Gleich der nächste Datenleak epischen Ausmaßes

Heute ist wieder richtig was los, da kommt man gar nicht nach Beiträge zu schreiben oder zu Arbeiten 😉 Erst das FBI, dann die Welt.

773 Millionen Zugangspasswörter von gehackten Accounts aufgetaucht

„Du weißt, daß es was Großes ist, wenn Deine Datenbank abkackt.“

Quelle : https://www.heise.de/security/meldung/Passwort-Sammlung-mit-773-Millionen-Online-Konten-im-Netz-aufgetaucht-4279375.html

Leider heißt es bei Heise im Artikel:

Hunt empfiehlt Nutzern, einen Passwort-Manager zu benutzen und dafür zu sorgen, dass jede Webseite ihr eigenes Passwort hat. Das sollte beim Leak des Passworts bei einem Anwender verhindern, dass Hacker Passwortlisten verwenden können, um Konten bei anderen DiHunt empfiehlt Nutzern, einen Passwort-Manager zu benutzen und dafür zu sorgen, dass jede Webseite ihr eigenes Passwort hat. Das sollte beim Leak des Passworts bei einem Anwender verhindern, dass Hacker Passwortlisten verwenden können, um Konten bei anderen Diensten zu knacken. Er empfiehlt den Passwort-Manager 1Password, der seinen Dienst HIBP bereits integriert hat.

Blöd nur, daß das hier erst vorgestern passiert ist:

The 1Password application < 7.0 for Android is affected by a Denial Of Service vulnerability.

Im Historischen Kontext:

Ich habe da so meine Zweifel an der Sicherheit der da hinterlegten Passwörter 🙂

Steuerbetrug durch Ebaykauf

Man bestellt ja öfters mal was bei Ebay, das, obwohl Deutscher Versand dran steht,  meistens dann doch per Luftfracht aus China kommt. In der Regel ist das kein Problem, solange der Betrag unter 25 € bleibt. Wenn er drüber liegt, gibt man halt eine Zollerklärung ab, zahlt die fällige Steuer ( gemeinhin als Zoll bekannt ) und nimmt seinen Neuerwerb mit.

Die Sache mit dem Zollwert

Soweit, so klar, außer.. ja, außer man fällt auf einen weit verbreiteten Trick der Ebay Verkäufer rein: Den Lockvogeleintrag. Dabei hat der Artikel einen auffallend geringen Wert, aber vergleichsweise hohe Transportkosten. Für den Käufer ist das erstmal egal, weil er dem Verkäufer ja den Gesamtbetrag überweisen muß, aber dem Zollamt ist das nicht egal.

Beispiel:

Der Artikel kostet 21 € Warenwert und 110 € Transport aus China.

Der zu zahlende Zoll, setzt sich aus dem Warenwert und den anteilig in der EU abgewickelten Transportkosten zusammen. d.b. vereinfacht : Warenwert € + Transportkosten € * Anteil EU  = Zollwert € .

Bis Peking sind es im Landweg rund 7500km, davon entfallen auf das Gebiet der EU ca. 600km ( Frankfurt/Main -> Polen Ostgrenze ) so kommen wir vereinfacht auf :  21 € + 110 * 6/75 = 29,80  € . Für 4,80 € müßte also die Einfuhrsteuer und Mehrwertsteuer berechnet werden, weil es ja die 25 € Freigrenze gibt.

Würde der Artikel aber 110 € kosten und die Transportkosten wären bei 21 € , sähe das so aus : 110 € + 21 * 6/75 = 111,68  € abzüglich 25 € wären das dann 86,68 € statt der 4,80 € oben. Da waren die hohen Transportkosten ja eine super Sache, oder ?

„Einmal 2 Jahre auf Bewährung bitte..“

Joar.. das Super bringt Euch allerdings dümmstenfalls in den Knast und bestenfalls eine Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung. Natürlich will der Staat den Zoll auf die 86,68 € haben und unterstellt Euch und dem Verkäufer, die Kosten für den Transport extra hoch angegeben zu haben, und damit hat er bei Ebay vermutlich Recht, denn der Verkäufer war nur auf eine gute Platzierung seines Produkts scharf, weil die meisten Käufer nach Preis sortieren und ein kleiner Warenwert eine vordere Position gewährleistet. Wenn man als Käufer erst mal für das Produkt Feuer gefangen hat, nimmt man ggf. auch hohen Extrakosten in Kauf.

Resultat der Aktion: Ihr bekommt ein Steuerhinterziehungsverfahren an die Backe und der chinesische Verkäufer lacht sich einen Ast. Gut, der lacht sich nur solange schlapp, bis auch bei ihm wegen gewerbsmäßiger Anleitung zum Steuerbetrug die Handschellen klicken, aber wer weiß schon wie lange das dauert.

Ihr glaubt das nicht ? Na dann geht mal zum Zollamt und laßt Euch erklären, wie das berechnet wird. Da könnt Ihr auch gleich mal lernen was Tacacs ist, wie der Zoll Währungsumrechnungen macht und ob es eine gute Idee war, 10 T-Shirts aus Honduras zu importieren.

Randnotiz 1:

Ist es nicht. Da müßt Ihr eine Einfuhrgenehmigung erwirken. Wenn die gleichen T-Shirts kurz auf dem Boden der USA waren, dann übrigens nicht mehr, dann gibts 2.3% Pauschalverzollung 😀 Honduras war nur ein Beispiel, weil die USA massenhaft aus Honduras importieren, es hätte auch Panama, Mexiko oder sonst ein Dritteweltland sein können.

Randnotiz 2:

Die Beispiele oben sind vereinfacht um das Konzept zu verdeutlichen, in der Realität ist es ein klein wenig komplizierter, aber ihr wolltet ja ohnehin mal beim Zoll vorbeigehen und fragen 😉