Games: Astrolords mit Touchsupport?

Gibt es Linux Games die touchaware sind? Dieser Frage bin ich letzte Woche nachgegangen und habe ein russisches Freemiumgame namens Astrolords gefunden. Die Webseite itch.io hat sich auf Independence Games  spezialisiert und bietet u.a. als Tag „Touchsupport“ an. Bei der Suche kamen einige Spiele und „Demonstrationen“ raus, die es meistens auch für Linux gab. Im Gegensatz zu Humble, Steam oder GOG,  braucht man sich für den Download nicht registrieren oder digital zu entblößen, was die Sache ganz sympathisch macht 😉

Itch.io – Indy Spieleplattform

Allerdings kann man das nur dann, wenn das Spiel wirklich gratis geladen werden kann. Da es auch kostenpflichtige Spiele gibt, kommt man dann leider nicht um eine Registrierung herum. Dazu müßte man natürlich erstmal was finden 😉 Sind wir mal ehrlich, Indy Games sind nicht immer das was Hardcorespieler haben wollen. Ich habe da Sachen gesehen, die waren eine Beleidigung fürs Auge, da kann man nur hoffen, daß das Spielkonzept das wieder aufwiegt 😀 Es sind aber auch echt coole Sachen dabei, z.b. ein Bombenentschärfungsprogramm. Im Demo sah das richtig gut und spaßig aus, leider lief das Spiel dann auf Linux nicht.

Aber kommen wir zu dem Spiel, das dann auch lief und eben nicht grusselige Grafik hatte: Astrolords.

Astrolords wurde bereits 2014 auf den Mark gebracht, scheint aber als MMOG eher unbekannt zu sein, da es aus Russland stammt. Das merkt man dem Spiel aber nicht an, da es komplett auf Englisch verfügbar ist, lediglich der internationale Chat zeugt von der russischen Benutzerschaft, den kann man aber ausblenden, wenn man will. Da der Chat extra auch einen deutschen Kanal hat, kann man sich leicht behelfen. Kommen wir  zum Spiel.

Die Eckdaten

Es ist nichts für kleine Grafikkarten oder schwache Tablets. Da die Steuerung in einem 3DModus abläuft, sind die Anforderungen an die HW ganz schön heftig, aber zum Glück, dann man die Anforderungen runter regeln. Schaut mal hier in den Screenshot nach links unten, das passiert auf dem i7 Pro 4 bei voller CPU und GPU Leistung für 3k Auflösung 🙂
Das Spiel ist erstmal ein Aufbauspiel, dessen Aufbauseite lediglich der Kampfseite dient, die dann andere Spieler überfällt oder auch nicht, denn Handel und Ausbeutung von Ressourcen ist auch eine valide Spieloption. Natürlich gibt es wie bei allen Vertretern dieses Genre auch einen Skilltree:

Der gleich am Anfang richtig viel Zeit kosten kann, wenn, ja wenn man nicht bezahlen will 😉 Und da ein Skilltree nicht genug ist, gibt es gleich mehrere unabhängige davon 🙂 Man darf natürlich wieder jede Menge Gebäude bauen, die man erstmal erforschen muß …

… um sie dann auf der eigenen Sternenbasis aufbauen zu dürfen. Dazu gibt es wieder jede Menge Upgrades der Gebäude, die sich alle gegenseitig bedingen um den Spieler bei Laune zu halten.

Natürlich muß man auch hier wieder questen:

um an Ressourcen zu kommen. Lagerfähigkeiten müssen natürlich auch laufend hochgezogen werden und dann ist da noch die Verteidigung der Basis an sich. Die Kämpfe finden in 2D statt, und sind vom Ablauf her eher unspektakulär, weil umständlich.

Die Bewertung

An meiner wenig enthusiastischen Beschreibung könnt Ihr schon sehen, es hat mich am Anfang nicht von den Socken gehauen. Der Freemiumgedanke ist doch recht ausgeprägt und das macht den Einstieg wenig attraktiv. Selbstverständlich bekommt man als Köder schon Währung zur Beschleunigung der Vorgänge, aber die ist extrem schnell weg, wenn man sich nicht beherrschen kann. Ansonsten siehts ganz nett aus, was man so bislang gesehen hat. Wer ein Spiel für einen seeehr langen Zeitraum sucht, dem dürfte das Spiel entgegenkommen. Der Soundtrack sagt mir auch zu, auch wenn der 1:1 so in einem Fantasy MMORPG vorkommen könnte.

Jetzt stellt sich ja noch die Frage nach dem Touchsupport und die kann man nicht ganz mit Ja oder Nein beantworten: Ja, es geht mit Touch zu bedienen, aber nicht vollständig. Texte muß man z.b. mit Keyboard eingeben, da kein OSK kommt. Ich tippe mal auf „Kein-Wayland-Support“, was im Baujahr 2014 kein Wunder sein dürfte. Nichts desto trotz kann man das Spiel fast vollständig mit Touch bedienen, daß alles mehr oder weniger mit der Linken Maustaste auskommt. Keyboardshortcuts kann man so natürlich nicht benutzen was im Kampf etwas hinderlich sein kann, aber so schlecht wars dann auch wieder nicht. Ich geb hier mal 8 von 10 Punkten, weil es bislang nicht wirklich negativ aufgefallen ist.

Ich glaube aber auch, daß der Suchtag bei Itch.io nicht wirklich 100% Waylandtouch meint, eher geht mit Windows-Touchscreens 😉

Links: https://astrolords.itch.io/astrolords

Gnome Lollypop & das Tablet

Wie man ja unschwer in den letzten Wochen lesen konnte, erobert Gnome gerade seine alte Position als guter Desktop zurück. Heute kommen wir zu dem „QMMP ist zwar der beste Musikplayer, aber halt nicht in 3k+“ Problem.

QMMP und die 3k Auflösung

Es ist ja bekannt, daß QMMP nicht DPI-skaliert. Man kann zwar die UI im Ansichtsmenü verdoppeln, aber das geht bei 3k vielleicht gerade noch gut, bei 4k wäre auch das zu klein.  Also muß ein Player her, der DPI-aware unter Gnome ist. Hmm.. Musikplayer.. da war doch was .. hey, richtig : Lollypop : Musikplayer für GNOME

Den habe vor ein paar Monaten schon mal getest, da allerdings auf dem Desktop in FHD und da war QMMP noch deutlich besser. Das hat sich ja jetzt geändert. So kann es kommen 😀

Riesige Audioplayliste in LollypopOk, also Lollypop unter Gnome

Vorweg, der Player funktioniert. Im Hamburgermenü findet man unter Klangregler auch meinen Kritikpunkt von damals: den fehlenden Lautstärkeregler. Aber da muß ich gleich sagen, das Handling überzeugt mich nicht. Wer ein „Advanced Volume Control“ Widget für Gnome installiert, der kann im Toppanel auf den Ton für jede Anwendung regeln, und das hat massive Vorteile gegenüber der Lösung von Lollypop.

Klangregler für LollypopDer Klangregler in Lollypop hat zwar einen Equalizer dabei, aber der Workflow ist fürn A….. . Wenn man den nämlich im Hamburgermenü ausgewählt hat, dann gibt es keinen Weg zurück zur aktuellen Playlist. Wie Ihr oben im Bild seht, ist es eine zufällige Playlist. Jetzt ratet mal was passiert, wenn man die in der Seitenleiste links wieder aufruft ? Bingo.. die wird neu zusammengestellt. Klar, man kann sie speichern, aber ein Lautstärkeregler sollte immer erreichbar sein, oder mindestens eine „Zurück zur vorherigen Ansicht“ Funktionalität haben.

Hat der hier aber nicht. Also nimmt man besten den Top Panel Volumeregler für die App:

Lollypop mit Gnome Extension für Volume controlJetzt kann man die Lautstärke jederzeit ändern, ohne schädliche Nebeneffekte in Kauf zu nehmen. Finde ich persönlich jetzt besser. Alternativ kann man auch in der Klangregleransicht bleiben und über das Playlistpulldownbutton neben dem „Suche“ Button ( Bild 2 oben ) die Playlist manipulieren. Da ist aber nicht so wirklich überzeugend.

Apropos „Hamburgermenü“ muß ich das echt so nennen ? Es ist einfach nur ein Menü, oder?

Fazit

Lollypop im Touch unter Gnome funktioniert. Im Waylandmodus von Gnome, kommt bei der Suchmaske auf das OnScreenKeyboard raus, so daß das wirklich benutzt werden kann. Im Gegensatz zu Skype übrigens, das streikt mal so richtig fies im Chatwindow 😀

Grade wenn das Lollypop-Fenster voll aufgezogen ist, kommt ein gutes Feeling auf. Weniger gut ist der F11/Vollbildnmodus, der suckt richtig, aber nur wenn die eigene Musikothek Dateien ohne Albumbilder und korrekt MP3 Tags hat. Mit Bildern von Alben und Titeln, wird es optisch etwas besser. Als Partymodus wird es aber auch mal ohne gehen 😉

Apropos Partymodus … ich darf an der Stelle mal vermelden, daß das ProjektM Problem mit Fedora behoben wurde. Nachdem dem Entwickler mein Post mit den ganzen Problemen in die Hände gefallen ist, kam Bewegung in die Sache 🙂  ProjektM ist allerdings eher psychedelisch veranlagt IMO, aber wems gefällt 😉

Was mir noch fehlt, ist son klassischer FFT Analysator der den Sound in 3D anzeigt. Da gabs damals für WinAMP so richtig geile Teile. Selbst fürn Amiga waren da schöne Sachen dabei. Warum gibt es so etwas nicht für Linux? Mit PulseAudio sollte das doch kein Problem sein.

merkwürdiger Bug: Fenster springen auf und ab

Tablet und kein Ende in Sicht

Ihr dachtet echt, Ihr hättet es überstanden 😀 Nein, ein Beitrag kommt noch. Alles, was nicht reingepaßt hat bislang, soll jetzt mal erwähnt werden.

JACK

Nein, nicht der Audioserver, die 3,5mm Kopfhörerbuchse 🙂 Schon auf meinem Acer Laptop sollte diese Buchse wie bei einem Handy auch als Eingang fürs Handyheadset funktionieren, ging es damals aber nicht. Heute gehts 😀 Also Ihr könnt jeden 4 poligen Headset für Handies reinstecken und im Pulse auf die Buchse umstellen, geht:

Wo wir grade schon bei PulseAudio sind:

Displayport auf HDMI

Ich sagte ja schon mal, die Hardware hat es in sich und das meint hier, daß ein Displayport verbaut wurde. Bis zu fünf Ports wären laut Baustein möglich, es gibt aber nur einen Anschluß. Da kann bestimmt ein Extender dran. Steckt man dort aber einen (Achtung: wichtig) MINI-Displayport auf HDMI Adapter rein, kann man zwar HDMI machen, aber dummerweise wird das angeschlossene Gerät als gleiches Gerät erkannt.

Meint: Man kann zwar den Ton auf HDMI umstellen, aber leider nur alles oder nichts. Wie man das vom Desktop kennt, z.b. am HDMI Monitor den Kopfhörerausgang zu benutzen, weil man dann QMMP auf HDMI, aber den Rest auf Lautsprecher belassen kann, solche Spielchen gehen leider nicht ( Bugreport ist raus 🙂 ).

Zur Ehrenrettung, wann braucht man das auch schon mal auf einem Tablet?

Dafür treibt der SoC des Tablets den angeschlossenen FULLHD Monitor allerdings derart gut an, daß man nicht meckern kann. Zwei verschiedene Videos intern und extern sind kein Problem. Man bekommt was für sein Geld.

Das Gewicht

Wo wir grade bei Wertigkeit sind, das Tablet ist schwerer als ein Plastegegenstück von Samsung. Es ist ja auch mit einem Metallgehäuse, mit Lüftern und einem Monitorständer versehen. Das Alles muß man ständig mitschleppen, da es sich nicht wie das TypeCover entfernen läßt. Ich kann das mit einer Hand grade so heben ohne es gleich so fest zu packen, daß es zerbricht 😉 Im Bett, auf dem Bauch abgestellt ist das nicht mehr ganz so tragisch 😉 Aber „leicht“ ist es definitiv nicht. Meine Testopfer empfanden es allerdings nicht als zu schwer.

Wenn die Druckerei endlich die Fedora Folienaufkleber für die Rückseite geliefert hat, dann sieht es auch noch stylisch aus und zwar in jeder Hand 😉

Die Bedienung

Egal was Ihr von Android und Desktops gewohnt seid, schiebt es zur Seite. Android kann man ganz vergessen, nichts davon bleibt Euch erhalten. Wobei da einige UIs besser sind, z.b. bei AndroidMail. Die sind einfach auf Touch ausgelegt. Thunderbird, auch wenn es mit Wayland ein OSK bekommt, ist halt noch immer die Desktop UI mit Scrollbars die man anklicken muß. Einige Flächen lassen sich auch mit Touch scrollen, aber der Bringer ist das nicht.

Dafür bekommt man aber durch die GnomeUI und die vielen Extentions auf der anderen Seite sehr viel einfacher Zugriff auf Sachen, als das bei Android möglich ist. Z.b. die Webradio Erweiterung. Da die im Gnometoppanel eingeblendet ist, sind nur zwei Klicks… ups.. Touches nötig und Radio ist an und der Sender ausgewählt. Lautstärke und Helligkeit regeln ? Einfach. Apps starten ? Da scheiden sich die Geister.

Die DesktopIcons Extension im Gnome funktioniert eigentlich nur bei einer Maus. Mit Touch ist das, sagen wir mal, schädlich für die Glasplatte 😀 Das Dock ist eigentlich gut benutzbar und die App Auswahl ist auch ohne größere Probleme intuitiv nutzbar. Man ist sogar geneigt zu glauben, daß Touch immer im Vordergrund stand, selbst als es noch gar kein Touch war. Die erste Touchversion von Gnome habe ich mit 3.24 gesehen, jetzt haben wir 3.30 und der App-Auswähler war schon bei 3.08 so.

QMMP ist defakto nicht DPI-aware und skaliert nicht hoch. Da ist das Treffen der einzelnen Tasten ein Glücksspiel. Bleibt aber im Laptopmodus Favorit 😉 Ist halt ein guter Player. Da fällt mir ein, daß ich ja neulich mal ein paar Verrisse über GTK Musikplayer geschrieben habe, die müßten eigentlich automatisch skalieren.

Das OSK Verhalten

Das OSK Verhalten ist nicht grade super. Z.B. wenn eine Tastatur dran hängt, müßte man es abschalten, weil das nur im Weg ist. Hat keiner dran gedacht 😉 Bei Thunderbird und Firefox funktioniert es ja passend, aber mit Gnome-Terminal, da verklappt sich das OSK zu einem echten Ärgernis ( Bugreport abgesetzt ). Es schiebt nämlich die Anwendung einfach mal rauf und runter, nur dummerweise auch komplett aus dem Bild raus.

Das ist an sich, genau das was man bei einem überlappenden OSK erwarten würde, weil man sonst den unteren Teil, und beim Terminal würde da meistens der Cursor sein, nicht sehen kann. Wenn aber bei jedem Touch auf das Terminal das OSK ein- bzw. ausklappt, dann nervt das nur noch. Wenn dann auch noch von /dev/random gesteuert mal und mal nicht das Terminalfenster hoch geschoben wird, grenzt das an Trizerrei 😉 Arbeiten kann man dann jedenfalls nicht.

Für heute wärs das. In unregelmäßigen Abständen wird es nochmal Beiträge zum Surface Pro 4 geben, vermutlich dann, wenn die Kameras funktionieren 😀

Was bisher geschah

Ein verlangen wird geboren
Surface Pro4 und nichts ist wie es sein sollte
Tablet ohne Tabletfunktionen Intel i915-ipts
Das Surface Pro4 mit dem Linux Touch
Das Linux Tablet dreht auf

Die Gnome Surface Tips

Tablet ohne Tabletfunktionen: INTEL i915 IPTS

„Das kann nicht wahr sein!?“ Durchatmen.. “ ***** **** *** ***** *********** **** *********!“ ist besser so. Das kann einfach nicht wahr sein, oder ? Da hatte man ein Probegerät, daß sofort ging, und dann sowas. Stand der Dinge: Ein sehr teures, wenn auch recht leistungsfähiges Laptop mit nur einem USB Anschluß und einem Pappdeckel als Tastatur!

INTEL i915 IPTS

Das Ende vom Lied, M$ hatte dem Pro4 neue spezial Hardware von Intel spendiert um es mit dem i7-6th Gen auch voll ausreizen zu können. Natürlich hatte Intel M$ alle Infos gegeben um mit dem Chipsatz zu arbeiten, aber der freien Welt hatte man das nicht rechtzeitig mitgeteilt. Also: kein Touch, WLAN nur begrenzt, keine Kameras, und davon hat das Tablet gleich zwei Stück.

Auch wenn es im Dorf Braunschweig das zweite Tablet mit Linux war, in der Welt war es das nicht. Andere hatten das Problem auch schon vorgefunden und keine Lösung gehabt, bis Jake Day in seinem GithubRepo eine Patchserie für den Kernel veröffentlichte, und damit einen Teil des Problems löste.

Kernel selber bauen

Oh man, den Kernel also selbst bauen. Wieso nicht, habe ich früher öfter gemacht und einige GrSecurity Bugs behoben. Eigentlich hatte ich ja gehofft, daß diese Zeiten vorbei wären, aber watt mutt, datt mutt sagten sie auf dem Dorf meines Onkels immer. Daher für Euch jetzt die Anleitung, wie man das macht.

Jetzt muß ich vorher sagen, daß Jake seine Anleitungen für Ubuntu & Co geschrieben hat, was einige Adaptionen für Fedora nötig gemacht hat. Die kommen teilweise von Zak Myth.

Vorbereitungen

Ich habe mir das Leben einfacher gemacht und erstmal den SSHD so umkonfiguriert, daß ich mit Schlüssel auf das Surface drauf konnte und alle Kommandos vom PC absetzen konnte. Solltet Ihr auch machen, weil das TypeCover zwar funktioniert, aber nicht so schön, wie die eigene Tastatur ist 🙂

Zunächst mal die Tools, die wir brauchen werden installieren:

dnf groupinstall „Development Tools“
dnf groupinstall „C Development Tools and Libraries“
dnf install elfutils-devel openssl-devel perl-devel perl-generators pesign ncurses-devel

Dann brauchen wir natürlich den Source:

cd /root
mkdir -p kernel/4.19.23
mkdir -p patche/4.19
cd patche/4.19
git clone https://github.com/jakeday/linux-surface.git

Jetzt Setupen, also einstellen was man an Patchen haben will. Hibernate wäre clever, wenn man keine verschlüsselte Festplatte hat.

chmod 700 setup.sh
./setup.sh
cd /root/kernel/4.19.23
git clone git://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/stable/linux-stable.git .
git checkout v4.19.23
vi Makefile

Hier ändern wir jetzt den Wert für „EXTRAVERSION“ auf z.B. „-surface-pro4“ . Damit bekommt man einen Zusatz am Kernelfile, was im Grubmenü später für Klarheiten sorgt. Wir wenden die Patche auf den Kernel an:

for i in ../../patche/4.19.23/patches/4.19/*.patch; do patch -p1 < $i; done

kopieren die aktuelle Fedora Kernelconfiguration, die ja so schlecht nicht ist :

cp /boot/config-4.20.6-200.fc29.x86_64 .config

man muß aber beachten, daß Ihr den für Euch neuesten Kernel und dessen Config benutzt! Dann erzeugen wir ein Backup:

make oldconfig

passen die config an :

vi .config

suchen nach INTEL_IPTS und auf „m“ setzen.

make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` bzImage
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` modules
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` modules_install
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` install

und reboot.

Und wer vorher mal das Bootmenü wie im Artikel Wie man den GRUB2-EFI-Bootfont ändert beschrieben angepaßt hat, der kann sich jetzt auch den eigenen Kernel aussuchen ohne Augenschäden befürchten zu müssen.

Der Rückschlag

„Nichts ist, wie es scheint.“ der Leitspruch aus dem Film 23 trifft natürlich mal wieder voll ins Mark. Surface bootet nicht, weil dem Kernel nicht vertraut wird. Also muß man dem Surface Bios sagen, daß es doch bitte mitspielen soll. Am Ende wollte es nicht mitspielen ohne einen roten Balken einzublenden, daß wir ohne trusted Plattform usw. arbeiten und dann gings.

Der Kernel triggert dann im Bootprozess SELinux an, doch mal alles umzulabeln, weil ist ja jetzt per Se unsicher usw. Nervig 5 Minuten später der nächste Reboot und nun kanns endlich losgehen.

Und ja.. TOUCH GEHT! \o/

Wie jetzt, daß geht nur 5 Minuten lang ?

Mehr dazu im nächsten Teil der Serie 😀

Das Surface Pro 4 mit dem Linux Touch

Ein Verlangen wird geboren

Es war ein Mittwoch im Januar 2019. Damals erfasste es mich, das Verlangen nach einer Hardware, die ich mir nicht leisten können wollte. Ich könnte, ich sollte aber nicht. So vergingen die Tage voller Traumfantasien, aber ohne je Befriedigung zu erfahren. Was war an diesem Mittwoch nur geschehen? Zeugen sagten später, sie sahen mich mit einem Stück Glas und dem breitesten Grinsen durch die Flure laufen, jedem, der das Glück oder Unglück hatte mir über den Weg zu laufen, hielt ich das Glas ins Gesicht. Auf dem Glas war etwas zu sehen, ein Bild eines Graphen, künstlerisch verfeinert, aber ganz klar ein Graphengitter.

Gnome 3.30

Das Graphengitter gehört zu Gnome 3.30 und Fedora 29. Aus dem metalumschlossenen Glaskörper entfleuchte Musik und eine Lichtexplosion, wenn wieder ein Raumschiff explodiert war. Das Video, welches auf dem 3k Display zusehen war, lief ruckelfrei in Fullscreen auf einem i3 Prozessor. Es ruckte nicht mal, als die Glasscheibe gedreht wurde, es lief einfach weiter. Das erste Linuxtablet in Braunschweig war voll einsatzbereit. Das M$ Surface Pro 3 war zwar nicht das neueste Modell, aber die Hardware wurde vom Mainstreamkernel direkt voll versorgt:

– Touchdisplay
– Rotationssupport
– OnScreenKeyboard
– Sleepmode
– Lukscrypto
– SSD
– 2 Kameras, vor und hinten.

Ein leerer Gnome 3.30 Desktop

Der Wahnsinn

Es war der Wahnsinn. Out-of-the-Box wie man so schön sagt, einfach so, USB Stick rein, booten, installieren, geht. Einfach geil! Wer Linux auf dem Tablet haben will, der kauft sich ein Surface Pro 3 mit i7 ( ja, der i3 ist nicht so häufig und der i7 kommt mit mehr SSD und Ram daher). Ich hoffe Ihr habt die 800 Steinchen dafür übrig .. Wie jetzt, Ihr auch nicht … verdammt! Ich sagte ja Wahnsinn, was sowas kostet. Es bleibt/blieb Ebay und so kam es, wie es kommen mußte … i7-6th Gen.  8 GB RAM 256 GB SSD und … keine … 1.100 € wechseln den Besitzer… ein gebrauchtes tuts auch \o/

Wer mal wissen will wie viel das neu kostet : https://www.microsoft.com/de-de/p/surface/. DAS ist der Preis OHNE Tastatur und mit i5, statt i7 😉 Ich hab auch schon welche für >2.400 € gesehen.

Der Preis ist echt krass, aber wie man oben lesen konnte, ist es ja wohl die Wahl schlechthin…

… oder doch nicht ?

In den nächsten Tagen werdet Ihr Zeugen, was ich und mein Pro 4 so erlebt haben. Natürlich gibt es jede Menge Tricks und Tipps. Von einigen Problemen habt Ihr bereits gehört, ohne das ich das extra erwähnt habe, aber wer aufmerksam das Blog liest, der weiß es jetzt natürlich eh sofort 😉  Eins sei vorweg schon mal gesagt: Falls Ihr ein hammergeiles Laptop haben wollt, ohne LAN Buchse, aber mit knackiger HW, dann könnt Ihr direkt bei Amazon und Ebay zuschlagen. Der MikroSD Slot erlaubt xUHC Karten bis 256 GB. Das macht mit der SSD in meinem Fall 512 GB Platz.. das lohnt sich. Die SD Karte von Samsung mit 256 GB schafft dann auch gleich 100 MB/s schreiben, was ja nicht ganz unwichtig ist.

Ein Rat aber noch.. lest erst die anderen Beiträge der Serie, wenn Ihr ein Linux-Tablet wollt.

Surface Pro4 … und nichts ist wie es sein sollte