein muß.

12 Fehler sollt Ihr sein

Insgesamt wurden 12 Schwachstellen in verschiedenen Implementierungen bzw. dem Wifi-Protokoll an sich gefunden;

CVE-2020-24588: Akzeptieren von nicht-SPP A-MSDU-Frames
CVE-2020-24587: Wiederzusammensetzen von Fragmenten, die unter verschiedenen Schlüsseln verschlüsselt wurden
CVE-2020-24586: Fragmente werden nicht aus dem Speicher gelöscht, wenn eine (erneute) Verbindung zu einem Netzwerk hergestellt wird
CVE-2020-26145: Akzeptieren von Klartext-Broadcast-Fragmenten als vollständige Frames (in einem verschlüsselten Netzwerk)
CVE-2020-26144: Akzeptieren von Klartext-A-MSDU-Frames, die mit einem RFC1042-Header mit EtherType EAPOL beginnen (in einem verschlüsselten Netzwerk)
CVE-2020-26140: Akzeptieren von Klartext-Datenframes in einem geschützten Netzwerk
CVE-2020-26143: Akzeptieren von fragmentierten Klartext-Datenframes in einem geschützten Netzwerk
CVE-2020-26139: Weiterleitung von EAPOL-Frames, obwohl der Absender noch nicht authentifiziert ist
CVE-2020-26146: Wiederzusammensetzen von verschlüsselten Fragmenten mit nicht-fortlaufenden Paketnummern
CVE-2020-26147: Wiederzusammensetzen von gemischten verschlüsselten/Klartext-Fragmenten
CVE-2020-26142: Verarbeitung von fragmentierten Frames als vollständige Frames
CVE-2020-26141: Keine Verifizierung des TKIP-MIC von fragmentierten Frames

„CVE-2020-24587: Wiederzusammensetzen von Fragmenten, die unter verschiedenen Schlüsseln verschlüsselt wurden“ Ist ein Paradebeispiel dafür, daß ganz schlicht jemand einfach mal eine kleine „if ( oldkey == actualkey)“ Abfrage im Code vergessen hat. Wenn man den Testfall nicht dabei hat, weil man nur ein Netz mit nur einem Schlüssel hat, dann kann das schon einmal passieren.

Die Hacker News schreiben dazu, daß Mathy Vanhoef, ein Sicherheitsforscher der New York University Abu Dhabi, die Probleme auf weit verbreitete Programmierfehler zurückführt.

„Ein böser Akteur kann diese Schwachstellen ausnutzen, um beliebige Netzwerkpakete zu injizieren, Benutzerdaten abzufangen und zu exfiltrieren, Denial-of-Service-Angriffe zu starten und möglicherweise sogar Pakete in WPA- oder WPA2-Netzwerken zu entschlüsseln.“

Es sind sogar Angriffe denkbar bei denen  in das Netz oder am Netz beteiligte Rechner eingebrochen werden kann. Dabei wären dann Geräte interessant die keine Updates mehr bekommen haben, wie z.B. so ziemlich jedes Androidgerät älter als 2 Jahre, Windows XP/7 oder Macs.

Die Wifi-Allianz hat in einer mehr als neunmonatigen konspirativen Aktion sukzessive die Gerätehersteller kontaktiert und Updates verteilen lassen. Wohl dem, der die noch bekommt.

Für Windows wurden die Updates schon eingespielt, bei Linux sind auch bereits Patche in den Kernel eingeflossen, müssen aber noch etwas reifen. Da die Lücken nicht ganz so leicht auszunutzen sind, wie das vielleicht klingen mag, ist das „erst einmal“ kein Problem… bis es dann zum Problem wird 😉

Exploits sind nicht auszuschließen, also kümmert Euch am besten auch um Eure ganzen IoT Geräte, DSL-Router, Access-Points und Uralt-Androids.. wenn Ihr noch könnt.

Quelle: https://thehackernews.com/2021/05/nearly-all-wifi-devices-are-vulnerable.html

Skype4Linux unter Fedora Updaten

Das Skype-RPM für Fedora hat eine unsaubere Abhängigkeit drin, die leider seit Wochen nicht behoben wird. Trotzdessen kann man ein Update hinbekommen.

Skype4Linux unter Fedora Updaten

Wer kennt das nicht .. ok,ok, alle die kein Skype nutzen ist schon klar ….  Skype nervt mit einem Hinweis „Update mich. Update mich.“ und wenn man das dann tun will, dann geht das nicht:

# dnf update skypeforlinux
Letzte Prüfung auf abgelaufene Metadaten: vor 4:07:00 am Do 08 Apr 2021 13:48:32 CEST.
Abhängigkeiten sind aufgelöst.

Problem: cannot install the best update candidate for package skypeforlinux-8.68.0.100-1.x86_64
– nothing provides libatomic1 needed by skypeforlinux-8.69.0.77-1.x86_64
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Package Architecture Version Repository Size
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Pakete mit nicht auflösbaren Abhängigkeiten werden übersprungen:
skypeforlinux x86_64 8.69.0.77-1 skype-stable 112 M

Transaktionsübersicht
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Überspringen 1 Paket

Nichts zu tun.
Fertig.

Schuld daran ist die Abhängigkeit auf das Paket „libatomic1“, welches es bei Fedora gar nicht gibt, weil das Paket der libatomic hier .. tada… „libatomic“ heißt 🙂

Jetzt dürft Ihr zwei Dinge tun: Root werden, und die Sache manuell durchziehen 😉

sudo dnf -y install libatomic
sudo rpm -U –nodeps https://repo.skype.com/rpm/stable/skypeforlinux_8.69.0.77-1.x86_64.rpm

Für den Fall, daß die Lib noch nicht drauf sein sollte, installieren wir die mal pauschal, damit Skype dann auch noch funktioniert. Im nächsten Schritt kommt die (heute) neueste Version drauf. Ich bin mal gespannt, ob das beim Umstieg auf Fedora 33 nicht zu Fehlern führen wird. Falls es zu einem „unauflösbaren“ Fehler beim Upgrade auf Fedora 33 kommt, hier schon einmal die Lösung:

vi  /etc/dnf/dnf.conf

exclude=skype*

Dann Updaten und wieder einkommentieren. Falls die nächste Version von dem RPM den Bug immernoch drin hat, dann muß man die wohl auch von Hand updaten.