Pinephone: Ein Schritt in Richtung Normalität

Heute, am zweiten Weihnachtstag, bringen wir nochmal etwas Normalität auf das Pinephone. Normal ist da nichts, aber das sollte uns nicht aufhalten 🙂

Pinephone: Ein Schritt in Richtung Normalität

Was fehlte denn bislang? Wir haben zwar Video, aber nur per MPV und Konserve. Da kommt jetzt Youtube gerade recht, wenn da nicht der Browser im Weg wäre 🙁 Der aktuelle Chromium 87x für ARM64 hat leider ein paar gravierende Bugs im Rendering und Umgang mit GPU, weswegen man viele Texte nicht sieht. Das hatte ich ja schon erwähnt: Chromium: Probleme Texte zu rendern kein Pinephoneproblem

Was tun?

Einfach den 85er Chromium benutzen, der hat die Bugs nämlich nicht. Solange man damit nur Youtube und eine klitze kleine andere Überraschung macht, ist das Sicherheitstechnisch kein Problem.

sudo dnf -y downgrade https://kojipkgs.fedoraproject.org//packages/chromium/85.0.4183.121/2.fc34/aarch64/chromium-common-85.0.4183.121-2.fc34.aarch64.rpm https://kojipkgs.fedoraproject.org//packages/chromium/85.0.4183.121/2.fc34/aarch64/chromium-85.0.4183.121-2.fc34.aarch64.rpm

Damit ziehen wir uns die alte Version vom Chromium für Fedora 34 rein.

Warum die 85? Kommt gleich 🙂

Wie man sehen kann, funktioniert Youtube damit und das sehr viel besser als Firefox, die Werbung stört natürlich auch hier, aber da kann man nicht viel machen, weil FreeTube nicht für ARM gebaut wird afaik.

Ein paar GPU Renderblips zeigt der Chromium dann, aber das ist verschmerzbar, weil es nur beim Aufbau der UI vorkommt, beim Playback war es nicht zu beobachten.

Jetzt kommt das Problem damit: Chromium ist extrem folgend bei DPI-Scaling, das wir aber brauchen um das Gnome-UI so groß zu bekommen, daß man es auf dem Pine mit Fingern bedienen kann. D.b. in der Praxis, wenn wir das Scaling in Gnome-Tweaks auf 1,5+ stellen, dann paßt der Inhalt von Chromium nicht mehr auf dem Screen. Das ist eigentlich unlogisch, weil das nur die UI also Gnome-Shell und Windowmanager betreffen sollte, aber keine Inhalte, aber Chromium macht das dann auch mit seinem Inhalt.

Ich verurteile das nicht, weil es kein echtes Fehlverhalten ist, aber hilfreich war das auch nicht, weil einige Steuerelemente der UI ( hier im Bild von Firefox illustriert, der hat das gleiche Problem ) nicht erreichbar sind, weil es abartig groß vergrößert wurde ohne einen Sanitycheck einzubauen, ob die Elemente dann überhaupt noch in den Bildschirm passen, was sie bei Chromium dann nicht mehr tun.

Jitsi Meet

Hier also der Kompromiss: Wir drehen die Größe der Fonts im Tweaktool rauf, dafür die DPI-Skalierung runter, zwischen 1 und 1,25. Damit kann man im Portraymode Chromium so starten, daß alles auf den Bildschirm paßt.

Das führt dann zum gewünschten Ergebnis: Jitsi Meet funktioniert jetzt mit Screensharing und Ton \o/

Allerdings werdet Ihr da nicht froh werden, denn Chromium verbrennt da jetzt ungelogen die gesamte CPU Leistung von 4 Kernen. Deswegen knackt der Ton auch etwas, es laggt in der App, was Video und Ton betrifft, die Gnome-Oberfläche ist nicht direkt eingefroren, aber langsam. Der CPU verbrennt so 3.67W/s, so daß man der Akkuladung beim Entladen live zusehen kann 🙂

Netflix geht damit leider nicht, weil für ARM das Widevine DRM Modul nicht verfügbar ist, da es nicht für Chrome kompiliert wurde und so nicht integriert werden kann. ( Nette Anleitung bei Chip, wie man das opportunistisch organisiert 😉 ). Merke: Kein Netflix für Pinephones 🙁

LollyPop Update

Viel bessere Nachrichten gibt es von der Lollypop-Front: das Update 1.4.7 ist da und behebt alle Bugs, die ich bislang finden konnte \o/ Das sieht dann so wie rechts aus, wenn man die DPI-Skalierung wieder etwas anhebt ( 2,00 ).

Damit läßt sich richtig gut auf dem Pinephone arbeiten und ich sage das nicht leichtfertig. Es ist hier definitiv viel sinnvoller als QMMP. Es scrollt sich herrlich, wenn man an den trägen Nautilus denkt. Bis man aus dem einen Klick rausgeholt hat, keine Ahnung wer das bei wieder verbrochen hat 😀

Wer meinem Guide zu Beginn gefolgt ist, der hat Lollypop jetzt bereits drauf und muß nur kurz das Update einspielen. Jetzt müssten nur die Kopfhörer gut funktionieren und die Sache wäre perfekt 🙂

 

Pinephone: Judgement Day!

 

 

Gnome Lollypop & das Tablet

Wie man ja unschwer in den letzten Wochen lesen konnte, erobert Gnome gerade seine alte Position als guter Desktop zurück. Heute kommen wir zu dem „QMMP ist zwar der beste Musikplayer, aber halt nicht in 3k+“ Problem.

QMMP und die 3k Auflösung

Es ist ja bekannt, daß QMMP nicht DPI-skaliert. Man kann zwar die UI im Ansichtsmenü verdoppeln, aber das geht bei 3k vielleicht gerade noch gut, bei 4k wäre auch das zu klein.  Also muß ein Player her, der DPI-aware unter Gnome ist. Hmm.. Musikplayer.. da war doch was .. hey, richtig : Lollypop : Musikplayer für GNOME

Den habe vor ein paar Monaten schon mal getest, da allerdings auf dem Desktop in FHD und da war QMMP noch deutlich besser. Das hat sich ja jetzt geändert. So kann es kommen 😀

Riesige Audioplayliste in LollypopOk, also Lollypop unter Gnome

Vorweg, der Player funktioniert. Im Hamburgermenü findet man unter Klangregler auch meinen Kritikpunkt von damals: den fehlenden Lautstärkeregler. Aber da muß ich gleich sagen, das Handling überzeugt mich nicht. Wer ein „Advanced Volume Control“ Widget für Gnome installiert, der kann im Toppanel auf den Ton für jede Anwendung regeln, und das hat massive Vorteile gegenüber der Lösung von Lollypop.

Klangregler für LollypopDer Klangregler in Lollypop hat zwar einen Equalizer dabei, aber der Workflow ist fürn A….. . Wenn man den nämlich im Hamburgermenü ausgewählt hat, dann gibt es keinen Weg zurück zur aktuellen Playlist. Wie Ihr oben im Bild seht, ist es eine zufällige Playlist. Jetzt ratet mal was passiert, wenn man die in der Seitenleiste links wieder aufruft ? Bingo.. die wird neu zusammengestellt. Klar, man kann sie speichern, aber ein Lautstärkeregler sollte immer erreichbar sein, oder mindestens eine „Zurück zur vorherigen Ansicht“ Funktionalität haben.

Hat der hier aber nicht. Also nimmt man besten den Top Panel Volumeregler für die App:

Lollypop mit Gnome Extension für Volume controlJetzt kann man die Lautstärke jederzeit ändern, ohne schädliche Nebeneffekte in Kauf zu nehmen. Finde ich persönlich jetzt besser. Alternativ kann man auch in der Klangregleransicht bleiben und über das Playlistpulldownbutton neben dem „Suche“ Button ( Bild 2 oben ) die Playlist manipulieren. Da ist aber nicht so wirklich überzeugend.

Apropos „Hamburgermenü“ muß ich das echt so nennen ? Es ist einfach nur ein Menü, oder?

Fazit

Lollypop im Touch unter Gnome funktioniert. Im Waylandmodus von Gnome, kommt bei der Suchmaske auf das OnScreenKeyboard raus, so daß das wirklich benutzt werden kann. Im Gegensatz zu Skype übrigens, das streikt mal so richtig fies im Chatwindow 😀

Grade wenn das Lollypop-Fenster voll aufgezogen ist, kommt ein gutes Feeling auf. Weniger gut ist der F11/Vollbildnmodus, der suckt richtig, aber nur wenn die eigene Musikothek Dateien ohne Albumbilder und korrekt MP3 Tags hat. Mit Bildern von Alben und Titeln, wird es optisch etwas besser. Als Partymodus wird es aber auch mal ohne gehen 😉

Apropos Partymodus … ich darf an der Stelle mal vermelden, daß das ProjektM Problem mit Fedora behoben wurde. Nachdem dem Entwickler mein Post mit den ganzen Problemen in die Hände gefallen ist, kam Bewegung in die Sache 🙂  ProjektM ist allerdings eher psychedelisch veranlagt IMO, aber wems gefällt 😉

Was mir noch fehlt, ist son klassischer FFT Analysator der den Sound in 3D anzeigt. Da gabs damals für WinAMP so richtig geile Teile. Selbst fürn Amiga waren da schöne Sachen dabei. Warum gibt es so etwas nicht für Linux? Mit PulseAudio sollte das doch kein Problem sein.

merkwürdiger Bug: Fenster springen auf und ab

Lollypop – Musikplayer für GNOME

Keine Panik, auch wenn wir wieder einen Beitrag aus der Serie „Musikplayer, die die Welt nicht brauchen“ haben, das wird nicht meine Hauptinspiration für Beiträge sein 😉 Es hat sich halt grade so ergeben.

Lollypop – ein GNOME Musikplayer

Lollypop Window in Schwarz

Irgendwas ist komisch bei GNOME. Pogo und Lollypop kommen beide ohne Lautstärkeregelung daher. Falls es Ziel der Übung war, in der Desktopleiste die Lautstärke zu regeln, muß ich Euch GNOME-Entwicklern leider sagen: Nicht immer will man die Gesamtlautstärke aller Anwendungen gleichzeitig regeln.

Meistens nur die, des Musikplayers alleine 🙂

OK, kommen wir zum Test. Dieser Player hat deutlich mehr Features zu bieten, als Pogo. ich konnte den Equalizer zwar nicht entdecken, aber dafür ist die Auswahl des Musikstücks schön gelöst.

Das Programm durchsucht beim Start erst mal alles was es in „Musik“ so findet. Die daraus resultieren Listen sind brauchbar aufgebaut. Bei längeren Listen gibt es eine A-Z Direkklickleiste, die dann sichtbar wird, wenn man sie braucht. Das in sich sinnvoll gelöst.

Die Standartfunktionen Vor- und Zurückspulen, Pause,Play und Position im Musikstück sind vorhanden. Es gibt eine Ansicht, der in MP3s eingebetteten Bilder zum Album:Albumbild des Künstlers

Man kann sich die Albumfotos auch aussuchen, sofern eine ImageURL angegeben ist. Einfach mal aufs Bild klicken und das rechte Symbol nehmen, seht Ihr dann schon.

Eigene Playlists zu erstellen ist auch einfach. Die vier Jahre Entwicklungszeit merkt man an einigen Stellen schon positiv 😉

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. (Kant)“

Und auch wenn die Heise-Redakteure derzeit der Meinung wären, das es ja nur noch Spotifyuser gäbe und selbst GBweise MP3s & Co auf der Platte zu lagern „oldschool“ wäre, muß ich denen leider sagen: Ihr seid so am Arsch, wenn Spotify Euren Account dicht macht oder die Telko Eure Daten nicht mehr transportieren kann oder will, aber so was von. Geht Ihr dann eigentlich zu Youtube oder wie sieht Eurer Plan aus ?

Ihr gebt Eure Interessen bei Google ab, liefert Eure Daten Microsoft oder Apple aus, ladet Eure Videos bei YouTube hoch und hört nur noch, was Spotify Euch vorgibt. So sieht Abhängigkeit und Unselbstständigkeit in Perfektion aus. Zu allem Überfluss bezahlt Ihr auch noch dafür abhängig zu sein. Dümmer geht es eigentlich nicht mehr.

Dabei kann alles so einfach sein, auch mit Netzwerklautsprechern, was sogar mit Linux-BORDMITTELN geht! Wen kümmern schon die 16 KB/s pro Lautsprecher im Lan? Rasphi an die Wand, Lautsprecher dran, Kodi als Mediencenter und Yatsi als Handyapp und schon hat man das zusammengesteckt. Latenzen von einem Raum zu anderen sind lediglich ein Problem im Großraumbüro. Wenn man eine Wohnung hat, ist die eh so verwinkelt, daß man nicht hört, was in der Küche grade spielt. Und selbst das könnte man über eine Latenzverzögerung einfach lösen.

Aber wer sich in Abhängigkeit von Anderen begibt, ist halt selbst Schuld! @Heise: Während ich Euch neulich zugehört habe, hatte ich mir eine MindMap mit einer selbstgebauten Lösung zusammengestellt. Da man lediglich das PulseAudio Modul auf dem PC mit dem Mediencenter erweitern muß, sollte das in Tagen zu machen sein, wenn man den Willen dazu hat. Vermutlich wird man erstmal den Code des Vorentwicklers verfluchen, aber naja, das wird schon 😀

Haben oder nicht haben

Lokale MP3s, Oggs oder ACC zu haben, erlaubt es einem, z.b. Fehlmischungen der Studios zu beheben, Störgeräusche zu filtern und seltene Aufnahmen, die Spotify & Co. nie sehen werden, zu hören. Ich sehe da keine Alternative zu, um ehrlich zu sein. Die Abmischungen der Radio Edits sind meistens so mies auf Lautstärke getrimmt, statt auf Klang, das einem die Ohren bluten. Da lobe ich mir die Studioalben (LP/CD etc), denn die sind i.d.R. ordentlich abgemischt² und steigern das Wohlbefinden noch, statt den Gang zum Hörgeräteakustiker unausweichlich zu machen.

Am Ende bleibt einem eh nur Kant und die Frage, ob man sich selbst am Schopf aus den selbstgewählten Abhängigkeiten zieht, oder halt im Sumpf untergeht.

² okok, ich habe da auch schon anderes erlebt, z.b. „Andrew W.K. – Ready to Die“ das Album von 2000 war so schlecht, daß ich zum ersten mal eine CD an einen Verkäufer zurück geschickt habe, mit Verdacht auf Raubpressung wohlgemerkt, weil die Quali so schlecht war. Ich habe dann lernen müssen, daß die Quali wirklich so grottig war. Irgendein Depp von Studiotechniker hatte damals den Satz „Das Upsampeln wir von 32kbps einfach“ fallen lassen und naja, wer sich das antut hat danach was an den Ohren. Der Aufnahme konnten auch die Compressions im Codec nichts mehr antun 🙂 Das Album in 320kbps neu eingespielt .. wow.. das wärs. Das Album an sich wäre ein Meilenstein, wenn es nicht qualitativ so schlecht wäre 😉