TLS-Gate – Online-Banking-Check

Schlechte Nachrichten für Eure Online-Banking Sicherheit:

18 von 20 getesten Online-Banking-Webseiten erlauben gebrochene Krypto!

In einem kleinen Test mit zufällig ausgewählten Online-Banking Webseiten, haben nur zwei Vertreter schon mal etwas von Security gehört. Die in der Liste grün hervorgehobenen Banken hatten nur TLS 1.2+ im Einsatz, wohin gegen die Anderen TLS 1.0 und TLS 1.1 neben TLS 1.2 erlaubt haben.

Damit sind Szenarien möglich, bei der es Angreifer schaffen, das SSL-Protokoll auf TLS 1.1 zu drücken, oder das gleich uralte Browser und Betriebssysteme zum Einsatz kommen, die von selbst mit gebrochener Krypto Verbindung zur Bank aufnehmen.

So oder so, ein Fest für Abhörer und Kriminelle.

Alle Banken hatten keine Probleme mit TLS 1.2, so daß ein aktueller Browser sich mit einer sicheren Verbindung zur Bank verbunden hat. Eure Sicherheit ist also nur dann gefährdet, wenn Euch jemand angreift und das ist genau das, was man mit guter Security verhindert. Wenn der Bankwebserver kein TLS 1.0 anbietet, würde so ein Angriffsszenario, bei dem die Verbindung derart gestört wird, daß TLS 1.2 nicht zu stande kommt, gar nicht erst funktionieren können.

Dummerweise gabs es in der Vergangenheit genug Beispiele, wie man solche Angriffe auf SSL-Verbindungen durchführt. Es ist also nicht ausgeschlossen, daß es jemand auch bei Euch schafft.

Domainname[:443]TLS 1.0TLS 1.1CA
www.commerzbank.de++Digicert
www.nordlb.de++Digicert
www.ksk-stade.de++Digicert
meine.postbank.de++Digicert
meine.deutsche-bank.de++Digicert
www.berliner-sparkasse.de++Digicert
www.bv-activebanking.deDigicert
meine.norisbank.de++Digicert
www.dkb.de++Digicert
www.sparda-b.de++QuoVadis
www.vrbankmecklenburg.de++QuoVadis
www.volksbank-demmin.de++QuoVadis
calenberger.de (Calenberger Kreditverein)++Lets Encrypt!
www.ksk-walsrode.de++Digicert
www.diebank.de++QuoVadis
www.sparkasse-celle.de++Digicert
banking.seeligerbank.deDigicert
www.sparkasse-nordhorn.de++Digicert
hbciweb.olb.de++D-Trust GmbH
www.apobank.de++QuoVadis

Wie kommt das zu Stand?

Wie man das erwarten würde, gibt es Gruppen von „Banken“ die eigentlich nur Filialen eines Konzerns sind. Mag sein, daß der eine oder andere örtliche Bankvorstand das anders sieht, aber spästens wenn jemand mal Geld nachschiessen muß, sieht man, wer mit wem verbandelt ist.

Die Sparkassen haben daraus gleich eine Tugend gemacht und einen eigenen Sparkassen Webframework gebaut. Im Prinzip ist die Online-Bankingseite für alle Sparkassen gleich, lediglich das Logo und Name & Anschrift der Bank in Texten sind angepaßt. Da Banken und Sparkassen nicht in jedem x-beliebigen Rechenzentrum hosten dürfen, gibt es nur wenige Anbieter auf die sich die Dienste verteilen.

Folge, so wie jetzt, fällt eine Webseite negativ auf, sind alle Seiten des Konglomerats betroffen.

Es ist an Euch das zu ändern in dem Ihr selbst zu Eurer Bank geht und das moniert.

Wie beweist Ihr das?

Man verbindet sich mit der Bankseite und sagt openssl nur TLS 1.0 anzubieten :

openssl s_client -connect www.apobank.de:443 -tls1

New, TLSv1.0, Cipher is ECDHE-RSA-AES256-SHA
Server public key is 2048 bit
Secure Renegotiation IS supported
Compression: NONE
Expansion: NONE
No ALPN negotiated
SSL-Session:
Protocol : TLSv1
Cipher : ECDHE-RSA-AES256-SHA
Session-ID: 9F46E16A883DB49FA5A516BCDB23B67F24ED12E5EA6F9F83C504A6CF4CA96A24
Session-ID-ctx:
Master-Key: 4166D9B1C922F2410E6C0BF98BBE1D4B9BA03F238A6112F7FFA6B624F0BDFD8F7F759D97BDCB108CC3E4E635EBA17E24

Kommt eine Session und Key zustande, hatte man mit seiner Bank leider Pech 🙂

So sieht das aus, wenn man mit der Bank Glück hatte :

New, (NONE), Cipher is (NONE)
Secure Renegotiation IS NOT supported
Compression: NONE
Expansion: NONE
No ALPN negotiated
SSL-Session:
Protocol : TLSv1
Cipher : 0000
Session-ID:
Session-ID-ctx:
Master-Key:
PSK identity: None
PSK identity hint: None
SRP username: None
Start Time: 1563537522
Timeout : 7200 (sec)
Verify return code: 0 (ok)
Extended master secret: no

Keine Session. Kein Key. Kein Problem!

Wir erpressen Sie jetzt mal..oder so :D

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Erpresser – Man muß sie einfach gern haben“ .. wieso? na weil ich dann wieder was zu schreiben habe und Ihr was zu Lachen 😀

Kommen wir zu dieser Erpresser-Spam:

Ich markiere mal die Anekdoten farblich…

Return-path: <junko@kotorinouta.com>
Envelope-to: <#### eine unserer echten Adressen####>
Delivery-date: Mon, 08 Jul 2019 11:44:24 +0200
Received: from www1765.sakura.ne.jp ([112.78.112.75])
	by XXXXXXXXXXX.de with esmtps (TLSv1.2:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:256)
	(XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX)
	(envelope-from <junko@kotorinouta.com>)
	id XXXXXXXXXXXXXXXXX
	for <#### eine unserer echten Adressen####>; Mon, 08 Jul 2019 10:44:23 +0200
Received: from [127.0.0.1] (dynamic-189-45-26-22.webnet.psi.br [189.45.26.22])
	(authenticated bits=0)
	by www1765.sakura.ne.jp (8.15.2/8.15.2) with ESMTPSA id x585vAi13157658
	(version=TLSv1 cipher=DHE-RSA-AES256-SHA bits=256 verify=NO)
	for <#### eine unserer echten Adressen####>; Mon, 8 Jul 2019 17:44:21 +0900 (JST)
	(envelope-from junko@kotorinouta.com)
To: <#### eine unserer echten Adressen####>
From: Mylah <junko@kotorinouta.com>
MIME-Version: 1.0
Message-ID: <2b514q3322k452d@kotorinouta.com>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Date: Mon, 8 Jul 2019 12:56:54 +0300
List-Help: <http://friend.kotorinouta.com/help/forsubscribers>
X-EVENT_NAME: trxzzkst
X-Virus-Flag: YES
Subject:  Security Alert. Your accounts were hacked by a criminal group.

Hello!

I am a hacker who has access to your operating system.
I also have full access to your account.

I've been watching you for a few months now.
The fact is that you were infected with malware through an adult site =
that you visited.

If you are not familiar with this, I will explain.
Trojan Virus gives me full access and control over a computer or other=
 device.
This means that I can see everything on your screen, turn on the camer=
a and microphone, but you do not know about it.

I also have access to all your contacts and all your correspondence.

Why your antivirus did not detect malware?
Answer: My malware uses the driver, I update its signatures every 4 ho=
urs so that your antivirus is silent.

I made a video showing how you satisfy yourself in the left half of th=
e screen, and in the right half you see the video that you watched.
With one click of the mouse, I can send this video to all your emails =
and contacts on social networks.
I can also post access to all your e-mail correspondence and messenger=
s that you use.

If you want to prevent this,
transfer the amount of $500 to my bitcoin address (if you do not know =
how to do this, write to Google: "Buy Bitcoin").

My bitcoin address (BTC Wallet) is:  3HsB65YE6xgdt6x8Nnrxjck1YMNK1kMka=
L

After receiving the payment, I will delete the video and you will neve=
r hear me again.
I give you 50 hours (more than 2 days) to pay.
I have a notice reading this letter, and the timer will work when you =
see this letter.

Filing a complaint somewhere does not make sense because this email ca=
nnot be tracked like my bitcoin address.
I do not make any mistakes.

If I find that you have shared this message with someone else, the vid=
eo will be immediately distributed.

Best regards!

Solche Emails gibt es ja zu Hauf, der braucht man inhaltlich keine große Aufmerksamkeit schenken. Wir schauen uns mal an, was wir so über den Möchtegernerpresser herausbekommen:

1. Die Einlieferung der Email stammt aus Brasilien, DSL Anschluß, ergo gehackter PC oder seine echte IP 🙂

from [127.0.0.1] (dynamic-189-45-26-22.webnet.psi.br [189.45.26.22])

2. Was auch immer da per SMTP die Email in Japan eingeliefert hat, es hält nicht viel von moderner Software:

(version=TLSv1 cipher=DHE-RSA-AES256-SHA bits=256 verify=NO)

3. Es handelt sich möglicherweise um eine Mailingliste bei einer Kinder-Sozialhilfe:

List-Help: <http://friend.kotorinouta.com/help/forsubscribers>

Google kennt zu der Domain folgende Info:

Poesie-Kindergarten für das Sozialhilfswerk Koori no Uta-Kindergarten Chigasaki-Stadt, privater Kindergarten der Präfektur Kanagawa

Also ein ziemlich fieser Charakter dieser Erpresser, wenn er einen Kindergarten als Tarnung für seine Aktivitäten benutzt.

4. Offensichtlich hat der Erpresser auch von der Technik keine Ahnung:

Filing a complaint somewhere does not make sense because this email cannot be tracked like my bitcoin address. I do not make any mistakes.

Der erste Fehler war, die Email an uns zuschicken. Fehler Nummer 2, natürlich kann man Emails bis zur Sender IP  verfolgen, wobei man das gar nicht muß, da uns der Erpresser freundlicherwiese seine Bitcoinadresse genannt hat

Bitcoin Adressen, und damit Bitcoins, lassen sich durch die Blockchain tracken, egal ob Bitcoin Mixer im Spiel sind oder nicht. Die Blockchain ist nicht anonym und der Benutzer auch nicht, im Gegensatz zu echtem Bargeld, das ist bis auf die Fingerabdrücke und DNS Spuren anonym! Es ist nämlich im wahrsten Sinne waschbar 🙂

Wenn man Bitcoins waschen will, muß man damit ins Spielcasino gehen. in China nehmen viele Casinos auch Digitales Geld an und man muß es ja nicht zwangsweise verlieren 😉

Es hat wohl noch niemand bezahlt

Stand 13:30 Uhr hat wohl niemand etwas auf dieses Konto überwiesen, was mich nicht wundert, die Scamwelle schappt ja schon seit jetztem Sommer durchs Netz:

https://www.blockchain.com/de/btc/address/3HsB65YE6xgdt6x8Nnrxjck1YMNK1kMkaL

oder auch

https://www.bitcoinabuse.com/reports/3HsB65YE6xgdt6x8Nnrxjck1YMNK1kMkaL

Wie immer …

Ab in die digitale Müllhalde damit!

IoT, das Smart-Home und die Realitäten

Ist doch immer wieder komisch oder, man kann sich als Eingeweihter in die Netzwelt tausendmal gegen IoT aussprechen, die Leute machen es trotzdem, fallen auf die Nase und machen weiter, als wenn nichts gewesen wäre.

Angefangen mit dem berühmten Spam-Kühlschrank:

https://www.it-business.de/kuehlschrank-versendet-spam-mails-a-430696/

aus denen keiner gelernt hat, über Smarte Alarmanlagen, die es Einbrechern leicht machen:

https://www.heise.de/security/meldung/Sicherheitsluecke-in-Alarmanlagen-von-ABUS-und-Climax-3247868.html

bis zum Milliarden Datenleak des chinesichen Smart-Home-Anbieters Orvibo:

https://www.golem.de/news/datenleck-smart-home-datenbank-mit-2-milliarden-eintraegen-im-internet-1907-142375.html

der ziemlich sorglos mit seinen Kunden, deren geheimen Passwörtern und Adressen umgegangen ist:

„Die Sicherheitsforscher konnten ohne jeglichen Passwortschutz auf die Elasticsearch-Datenbank zugreifen. Diese enthielt neben E-Mail-Adressen, Nutzernamen und Passwörten auch die Account-Reset-Codes.“(Zitat: golem.de s.o.)

Was ist eigentlich so „smart“ an der IoT Scheisse? Das man als Hersteller ohne Gegenleistung und ohne Rücksicht auf Verluste seiner Kunden Kohle scheffeln kann?

Was passiert jetzt?

Ich habe ja die unbegründete Hoffnung, daß, wo in China noch die Todesstrafe vollstreckt wird, endlich mal ein Hydra-Smart-Kopf abgeschlagen wird. Wie das bei Hydras so üblich ist, wächst der Kopf einfach nach und am Ende hat man noch mehr davon. Da es für den Hersteller größtenteils folgenlos bleiben wird, wird auch die Branche einfach so weiter machen. Ja, wir brauchen die vollumfängliche Herstellerhaftung, da kommen wir nicht drum rum!

 

 

Firefox: ungepatchte 17 Jahre alte Sicherheitslücke

Wie uns die TheHackerNews heute mitteilen, gibt es im Firefox eine ungepatche Sicherheitslücke, die streng genommen, seit 17 Jahren im Firefox schlummert.

Same-Origin-Policy versagt

Die Same-Origin-Policy versagt bei Zugriffen auf „file://“ URLs. Was andere Browser schon vor Jahren behoben haben, ist für die Firefox Entwickler nicht wichtig, da es bislang keinen Exploit dafür gab. Das hat sich geändert:

Was wir hier sehen, wenn das Bild denn scharf wird (runterladen per youtube-dl hilft dabei), ist folgendes:

Eine Email mit einem HTML Attachment wird in einem Webmail geöffnet.
Die HTML Datei wird von Firefox abgespeichert, wie man sieht im HOME des Users!
Die HTML Datei wird mit Firefox über file://…  geöffnet und ..
präsentiert uns den Inhalt des Verzeichnisses.

Die HTML Seite enthält Javascriptcode, der über die File und Fetch Api vom Browser das Verzeichnis und die Dateien ausliest und dann mit AJAX die Daten exfiltriert.

Ein Patch dafür ist nicht in Arbeit, da Mozilla die Lücke nicht als solche anerkennt. Mal sehen ob sich das jetzt ändert 😉

Quelle: https://thehackernews.com/2019/07/firefox-same-origin-policy-hacking.html

Scammer werden immer nachlässiger

Da rollte uns heute morgen doch glatt diese Scammer E-Mail ins Postfach, die einen kuriosen Inhalt hatte:

Beginnen Sie in den nächsten 6 Minuten damit, 
Geld zu verdienen beeilen Sie sich, 
es sind nur noch wenige Plätze verfügbar, 
um mit dieser großartigen Plattform Geld zu verdienen.
Heller announced it was time to leave and retired to the local pilot seat. I dutifully struggled to shut the airlock but my hands werent working. Heller didnt wait. He lifted us from the pad while I dangled out of the open door until someone pulled me in and slammed it shut. 
Die Mitglieder profitieren bereits davon und dies ist Ihre letzte Chance, 
um an Bord zu kommen und es jenen gleich zu tun.
Menschen auf der ganzen Welt verdienen Millionen und nun sind Sie an der Reihe. 
Folgen Sie diesem Link, um sich heute kostenlos anzumelden.


Viele Verpassen Sie es nicht, Walter Herrmann

Jetzt wird nur dummerweise nicht ganz klar, wie man denn dem Link folgen soll 🙂 Ihr werdet es auch nicht schaffen, denn da ist kein Link mitgekommen 😀

…Eine Iteration der Scammer E-Mail später…

fand sich dann dieser Link:

http://lexus-krasnoyarsk-club.ru/pjrucpddzcurz
(der Link wurde zu Ihrem Schutz entschärft)

Diese leitete den User in einer Stafette weiter …

„https://go.info-project-1.ru/go/0e0b1c43-ff12-4481-89fa-2819b6f98b57“
„http://go.2track500.com/aff_c?offer_id=405&aff_id=4434“
„https://woodsilvergold.com/api/v1/flows/198/click?id=1026cf10367efd6611146713838ff1&amp;offer_id=405&amp;affiliate_id=4434&amp;device_brand=Robot&amp;device_model=Bot+or+Crawler&amp;device_os=&amp;ip=37.143.199.61&amp;country_code=DE&amp;advertiser_id=2&amp;source=&amp;aff_sub=&amp;aff_sub2=&amp;aff_sub3=&amp;aff_sub4=&amp;aff_sub5=“

um dann bei

„https://bitcoincodesoftapps.com?click=50743610&amp;mode=optin&amp;api_url=%2F%2Fwoodsilvergold.com%2Fapi%2Fv1&amp;p=woodsilvergold.com%2Fapi%2Fv1%2Fpixels%2F50743610%3Fpixels%3D440&amp;pL=woodsilvergold.com%2Fapi%2Fv1%2Fpixels%2F50743610%3Fpixels%3D441&amp;push=0“

vermutlich einen Clickbetrug zu begehen 🙂 Den Link habe ich dann nicht mehr mitgemacht 😉

Da in letzter Zeit aus Russland echt nur Müll angeschwemmt wurde, hat sich folgende Regel in der Firewall als brauchbar herausgestellt :

REJECT all — 185.254.188.0/22 0.0.0.0/0 reject-with icmp-port-unreachable

Denn auch die ursprüngliche Scammer-Domain liegt in dem Netzwerk. Es besteht der Verdacht, daß das gesamte Netzwerk zu einer Neuauflage des RBN gehört, ergo nur Verbrecherseiten beherbergt.Rate mal welche IP der die letzte Domain in der Kette hat …

bitcoincodesoftapps.com has address 185.254.188.7

und oh Wunder…schaut mal wo der original Link herkommt …

lexus-krasnoyarsk-club.ru has address 185.254.188.162

na sowas aber auch.. welch ein Zufall 😉