Gelöst: Netflix M7702-1003 & FireFox 66

Schlafen Sie gut, weil Sie ein Backup von Ihren Daten und Computern haben? Dann sollten Sie jetzt nicht weiter lesen, es könnte für schlaflose Nächte sorgen.

Backups

„Backups“ der Mythos von der Unverwundbarkeit eines Computers. Ich wußte schon immer, daß es nie so schön ist, wie man sich das einredet. Aber so krass….. Es hat sich ja eingebürgert, daß man bei Geschichten nicht am Ende anfängt, sondern vorn. Also machen wir das mal:

Es war ein regnerischer Tag im März, vorgestern um genau zu sein. Da sollte ein Gerät, des Name nicht genannt wird, sagen wir mal vom Typus Tabletus, zur Präsentation eines Films bei einer Veranstaltung benutzt werden. Der DisplayPort->HDMI Adapter hatte vor Wochen bereits gezeigt, daß er funktioniert und den Ton auch zum HDMI leitet. Schön, an sich. Blöd, weil ging nicht. Da stehste wie der Ochs vorm Scheuentor und der Ton muß per Chinch und selbstgestricktem Klinkenbuchsenadapter an die Lautsprecheranlage geleitet werden. Wie peinlich.

Zuhause hingesetzt und analysiert, also eigentlich direkt nach der Veranstaltung hingesetzt und Laptop mit Tablet verglichen. Laptop Ton geht, Tablet Ton geht nicht.Ton geht nicht, weil snd modul für Kernel  nicht geladen. Module nachgeladen, immer noch kein Ton. F***. Eingepackt. Nach Hause geschleppt, aufgestellt HDMI-Monitor dran, Ton bleibt weg. F***² .Ok, USB… USB… U S B ! Livedisk an den Adapter gesteckt, Reboot ins Bios, USB Bootdevice gewählt und *ZACK*  Bootentry vom OS gelöscht.. WTF!!!! Kommt auch nach Reset nicht wieder, bleibt weg, Langer M$ Mittelfinger -> Tschüss Linux!

„Nicht mit mir Burschi!“

Die Antwort auf die Frage „Wie kann einem DAS bitte in einem Bios passieren?“ lautet „Es ist von Microsoft!“.

Das Tablet hat eins der ersten von M$ selbst gebauten Biose drin und das merkt man auch. Wer packt schon einen Trademark Hinweis auf eine eigene Seite im Bios?! Das Booten von verschiedenen Bootdevices passiert mit Wischen von Rechts nach Links. Wenn man aber von „Links nach Rechts“ wischt, löscht man den Eintrag, ohne Nachfrage. Welcher Volldepp auf diese Idee gekommen ist, weiß ich nicht, aber der oder die gehört gevierteilt. Jetzt klingt es ja so, also ob ich von Links nach Rechts gewischt hätte, aber habe ich gar nicht. Ich habe gar nicht gewischt, sondern gedrückt, auf den Booteintrag, um den in der Liste zu verschieben. Das Bios ist halt nicht perfekt 🙁

Irgendwann morgens um 4 Uhr, als ich ins Bett ging, war ich so frustriert, daß alle Fixe per efibootmgr versagt haben, daß ich noch schnell ein TAR Backup vom HOME gemacht habe, es  auf einen anderen Server geschoben habe und dann ins Bett ging. Gegen 10 Uhr habe ich dann das OS neu installiert. So gegen 18 Uhr war alles wieder auf Stand. Gnome mit allen Extensions war da, FF hatte alle Plugins, alle Seiten usw. weil ich natürlich einfach mein Backup eingespielt habe, statt das alles neu zu konfigurieren und bis auf zwei Kleinigkeiten, lief das auch gut, bis Netflix dran war. Login geht. Trailer gehen, Film abgespielt und da kam Sie …  M7702-1003 . Die Fehlermeldung des Schwamms schlecht hin. Nichtmal Netflix weiß wieso die kommt. Woher ich das weiß, weil ich da gefragt habe 😉

Das Transscript dieses Gespräches mit einer BOT KI hebe ich mir für einen anderen Tag auf. Der Bot hat doch glatt behauptet, er wäre kein Bot, weil er ja Rechtschreibfehler durchs Tippen machen würde. Der hat aber so viele gemacht, das es schon wieder auffällig war und seine Argumente, liefen auch immer im Kreis, son typischer Eliza halt ;D Gut, ok, Netflix war nicht Schuld, aber halt auch keine Hilfe um überhaupt mal zu erfahren, was genau schief läuft. Was genau schief läuft wollte mir nicht mal STRACE sagen und wenn das nicht weiter weiß, gibt es nur einen anderen Grund..

S E L I N U X

Herleitung:

Wir brauchen strace  z.b. mit “ strace -f -p `pidof firefox |sed -e „s/ /,/g“` 2>/tmp/log “ und grepen dann mal durch das log und suchen nach widevine :

[pid 26822] writev(2, [{iov_base=“Sandbox: „, iov_len=9}, {iov_base=“failed to open plugin file /home/marius/.mozilla/firefox/mbmcq51y.default/gmp-widevinecdm/4.10.1196.0/libwidevinecdm.so: Permission denied“, iov_len=138}, {iov_base=“\n“, iov_len=1}], 3

Permission denied“ jo, ok, klar, Rechte falsch, kann passieren, wie auch immer, aber wäre möglich also schauen wir mal :

# pathdiscover /home/marius/.mozilla/firefox/mbmcq51y.default/gmp-widevinecdm/4.10.1196.0/libwidevinecdm.so

‚/home/marius/.mozilla/firefox/mbmcq51y.default/gmp-widevinecdm/4.10.1196.0/libwidevinecdm.so‘ translates to ‚/home/marius/.mozilla/firefox/mbmcq51y.default/gmp-widevinecdm/4.10.1196.0/libwidevinecdm.so‘

6834 kb        marius/marius -rwx—— :     libwidevinecdm.so ( regular file )
4096 Bytes   marius/marius drwxr-xr-x :   4.10.1196.0 ( directory )
4096 Bytes   marius/marius drwxr-xr-x :   gmp-widevinecdm ( directory )
4096 Bytes   marius/marius drwxrwxr-x : mbmcq51y.default ( directory )
4096 Bytes   marius/marius drwx—— :   firefox ( directory )
4096 Bytes   marius/marius drwxr-xr-x :  .mozilla ( directory )
36864 Bytes marius/marius drwx—— :   marius ( directory )
4096 Bytes  root/root            drwxr-xr-x : home ( directory )

Das sieht ja mal blöd aus. Blöd, weil alles korrekt!  WTF.. und wenn Du dann WTF sagst, sag auch gleich SELINUX 😀  Ein setenforce 0 später und schon lud Firefox das Modul wieder und NetFlix plärrte mit einem anderen Fehler weiter rum, der lag aber an dem Netflix HD Addon und war dann schnell behoben! Jetzt gibts zwei Wege, entweder man richtet den Context jedes Files einzeln, oder man erspart sich das, touched mal kurz /.autorelabel und macht einen Reboot!

Netflix Fehlercode: M7702-1003 … Gelöst! Nächstes Rätsel!

Und der Bot wollte unbedingt von mir, daß ich Chrome benutze :DD

Das Surface Pro im Rechenzentrum nutzen

Hier steht jetzt rudelweise Internet rum, alle Server sind in Käfige gesperrt und das Surface Pro und ich stehen vor unserem Rack und suchen das lokale WLAN 😀 Fast wärs ja soweit gekommen 😉

Der Einsatz im Rechenzentrum

So ein WLAN-Only-Gerät wie ein Surface Pro Tablet ist in einem Rechenzentrum zur Diagnostik ungefähr genauso brauchbar wie ein Marienkäfer in der Wüste. Es gibt nämlich kein WLAN an das man sich anbinden könnte, außer man hat es mitgebracht. Im Rechenzentrum läuft noch alles per Kabel und das ist auch gut so, weil das Chaos und die Insecurity möchte ich mir nicht vorstellen wollen 😀

Was macht man jetzt ?

Joar, also bin in den Laden und habe nach längerem Suchen, einen I-TEC 3x USB Hub mit LAN Buchse für das Tablet gekauft. Entgegen der Händlerbeschreibung warb es auch mit Linux und Androidsupport und ja, das kann das Teil auch wirklich.So siehts aus:

der I-Tec 3xUSB LAN Adapter für USB3.0 A

und was muß man außer es anzustöpseln machen ? Kommt Ihr nie drauf ! ………….Nichts 😀

Ging Out-of-the-Box . Die nötigen Kernelmodule sind bei Fedora 29 mit dabei, die Anforderung dafür liegt irgendwo bei Kernel 3.13, also entspannt für alle halbwegs aktuellen Kernel zu benutzen.

USB ging sofort nach dem Einschalten, und das LAN auch. Als der Gnome-Desktop geladen war, hatte er schon eine stabile Verbindung mit dem DHCP Server im Lan aufgenommen und sich als primäres Netzwerkgerät angemeldet. 1a! Weil, … 119 MB/s Peek zu meinem Desktoprechner. Gigabit ist geil ! 😀

Jetzt kann man nämlich auch mal ein Backup von Tablet machen, ohne gleich eine Krise zu bekommen 😉 Und der Preis ( 22 € ) lag dann auch noch unter der Konkurrenz von LogiLink, hatte einen USB-A Anschluß, d.h. das Teil geht überall an älterer und aktueller Hardware.

Gnome Lollypop & das Tablet

Urheberrecht: Die Kirche im Dorf lassen

Also ehrlich, was da so an Mythen derzeit durchs Netz schneit, ist ja fast schlimmer als vorher.

„Die Uploadfilter hätten bei Daniel Caspary während der Debatte zugeschlagen“

Mußte natürlich gleich einer ein Meme machen, auf daß die Welt verzichten konnte, weil derbe fehl am Platz:

Wieso, weil einfach seine Fragezeit zu Ende war. Blöd nur, daß die Parlamentsvorsitzende keinen Bock aufs Drüberlabern hatte und durchgegriffen hat. Witzig ist allein der Umstand, das seine Freunde vom Axel Springerverlag aka Bild-Zeitung seinen geistigen Erguss auch noch abgedruckt haben und es im Netz zu finden ist. Und was steht da ?

„Nun wird offensichtlich versucht, auch mit gekauften Demonstranten die Verabschiedung des Urheberrechts zu verhindern. Bis zu 450 Euro werden von einer sogenannten NGO für die Demoteilnahme geboten. Das Geld scheint zumindest teilweise von großen amerikanischen Internetkonzernen zu stammen. Wenn amerikanische Konzerne mit massivem Einsatz von Desinformationen und gekauften Demonstranten versuchen, Gesetze zu verhindern, ist unsere Demokratie bedroht.“ ( Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion im EU Parlament ) .

Quelle: https://www.pressesprecher.com/nachrichten/caspary-cdu-artikel-13-demonstranten-gekauft-402064753

Wie bitte soll man das anders verstehen, als den Versuch alle Demonstranten als gekauft zu bezeichnen ? Klar steht da nicht wörtlich, war aber gemeint. Würde das da wörtlich stehen, müßte es „Alle Demonstranten sind von Google gekauft.“ heißen, heißt es aber nicht. Das wäre nämliche eine unwahre Tatsachenbehauptung gewesen.

Meine Grammatikhilfe im Blog meinte übrigens gerade das hier zu Caspary’s Satz 😀

Wenn

Ein mit der Subjunktion ‚wenn‘ eingeleiteter Nebensatz wird in der Regel mit einem Komma vom Hauptsatz abgetrennt.“ (siehe oben in Lila)

Ganz anders die Sache mit den 450 € pro Demonstrant, da hat er sich tatsächlich zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn die gemeinte NGO hat nur Ihren Mitglieder angeboten, deren Fahrtkosten nach Brüssel zu übernehmen. Da hatte Julia Reda wohl recht, das dürfte auf den Kaffeefahrten der Lobbygruppen nach Brüssel auch regelmäßig passieren 😉

Uploadfilter

Julia Reda ist aber auch nicht vor Fehlern gescheut, die beharrte ja am Ende der Frage darauf, daß Upload-Filter im Text drin wären. Sind sie natürlich nicht. Es steht zwar drin, daß gefiltert werden muß, aber nicht auf welche Art und Weise das zu passieren hat. Das Wort „Uploadfilter“ findet man im Text der Reform nicht. Die automatischen Upload-Filter ergeben sich lediglich als Konsequenz aus der Tatsache, daß bei 400h Video pro Stunde die bei YouTube hochgeladen werden, halt kaum manuell geprüft werden könnten. Das schaffen dann nur reihenweise Computer. Daher ist für jeden rational denkenden Menschen klar, daß mit dem Text nur automatische Upload-Filter gemeint sein können. Der Zusammenhang zwischen „rational“ und „Politiker“ konnte noch nicht eindeutig bewiesen werden 😉

Mythos: Die Massen an Protestlern

Es wurde auch von Frau Reda wieder betont, daß fast 5 Millionen Menschen Online eine Petition gegen Artikel 13 unterschrieben haben. Da muß man als Parlament doch beachten, oder ? Ich meine, sooooooooooo viele Menschen. Die ganzen 1.6666% der Einwohner der EU sind klar die Mehrheit. Nein, sind Sie nicht. Das nennt man „Eine Minderheit“ !

Ja, die Zahl ist ordentlich, relativ gesehen, absolut gesehen ist das statistisch nicht mal relevant. Selbst wenn die 1.666% jetzt die Piraten wählen würden, kämen die nicht mal über die 5% Hürde!

Sorry, da muß ich jetzt sagen: Ihr paar Prozent nehmt Euch wichtiger, als Ihr seid. Wo kommt das her? Twitteraner und YouTuber leben genau wie andere in Ihrer Blase. Da fällt es am Ende nicht schwer sich zu wundern, wenn die Blase platzt.

Mythos: Die Meinungsfreiheit wäre in Gefahr

Tut mir leid, Eure Blase drückt leider auch dort. Die Meinungsfreiheit, wie Ihr Sie versteht, sich nämlich hinter einem Unternehmen zu verstecken und Rechte Dritter zu verletzen, die ist ein bisschen in Gefahr. Stellt Euch mal mit offenem Visier ins Netz und haftet mal für den Scheiss selbst, den Ihr den ganzen Tag verzapft, dann sprechen wir da noch mal drüber.

Es wird keiner an seiner Meinung gehindert, nur weil eine Plattform die derjenige nutzt, seinen geistigen Erguss nicht sofort online stellt. Wenn Ihr das garantiert haben wollt,  meine Firma bietet Webhosting für kleines Geld an und hilft auch beim Setup von Tools wie Friendica, da könnte Ihr instant was von Euch geben und keiner kann es zensieren. Wir auch nicht, weil das unter Eurem Namen läuft.

Wie? Dann liest Euch ja keiner mehr? Tja, wenn Ihr relevantes, interessantes zu sagen habt, dann werden Ihr auch dort schnell Freunde finden und aufsteigen.

Wie, das kostet Geld ? Ja, das kostet Euch Geld, hat aber den Vorteil, daß Ihr die Monetarisierung auch komplett in der Hand habt. Ist Euch Eure Meinungsfreiheit so wenig wert, daß Ihr keine 1,99 € im Monat dafür ausgeben könnt?

Ok, Angebot: Wer sich auf diesen Artikel hin meldet, bekommt ein Paket mit 500MB, Friendicainstanz und DE-Domain für 1 € im Monat, inkl. Backup und Traffic. Angebot steht bis zur Europawahl im Mai 2019.

Mythos: Rechteinhaber müssen dem Verleger was abgeben

Nein, müssen Sie nicht, denn das legt nicht die Reform fest, sondern der Staat, der diese umsetzt. Schauen wir doch mal:

Artikel 16

Die Mitgliedstaaten können festlegen, dass für den Fall, dass ein Urheber einem Verleger ein
Recht übertragen oder ihm eine Lizenz erteilt hat, diese Übertragung oder Lizenzierung eine
hinreichende Rechtsgrundlage für den Anspruch des Verlegers auf einen Anteil am
Ausgleich für die jeweilige Nutzung des Werkes im Rahmen einer Ausnahme oder
Beschränkung für das übertragene oder lizenzierte Recht darstellt.

Das wars : „können festlegen“ & „auf einen Anteil“ .. Wieviel ist das real ? 0 -100% .. es steht da halt nicht. Das macht die Sache für Verleger und Rechteinhaber übrigens kein bisschen einfacher. Es verkompliziert die Sache nur völlig unnötig. Und wenn ein Staat meint, das er das nicht will, dann läßt er es einfach. Da würde ich als Rechteinhaber natürlich ab sofort meinen Hauptwohnsitz haben wollen 😉

Mythos: eindeutige Gesetzestexte

Ist Euch mal aufgefallen? Genau wie die superfluiden Äußerungen gewisser Politiker, so sind auch deren Gesetztestexte – der Schwamm pur.

In der EU Anti-Terror-Verordnung ist es ja genauso. Da stehen halt so „Ziele“ im Gesetzestext, statt konkret rein zuschreiben, was genau zu tun oder zu lassen ist. Ziel: „Bekämpfe den Terror, aber schränke die Meinungsfreiheit nicht ein. “ Das kann man in eine Präambel schreiben, aber doch nicht in das Gesetz an sich.

Bei Urheberrecht auch wieder „Du sollst filtern, aber wir sagen Dir nicht was und wie.“. Das sind so Sachen, die würde ich von einer Religion erwarten. „Du sollst nicht töten!“ schönes Gebot, aber auf wen bezieht sich das eigentlich genau ? Menschen, Tiere, Pflanzen ? Offensichtlich ist es ok, Tiere und Pflanzen zu töten, steht da aber nicht. Genau genommen steht da nämlich „Lerne Mineralien zu verdauen.“  ach ja.. nein, daß meint „Lichtessen funktioniert wirklich.“ ( Wer nicht weiß was das ist, es gibt so dumme Menschen, die glauben, die könnten alleine von Sonnenlicht leben, so ganz ohne Chlorophyll in den Zellen. Wenn der Job von Jesus nicht schon besetzt wäre, würden die auch den beanspruchen.)

In dem Sinne.. bis heute abend.

BTW: WTF! Linux Filesystem rocks :

Wayland: Firefox 66.0.1 macht noscript unbedienbar

Wer am 4.5.2019 auf diese Seite zugreift sucht eigentlich => Firefox Bug schaltet Plugins ab !!!

Ich fühle mich ja echt geehrt, daß Ihr diesen Artikel lesen wolltet, aber der Link oben bringt Euch an die wirklichen Infos zum aktuellen Firefox Addon-Signing  Problem.


Moin moin, frisch aus der Bugliste von Redhat habe ich da einen Fehler von Wayland für Euch. Ja, Wayland ist wohl Ursache für die Probleme, weil unter Xorg geht das gleiche Programm tadellos.

Firefox – Wayland – Gnome

Heute morgen habe ich das Update für Firefox auf 66.0 reinbekommen, und dann den Firefox-Wayland unter Gnome benutzt. Als dann die Debatte im Parlament über die Urheberrechtsreform dran war, wollte ich da mal auf Phönix reinsehen und mußte feststellen, daß man so lange klicken kann wie man will bei Noscript, es juckt die Buttons im Einsteller nicht. Das hier ist gemeint:

In den Options konnte man klicken wo man wollte, es landete immer im Domainnamen am Ende, statt auf den Buttons vorn. Teilweise fuhr das auch nicht aus. Das Verhalten war chaotisch. Beim Analysieren des Fehlers habe ich auf X11 umgestellt und schwupps, war der Bug weg.

Also, wer das derzeit auch erfährt, schaltet von Wayland auf X11 um, denn ein Update auf 66.0.1 half nichts.

 

EU Urheberrecht angenommen

Die EU Urheberrechtsreform wurde heute im EU Parlament angenommen.

Ein Kommentar von Marius:

Die Entscheidung war zwar nicht direkt knapp, aber auch nicht so überwältigend, wie Herr Voss das wohl gehofft haben dürfte: 348 Ja, 274 Nein, 36 Enthaltungen. Nun haben wir den Salat namens „Copyright in the Digital Single Market“.

Fragen wir uns mal ganz objektiv: Wer gewinnt dabei ?

Es wurde ja von Herrn Voss und Verbündeten die ganze Zeit verbreitet, daß Google eine „Demokratie per Shitstorm“ in Gang gesetzt hätte. Warum sollten die das tun, wo doch die neue Regelung dem Konzern eine Monopolstellung in einem Wachstumsmarkt garantiert? Ach Sie dachten, daß Gesetz würde Google irgendwie belasten? Nein, das belastet die gar nicht. Die Uploadfilter, die eine unweigerliche Konsequenz aus der Notwendigkeit/Pflicht zur Verhinderung des Upload urheberrechtlichgeschützten Materials darstellen, da die Menge an Uploads im Falle von YouTube von Hand gar nicht mehr geleistet werden kann, setzen derzeit nur wenige Plattformen ein, nämlich Google und Facebook. (Und vielleicht noch was in Asien.)

Statt also deren Macht zu verringern, hat man deren Position sogar noch gestärkt. Ein Schelm, wer jetzt mutmaßt, daß Herr Voss möglicherweise von Google bezahlt wurde 😉 Fakt ist aber, daß kleinere Unternehmen, die Uploadfilter ja auch einsetzen müssen, diese irgendwo her beziehen müssen und wo könnte das wohl sein ?!
Selbst wenn diese Unternehmen jemand anderen finden, der ihnen Content-Filter verkauft, bleibt ja noch das Problem, daß man nur filtern kann, was man auch kennt. Die Macher der Richtlinie haben das Problem einfach ausgeblendet und „den freien Markt“ regeln lassen.

Da wurde heute im Parlament explizit noch einmal von der Pro-Seite betont, daß ja nirgends Upload-Filter wörtlich erwähnt werden, was immer noch stimmt, aber auf die Nachfrage, wie das wohl ohne geht, auf die „Firmen“ verwiesen wurde, „die wären ja gerade frei das selbst zu entscheiden“. Meint also: „Wir geben die Filterung vor, aber wie Ihr das erreicht, ist uns doch egal.“  Wer den Text der EU Verordnung gegen die Verbreitung von Online-Terror gelesen hat, dem kommt das irgendwie bekannt vor. In der Verordnung fordern die Verfasser auch Sachen, die nicht da sind, und auch in absehbarer Zukunft nicht da sein werden, und überlassen es dem Unternehmen, da eigene Weg zu finden.

Was heißt das denn nun, wenn Unternehmen eigene Weg finden sollen?

D.b. die können tun was Sie wollen. Also werden die, mangels Manpower, automatische Systeme einsetzen. Die können nicht zwischen Satire mit geschütztem Material und einfach nur geschütztem Material unterscheiden, weil sie nun einmal keine Menschen sind, und auch denen fällt das im Einzelfall schwer. Wäre das anders, bräuchte man keine Gerichte mehr. Ergo, wird das Recht, daß auch im neuen Urheberrecht drin steht, nämlich zu Zitieren, möglicherweise von den Filtern beschnitten. Natürlich gibt es Beschwerdeportale, das ist ja jetzt auch schon so, und dann wird das von einem Menschen nachgeprüft und für ok befunden. Was ändert sich grade bei YouTube jetzt eigentlich für die User ? Nichts.

Was sich aber ändert ist, daß alle anderen, egal was für benutzergenerierten Content die haben, auch zwangsweise Filtern müssen, spätestens ab dem Moment, wo jemand da mal was bemängelt hat. Das gilt z.B. auch für Betreiber von Social-Media Pods wie Friendica, Mastodon & Co, wenn dort andere User als der Betreiber selbst einen Account haben. Und das Problem, woher diese Betreiber die Listen, was zu filtern wäre und was nicht, bekommen, ist natürlich auch nicht gelöst. Genauso wenig wie das Problem des Lizensierens von Inhalten, die diese User hochgeladen haben. Wer redet denn bitte als Rechteverwerter mit einem privaten Betreiber eines Friendica Pods über ein umfangreiches Lizenzpaket bzw. Checksummenpaket zum Filtern?

Upload-Filter

Artikel 17
Nutzung geschützter Inhalte durch Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten

(4)
Wird die Erlaubnis nicht erteilt, so ist der Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten für nicht erlaubte Handlungen der öffentlichen Wiedergabe, einschließlich der öffentlichen Zugänglichmachung, urheberrechtlich geschützter Werke oder sonstiger Schutzgegenstände verantwortlich, es sei denn, der Anbieter dieser Dienste erbringt den Nachweis, dass er

a) alle Anstrengungen unternommen hat, um die Erlaubnis einzuholen; und

b) nach Maßgabe hoher branchenüblicher Standards für die berufliche Sorgfalt alle Anstrengungen unternommen hat, um sicherzustellen, dass bestimmte Werke und sonstige Schutzgegenstände, zu denen die Rechteinhaber den Anbietern dieser Dienste einschlägige und notwendige Informationen bereitgestellt haben, nicht verfügbar sind; und in jedem Fall

c) nach Erhalt eines hinreichend begründeten Hinweises von den Rechteinhabern unverzüglich gehandelt hat, um den Zugang zu den entsprechenden Werken oder sonstigen Schutzgegenständen zu sperren bzw. die entsprechenden Werke oder sonstigen Schutzgegenstände von seinen Internetseiten zu entfernen , und alle Anstrengungen unternommen hat, um gemäß Buchstabe b das künftige Hochladen dieser Werke oder sonstigen Schutzgegenstände zu verhindern.

Einen Lichtblick gibt es aber: Der Betreiber muß nur nachweisen, daß er das ernsthaft und geeignet versucht hat. Er ist aus der Haftung raus, wenn ihn keiner, über dessen Lizenzen er reden wollte, für voll genommen hat. Wie der Betreiber an die Kontaktdaten aller Verwerter, nicht bei Verwertern organisierter und unorganisierter Urheber kommt, das regelt die Richtlinie übrigens auch nicht. Wäre ja auch zu einfach gewesen.

Artikel 12 der neuen Fassung sieht vor, daß Verwertungsgesellschaften auch Lizenzen von Werken einfordern können, deren Urheber ihnen dafür gar keinen Auftrag erteilt haben. Meint, wenn sich der echte Rechteinhaber nicht meldet und kümmert, dann darf die VG das einfach mal in die eigene Tasche umleiten. Es ist nämlich nicht geregelt, daß diese Gelder allgemeinnützlich verwendet werden müssen. Es wird sicher neuer Volkssport VGs auf zumachen.

Aber, in der letzten Fassung der Richtlinie, ist auch etwas Licht am Horizont

Rechte an Veröffentlichungen
Artikel 15
Schutz von Presseveröffentlichungen im Hinblick auf die Online-Nutzung
(1)
Die Mitgliedstaaten legen Bestimmungen fest, mit denen Presseverlage mit Sitz in
einem Mitgliedstaat die in Artikel 2 und Artikel 3 Absatz 2 der Richtlinie 2001/29/EG
genannten Rechte für die Online-Nutzung ihrer Presseveröffentlichungen durch Anbieter
von Diensten der Informationsgesellschaft erhalten.

Die in Unterabsatz 1 vorgesehenen Rechte gelten nicht für die private oder nicht-
kommerzielle Nutzung von Presseveröffentlichungen durch einzelne Nutzer.

Der nach Unterabsatz 1 gewährte Schutz gilt nicht für das Setzen von Hyperlinks.

Die in Unterabsatz 1 vorgesehenen Rechte gelten nicht für die Nutzung einzelner
Wörter oder sehr kurzer Auszüge aus einer Presseveröffentlichung.

Das meint, daß so ein Blog wie ich, das ja rein privat ist, auch weiterhin Presseartikel unentgeltlich verlinken und zitieren darf. Wieso man aber einzelne Wörter ausnehmen mußte, wo der Schutz eines einzelnen Wortes nur dann möglich wäre, wenn es eine Marke darstellt, und das ist ja schon im Markenrecht geregelt, erschließt sich mir nicht. Dazu muß man wohl besagter Jurist nach Ludwig Thoma sein 🙂

Auf Artikel 16 haben sich die Verleger gefreut:

Artikel 16
Ansprüche auf einen gerechten Ausgleich
Die Mitgliedstaaten können festlegen, dass für den Fall, dass ein Urheber einem Verleger ein
Recht übertragen oder ihm eine Lizenz erteilt hat, diese Übertragung oder Lizenzierung eine
hinreichende Rechtsgrundlage für den Anspruch des Verlegers auf einen Anteil am
Ausgleich für die jeweilige Nutzung des Werkes im Rahmen einer Ausnahme oder
Beschränkung für das übertragene oder lizenzierte Recht darstellt.

Der Fettdruck meint, daß der Verleger aus dem großen Pott der Pauschalabgaben, was abbekommt. Das sollte eigentlich allein dem Urheber zu gute kommen.

Fazit

Also für Webseitenbetreiber und Blogger ändert sich erst mal nicht viel.  Für Podbetreiber ändert sich einiges, auch einiges, was einer faktischen Unmöglichkeit entspricht, was übrigens ein prima Grund für einen Freispruch darstellt, aber richtig verdienen werden an der Reform nur die Verleger, Vermarkter und Filteranbieter.

Ist eigentlich mal jemandem aufgefallen, daß die Rede von Julia Reda, als einzige mehrfach durch Störmanöver der Vossfraktion unterbrochen wurde?  Wer sich das ansehen will:

http://www.europarl.europa.eu/ep-live/de/plenary/video?debate=1553587236695

Minute 24 ff.  Auf der Seite ist rechts ein Downloadlink. Wenn Ihr das schon habt, dann schaut es Euch ganz an, weil der Komiker aus Polen ist der Klopfer !

Auffällig war auch, daß Schlipsträger fast geschlossen für das Urheberrecht waren und die anderen ohne Schlips  dagegen 😉 Weiterhin war die Debatte von Deutschen dominiert, gefühlt waren das > 50% der Sprecher und persönlich hassen, scheinen sich da auch einige 😀