LAHA und die Latenzfalle

Kleines Update zu LAHA, dem Multiroom Sound und PulseAudio.

Stand der Dinge

Wie man es drehen und wenden will, die fertigen Tools zum Abspielen von PCM Sound haben alle irgendeine Macke.

PAPLAY benutzt PulseAudio. Das ist praktisch ein Todesurteil für eine stabile Latenz.
APLAY   benutzt Alsa, das defaultmäßig … PulseAudio benutzt. Siehe erstens 🙂
*JACK*  nun Jack möchte gern alleine tätig sein, ohne Konkurrenz. Fällt auch aus.

Da APLAY und PAPLAY per Default einen PA Stream zum Abspielen benutzen, haben beide in der Form das gleiche Problem: Die Audiolatenz des Playstreams steigt mit der Zeit an. d.b. alle anderen Geräte müßten mitwandern. Blöd nur, das Androids gar keine Latenzwanderung haben und selbst wenn Sie es hätten, wäre das eine blödsinnige Lösung. Jetzt fragt Ihr Euch natürlich: was labbert der da? Da muß man jetzt weiiiiiit ausholen.

Also, wenn man mit PAPLAY Sound ausgibt, geht PAPLAY zum PAServer und sagt dem, das DER eine Latenz wählen soll. Das macht der dann auch, nachdem die ersten Daten geflossen sind und die pegelt sich mit 16Bit Stereo und 48000″hz“ bei rund 1,9s ein. Richtig gelesen 1,9 Sekunden. Nach 40 Minuten sind wir bei knappen 5 Sekunden, wenns dumm läuft. Wenns gut läuft bei 2,4s . Das entscheidet PA selbst, ich nehme an, nach internen Fehlberechnungen aller gestarteten, gestoppten, bewegten etc. Streams die auf dem System drauf sind. Ich hab es noch nicht im Source gefunden. Es ist eigentlich das Ziel eines Audioservers die Latenz niedrig zu halten, aus irgendeinem Grund, ist dem PA-Latenzalgorithmus das egal.

Wenn man jetzt denkt, daß der Befehl ja eine OPTION für die gewünschte Latenz hat und sich schon freut, daß die dann ja als Ziel eingehalten wird .. ähm ja, also wie soll ich das Schreiben ohne verklagt zu werden??? Lieber nicht, hier ein Beispiel: 500ms angegeben, Latenz beginnt bei 320ms und wandert pö-â-pö so Richtung 500ms, durchbricht den Median, und verschwindet alsbald jenseits von Gut und Böse im Sekundenbereich.

Wenn man auf die glorreiche Idee kommt, da das anzugeben, was der Algo vorher selbst ausgerechnet hat, dann bekommt man nicht 1,9s , nö, mehr so 1s+- und dann kommt das gleiche Spiel wie vorher bei 500ms.
Ja, man könnte jetzt die PAPLAY-Routine kapern, den anderen Geräten die Latenzen mitteilen und denen somit zu einem Sync verhelfen. ABER.. die Latenz wird ja immer größer, was bedeutet, daß bei jedem neuen Sync mehr Zeit vergeht, bis man was hört. Also auch mal 5 Sekunden schwarzes nichts. Das ist hochgradig Inakzeptabel.

Bugreports sind raus, werden nicht helfen, weil (C) endet 2006 . Sieht nicht so aus, als wenn da wer dran arbeitet.

Kommen wir zu ALSA

APLAY kann ALSA-Devices direkt ansprechen. Warum nutzen wir dann nicht APLAY, statt PAPLAY ? Gesagt, getan. Versuchts mal, viel Glück dabei. Das geht mit etwas Glück genau einmal und auch nur auf einem Device, aus das PA grade nichts ausgibt. Ist auch klar, weil PA ja ALSA als Unterbau hat. Wir erinnern uns, daß PAPLAY 1,9s Latenz hatte. APLAY, wenn man ein Device findet, das geht, hat 0ms und das Startdelay ist nicht ganz so funktional, wie sich APLAY das wünscht aka. auch buggy. ABER, 0ms sind cool, weil Android auch 0ms haben kann, ohne dabei drauf zu gehen. Der Lesezugriff für Netzwerkdaten für „16 Bit Stereo 48k“ auf einem Android liegt bei 1ms. d.b. nimmt man ALSA als Player und bekommt das Device frei, hat man eine echt geile Latenz von 1-2ms und das hört man nicht!

Der Resync

Jetzt gibt es allerlei Hürden, die man umschiffen muß. Androids fliegt das eigene Multitasking um die Ohren, da fängt der Ton dann an zu stottern. Vorwarnung : keine. Gegenmaßnahmen: derzeit unbekannt.Das funktioniert auf dem Desktop etwas besser.

Bei 0ms Latenz ist der Resync instant, da könnte man versucht sein, einfach pauschal alle paar Sekunden mal helfend durch einen Socket.close();Socket.connect() einzugreifen. Könnte klappen, muß nicht.Ist aber eine Option, wenn der Wiedergabetask das nicht merkt. Geheimtip: Vorsicht vor doppelten Daten im AudioBuffer. Vergleicht mal, ob Ihr nach dem connect()+read() einen Teil davon schon habt und schmeißt den raus.

LAHA

Unser ControllCenter steuert jetzt bereits beliebig viele Devices, kann Audiostreams von laufenden Apps kapern, z.b. MPV, FireFox etc. , hat diverse Backends zum Abspielen auf dem Desktop, könnte verschiedene Musikplayer als Quelle nutzen und damit auch Last.FM, Spotify etc. realisieren. Er verschiebt Metadaten, findet neue Geräte im Netz, erlaubt Endgeräten mit Screen ihn fernzusteuern und hat bereits erfolgreich ein Handy als Drahtloskopfhörer für Videos laufen gehabt. Dank MPVs negativer Latenz und der frei einstellbaren Endgeräte Latenz, kann man alles perfekt ausrichten 🙂

Wir sind also auf dem richtigen Weg. Ob das allerdings vor Weihnachten 100% zuverlässig läuft, kann ich nicht garantieren. Trotz des ganzen Frustes mit den Bugs der Anderen, hat das Projekt endlich mal wieder Spaß beim Programmieren beschert. Und das ist doch, weswegen man es tut, oder nicht 😀

Fedora 28 und das Upgradeaftermatch

„Hey, Fedora 27 ist Geschichte, freu Dich auf Fedora 28, User!“ Ich habe ihn nicht gehört, aber der MCP hat das bestimmt vorhin beim Upgrade gesagt oder gedacht. Leider hat es nicht funktioniert.

Keine Friends in Sicht…

Ja, heute war es soweit: das obligatorische Sechsmonatsupgrade auf Fedora 28 war dran. Auf dem Laptop läuft es seit letzter Woche, also sollte das ja jetzt kein Problem werden. Flugs den Desktop stoppen, in eine Root-Shell und DNF mit Arbeitsanweisung versorgen. Gesagt, getan. 15 Minuten später waren alle 3800 Pakete geladen und bereit. Zwei unwichtige Downgrades und 3 unwesentliche Altpaketentfernungen waren abgesegnet. Schritt 1/7550 kam in Sicht und …. hey… (nanü? Was ist mit der Absatzüberschrift los?)… ging 🙂

7550 Schritte später, wartet mein Cursor, meine Root-Shell und mein neues Fedora auf mich, also „reboot“ getippt, beide Daumen zerquetscht und gewartet. Bios .. Grub \o/ … die seit Jahren vertraute Meldung, daß die Kernel-Module vom Systemd nicht geladen werden konnten…( Anm.d.R „auch diesmal“ wieder nicht 🙁 ) .. Fedora Bootlogo… wird weiß… Login! … DESKTOP! … P.R.O.G.R.A.M.M.E !.! … was ist das denn?

„Wollen Sie die Default Ordner rename to die lokal gewählte Sprache…“

Was zum Geier… wie kommt Cinnamon darauf, daß ich bei einem Deutschen Desktop englische Verzeichnisnamen haben können wollte? Könnten die Spracheinstellungen defekt sein? Nachguck.. Nö. Deutsch/Deutsch. Sieht ok aus. „Da hat bestimmt Gnome beim Update was zerlegt.“ war der Gedanke, also ins Gnome gewechselt… was ein schwerer Fehler war, den GNOME ist nicht mehr .. DAS hat es tatsächlich beim Upgrade zerlegt, denn die Gnome-Shell kommt nicht an den Start. Die Programme schon, aber ohne Windowmanager nützt das nicht viel 😀 … Hmm.. Programme melden sich aber in Deutsch, das ja komisch.

Mit STRG+ALT+F3 ab in die Root-Shell, anmelden …. was ist das denn? „setlocale: Konnte LC_TIME nicht setzen“ (War natürlich auf english, aber zum besseren Verständnis wird es hier eingedeutscht). Wie kann das denn sein?

Kurz mal die Umgebungsvariablen checken:

# strings /proc/self/environ 
...
LANG=de_DE.UTF-8
...
_=/usr/bin/strings


# locale
LANG=de_DE.UTF-8
LC_CTYPE="de_DE.UTF-8"
LC_NUMERIC="de_DE.UTF-8"
LC_TIME="de_DE.UTF-8"
LC_COLLATE="de_DE.UTF-8"
LC_MONETARY="de_DE.UTF-8"
LC_MESSAGES="de_DE.UTF-8"
LC_PAPER="de_DE.UTF-8"
LC_NAME="de_DE.UTF-8"
LC_ADDRESS="de_DE.UTF-8"
LC_TELEPHONE="de_DE.UTF-8"
LC_MEASUREMENT="de_DE.UTF-8"
LC_IDENTIFICATION="de_DE.UTF-8"
LC_ALL=

Alles ok, Deutsch ist eingestellt. Übersetzungen gingen ja in den Programmen, aber tatsächlich war die Zeit in English mit 12H+AM/PM .. schauen wir doch mal mit strace auf welche Locale will das Programm eigentlich zugreifen: also „strace -f locale de_DE.UTF-8“ eingegeben und es würde gern diese Datei benutzen „/usr/lib/locale/de_DE.utf8/LC_TIME“ … ist ja merkwürdig, die ist gar nicht vorhanden…. hey! den ganzen Ordnerbaum gibt es gar nicht! HIER FEHLT DEUTSCH!

Und so behebt man das

Die Sachelage ist klar: Keine Deutsche Locale vorhanden, also nachinstallieren. Da wir den Pfad kennen, fragen wir dnf wer das bereitstellen könnte:

# dnf provides „/usr/lib/locale/de_DE.utf8/LC_TIME“

glibc-langpack-de-2.27-32.fc28.x86_64 : Locale data for de
….

also installieren wir das und rebooten kurz ( damit auch die Bootprozesse in Deutsch melden können, wenn Sie das wünschen):

# dnf install glibc-langpack-de

und da merkt man dann, daß das kein Witz war, weil der jetzt „j“ nicht mehr als „ja“ => „yes“ erkennt .. muß man also wirklich „y“ drücken 🙂

Nach dem Reboot war es dann in Ordnung. Warum der den Language-pack nicht installiert hat, werden wir nicht erfahren. Um GNOME werde ich mich wohl mit „rm -rf .config/gnome-session“ kümmern müssen.

Update Tag 2:

Die WetterApp geht nicht. Libmozjs crasht beim Start extrem hart, incl. Coredump. Autsch. Mal sehen was von den HinterbänklerApps noch so nicht geht.

QPhotorec und das Danach

Ja, jetzt ist es passiert. Ich habe aus Versehen ein paar Bilder gelöscht. Zum Glück hatte ich von früher bereits QPhotoRec auf dem Rechner, so daß ich gleich loslegen konnte.

Die Konstellation

Auf einer reinen Datenplatte waren PNG Bilder, die aber keine PNGs sondern JPEGs waren (danke Tello Devs, Ihr seid echte CodeMonkeys wie Sie im Buche Tannenbaum stehen 🙁 ). Die sollten zwecks verscripteter Umbenennung ( falls das mal wer braucht: for i in *.png;do mv $i ${i%png}jpg; done ) und Voransicht auf eine SSD verschoben werden und dann, nach der anschliessenden Bearbeitung, wieder auf die Datenplatte zurück. So der Plan.

Jetzt was wirklich passierte. Die Bilder wurden auf die SSD verschoben, aber nicht aus Listenansicht des Verzeichnisses, sondern aus der Nemo eigenen Suchergebnisliste (von PNGs). Beim Verschieben ist das Programm ganz clever und findet dann die gesuchten Bilder lustigerweise gleich wieder, weswegen ich dachte, ich hätte COPY statt MOVE benutzt. Da das in Nemo nur eine SHIFT-Taste weit auseinander liegt, sahs ich einem Irrtum auf .. und weg waren die Bilder auf der Zielpartition und der Quelle. Kann passieren.

Da es eine Datenpartition war, bestand keine Gefahr das die gelöschten Bilder überschrieben werden, also kam QPhotoRec zum Einsatz. 3,8 Milliarden Blöcke später lagen 181.685 PNG und 3.106 JPG Bilder auf der Zischenlagerplatte ( nie auf die zu rettende Partition zurücksichern! Wichtig !)  verteilt auf 370+ Ordner! und natürlich 99,9% Schrott. Für Euch noch wichtig, QPhotoRec kann man auf bestimmte Dateientypen einschränken, sonst wäre da noch sehr viel mehr gekommen 😉

Wie man den Datenwust jetzt optimal ignoriert

180k Dateien.. von Hand durchsehen? Wohl kaum. Daher zwei Wege das zu Beschleunigen:

1. „file“ auf eine Datei gleichen Typs anwenden:

1539788463675.jpg: JPEG image data, JFIF standard 1.01, aspect ratio, density 1×1, segment length 16, Exif Standard: [TIFF image data, little-endian, direntries=4, manufacturer=RYZE, model=RZ001, software=v01.04.35.01], baseline, precision 8, 2592×1936, frames 3

Da die Bilder der Drohne in meinem Fall alle die gleiche Auflösung haben, kann man jetzt einfach so suchen:

file recup_dir.?/* | grep 2592×1936
file recup_dir.??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.1??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.2??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.3??/* | grep 2592×1936

Wenn in einem Verzeichnis ein Bild der Drohnenauflösung zu finden ist, würde es angezeigt werden.

2. „find recup_dir.* -size +200k -exec gnome-open {} \;“

Der Befehl sucht nach Dateien > 200kb und zeigt die mit gnome-open an. Ok, ist nur ein Befehl mit einigen Annahmen, aber jeder Menge Treffer, die man selbst durchsehen muß. Es schränkt aber das zu durchsuchende Material auf ein paar Treffer ein. Kommt natürlich darauf an, was QPhotoRec so alles gefunden hat.

Ich habe meine Bilder wieder und Ihr ein paar Ideen, wie man nach dem Recovery effizient an die Sache rangeht. Kleine Anmerkung: Nemo hat einen Papierkorb, wäre nicht passiert, wenn man den benutzt hätte 🙂

Multi-Netzwerk-Lautsprecher mit Linux

Wer den kleinen Rant über die selbstverschuldete Unselbstständigkeit der Heise-Redakteure gelesen hat, und aufmerksam am Ball geblieben ist, dem seit hiermit mitgeteilt, daß ich die geäußerte Drohung wahr gemacht habe 🙂

War jetzt nicht so richtig schwer

Ich habe ein Latenzgleiches Playback von QMMP an 3 Abnehmer realisiert – mit Bordmitteln!

PulseAudio-LautstärkenkontrolleDa ich natürlich nur begrenzt Rechner habe, habe ich als Abnehmer auch die Lokalen Audioschnittstellen benutzt (oben im Bild)  um die Latenzgleichheit zu testen.

Ein Laptop im WLAN diente als Kontrolle und es klappt bislang 1a 🙂

Ich werde jetzt wohl eine Steuersoftware bauen, die die nötigen Befehle kennt und Einstellungen bereitstellt, aber das ist kein Hexenwerk mehr, sondern reine Fleißarbeit.

PulseAudio und WLAN-Technik aus der POST-Avengers Ära machen es möglich.

Android ist schneller

Eine Probe mit Android als Abnehmer war auch erfolgreich, aber nicht synchron. Liegt vermutlich an dem kleineren Buffer der App im Vergleich zum PC-Programm. Da ich den Sourcecode habe… 😀 Ich muß da eh ran, also kein Aufwand.

@Heise: Told you so! OpenSource rulz.

Schaut mal in einige Wochen rein, obs was nettes zu Weihnachten für Euch gibt 😀

Falls einer eine praktikable Idee hat, wie man ein Fabrikneues Raspi in ein WLAN ohne Tastatur und Monitor bekommt ( WPS-Taste z.b. ) dann findet Ihr im Haupt-Impressum eine Kontaktemailadresse.

Kleine Anmerkung

Für Videos abspielen braucht man einen Player wie MPV mit dem man die -2900ms Audio/Videoversatz ausgleichen kann.

Lollypop – Musikplayer für GNOME

Keine Panik, auch wenn wir wieder einen Beitrag aus der Serie „Musikplayer, die die Welt nicht brauchen“ haben, das wird nicht meine Hauptinspiration für Beiträge sein 😉 Es hat sich halt grade so ergeben.

Lollypop – ein GNOME Musikplayer

Lollypop Window in Schwarz

Irgendwas ist komisch bei GNOME. Pogo und Lollypop kommen beide ohne Lautstärkeregelung daher. Falls es Ziel der Übung war, in der Desktopleiste die Lautstärke zu regeln, muß ich Euch GNOME-Entwicklern leider sagen: Nicht immer will man die Gesamtlautstärke aller Anwendungen gleichzeitig regeln.

Meistens nur die, des Musikplayers alleine 🙂

OK, kommen wir zum Test. Dieser Player hat deutlich mehr Features zu bieten, als Pogo. ich konnte den Equalizer zwar nicht entdecken, aber dafür ist die Auswahl des Musikstücks schön gelöst.

Das Programm durchsucht beim Start erst mal alles was es in „Musik“ so findet. Die daraus resultieren Listen sind brauchbar aufgebaut. Bei längeren Listen gibt es eine A-Z Direkklickleiste, die dann sichtbar wird, wenn man sie braucht. Das in sich sinnvoll gelöst.

Die Standartfunktionen Vor- und Zurückspulen, Pause,Play und Position im Musikstück sind vorhanden. Es gibt eine Ansicht, der in MP3s eingebetteten Bilder zum Album:Albumbild des Künstlers

Man kann sich die Albumfotos auch aussuchen, sofern eine ImageURL angegeben ist. Einfach mal aufs Bild klicken und das rechte Symbol nehmen, seht Ihr dann schon.

Eigene Playlists zu erstellen ist auch einfach. Die vier Jahre Entwicklungszeit merkt man an einigen Stellen schon positiv 😉

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. (Kant)“

Und auch wenn die Heise-Redakteure derzeit der Meinung wären, das es ja nur noch Spotifyuser gäbe und selbst GBweise MP3s & Co auf der Platte zu lagern „oldschool“ wäre, muß ich denen leider sagen: Ihr seid so am Arsch, wenn Spotify Euren Account dicht macht oder die Telko Eure Daten nicht mehr transportieren kann oder will, aber so was von. Geht Ihr dann eigentlich zu Youtube oder wie sieht Eurer Plan aus ?

Ihr gebt Eure Interessen bei Google ab, liefert Eure Daten Microsoft oder Apple aus, ladet Eure Videos bei YouTube hoch und hört nur noch, was Spotify Euch vorgibt. So sieht Abhängigkeit und Unselbstständigkeit in Perfektion aus. Zu allem Überfluss bezahlt Ihr auch noch dafür abhängig zu sein. Dümmer geht es eigentlich nicht mehr.

Dabei kann alles so einfach sein, auch mit Netzwerklautsprechern, was sogar mit Linux-BORDMITTELN geht! Wen kümmern schon die 16 KB/s pro Lautsprecher im Lan? Rasphi an die Wand, Lautsprecher dran, Kodi als Mediencenter und Yatsi als Handyapp und schon hat man das zusammengesteckt. Latenzen von einem Raum zu anderen sind lediglich ein Problem im Großraumbüro. Wenn man eine Wohnung hat, ist die eh so verwinkelt, daß man nicht hört, was in der Küche grade spielt. Und selbst das könnte man über eine Latenzverzögerung einfach lösen.

Aber wer sich in Abhängigkeit von Anderen begibt, ist halt selbst Schuld! @Heise: Während ich Euch neulich zugehört habe, hatte ich mir eine MindMap mit einer selbstgebauten Lösung zusammengestellt. Da man lediglich das PulseAudio Modul auf dem PC mit dem Mediencenter erweitern muß, sollte das in Tagen zu machen sein, wenn man den Willen dazu hat. Vermutlich wird man erstmal den Code des Vorentwicklers verfluchen, aber naja, das wird schon 😀

Haben oder nicht haben

Lokale MP3s, Oggs oder ACC zu haben, erlaubt es einem, z.b. Fehlmischungen der Studios zu beheben, Störgeräusche zu filtern und seltene Aufnahmen, die Spotify & Co. nie sehen werden, zu hören. Ich sehe da keine Alternative zu, um ehrlich zu sein. Die Abmischungen der Radio Edits sind meistens so mies auf Lautstärke getrimmt, statt auf Klang, das einem die Ohren bluten. Da lobe ich mir die Studioalben (LP/CD etc), denn die sind i.d.R. ordentlich abgemischt² und steigern das Wohlbefinden noch, statt den Gang zum Hörgeräteakustiker unausweichlich zu machen.

Am Ende bleibt einem eh nur Kant und die Frage, ob man sich selbst am Schopf aus den selbstgewählten Abhängigkeiten zieht, oder halt im Sumpf untergeht.

² okok, ich habe da auch schon anderes erlebt, z.b. „Andrew W.K. – Ready to Die“ das Album von 2000 war so schlecht, daß ich zum ersten mal eine CD an einen Verkäufer zurück geschickt habe, mit Verdacht auf Raubpressung wohlgemerkt, weil die Quali so schlecht war. Ich habe dann lernen müssen, daß die Quali wirklich so grottig war. Irgendein Depp von Studiotechniker hatte damals den Satz „Das Upsampeln wir von 32kbps einfach“ fallen lassen und naja, wer sich das antut hat danach was an den Ohren. Der Aufnahme konnten auch die Compressions im Codec nichts mehr antun 🙂 Das Album in 320kbps neu eingespielt .. wow.. das wärs. Das Album an sich wäre ein Meilenstein, wenn es nicht qualitativ so schlecht wäre 😉