Let’s Encrypt gibt milliardstes Zertifikat aus \o/

Am 27.2. wurde die eine Milliarde SSL Zertifikate von Let’sEncrypt überschritten. Bei 46 Millionen Webseiten für die Zertifikate ausgestellt wurden, war das ja auch nur eine Frage der Zeit, wenn man 4 Zerts pro Jahr pro Domain durchbringen muß 🙂

Herzlichen Glückwunsch – Let’s Encrypt 😀

„We issued our billionth certificate on February 27, 2020. We’re going to use this big round number as an opportunity to reflect on what has changed for us, and for the Internet, leading up to this event. In particular, we want to talk about what has happened since the last time we talked about a big round number of certificates – one hundred million. One thing that’s different now is that the Web is much more encrypted than it was. In June of 2017 approximately 58% of page loads used HTTPS globally, 64% in the United States. Today 81% of page loads use HTTPS globally, and we’re at 91% in the United States! This is an incredible achievement. That’s a lot more privacy and security for everybody. Another thing that’s different is that our organization has grown a bit, but not by much! In June of 2017 we were serving approximately 46M websites, and we did so with 11 full time staff and an annual budget of $2.61M. Today we serve nearly 192M websites with 13 full time staff and an annual budget of approximately $3.35M. This means we’re serving more than 4x the websites with only two additional staff and a 28% increase in budget. The additional staff and budget did more than just improve our ability to scale though – we’ve made improvements across the board to provide even more secure and reliable service.“

Das selbstgesteckte Ziel haben Sie jedenfalls erreicht, das ist mal sicher. Ob das Netz wirklich sicherer geworden ist, ist eine andere Frage 😀

CoronaV19 vs. Influenza

Um sich mal einen Überblick über die Lage zugeben, hier ein Vergleich der Zahlen vom Robert-Koch-Institute vom 28.2.2020 für Deutschland:

GRIPPE/Influenza: 98.500* Infizierte
SARS-VoV-2:         53 Infizierte

Meint, wir haben mehr Grippekranke in dieser Session diesem Land, als es derzeit  Corona Infizierte (83k) weltweit gibt.

Im Influenza-Wochenbericht des RKI stehen dazu folgende Belege:

„Für die 8. Meldewoche (MW) 2020 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 17.898 labor-diagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut übermittelt (Datenstand: 25.2.2020).“ und „Seit der 40. MW 2019 wurden insgesamt 98.442 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt“

Die Dunkelziffer dürfte größer sein, schon weil dieser Bericht die letzte aka diese Woche noch gar nicht berücksichtigt.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Quelle: https://influenza.rki.de/

XRDP und das screen-Tool

Ihr wisst noch, daß man nicht so genau hinsehen sollte, wenn man mehr Freizeit haben will? 😉 Den Grundsatz habe ich mal wieder bei RDP ignoriert und bin prompt in die Falle getappt.

XRDP, die Session und das screen-Tool

Wer von Euch weiß, was PID 1 ist? Ok, eine rhetorische Frage, jeder weiß das. Für die, die das vergessen haben, kleine Auffrischung:

Der erste Prozess, der beim Start des PCs erstellt wird, hat die Process-ID 1 ( PID ). Jeder andere Prozess danach, ist ein Kind(Child) vom Prozess mit PID 1. Der Prozess ist also das Elternteil(Parent) von dem gestarteten Prozess. Beim Systemd-Init-System heißt der PID 1 Prozess sinnigerweise „systemd“, beim Vorgänger System-V  wars noch „init“.

Beispiel:

systemd(1)-+-ModemManager(1300)-+-{ModemManager}(1352)
           |                    `-{ModemManager}(1354)
           |-NetworkManager(1319)-+-{NetworkManager}(1360)
           |                      `-{NetworkManager}(1362)

Hier im Beispiel, ist systemd(1) der Eltern-Prozess und ModemManager(1300) und NetworkManager(1319) sind die Kinder-Prozesse. Wenn der Rechner runtergefahren wird, terminiert der PID1 Prozess alle seine Kinder-Prozesse und wenn keins mehr da ist, beendet er sich selbst, in dem er der HW das Strom-Aus-Kommando sendet.

Merke: Alle Prozesse sind Kinder oder Kinds-Kinder von PID1, weil das eine baumartige Struktur ist.

Wer sich das mal selbst ansehen will: einfach „pstree -up | less“ in ein Terminalfenster eingeben.

Was passiert, wenn der Elternprozess eines Kindes terminiert wird und dieser Elternprozess nicht PID1 ist?

Im Beispiel oben, terminieren wir mal gedanklich den NetworkManager(1319) der ja 1360 und 1362 als Kinder hat. Was jetzt passiert ist, daß die Kinder-Prozesse als Waisen dem PID1 übertragen werden. Sie bekommen also einen neuen Eltern-Prozess, aber sonst ändert sich nichts: Sie laufen i.d.R. weiter.

Es gibt auch Situationen, wo das nicht der Fall ist, aber die lassen wir mal aus.

Ich merke gerade ich muß weiter ausholen, sonst verstehen das nicht alle Leser, daher nicht wundern, wenn alles etwas schlicht gehalten ist und es einem trotzdem wie eine Wüstenwanderung ohne Wasser vorkommt.

Der Benutzer meldet sich an

Stellen wir uns vor, Systemd hat das System(PC) soweit hochgefahren, daß uns am Monitor eine Anmeldemaske(Login-Dialog) begrüßt. Wenn der Benutzer einloggt(sich anmeldet), wird die Desktop-Session gestartet, das kann z.b. Gnome, Cinnamon oder sonst eine andere Deskopumgebung sein. Die Startet dann wieder Programme bis so eine Arbeitsoberfläche entstanden ist, wie man die von Fotos kennt:

Ein GNOME Remotearbeitsplatz mit laufendem VideoEs laufen jetzt rudelweise Prozesse im Namen des Benutzers:

systemd(1)-+-ModemManager(1300)-+-{ModemManager}(1352)
          ...
           |-csd-printer(2448,marius)-+-{csd-printer}(2449)
           |                          `-{csd-printer}(2450)
           |-cupsd(1364)
           |-dbus-broker-lau(1276,dbus)---dbus-broker(1277)
           |-dbus-daemon(5007,marius)---{dbus-daemon}(5011)
           |-dbus-daemon(5153,marius)---{dbus-daemon}(5154)
           |-dbus-daemon(5282,marius)---{dbus-daemon}(5283)
           |-dbus-daemon(5868,marius)---{dbus-daemon}(5869)
           |-dbus-daemon(8160,marius)---{dbus-daemon}(8161)
           |-dbus-daemon(12280,marius)---{dbus-daemon}(12281)
           |-dbus-daemon(27861,marius)---{dbus-daemon}(27862)
           |-dconf-service(5201,marius)-+-{dconf-service}(5202)
           |                            `-{dconf-service}(5203)
           |-dconf-service(5330,marius)-+-{dconf-service}(5331)
           |                            `-{dconf-service}(5332)
           |-dconf-service(5372,marius)-+-{dconf-service}(5378)
           |                            `-{dconf-service}(5379)
           |-dconf-service(5924,marius)-+-{dconf-service}(5925)
           |                            `-{dconf-service}(5926)
           |-dconf-service(12329,marius)-+-{dconf-service}(12330)
           |                             `-{dconf-service}(12331)
           |-dconf-service(28004,marius)-+-{dconf-service}(28007)
           |                             `-{dconf-service}(28008)
          ...

und die sind, wie man oben sehen kann, Kinder vom PID1. Die „Ausreißer“-Prozesse die auch laufen, wenn sich kein Benutzer anmeldet, habe ich mal rot markiert. Die gehören i.d.R. root oder einem Servicebenutzer „nobody“,“www-data“,“mysql“ so in der Art. Die werden gleich wichtig.

Wenn der Benutzer sich ausloggt

Kommen wir zu dem Punkt, wo sich der Benutzer aus dem PC ausloggt. Der Abmelden-Vorgang(Logout) stößt eine Kaskade an, die alle Benutzerprozesse terminiert. Wenn keine anderen Prozesse mehr laufen, dann terminiert sich der PID1 auch. I.d.R. ist das aber nicht der Fall, weil Root ja auch ein ganzes Rudel an Diensten gestartet hat, die alle Kind von PID1 sind.

Screen

Wenn man auf verschiedenen Servern zu tun hat, kommt man unweigerlich an den Punkt, wo man Programme laufen lassen muß die tage- oder wochenlang laufen müssen (ggf. auch ewig) oder man muß einfach zwischenzeitlich mal weg und will den Arbeitsstand den man erreicht hat nicht verlieren.

Einen Desktop-PC würde man einfach nicht abschalten und als Benutzer nur den Bildschirm sperren. Wenn man sich aber doch mal als anderer Benutzer an dem PC anmelden muß, und die Programme trotzdem nicht beendet werden sollen, kommt „screen“ ins Spiel.

Dies startet man in einer Konsole bevor man mit der Arbeit anfängt. Wenn man sich auf einem entfernten Server per SSH anmeldet, ist es oft der einzige Weg, wie man sicherstellen kann, daß ein Verbindungsverlust nicht im Desaster endet. Screen kann man aber natürlich auch in einem Desktop-Terminal starten.

Ich kann also als Benutzer meinem PC auch in einer Screensitzung längerfristig mit Aufgaben versorgen, mich dann ausloggen oder Bildschirm sperren und per SSH von Zuhause aus nachsehen, ob die Prozesse noch laufen oder schon fertig sind. Da jeder mit der richtigen Berechtigung eine Screensitzung betreten kann, kann ich dann also auch von Zuhause aus an der Stelle weiter machen, wo ich aufgehört habe.

Wenn ich das nur in einem Terminalfenster als eingeloggter Desktopbenutzer mache, kann ich das nicht tun, da man das Terminal nicht von außen betreten kann.

Damit dürfte die Idee hinter Screen klar sein:

Screen starten, Programme arbeiten lassen, die Benutzersitzung am Desktop oder per SSH beenden und dann später von irgendwo anders fortsetzen.

Jetzt kommt XRDP ins Spiel

Nun hatte ich einen PC bei einer Firma, den ich per getunneltem RDP von außen mit einer Desktop-Session benutzt habe und wollte die stundenlange Kopieraktion in einer Screensitzung laufen lassen und mich dann ausloggen. RDP hat das Problem, daß man nicht gleichzeitig per RDP und am Bildschirm eingeloggt sein kann.

Also muß man die Remote-RDP-Sitzung beenden, falls man am Bildschirm einloggen muß, weil der Job so lange lief, daß man schon wieder im Büro ist.  Das passiert öfters als man glauben mag.

Wenn man das tut, vertraut man darauf, daß man ja screen gestartet hatte und der Prozess noch da ist, wenn man wieder ins Büro kommt. War er aber nicht.

Ta Ta Daaaaaaa !!!

Eine per XRDP gestartete Desktop-Session bekommt nämlich einen eigenen systemd Prozess als Startprozess, genau wie der PC beim hochfahren auch, nur das dieser systemd Prozess keine anderen Dienste gestartet hat und daher alle seine Kinderprozesse terminiert, wenn die Sitzung endet… auch Screen!

Beispiel:

systemd(1)-+-ModemManager(1300)-+-{ModemManager}(1352)
           |                    `-{ModemManager}(1354)
           |-NetworkManager(1319)-+-{NetworkManager}(1360)
           |                      `-{NetworkManager}(1362)
	  ...
           |-gnome-terminal-(5111,marius)-+-bash(5412)---screen(13881)---screen(13882)---bash(13883)-+-less(14632)
           |                              |                                                          `-pstree(14631)
          ...
           |-systemd(5996,remote)-+-(sd-pam)(6006)
           |                             |-abrt-applet(6657)-+-{abrt-applet}(6671)
           |                             |                   |-{abrt-applet}(6672)
          ...
           |                             |                       `-{evolution-calen}(7037)
           |                             |-evolution-sourc(6381)-+-{evolution-sourc}(6383)
           |                             |                       |-{evolution-sourc}(6384)
           |                             |                       `-{evolution-sourc}(6385)
           |                             |-gnome-shell-cal(6374)-+-{gnome-shell-cal}(6378)
           |                             |                       |-{gnome-shell-cal}(6380)
           |                             |                       |-{gnome-shell-cal}(6432)
           |                             |                       |-{gnome-shell-cal}(6433)
           |                             |                       `-{gnome-shell-cal}(7050)
           |                             |-gnome-terminal-(11250)-+-bash(11424)---screen(21255)---screen(21326)---bash(21331)---les+
           |                             |                        |-{gnome-terminal-}(11277)
           |                             |                        |-{gnome-terminal-}(11278)
           |                             |                        `-{gnome-terminal-}(11310)
          ...

In dem Auszug oben seht Ihr den Unterschied:

systemd(1) -> systemd(????) -> gnome-terminal -> bash -> screen

statt:

systemd(1) -> gnome-terminal -> bash -> screen

Da systemd(????) (die ???? stehen für eine beliebige PID) nach dem Logout keine Prozesse von „anderen“ Benutzer gestartet hat, terminiert er sich auch selbst, was dann in Folge auch das Screen noch terminiert.

In der Desktopkette (in grün) bleibt der systemd (1) Prozess stehen, weil noch andere Prozesse von anderen Benutzern laufen (inkl. root), deswegen wird Screen dann nicht terminiert und läuft weiter.(denkt dran, einfache Darstellung 🙂 )

Am Beispiel von SSH schön zu sehen:

|-sshd(20153)-+-sshd(21640)—sshd(21661)—bash(21671)—screen(22867)—screen(22881)—bash(22882)

wird zu

|-screen(22881)—bash(22882)

Merke:

Wenn Du per XRDP eingeloggt bist und screen benutzen willst, melde Dich lokal per SSH an, starte dann screen und arbeite damit.

Es klingt bescheuert, weil man von Screen genau erwarten würde, daß es weiterläuft, aber es passiert halt nicht, weil der das screen in der Konsequenz startende Prozess ( systemd(????) ), alles terminert, weil er selbst terminieren will/muß.

Ich befürchte wir bekommen Pöttering nicht dazu, dafür eine Ausnahme in systemd einzubauen und müssen damit leben.

 

 

 

Security: Angriff auf WPA2 möglich, wenn Broadcom&Cypress Chips im Spiel sind

Eine Meldung der Hacker News erfreut die Gemütslage von allen Admins weltweit: WPA2 + Broadcomships sind eine schlechte Kombination 🙁

Angriff auf WPA2 möglich, wenn Broadcom & Cypress Chips im Spiel sind

Die mit CVE-2019-15126 registrierte Schwachstelle mit dem Namen „Kr00k“ erlaubt es in Kombination mit dafür anfälligen Chips von Broadcom &  Crypress, die WLAN Verschlüsselung teilweise zu verhindern.

Das funktioiert so, daß ein Angreifer ohne überhaupt im Funktnetz zu sein, ständig Disassoziationen auszulöst, indem er Deauthentifizierungspakete an alle sendet. Das führt dazu, daß sich die Chips aus dem WLAN lösen und den WLAN Schlüssel intern auf NULL setzen. So weit wärs noch ok, aber nun senden anfällig Broadcom und Crypress Chips die Restpufferinhalt im Chipspeicher ohne die Verschlüsselung ans Ziel. Streng genommen verschlüsseln die die Daten mit 000000000000000000, was dann keine Verschlüsselung mehr ist. Ist also ein Bug in der Chipfirmware, weil die müßte den Puffer auch leeren, statt den Inhalt denn zu senden.

„Unsere Tests bestätigten, dass einige Client-Geräte von Amazon (Echo, Kindle), Apple (iPhone, iPad, MacBook), Google (Nexus), Samsung (Galaxy), Raspberry (Pi 3), Xiaomi (RedMi) sowie einige Zugangspunkte von Asus und Huawei für Kr00k anfällig sind“, so die ESET-Forscher.“ schreiben die Hacker News.

Diese Lücke hackt also nicht Eurer WLAN Passwort, weswegen ein Wechsel des Passworts nichts bringt. Da Broadcom Chips in allen möglichen Geräten zu finden sind und damit in allem was IoT, Accesspoints, alte Handies etc. ist ungepatcht laufen, wird das ein schöner Mitschmatsch werden.

Wie könnt Ihr euch schützen?

Das schlimmste was mit dem Angriff passiert ist, daß einige eurer Pakete im WLAN so übertragen werden, als wenn es ein OFFENES-WLAN wäre. Damit sind alle die Datenübertragungen betroffen, die Klartextverbindungen beinhalten, z.b. HTTP:// Traffic, FTP, SMTP, POP, IMAP, DNS und jede Menge IoT Geraffel. Wer seine Dienste alle mit TLS Verbindungen wie HTTPS, FTPS, SFTP, SCP, SSH, STARTTLS für SMTP, POP und IMAP schützt, muß sich keine Sorgen machen. Aber wer zu Hause intern von einem PC per Samba auf einen anderen PC zugreift, dessen Daten könnten damit abgelauscht werden.

Ein gezielter Angriff auf bestimmte Daten ist mit dem Angriff nicht möglich, der Angreifer weiß also nie was er da so bekommt, aber je mehr er mitschneidet, desto schlechter für Euch.

Wie bekomme ich raus, daß ich betroffen bin?

Für Eurer Linux braucht Ihr erstmal eine Version von „lshw„, also für Fedorabenutzer eingeben: „sudo dnf install -y lshw

Ihr werdet Rootrechte brauchen, also „sudo su“ eingeben. Mit „ip l“ bekommt Ihr Eure Interfacenamen heraus, „ifconfig“ würde es auch tun:

# ip l
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
2: enp2s0f1: <NO-CARRIER,BROADCAST,MULTICAST,UP> mtu 1500 qdisc fq_codel state DOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether f0:76:1c:be:39:c8 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
3: wlp3s0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc noqueue state UP mode DORMANT group default qlen 1000
link/ether 34:e6:ad:5d:18:ee brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
4: virbr0: <NO-CARRIER,BROADCAST,MULTICAST,UP> mtu 1500 qdisc noqueue state DOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 52:54:00:e7:5f:07 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff

Wir brauchen das wlp3s0 WIFI Interface. Jetzt gebt Ihr „lshw | less“ ein und bekommt eine lange Liste mit Info zu Eurer Hardware. Den Befehl solltet Ihr Euch also merken, den braucht man häufiger mal. In der Ausgabe sucht Ihr nach Eurem Interfacenamen und stoßt so auf solch einen Block:

*-network
description: Wireless interface
product: Wireless 3160
vendor: Intel Corporation
physical id: 0
bus info: pci@0000:03:00.0
logical name: wlp3s0
version: 83
serial: 34:e6:ad:5d:18:ee
width: 64 bits
clock: 33MHz
capabilities: pm msi pciexpress bus_master cap_list ethernet physical wireless
configuration: broadcast=yes driver=iwlwifi driverversion=5.2.18-100.fc29.x86_64 firmware=17.3216344376.0 ip=192.168.0.103 latency=0 link=yes multicast=yes wireless=IEEE 802.11
resources: irq:54 memory:c4000000-c4001fff

Entweder verrät es euch jetzt schon die Herstellerbezeichnung, hier Intel Corporation, oder der Drivername (hier iwlwifi) gibt den Chiphersteller preis. Wenn da BC drin vorkommt, war es ein Broadcom. Den Code für Crypress Chips kenne ich jetzt leider nicht auswendig, aber das findet Ihr vermutlich im Netz auf Linux-Wifi-Infoseiten.

Wie gehts weiter?

Apple soll wohl bereits Patches für seine Benutzer veröffentlicht haben. Wann die anderen patchbaren Systeme hinterher ziehen, bleibt offen. Für alles was IoT, oder mehr als 2 Jahre alte Accesspoints, Handies etc. kommt wohl jede Hilfe zu spät, da hilft nur entsorgen. Vorher würde ich aber einen Blick auf die Webseite meines Herstellers werfen, vielleicht gabs ja doch ein Gnadenupdate.

Quelle: https://thehackernews.com/2020/02/kr00k-wifi-encryption-flaw.html

Datenschutz: Wie peinlich T-Online ist

Peinlicher, aber nicht ganz unerwarteter, Fauxpas von T-Online:

2020-02-25 04:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 04:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-38) H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 05:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 06:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 07:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 08:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 09:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 10:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 10:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-38) H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support

angemerkt sein, daß die Server für Kundenmails davon nicht betroffen sind. Das ändert aber nichts daran.

T-Online mit Datenschutzverstoß

Der Verzicht auf TLS stellt meiner Meinung nach, mal einen soliden Verstoß gegen Artikel 32 DSGVO dar, weil man als Mailserverbetreiber ja vorher nicht wissen kann, ob da drüber Personenbezogene Daten transportiert werden sollen oder nicht. Hellsehen, was einem einer jemals schicken wird, kann man ja nicht und daher muß man zwangsläufig vorher die Sicherheit der Datenübertragung aktiviert haben, weil nachträglich Sicherheit herstellen geht in dem Fall nun mal nicht.

Artikel 32
Sicherheit der Verarbeitung
(1) Unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen  Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen treffen der Verantwortliche und der Auftragsverarbeiter geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten; diese Maßnahmen schließen unter anderem Folgendes ein:

a) die Pseudonymisierung und Verschlüsselung personenbezogener Daten;

Das kombiniert mit Artikel 4 2. schließt den Transport von Daten mit in den Begriff „Verarbeitung“ ein und erzwingt, weil der Aufwand praktisch nicht vorhanden ist und somit auch keine Kosten entstehen, die Verschlüsselung von Emails beim Transport durch den Einsatz von aktuellen Techniken ( STARTTLS mit TLS 1.2+).

In dem Fall wären es tatsächlich Personenbezogene Daten gewesen, weswegen unser Mailserver so eingestellt ist, daß er das in dem Fall auf keinen Fall über unsichere Leitungen schicken darf.

Die Adresse tosa@rx.t-online.de ist übrigens eine T-Online Adminadresse, falls man mal mit seinem Server gesperrt ist(, weil T-Onlinekunden Spams an ihre echten Adressen einfach ungefiltert an T-Onlineadressen weiterleiten) . Ich gehe mal davon aus, daß wie bei großen Organisationen üblich, Links nicht weiß was Rechts hätte tun sollen.

Die notwendigen Schritte den Verstoß abzustellen, werde ich jetzt anstoßen.

Update: 18:50 Uhr

Es gab Antwort von T-Online… und jetzt schön hinschauen… nicht lachen…

Received: from mailout02.t-online.de ([194.25.134.17])
	by userserver with esmtps (TLSv1.2:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:256)
	(Exim 4.93)
	(envelope-from <postmaster@rx.t-online.de>)
	id ---
	for unsere@adresse; Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100
Received: from fwd37.aul.t-online.de (fwd37.aul.t-online.de [172.20.27.137])
	by mailout02.t-online.de (Postfix) with SMTP id ---
	for <unsere@adresse>; Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100 (CET)
Received: from mail.t-online-team.de (SU1DYkZrrhdrbk+8MoWoNLfFvJAGt3hYNV-3h42o51p2-46yGQLhcUQTxiv6TV2wPu@[194.25.187.129]) by fwd37.t-online.de
	with (TLSv1:ECDHE-RSA-AES256-SHA encrypted)
	esmtp id ---; Tue, 25 Feb 2020 13:26:30 +0100
From: Deutsche Telekom E-Mail Engineering ************* <postmaster@rx.t-online.de>
Date: Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100
Organization: Deutsche Telekom AG
X-Mailer: Forte Agent 6.00/32.1186
Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1

Diese Email ist der nächste Verstoß gegen den Datenschutz, weil in der DSGVO steht drin, daß man auch bei internem Datentransport an die Absicherung denken muß.

Wie man sieht nutzt der erste Mailserver (mail.t-online-team.de) auf dem Weg zu unserem Mailserver (oberster Eintrag) TLSv1.0 , ein seit spätestens 2015 final geknacktes Protokoll. Der nächste interne Server  (fwd37.aul.t-online.de) benutzt für den internen Transport zu mailout02.t-online.de gleich gar keine Verschlüsselung mehr. Der letzte Mailserver mailout02.t-online.de macht dann endlich mal was richtig auf dem weg zu uns und benutzt TLSv1.2.

D.b. das „mailout02.t-online.de“ und „fwd37.aul.t-online.de“ können entweder miteinanders kein gemeinsames Protokoll finden, oder haben TLS/SSL gar nicht im Programm. Da aber jeder von denen auf der jeweils anderen Seite der Verbindung irgendwie TLS kann, muß da bei T-Online das Chaos pur herrschen. Ob das absichtlich, unabsichtlich oder fahrlässig so ist, werden die Datenschutzbehörden klären.

„Hallo T-Online, das Jahr 2005 will seinen Uralt-Zeichensatz zurück haben!“

Von dem ISO-8859-1 Fail des Mailprogramms will ich gar nicht erst anfangen, aber wirklich, was für einen uralt Krempel nutzen die da??? de-latin1 und TLSv1 passen historisch natürlich gut zusammen 🙂

Ältere Fälle:

Willkommen im Club der TLS Verweigerer: Apache Foundation!

BSI aktualisiert Mailserver auf TLS 1.2.. ABER

Sächsische Polizei benutzte gebrochene Verschlüsselung