Upscayl bestes Beispiel wieso man keine Container usw. nutzen sollte

Die Container Fans in der Linuxgemeinde wollen es ja nicht wahrhaben, aber heute kann ich Euch am Beispiel Upscayl genau den Grund zeigen, wieso ich keine containerisierten Anwendung haben möchte.

Upscayl bestes Beispiel wieso man keine Container usw. nutzen sollte

Einem „Das scheint interessant zu sein, probiers mal aus“ Gedanken und dem Beitrag auf den GNULinux.ch News zu Upscayl (An der Stelle schöne Grüße Leute) folgend, mußte ich gleich erleben, was die Nachteile von Containeranwendungen sein können, wenn es um die Sicherheit des PCs geht.

Schaut mal hier rein, was passierte, als ich die Anwendung Upscayl installiert habe:

$ flatpak install ./Upscayl-1.5.5-x86_64.flatpak
Required runtime for org.upscayl.app/x86_64/master (runtime/org.freedesktop.Platform/x86_64/20.08) found in remote flathub
Do you want to install it? [Y/n]: y
Info: org.freedesktop.Platform//20.08 is end-of-life, with reason:
org.freedesktop.Platform 20.08 is no longer receiving fixes and security updates. Please update to a supported runtime version.
Info: org.freedesktop.Platform.GL.default//20.08 is end-of-life, with reason:
org.freedesktop.Platform 20.08 is no longer receiving fixes and security updates. Please update to a supported runtime version.

org.upscayl.app permissions:
ipc network pulseaudio wayland x11 dri file access [1] dbus access [2]

[1] home
[2] org.freedesktop.Notifications

KENNUNG Zweig Op Remote Download
1. [✓] org.freedesktop.Platform.GL.default 20.08 i flathub 105,8 MB / 106,4 MB
2. [✓] org.freedesktop.Platform.Locale 20.08 i flathub 1,4 MB / 322,5 MB
3. [✓] org.freedesktop.Platform 20.08 i flathub 243,3 MB / 270,4 MB
4. [✓] org.upscayl.app master i app-origin 0 Bytes

Installation complete.

Dabei hatte ich erst vor wenigen Wochen die alte Version der Freedesktopumgebung entfernt 🙁

Natürlich wird diese Software in dem Stand auch als Flatpak mit Zugriff auf mein $HOME nicht länger als der nötige Testfall existieren 🙂

Der Test

Die Upscayl Anwendung arbeitet lokal, das ist ein sehr großer Vorteil. Leider arbeitet sie ohne meine schnellen 12 Kerne, denn alles was hier passiert, findet auf der GPU statt und das ist bei einer GT1050 nicht wirklich schnell.

Das Ergebnis des Tests war dann auch eher überschaubar, wobei ich fies war und ein verwackeltes Bild genommen habe, schliesslich wollte wir es ja „verbessern“ 😉

Ein 2 MPixel Bild braucht dann unter Upscayl fürs Schärfen auch locker mal 3 Minuten. Der Kommentar einer Photoshopsüchtigen war dann… „auch nicht besser als Photoshop“ 🙂 Jetzt stellt Euch vor, daß ich nicht weiß, wie lange ein normales Smartphonephoto mit Upscayl auf der GT1050 gebraucht hätte, weil das so langsam ablief, daß ich die Prozesse wegen vermeintlicher Inaktivität abgeschossen habe 😀 Ist halt nicht die schnellste GPU am Markt.

Damit Ihr einen zeitlichen Eindruck bekommen, der Scaleprozess ist bei 50% und hat angefangen als ich „Der Test“ schrieb. Das ihr das schneller lest, als es sich tippen lässt, solltet Ihr dabei Bedenken.

Hier das Ausgangsbild:

eine unscharfe Gans im Wasser 2 MP.

Wieso seht Ihr jetzt nur ein Bild der Gans?

Weil das „verbesserte“ Bild genauso aussah wie das Original.. aka. Fail auf ganzer Linie.

Das das Upscayl Programm dies um einiges besser kann, wenn es um kleine Bilder geht, zeigt dieser Vergleich:

Zwar wurden die Wälder „zermatscht“ aber z.B. die FrontFigur mit den Hörnern ist um ein vielfaches detailreicher als vergleichbare Sharpen Tools von GMIC, Krita und Photoshop das zeigen können. Sehen kann man das sehr viel besser, wenn das Bild vergrößert verglichen wird:

Vergleich bei Vergrößerung

„Auch heute ist CSI noch immer UNREALISTISCH!“ 😀

Was jetzt kommt, ist nicht ganz ernst gemeint, aber versuchen wir doch mal, ein Videobild von 2004 zu verbessern, mal sehen was wir an Details geboten bekommen.

WARNUNG: Sollten Sie den dargestellten Personen in der Realität begegnen, sind Alpträume möglich 😉

Ausgangsbild

Da sieht man schon, viel ist da nicht zu an Inhalt drin.

keine Sorge, niemand ist darauf zu erkennen 🙂

Der kleine blonde Kämpfer für die Unterdrückung, ja Junge, falsche Seite ausgesucht, weil Zorro ist der Gute ;), ähnelt jetzt einem Tiger- oder einer Katzenfratze. Insgesamt sieht das Bild ansprechender aus, aber in Wirklichkeit sind von Upscayl Details weggeglättet worden. Auch der Mann im Weißen Hemd im Bildhintergrund, sieht merkwürdig aus, weil seine Arme zu seinem Rücken wurden.

Also bis das CSI aus grottenschlechten Bildern einer Reflektion im Auge in einem 640×480 Pixel Kamerabild eine identifizierbare Aufnahme machen kann, vergehen noch ein paar Jahrzehnte 🙂

Fazit

Ich denke, daß Upscayl Tool an sich wäre eine Bereicherung, aber zumindest die per Flatpak unnötigerweise hinzugewonnenen Sicherheitslücken ( wenn überhaupt welche da sind ) wiegen es für mich nicht auf.

Ein paar Tests später

Tests, die ich mit Material gemacht habe, wo ich Vergleiche von anderen AI Systemen zur Verbesserung hatte, zeigen deutlich, daß die von Upscayl genutzte AI Engine nicht wirklich mithalten kann. Viele Details gehen einfach verloren, weil sie weggeglättet werden, statt detailiert analysiert und verbessert zu werden. Andere, bereits gute Ausgangbilder werden einfach nur vergrößert ohne Inhalte dazu zugewinnen, meint Zooming zeigt kaum Unterschiede, auch wenn das Skalierte Bild 4x so groß ist.

Auf der einen Seite ist das gut, aber keine Kunst, denn das konnte ImageStudio vom Amiga in den Neunzigern mit sehr viel weniger Rechenleistung in deutlich kürzerer Zeit auch. Vervierfachung bedeutet, daß aus jedem Pixel 4 Pixel werden. Die drei neuen Pixel können dabei den gleichen Farbwert haben, was keine Änderung am Bildinhalt bedeutet. Normalerweise folgt auf das Skalieren dann die Anpassung an die umliegenden Pixel, so daß ein sanfterer Übergang zwischen den ehemaligen Pixeln entsteht.

Dieser Renderingprozess wird von einigen Grafikprogrammen mit Faktor 10 als Subpixelrendering betrieben und gibt sehr gute Ergebnisse. Spannender wird es wenn man bei nicht im Faktor 4 sondern, sagen wir mal 1.3 vergrößert. Da zeigt sich dann, was der Algorithmus drauf hat. Denn „Bruchpixel“ sind extrem schwierig perfekt herzustellen. Die meisten Programme die ich kenne versagen da mehr oder weniger ganz.

Wem das zu hoch war, merkt Euch einfach: 4x ist pillepalle, Bruchfaktoren die Königsdisziplin 😉

 

Kernel 6.1 bekommt Anpassung der Hintergrundbeleuchtung

Wie Hans De Goede in seinem neuesten Blogeintrag mitteilt, arbeitet er an einer Überarbeitung des Hintergrundbeleuchtungssubsystems ( Backlight ). Das könnte auf einigen Geräten zum Problem werden.

Kernel 6.1 bekommt Anpassung der Hintergrundbeleuchtung

Durch die Neuordnung der Erkennung der Hintergrundbeleuchtung in der Hardware, kann es zu Fehldiagnosen kommen, die die bisher funktionierende Hintergrundbeleuchtung nicht länger funktional lassen. Dies soll primär bei alten und sehr spezialen ( ich tippe auf Dell und M$ ) auftreten, da die vielen Spezialroutinen weggefallen sind.

Da mein ACER Laptop auch nicht das neueste ist, habe ich da mal ein paar Tests gemacht. Ich scheine nicht betroffen zu sein, da ich zwei Geräte in der Hintergrundbeleuchtungserkennung gefunden habe. Dafür konnte Ich aber für eine Euch eine wichtige Erkenntnis gewinnen: Traue nie einem Grubeintrag 😉

Falls man unter /sys/class/backlight nur einen einzigen Eintrag findet, sollte man den Kernel mal mit der Option „acpi_backlight=video“ booten. Taucht dann kein zweites Device auf, ist man sehr wahrscheinlich betroffen und sollte Hans mit den technischen Daten ( siehe Blogeintrag ) versorgen.

Mit der Zusatzoption für die Hintergrundbeleuchtung booten

Auf meinem Laptop ist in Grub der BLS Modus aktiviert. Das wurde von Fedora vor einigen Jahren eingeführt. Sinn ist es die Grubconfig aufzuräumen, was meiner bescheidenen Meinung nach, komplett in die Hose gegangen ist, weil man jetzt nicht mehr weiß, was da eigentlich booten will.

Früher(TM) hat man einfach alle Menueinträge der Kernel mit der neuen Option versorgt und konnte sicher sein, daß die beim Boot benutzt wird. Heute reicht es nicht, die eigentlich zur Vereinfachung gedachte Default-Kernelline in der Grub.cfg anzupassen, damit alle Bootloadereinträge das gleiche machen, nein, man muß es doch wieder in jedes File eintragen oder per GrubEdit beim Booten die Kernelzeile vervollständigen. Leider.

Falls Ihr also damit die Hintergrundbeleuchtung Eures Laptops oder Tablets testen wollt, macht Euch gleich die Mühe es per Grub-Editfunktion beim Booten dem aufgewählten Kernel mitzugeben. Spart viel Arbeit auf Dauer 😉

Fedora schaltet patentierte Codecs in Mesa nicht wieder an

Wie aus erster Hand zu erfahren ist, hat das Fedoraprojekt aufgrund von juristischen Bedenken, patentierte, und damit bedenkliche, Codecs in Mesa abgeschaltet. Damit verliert Fedora über kurz oder lang in allen Produkten den Hardwarebeschleunigersupport für h264, h265 und vc1, die auf Mesa aufbauen.

Fedora schaltet patentierte Codecs in Mesa nicht wieder an

Zur Zeit ist eine Diskussion auf der Developer-Liste bei Fedora im Gange, weil in Fedora 37 in Mesa der VAAPI Support für das hardwarebeschleunigte Kodieren und Dekodieren von Videos für die Codecs: „h264,h265 und vc1 (nur Dekodieren) “ abgeschaltet wurde. Zu erklären, was Mesa genau macht, überlasse ich lieber dieser Webseite:GamingonLinux.com – What_is_Mesa?

Noch wurde dies nicht für Fedora 36 und 35 umgesetzt, laut David Airli, ist dies aber wohl nötig:

This was an oversight being enabled prior to this, and I think we have to remove it from older Fedora as well. Fedora cannot ship anything that causes the OS to provide an API which exposes patent algorithms. The patent licensing around H264/H265 is such that providing this could leave Red Hat and other Fedora distributors exposed to legal problems.“ David Airlie (27.9.2022).[1]

Hintergrund ist eine Änderung in der Mesa Kompilieroptionen, die es erlaubt, die jetzt defaultmäßig abgeschalteten Codecs ( h264,h265,vc1), für die Mesa keine Außnahmegenehmigung vom Patentinhaber hat, wieder einzuschalten [2]. Dies ist allerdings mit rechtlichen Problemen verbunden, falls die Patentinhaber auf die Idee kommen, das Fedoraprojekt wegen der Zurverfügungstellung des patentierten Algorithmus zu verklagen. Es ist nämlich nicht ganz klar, wer die Patentgebühren zu bezahlen hat: Der Grafikkartenhersteller, die Distribution oder der Endnutzer. Es wäre spannend zu wissen, wie die Situation in Deutschland ist.

Ich habe da mal bei WBS.law angefragt, ob uns Herr Solmecke bei YouTube nicht mal ein Aufklärungsvideo zur Verfügung stellen möchte. Bin mal gespannt!

Für Fedora Benutzer könnten harte Zeiten anbrechen, wenn Anwendungen den HW Support nicht mehr benutzen können. Wen das genau betreffen wird, ist noch nicht ganz klar. Leichter lässt sich beantworten, was Ihr dagegen tun könntet. Antwort: nicht viel, denn in der Mailinglistendiskussion wurde klar, daß RPMFusion, bei dem normalerweise bedenkliche Software zur Verfügung gestellt wird, kein Interesse hat, eine „free“-Version von Mesa zu warten.

Da bleibt Euch im Zweifel nur eins: MESA mit den nötigen Optionen selbst kompilieren!

Wie würde man da vorgehen?

Zunächst müßte man alle mesa Pakete entfernen. Alleine das könnte schon ein Akt werden, weil DNF dann den halben Softwarebestand lösen wollen wird. Kommt nur die chirugische Methode mit „rpm -e –nodeps mesa“ infrage. Danach müßte man GCC, CMake, Automake, alle Devel-Libs für Mesa und den Fedora Mesasourcecode runterladen und sich das Mesa direkt selbst kompilieren.

Falls es dazu kommen sollte, werde ich das definitiv ausprobieren und Euch berichten.

[1] https://lists.fedoraproject.org/archives/list/devel@lists.fedoraproject.org

[2] https://lists.fedoraproject.org/archives/list/legal@lists.fedoraproject.org/message/M4LTGLHY5JX42IHC45WNWB5FH2JIFMAS/