2. Update: Verschlüsselungsverbot in England – Grundrechte in Gefahr

Am 13. Januar ging es in meinem Tagesblogeintrag um die Vorratsdatenspeicherung. Gestern ist eine Stellungnahme der Bundestagsabgeordneten Frau Reimann auf die Frage, wie sie sich bei einem Entscheid über die VDS entscheiden würde.

Ihre Antwort kann im Detail im Antworteil zu meiner Anfrage bei Abgeordneten Watch nachgelesen werden. Hier der relevante Auszug aus der Antwort:

Zitat Fr. Reimann / SPD :

„Für die SPD-Bundestagsfraktion zählt, dass trotz der Ereignisse in Paris, purer Aktionismus fehl am Platz ist. Der Koalitionsvertrag weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine deutschen Alleingänge geben wird.

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die europäische Richtlinie über den Abruf und die Nutzung von Telekommunikationsverbindungsdaten für nichtig zu erklären, zeigt, dass die Bedenken zur Vorratsdatenspeicherung, die es auch innerhalb des SPD-Bundestagsfraktion gibt, richtig gewesen sind.

Wichtig ist nun, mit der europäischen Ebene zusammenzuarbeiten. Die Kommission sollte daher eine neue Richtlinie erarbeiten, über die dann innerhalb der Bundesregierung beraten werden kann.“

Im nicht zitierten Teil führt sie lediglich aus, daß sie sich jetzt ja nicht entscheiden könne, weil keine Entscheidung ansteht. Kein Wunder, die Frage war ja auch nur hypothetisch gestellt worden 🙂

Der hervorgehobene Teil der Antwort, liest sich für mich so, daß die SPD keine Problem mit einer VDS hätte, so diese Richtlinie wieder über Europa Einzug findet. Eine klare Absage an eine verdachts- und anlasslose Massenüberwachung wäre die erhoffte Antwort gewesen. Diese ist aber ausgeblieben.

Mit Yum Paketupdates rückgängig machen

Ab und zu kann es vorkommen, daß neue Pakete von Treiber oder Programmen zu Fehlern führen. Jüngstes Beispiel ist der Nvidia Treiber für Fedora 20. Da die Auswirkungen erst nach dem Neustart des Computers wirksam werden, benötigt man zum Beheben des Problems Rootrechte.

Pakete identifizieren

Zunächst einmal muß man die Pakete finden, die aktualisiert wurden. Dazu schaut man sich die letzten Zeilen des Yum Logfiles an :

# tail /var/log/yum.log
Jan 29 00:42:04 Updated: 1:kmod-nvidia-340xx-3.17.8-200.fc20.x86_64-340.65-4.fc20.x86_64
Jan 29 00:42:04 Updated: 1:kmod-nvidia-340xx-340.65-4.fc20.x86_64
Jan 29 00:45:22 Installed: 1:kmod-nvidia-3.17.8-200.fc20.x86_64-331.113-1.fc20.1.x86_64

Pakete die mit der Sache nichts zu tun haben, könnten natürlich auch installiert worden sein, im obigen Beispiel ist das nicht der Fall.

Pakete downgraden

Die Pakete wieder los zu werden ist ganz einfach, wenn man den korrekten Namen ermittelt hat:

# yum downgrade kmod-nvidia-340xx-3.17.8-200.fc20.x86_64
# yum downgrade kmod-nvidia-340xx-340

Updates verhindern

Damit die Pakete beim nächsten Update nicht wieder mit eingespielt werden, trägt man diese in die Liste der ausgeklammerten Pakete in der YUM Konfiguration ein:

# vi /etc/yum.conf

[main]
cachedir=/var/cache/yum/$basearch/$releasever
keepcache=0
debuglevel=2
logfile=/var/log/yum.log
exactarch=1
obsoletes=1
gpgcheck=1
plugins=1
installonly_limit=3
exclude=kmod-nvidia-340xx*

Damit wäre man vorerst vor Updates sicher.  Das nächste Kernelupdate kommt aber todsicher und dann braucht man die neue Version der Pakete für diesen neuen Kernel. Man muß sich also jetzt sofort darum kümmern, daß dieser Fehler bekannt und natürlich behoben wird.

Bugzilla

RPMFusion und Fedora haben jeweils eine eigen Fehlertrackersoftware namens Bugzilla im Einsatz. Da die Nvidiatreiber über RPMFusion bekommen sind, muß man das Paket dort als Fehlerhaft melden.

Details zur Anmeldung kann man auf rpmfusion.org finden.

Es geht aber auch direkter, was in diesem Fall wohl dringend nötig ist. Dazu lädt man sich die defekten RPMS aus dem Repository direkt auf die Platte. Wie das geht habe ich hier beschrieben: Aus Yum ableiten wo ein RPM findet

Dann schaut man sich die Infos zu diesem RPM an : less xorg-x11-drv-nvidia-340xx-*

Neben allerlei Informationen zu dem Paket selbst, kann man hier auch direkt das Changelog sehen:

* Di Jan 27 2015 Leigh Scott <leigh123linux@googlemail.com> – 1:340.65-5
– revert last commit

Nun können Sie das direkt an den Entwickler melden, der das „verbockt“ hat 🙂

wenn das Paket bereits installiert ist …

geht das Aufrufen des Changelogs wesentlich einfacher :

# rpm -q –changelog xorg-x11-drv-nvidia-340xx
* Do Jan 15 2015 Przemysław Palacz <pprzemal@gmail.com> – 1:340.65-4
– Replace main nvidia driver in F20 with this legacy version

* So Jan 11 2015 Przemysław Palacz <pprzemal@gmail.com> – 1:340.65-3
– Switch libnvidia-ml and nvidia-debugdump to the cuda subpackage again

… die Logs gehen bis zur ersten Release des Pakets zurück …

* So Jun 22 2003 Andreas Bierfert (awjb) <andreas.bierfert[at]awbsworld.de> – 0:1.0.4363-0.fdr.1
– Initial RPM release, still some ugly stuff in there but should work…

Kein Wunder, daß die Pakete immer länger brauchen bis sie geladen worden sind.

Teamviewer für Linux auf Version 10 Updaten

Dein Update von Teamviewer 9 auf Teamviewer 10 hat funktioniert, aber Dein Desktop Icon ist weg ?

Dann hast Du vermutlich den gleichen kleinen Fehler gemacht, der mir unterlaufen ist: das Icon nicht vor der Installation zu löschen, sondern erst, wenn Teamviewer 10 drauf ist. Es ist nicht Deine Schuld, das Desktopiconmanagement der Gnome-Shell hat noch Platz für Verbesserungen.

Der Reinstall des RPM, so man es denn von hier runter lädt, nutzt mal rein gar nichts, weil das DesktopIcon nicht neu installiert wird.

Natürlich könnte man jetzt das RPM deinstallieren mit „erase“ und es dann noch mal ganz frisch installieren, aber das ist gar nicht nötig. Einfach das Desktopfile aus dem Installdirectory kopieren und dann neue Rechte setzen :

cp /opt/teamviewer/tv_bin/desktop/teamviewer-teamviewer10.desktop ~/Schreibtisch/
chmod 755 ~/Schreibtisch/teamviewer-teamviewer10.desktop

Fertig.

Ursachenforschung:

Das alte TV 9 Icon lag noch als „Zombie“ auf dem Desktop rum, nachdem das Paket ersetzt wurde. Wenn man das aber dann per Contextmenü löscht, löscht man eigentlich das neue Desktopfile von TV 10. Die Gnomeshell hat den Wechsel nicht mitbekommen und hält das geänderte File für ein neues File und räumt nicht sauber auf dem Desktop auf.

Wie man es vermeiden kann ..

Damit man sich dies erspart beim Wechsel von 10 auf 11, einfach nach dem das 11er Icon aufgetaucht ist, den Desktop mit ALT+F2 und dem Befehl „r“ neuladen. Schon ist die Leiche weg, ohne das man etwas zerschiesst.

 

EU diskutiert über Herausgabe/Hinterlegung von Kryptokeys

Der neueste politische Unsinn der politisch Beteiligten ist, überhaupt darüber nachzudenken, ein Gesetz zu verabschieden, daß die Hinterlegung von Kryptokeys bei einer Behörde festschreibt.

Wer bitte glaubt ernsthaft, daß ein Krimineller seinen Schlüssel rausgibt, nur weil es im Gesetz steht ?

Da lacht sich doch jeder ernsthaft Kriminelle drüber tod  !

Ganz abgesehen von den praktischen Überlegungen, daß bei Behörden alles wichtige für den richtigen Preis auf einem USB Stick oder Laptop auf Parkbänken und -plätzen verloren gehen wird. Da würde ich mich als legales, sicherheitsbewußtes Unternehmen doch veralbert fühlen und einfach einen Schlüssel abgeben, der nicht zu meinen Daten paßt 🙂  War dann im Zweifel wohl veraltet 😉

RPM: Reverse Depencies herausfinden

Neulich stolperte ich über einen Loginversuch mit einem Benutzer den ich nicht kannte. Der paranoide Adminteil in mir schlug natürlich sofort Alarm. Zum Glück gehörte der Benutzer nur zu einem Paket, daß ich nicht kannte, war also legitim, aber vermutlich überflüssig.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: was machen?

Erstmal sollte man jetzt Fakten sammeln. Der User gehörte zu einer Lib namens unbound. Sofern man keine selbstkompilierten Programm benutzt, kann man über die Systemtools recht umfangreiche Recherchen und damit Antworten auf diese Frage bekommen. Wenn man selbstkompilierte Programm einsetzt, kann man z.b. verwendete Libs einfach mit „ldd filename | grep libname“ aufspüren. Das setzt aber voraus, daß man ein kleines Script einsetzt, daß alle Binaries raussucht und checkt.

Wir gehen mal vom einfachen Fall aus und identifizieren erstmal das Paket. Dafür gibt es zwei Wege:

# yum provides /usr/lib/libunbound.so.2
 ...
 unbound-libs-1.5.1-2.fc20.i686 : Libraries used by the unbound server and client applications
 Quelle : @updates
 Übereinstimmung von:
 Dateiname : /usr/lib/libunbound.so.2
 ...

oder mit RPM (empfohlen) :

# rpm -qf /usr/lib/libunbound.so.2
 unbound-libs-1.5.1-2.fc20.i686

was darin enthalten ist, kann man sich mit rpm -ql packagename anzeigen lassen:

# rpm -ql unbound-libs
 /etc/cron.d/unbound-anchor
 /etc/unbound
 /etc/unbound/dlv.isc.org.key
 /etc/unbound/icannbundle.pem
 /etc/unbound/root.key
 /usr/lib/libunbound.so.2
 /usr/lib/libunbound.so.2.3.3
 /usr/sbin/unbound-anchor
 /usr/share/doc/unbound-libs
 /usr/share/doc/unbound-libs/LICENSE
 /usr/share/doc/unbound-libs/README
 /var/lib/unbound
 /var/lib/unbound/root.key

Aber wer braucht das Paket jetzt ?

Am Beispiel von Webalizer wollen wir das kurz zeigen. Die Abhängigkeiten eines Pakets auflisten kann man sich mit :

# rpm -q -R webalizer
 /bin/bash
 /bin/sh
 /usr/sbin/useradd
 config(webalizer) = 2.23_08-1.fc21
 crontabs
 httpd
 libbz2.so.1
 libc.so.6
 ...

Das sagt mir zwar, was Webalizer braucht, aber nicht wer das Webalizer Paket benötigt. Wenn die RPM Datenbank in Ordnung ist, geht das ganz leicht mit :

rpm -q –whatrequires packagename

Beispiel:

# rpm -q --whatrequires webalizer
 rdt-webalizer-5-1.i386

Gegencheck :

# rpm -q -R rdt-webalizer
 httpd
 webalizer
 /bin/sh
 rpmlib(PayloadFilesHavePrefix) <= 4.0-1
 rpmlib(CompressedFileNames) <= 3.0.4-1

und schon weiß man, ob man ein Paket löschen kann oder nicht, denn wenn das Paket nicht gebraucht wird und da keine für Einen selbst wichtigen Befehle enthalten sind, kann man es einfach mit yum erase packagename entfernen, wenn, ja, wenn da nicht noch ein dicker Bug wäre 🙂

Das Aber

Am Anfang ging es ja um das Paket unbound-libs und wer das braucht. RPM meinte dazu: niemand . Was aber nicht stimmt:

# yum erase unbound-libs
Geladene Plugins: langpacks
Abhängigkeiten werden aufgelöst
–> Transaktionsprüfung wird ausgeführt
—> Paket unbound-libs.i686 0:1.5.1-2.fc20 markiert, um gelöscht zu werden
–> Abhängigkeit libunbound.so.2 wird für Paket libreswan-3.12-1.fc20.i686 verarbeitet
–> Transaktionsprüfung wird ausgeführt
—> Paket libreswan.i686 0:3.12-1.fc20 markiert, um gelöscht zu werden
–> Abhängigkeitsauflösung beendet

Abhängigkeiten aufgelöst

===========================================================================================================================================================================================================
Package                                             Arch                                        Version                                             Paketquelle                                     Größe
===========================================================================================================================================================================================================
Entfernen:
unbound-libs                                        i686                                        1.5.1-2.fc20                                        @updates                                        869 k
Entfernt für Abhängigkeiten:
libreswan                                           i686                                        3.12-1.fc20                                         @updates                                        3.1 M

Transaktionsübersicht
===========================================================================================================================================================================================================
Entfernen  1 Paket (+1 Abhängiges Paket)

Installationsgröße: 4.0 M
Ist dies in Ordnung? [j/N] :n

Das bedeutet, das RPM uns nicht alles gesagt hat, was es wußte und leider haben wir keine Möglichkeit das aus RPM rauszuquetschen. Eingangs habe ich ja auf ldd hingewiesen und mit dem überprüft man die Binaries direkt :

# ldd  /usr/libexec/ipsec/* | grep unbound
    libunbound.so.2 => /lib/libunbound.so.2 (0x4004f000)
    libunbound.so.2 => /lib/libunbound.so.2 (0x40394000)
    libunbound.so.2 => /lib/libunbound.so.2 (0x40047000)

Da haben wir die unbound-libs und damit die Abhängigkeit. Dank der Gründlichkeit von Yum, die einem desöftern auf den Senkel geht, konnte das System gerettet werden, denn hinter libreswan steht Pluto und damit die IPSEC VPN Serverfiles. Keine gute Idee, die zu löschen.

Überwachungsbefürworter überwacht

Manche Sachen sind so lächerlich, daß man gar nicht glauben mag, daß es stimmt. Hier ein Beispiel aus Schweden:

Die Jugendabteilung der schwedischen Piratenpartei stellte in Reichweite einer Schwedischen Sicherheitskonferenz der Überwachungsfraktion einen offenen WLAN-Accesspoint (AP) auf und loggte in Manier der Vorratsdatenspeicherung alle Metadaten mit. Dabei zu Tage gefördert wurde nicht nur der laxe Umgang mit der eigenen Sicherheit, sondern auch wie einfach man aus den Metadaten auf einzelne Personen dieser Gruppe schliessen konnte. Am Ende konnte die Bevölkerung dann doch noch beruhigt werden, denn …

Zitat:

In closing, we are happy to report that we have found no traces whatsoever of preparations of terrorism in our surveillance. However, we do note that people need to get much better at using the net in a secure manner.

Oder kurz auf Deutsch: „Es konnten in den Daten keine Beweise für geplante Terroranschläge gefunden werden.“ Und diesen Leuten sollen wir vertrauen ! zum Todlachen 🙁

Quelle: http://falkvinge.net/2015/01/14/hilarious-activists-turn-tables-on-political-surveillance-hawks-wiretaps-them-with-honeypot-open-wi-fi-at-security-conference/

 

Update: Verschlüsselungsverbot in England – Grundrechte in Gefahr

Update:

Am Dienstag wurde bekannt, daß Bundeskanzlerin Merkel sich für eine neue Vorratsdatenspeicherung einsetzen möchte und sich damit auf die gleiche Stufe stellt, wie die Grundrechtsverletzer in England.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt dazu:

CDU-Chefin Angela Merkel und Unions-Fraktionschef Volker Kauder dringen nach den islamistischen Anschlägen in Paris auf eine Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung.

Quelle: Reuters.de

Das Bundesverfassungsgericht kippte die Vorratsdatenspeicherung und auch der europäische Gerichtshof kippte die entsprechende EU-Vorlage zur Vorratsdatenspeicherung und trotz dessen möchte die von Ihnen gewählten Politiker weiter wissen, wo SIE rumsurfen, wem Sie was schreiben und wann Sie wo sind. Ich betätige mich selten an politischen Ereignissen, aber hier werden die Grundwerte unserer Gesellschaft überschritten: Freiheit und Schutz der Privatsphäre der Bürger. „1984“ war ein Witz dagegen.

Was können SIE jetzt tun ?

– schreiben Sie Ihrem Abgeordneten doch mal eine Email, daß Sie ihn anweisen, dagegen zu stimmen.

– hören Sie endlich auf Uraltparteien zu wählen. Der gesamte Berliner Politikzirkus dreht sich im gleichen Kreis, Alternativen ausgeschlossen und das schliesst alle Alt-und-Neunazi Parteien ein. Geben Sie Ihre Stimme Menschen, die keine Platitüden absondern, sondern klar umrissene, nachvollziehbare Lösungen für konkrete Probleme anbieten.

– Schliessen Sie sich Gruppen an, die für Grundrechte ein-  und Industrieinteressen entgegentreten.

Update 2: 14. 17:04

Da ich mit gutem Vorbild vorangehen möchte, habe ich meine Abgeordnete Frau Dr. Reimann mit der Fragestellung, ob Sie für oder gegen die Vorratsdatenspeicherung abstimmen würde, konfrontiert. Eine Antwort steht aus. Die Antwort auf die Frage(oder auch nicht), wird dann bei Abgeordneten Watch zu lesen sein :  www.abgeordnetenwatch.de

Zur Meinungsbildung noch ein Link: http://www.carta.info/72182/acht-mythen-zur-vorratsdatenspeicherung/

Original Artikel: 13.1.2015

Ich hoffe ich schweife nicht ins polemische ab, wenn ich sage: „Erst die totale Videoüberwachung – Dann die private Kommunikation abhören – Dann die Gedankenpolizei einführen – Das ist England!“.

Das England die höchste Dichte an Überwachungskameras hat, und trotzdem Verbrechen begangen werden, ist ja bekannt. Nun fordert James Cameron laut Medienberichten, daß effektive Verschlüsselung, besonders die Ende-zu-Ende verschlüsselung verboten wird, damit Terroristen weiter überwacht werden können. Als Anlaß wurden natürlich die Mordanschläge von Paris herbeizitiert, dabei sind diese als Beispiel ganz schlecht, denn die Polizei war dem Trio bereits vorher aus der Spur. Die viel beschworene Vorratsdatenspeicherung hatte mit der schnellen Ergreifung und Identifizierung so rein gar nichts zu tun. Die Täter kannten sich alle aus einer gemeinsamen Zeit als Religionsschüler eines bekannten, sagen wir mal, nicht ganz so netten Predigers. Die beiden Brüder waren zudem bereits einschlägig vorbestraft, was die Sache vermutlich erleichtert hat.

Trotz dieser Umstände fordert auch unsere Politik, genau wie der englische Premierminister James Cameron, daß die Vorratsdatenspeicherung, die bereits vom höchsten Gericht abgeschmettert wurde, sofort eingeführt wird. Diese Forderung zeigt das wahre Gesicht dieser Parteien und Politiker, die sich auch nicht zu blöde sind, sich selbst als Feinde der Demokratie zu outen :

Gewohnt drastischer drückte es Londons Bürgermeister Boris Johnson aus – wie Cameron Mitglied der Conservative Party: „Ich interessiere mich nicht besonders für dieses ganze Grundrechtszeug, wenn es um die E-Mails und Telefonanrufe dieser Leute geht. Wenn sie eine Gefahr für unsere Gesellschaft sind, möchte ich, dass die ordentlich mitgehört werden.“

Quelle: heise.de : „Großbritannien: Cameron will gegen Verschlüsselung vorgehen“ vom 13.1.2015

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) unterstützt die Forderung der CSU nach möglichst rascher Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung – erst recht nach dem Terroranschlag von Paris. Der Vorschlag sei zwar nicht neu und keine Reaktion auf das Attentat, betonte der CDU-Politiker am Freitag auf der Winterklausur der Bundestags-CSU im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Diese und andere Maßnahmen seien aber sicherheitspolitisch notwendig – und das schon lange.

Quelle: heise.de Rufe-nach-Vorratsdatenspeicherung-aus-SPD-CDU-und-CSU-werden-wieder-lauter vom 9.1.2015

„Wo Schatten ist, ist auch immer Licht“

Auch wenn man es als politikmüder Bürger nicht mehr glauben mag, bei all dem Schwachsinn der in Berlin abgesondert wird, gibt es scheinbar immer noch einige Politiker, die nicht völlig den Boden unter den Füssen verloren haben. Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer sagte dazu :

„Es fehle mit Blick auf den Datenschutz eine Regelung, die mit den europäischen Grundrechten und dem Grundgesetz vereinbar ist.“

… Nach den Terroranschlägen von Paris hatten führende Unionspolitiker eine Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung gefordert, darunter CSU-Chef Horst Seehofer. Das sei „ein ständig wiederkehrender Reflex der CSU, der mich ehrlich gesagt ermüdet“, sagte Pistorius.

Quelle: heise.de Pistorius Forderungen nach Vorratsdatenspeicherung ermuedend

Herr Pistorius ist in Niedersachsen Innenminister und damit fachlich sogar zuständig. Selbst Bundesjustizminister Maas lehnt die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung weiterhin ab.

„Die Vorratsdatenspeicherung gibt es in Frankreich, sie konnte auch den Anschlag in Paris nicht verhindern“, sagte er. „Und: Eine solche Speicherung verstößt gegen die Grundrechte. Das hat der Europäische Gerichtshof eindeutig festgestellt.“

Quelle:  die Zeit Heiko Maas bekräftigt Ablehnung von Vorratsdatenspeicherung vom 12.1.2015

Obwohl also erkennbar ist, daß die Wahrheit über die Wirksamkeit einer Vorratsdatenspeicherung bei allen Politikern vorhanden ist, werden einige nicht Müde diese zu fordern. Die Gründe dafür müssen also woanders liegen.

Was macht die Vorratsdatenspeicherung, wenn man kein Verbrecher ist?

Bei der bisherigen Form der Vorratsdatenspeicherung wurden Verkehrsdaten gespeichert, d.b. wer mit wem kommuniziert hat, oder im Fall von Webseiten, wer welchen Server besucht hat. Daraus lassen sich soziale Beziehungen ableiten und als Folge daraus Netzwerke entdecken, wenn man erstmal auf herkömmliche Methoden einen Verdächtigen identifiziert hat. Soweit so gut.

Wenn aber der identifizierte kein Mitglied eines kriminellen Netzwerkes ist, sondern eines sozialen Netzwerkes wie einer Familie und/oder Freunden, deckt die Vorratsdatenspeicherung gnadenlos verdeckte Beziehungen auf, die nicht im Standesamt nieder geschrieben sind: wen wir lieben, wenn wir hassen und durch den Besuch von Webseiten und deren Analyse auch was wir Denken. Das Profil das erstellt wird, ist so umfangreich, daß die Auswirkungen beträchtlich sein können.

„Die meisten Menschen halten Überwachung für unproblematisch, weil sie sich nicht betroffen fühlen.“

Spätesten dann, wenn alle Beziehungen offen liegen, kann jeder zu Sachen gezwungen werden, die er nicht möchte, selbst wenn er selbst sich für unangreifbar hält. Irgendjemand in seinem Beziehungsnetzwerk wird ihm schon genug wert sein um ihn zu etwas zu zwingen. Beispielsätze, die man dann erwarten darf könnten z.B. so lauten: „Sie möchten doch nicht, daß Ihre Frau von Ihren Besuchen auf gay.de erfährt, oder ?“ „Der jungen Dame XXX soll doch nichts geschehen, oder ?“ „Sollen wir dem Finanzamt mal mitteilen, daß Sie ständig OnlineBanking in der Schweiz machen? “ „Wir brauchen die Kombination vom Safe in Ihrer Firma, oder Ihr Arbeitgeber bekommt einen Tip, was Sie so nachts treiben.“

Jetzt kommt natürlich der Einwand: „Aber an diese Daten kommen doch nur die Behörden ran.“

Diese Ansicht dürfte naiv sein. Sobald diese Daten vorrätig sind, kommen bei verschiedenen Gruppen Begehrlichkeiten zu Tage, als da z.B. wären Content-Industrie ( Filesharing ), Werbe-Industrie (persönliche Werbung), Mafia ( Beziehungsdaten ), Arbeitgeber ( Whisleblower ), Versicherungen ( versteckte Krankheiten ). Die sind ganz sicher an diesen Daten interessiert und genau wie die Mautdaten, kommt irgendwann jemand mit einem schwarzen Koffer um die Ecke um diese Datenhalde erforschen zu dürfen.

Es gilt daher : Was nicht in falsche Hände geraten soll, erhebt man einfach gar nicht erst.

Bis heute konnte kein signifikanter Beweis erbracht werden, daß Vorratsdatenspeicherung auch nur ein schweres Verbrechen verhindert oder aufgeklärt hätte. Und dabei wird es auch bleiben, weil wenn jemand ein Verbrechen begehen will, das mit Telekommunikation zu tun hat, wird er Gegenmaßnahmen ergreifen. Kriminelle Banden lassen sich so nicht fangen, dazu ist echte Polizeiarbeit nötig.

Wirtschaftsverbrecher operieren sogar völlig offen ohne erwischt zu werden.

Wer würde also Opfer der Vorratsdatenspeicherung ?

Da kommen nur die Ahnungslosen in Frage: Der Familienvater beim Besuch der Bizzar-Sex-Webseite, Kinder fürs Filme tauschen und dumme Verbrecher,  die bekommt man immer, denn die machen sich gar keine Gedanken darüber erwischt zu werden. Das zeigen auch Berichte von Bekannten, die mal wieder Strafe zahlen mußten, weil Sie immer noch nicht begriffen haben, daß Filme die über EMule oder Torrents kommen,  nicht legal sind und was bei der Technik eigentlich genau passiert. Meiner bescheidenen Meinung nach, geschieht denen das ganz recht.

Kein weiterer Kommentar nötig, oder?

Beim Aufräumen von Emailpostfächern gefunden, aber die konnte ich Euch nicht vorenthalten:

Anti-Terrorist and Monetary Crimes Division
Fbi Headquarters In Washington, D.C.
Federal Bureau Of Investigation
J. Edgar Hoover Building
935 Pennsylvania Avenue, NW Washington, D.C. 20535-0001 Website: www.fbi.gov

Attention, this is the final warning you are going to receive from me do you get me?

I hope youre understand how many times this message has been sent to you?.

We have warned you so many times and you have decided to ignore our e-mails or because you believe we have not been instructed to get you arrested, and today if you fail to respond back to us with the payment then, we would first send a letter to the mayor of the city where you reside and direct them to close your bank account until you have been jailed and all your properties will be confiscated by the fbi. We would also send a letter to the company/agency that you are working for so that they could get you fired until we are through with our investigations because a suspect is not suppose to be working for the government or any private organization.

Your id which we have in our database been sent to all the crimes agencies in America for them to inset you in their website as an internet fraudsters and to warn people from having any deals with you. This would have been solved all this while if you had gotten the certificate signed, endorsed and stamped as you where instructed in the e-mail below.this is the federal bureau of investigation (fbi) am writing in response to the e-mail you sent to us and am using this medium to inform you that there is no more time left to waste because you have been given from the 3rd of January. As stated earlier to have the document endorsed, signed and stamped without failure and you must adhere to this directives to avoid you blaming yourself at last when we must have arrested and jailed you for life and all your properties confiscated.

You failed to comply with our directives and that was the reason why we didn’t hear from you on the 3rd as our director has already been notified about you get the process completed yesterday and right now the warrant of arrest has been signed against you and it will be carried out in the next 48hours as strictly signed by the fbi director. We have investigated and found out that you didn’t have any idea when the fraudulent deal was committed with your information’s/identity and right now if you id is placed on our website as a wanted person, i believe you know that it will be a shame to you and your entire family because after then it will be announce in all the local channels that you are wanted by the fbi. As a good Christian and a honest man, I decided to see how i could be of help to you because i would not be happy to see you end up in jail and all your properties confiscated all because your information’s was used to carry out a fraudulent transactions, i called the efcc and they directed me to a private attorney who could help you get the process done and he stated that he will endorse, sign and stamp the document at the sum of $98.00 usd only and i believe this process is cheaper for you.

You need to do everything possible within today and tomorrow to get this process done because our director has called to inform me that the warrant of arrest has been signed against you and once it has been approved, then the arrest will be carried out, and from our investigations we learnt that you were the person that forwarded your identity to one impostor/fraudsters in Nigeria when he had a deal with you about the transfer of some illegal funds into your bank account which is valued at the sum of $10.500,000.00 usd.

I pleaded on your behalf so that this agency could give you till 7/18/2012 so that you could get this process done because i learnt that you were sent several e-mail without getting a response from you, please bear it in mind that this is the only way that i can be able to help you at this moment or you would have to face the law and its consequences once it has befall on you. You would make the payment through western union money transfer with the below details.

NAME: OBI JACOB
ADDRESS:  LAGOS  NIGERIA
TEXT QUESTION:FOR
ANSWER: YOU
AMOUNT: $98
Senders name====== 

Send the payment details to me which are senders name and address, mtcn number, text question and answer used and the amount sent. Make sure that you didn’t hesitate making the payment down to the agency by today so that they could have the certificate endorsed, signed and stamped immediately without any further delay. After all this process has been carried out, then we would have to proceed to the bank for the transfer of your compensation funds which is valued at the sum of $10.500,000.00 usd which was suppose to have been transferred to you all this while.

Note/ all the crimes agencies have been contacted on this regards and we shall trace and arrest you if you disregard this instructions. You are given a grace today to make the payment for the document after which your failure to do that will attract a maximum arrest and finally you will be appearing in court for act of terrorism, money laundering and drug trafficking charges, so be warned not to try any thing funny because you are been watched.

THANKS FOR YOUR CO-OPERATION.

ROBERT MUELLER

 

Wers nicht verstanden hat, ein Nigerianischer Abzocker, versucht Leute als korrupter, aber ehrlicher FBI Agent einzuschüchtern und ihm nach Lagos, Nigeria, Geld zu überweisen 🙂 Für den billigen Tarif von 98 $ .. als wenn dafür jemand seine Karriere gefährden würde 🙂 Was fürn Mist sich diese Leute ausdenken um andere abzuzocken.

FFMPEG: automatisch Rahmen entfernen

Jeder Videofan kennt das, auf der DVD war ein 4:3 der eigentlich ein 16:9 Film war und nun oben und unten schwarze Streifen hat. Die müssen irgendwie weg und FFmpeg hat die Lösung :

ffplay -i YourMovie.mp4 -vf "cropdetect=24:16:0"

Dieser Befehl erkennt schwarze Balken und gibt die nötigen Werte dafür dann aus. FFmpeg gibt dann so einen Wert aus: „crop=480:320:0:130“, das meint, das Bild ist 480×320, ab Links 0px und Oben 130px, oder anders ausgedrückt, er schneidet oben 130px weg. Da nur 320px benutzt werden, fallen unten die restlichen schwarzen Pixel weg.

Das führt uns dann zu diesem Befehl, wo dies Ergebnis angegeben wird:

ffmpeg -threads 8  -i test.avi -f avi  -r 25 -vcodec libxvid -vtag XVID -aspect 16:9 -maxrate 900k -b:v 700k -qmin 3 -qmax 5 -bufsize 4096 -mbd 2 -bf 2  -c:v:0 libxvid -c:a:0 libmp3lame -b:a:0 192k -vf "crop=480:320:0:130" -s:v 480x320 "test2.avi"