Linux – Fedora – Spectre & Meltdown Kernels nicht fehlerlos

Seit einigen Tagen sind ja die „gepatchten“ Fedora Kernel zu den Specture & Meltdown Schwachstellen verfügbar. Leider kommt es bei 32 und 64 Bit zu diversen Bugs, die ganze Serverfarmen inoperabel machen.

Der Kernel OOPS

so sieht so ein Kernel Fehler aus :

Jan 8 15:15:43 xx kernel: BUG: unable to handle kernel NULL pointer dereference at 00000008
Jan 8 15:15:43 xx kernel: IP: __radix_tree_lookup+0xe/0xa0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: *pdpt = 0000000019977027 *pde = 0000000000000000 
Jan 8 15:15:43 xx kernel: Oops: 0000 [#1] SMP
Jan 8 15:15:43 xx kernel: Modules linked in: nfsv3 nfs_acl nfs lockd grace sunrpc fscache rmd160 ip_vti ip_tunnel af_key ah6 ah4 esp6 esp4 xfrm4_mode_beet xfrm4_tunnel tunnel4 xfrm4_mode_tunnel xfrm4_mode_transport xfrm6_mode_transport xfrm6_mode_ro xfrm6_mode_beet xfrm6
_mode_tunnel ipcomp ipcomp6 xfrm6_tunnel tunnel6 xfrm_ipcomp chacha20poly1305 cmac camellia_generic cast6_generic cast5_generic cast_common deflate ccm serpent_sse2_i586 serpent_generic glue_helper ablk_helper blowfish_generic cls_u32 blowfish_common twofish_generic sch_h
tb twofish_i586 twofish_common xcbc sha512_generic des_generic geode_aes xt_owner xt_multiport ip6table_filter ip6_tables xenfs xen_privcmd coretemp xen_netfront nf_conntrack_pptp nf_conntrack_proto_gre nf_conntrack libcrc32c crc32c_intel xen_blkfront
Jan 8 15:15:43 xx kernel: CPU: 0 PID: 1740 Comm: java Not tainted 4.14.11-200.fc26.i686+PAE #1
Jan 8 15:15:43 xx kernel: task: d750c500 task.stack: d7f96000
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EIP: __radix_tree_lookup+0xe/0xa0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EFLAGS: 00010282 CPU: 0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EAX: 00000004 EBX: 0de6d000 ECX: 00000000 EDX: 00000000
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ESI: 00000000 EDI: 00000004 EBP: d7f97da8 ESP: d7f97d98
Jan 8 15:15:43 xx kernel: DS: 007b ES: 007b FS: 00d8 GS: 00e0 SS: 0069
Jan 8 15:15:43 xx kernel: CR0: 80050033 CR2: 00000008 CR3: 01ee4000 CR4: 00002660
Jan 8 15:15:43 xx kernel: Call Trace:
Jan 8 15:15:43 xx kernel: radix_tree_lookup_slot+0x1d/0x40
Jan 8 15:15:43 xx kernel: find_get_entry+0x20/0x160
Jan 8 15:15:43 xx kernel: pagecache_get_page+0x24/0x290
Jan 8 15:15:43 xx kernel: lookup_swap_cache+0x3a/0x100
Jan 8 15:15:43 xx kernel: swap_readahead_detect+0x55/0x280
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? xen_set_pte_at+0x81/0x140
Jan 8 15:15:43 xx kernel: do_swap_page+0x22a/0x990
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? wp_page_copy+0x361/0x6f0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? kmap_atomic_prot+0x3e/0x130
Jan 8 15:15:43 xx kernel: handle_mm_fault+0x498/0xc90
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? xen_timer_interrupt+0x17/0x30
Jan 8 15:15:43 xx kernel: __do_page_fault+0x202/0x4d0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? __do_page_fault+0x4d0/0x4d0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: do_page_fault+0x27/0xd0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ? __do_page_fault+0x4d0/0x4d0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: common_exception+0x6f/0x76
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EIP: 0x1f51b404
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EFLAGS: 00010202 CPU: 0
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EAX: 00000000 EBX: 0de6df60 ECX: 00000000 EDX: 40000000
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ESI: 00000001 EDI: 40000000 EBP: 0f1f40b8 ESP: 0f1f409c
Jan 8 15:15:43 xx kernel: DS: 007b ES: 007b FS: 0000 GS: 0033 SS: 007b
Jan 8 15:15:43 xx kernel: Code: b6 00 00 00 00 0f 0b 8d b6 00 00 00 00 b8 ef ff ff ff eb a4 e8 34 73 8b ff 8d 74 26 00 55 89 e5 57 56 53 89 c7 83 ec 04 89 4d f0 <8b> 5f 04 89 d8 83 e0 03 83 f8 01 75 6d 89 d8 83 e0 fe 0f b6 08
Jan 8 15:15:43 xx kernel: EIP: __radix_tree_lookup+0xe/0xa0 SS:ESP: 0069:d7f97d98
Jan 8 15:15:43 xx kernel: CR2: 0000000000000008
Jan 8 15:15:43 xx kernel: ---[ end trace 91253bf32b64ee98 ]---

Wie man sieht ist hier ein Java Prozess der gestorben ist. Das Problem dabei ist allerdings, daß die Prozesse gar nicht sterben, sondern einfach nicht mehr reagieren. Das ist besonders blöd, weil so Prozessüberwachungstools, die Prozesse nicht einfach neu starten können.

Im Fall oben war es ein Tomcat Webserver der hängen blieb und damit keine Webseiten mehr auslieferte.

Verschärfung

Problematisch an der Sache ist, daß auch kerneleigene Prozesse betroffen sind z..b der „swapper/0“ crasht mal einfach beim Hochfahren des Rechners weg. Ob sich das negativ auswirkt oder die Server einfach nicht mehr swappen, weiß man noch nicht.

Abhilfe ?

Da habt Ihr leider Pech. Redhat ist dran, aber das kann dauern. Bis zu einer Lösung könnte Ihr hängende Prozesse nur neustarten.

 

Android – Jitsi Probleme mit der Fritz!Box beheben

Im Chaos um die VOIP Probleme der einzelnen Linuxclienten, kommt hier nun der Fix für das Passwort-vergessen-Problem von Jitsi für Android.

Das Problem

Jitsi für Android, was ja nur eine jahrealte Alphaversion ist, hat offensichtlich Probleme die Verbindung zur Fritz!Box zu halten. Normalerweise gibt es dafür den KEEP ALIVE oder die REGISTER Funktion, aber hier macht Jitsi wohl soviel falsch, daß es der Fritz!box auf den Keks geht und es Jitsi rauswirft. Da sich Jitsi jetzt nicht mehr anmelden kann, kommt es zu einer Rückfrage bei der Jitsi das eingegebene Passwort, das zu allem Überfluss auch nicht gespeichert war, vergißt. Als Folge ist man laufend auf der Fritz!Box gesperrt, und muß dauernd das Passwort eingeben.

Da mich das an die Probleme mit SIPGate errinnert hat, habe ich da den gleichen Fix versucht: die Connection auf TCP umstellen. Nur dazu braucht man einen Proxyserver :)Also fragen wir bei AVM nach, was dort eingetragen werden muß und ob das überhaupt klappen wird.

Der AVM Support

Hier die erste Anfrage :

Detaillierte Beschreibung:
Guten Tag,die Frage ist allgemeiner Natur, da die Jitsi Androidversion immer wieder die Anbindung zum Server verliert und nach dem Passwort fragt.Da ich ähnliche Probleme mit Sipgate hatte und dort der Wechsel auf TCP via Proxyservereinstellung die Probleme behoben hat, wollte ich gern wissen, ob das mit einer FritzBox ähnlich gehen würde. Auch wenn das in einem lokalen Netz eher komisch klingt 😀mit freundlichen Grüßen,
….

Die von AVM kommende Antwort war schon etwas merkwürdig, aber fairerweise muß man ihm zugestehen, daß nicht jeder Jitsi kennen muß, nur weil er bei AVM arbeitet:

….
vielen Dank für Ihre Anfrage an den AVM Support.Leider muss ich gestehen, dass ich Ihr Anliegen anhand Ihrer Informationen noch nicht vollumfänglich verstanden habe. Für die weitere Analyse benötigen wir umfangreichere Informationen.Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:
An was für einem Internetanschluss von welchem Anbieter setzen Sie die FRITZ!Box ein (z.B. Telekom DSL 16 Mbit/s)?

  • Welche Geräte (z.B. Computer, NAS-System, Hub/Switch) verwenden Sie? Geben Sie Hersteller und Modellnamen an.
  • Wie ist das Android-Gerät mit der FRITZ!Box verbunden?
  • Was für ein „Server“ wird verwendet?
  • Welche Protokolle werden verwendet?
  • Was soll das „lokale Netz“ leisten?
  • Wie sieht Ihr Wunschszenario aus?
  • Wie äußert sich das Fehlerbild in Ihrer bisherigen Konfiguration?

    Senden Sie mir bitte anschließend die Fehlerbeschreibung und das ZIP-Archiv mit den Support-Daten zu.

Wir werden die Support-Daten nach Erhalt detailliert analysieren und Ihnen anschließend eine Rückantwort zukommen lassen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Prozess eine gewisse Dauer in Anspruch nimmt.
Ich wünsche Ihnen schon jetzt einen guten Start ins Wochenende.

Freundliche Grüße aus Berlin
….

Ich mußte dem Mitarbeiter Recht geben, er hatte es nicht verstanden, also beschrieb ich es etwas sehr eindeutig :

Fritzbox -> wlan -> android handy -> Software: jitsi android per SIP > fritzbox

Ich möchte eigentlich nur wissen, ob es für die SIP Anbindung zur Fritzbox eine TCP Option auf der Box gibt und wenn ja, was man(wenn überhaupt) als Proxyserver eingeben muß.

Sehr Ihr da irgendwo die Erwähnung der FritzPhone-App ? Der Mitarbeiter wohl schon :

vielen Dank für Ihre Geduld.
Die Anmeldung der App an der FRITZ!Box ist technisch möglich. Hierzu muss eine IP-Nebenstelle innerhalb der FRITZ!Box angelegt werden.
Die Eintragung eines Proxys ist möglich, aber nicht erforderlich.

Wenn der Support ratlos ist

Wir halten fest: Problem nicht verstanden und Anfrage nicht richtig gelesen und damit bei der Antwort Thema verfehlt. Spätestens bei dem Stichwort SIP hätte es klingeln müssen.

In dem Fall hilft also nur ausprobieren und genau das tat ich 🙂

Lösung

Jitsi starten, dann ins Menü und die ACCOUNT SETTINGS aufmachen. Dann den Fritzboxeintrag auswählen und dessen Settings öffnen. Und kommt nach einigen Scrollen ein Schiebeschalter unter, der bei der automatischen Proxykonfiguration steht. Den abschalten und dann das „Proxy“ aka. die Fritzbox selbst angeben:

Da es die heimische Fritz!box ist, können wir hier natürlich die IP der Box eingeben und den Port 5060 benutzen. Als bevorzugten Transport dann wieder TCP auswählen und das Problem ist scheinbar erledigt. Denn, wenn Ihr diesen Beitrag lest, gab es eine Woche lang keine Probleme mehr und damit auch keinen Grund, den Beitrag zu löschen 😉 Telefonieren geht mit den Einstellungen auch noch, also scheint das so zu laufen.

Linux – Jitsi Probleme mit Sipgate beheben

Seit SIPGate vor einigen Monaten an Ihrer Infrastruktur unangekündigt Veränderungen vorgenommen hat, verliert die Linuxversion von Jitsi im UDP Modus häufig die Verbindung zum Server. Dabei ist es egal, welche Version und welches Java man verwendet.

Die Abhilfe ist aber sehr leicht zu schaffen, man schaltet das automatische Proxy ab und ersetzt es mit :

Proxy:  tcpproxy.sipgate.de
Port: 5060
Bevorzugter Transport: TCP <-! Wichtig

Seit der Anpassung, funktioniert Jitsi wieder stabil mit SIPGATE.