Fedora schaltet patentierte Codecs in Mesa nicht wieder an

Wie aus erster Hand zu erfahren ist, hat das Fedoraprojekt aufgrund von juristischen Bedenken, patentierte, und damit bedenkliche, Codecs in Mesa abgeschaltet. Damit verliert Fedora über kurz oder lang in allen Produkten den Hardwarebeschleunigersupport für h264, h265 und vc1, die auf Mesa aufbauen.

Fedora schaltet patentierte Codecs in Mesa nicht wieder an

Zur Zeit ist eine Diskussion auf der Developer-Liste bei Fedora im Gange, weil in Fedora 37 in Mesa der VAAPI Support für das hardwarebeschleunigte Kodieren und Dekodieren von Videos für die Codecs: „h264,h265 und vc1 (nur Dekodieren) “ abgeschaltet wurde. Zu erklären, was Mesa genau macht, überlasse ich lieber dieser Webseite:GamingonLinux.com – What_is_Mesa?

Noch wurde dies nicht für Fedora 36 und 35 umgesetzt, laut David Airli, ist dies aber wohl nötig:

This was an oversight being enabled prior to this, and I think we have to remove it from older Fedora as well. Fedora cannot ship anything that causes the OS to provide an API which exposes patent algorithms. The patent licensing around H264/H265 is such that providing this could leave Red Hat and other Fedora distributors exposed to legal problems.“ David Airlie (27.9.2022).[1]

Hintergrund ist eine Änderung in der Mesa Kompilieroptionen, die es erlaubt, die jetzt defaultmäßig abgeschalteten Codecs ( h264,h265,vc1), für die Mesa keine Außnahmegenehmigung vom Patentinhaber hat, wieder einzuschalten [2]. Dies ist allerdings mit rechtlichen Problemen verbunden, falls die Patentinhaber auf die Idee kommen, das Fedoraprojekt wegen der Zurverfügungstellung des patentierten Algorithmus zu verklagen. Es ist nämlich nicht ganz klar, wer die Patentgebühren zu bezahlen hat: Der Grafikkartenhersteller, die Distribution oder der Endnutzer. Es wäre spannend zu wissen, wie die Situation in Deutschland ist.

Ich habe da mal bei WBS.law angefragt, ob uns Herr Solmecke bei YouTube nicht mal ein Aufklärungsvideo zur Verfügung stellen möchte. Bin mal gespannt!

Für Fedora Benutzer könnten harte Zeiten anbrechen, wenn Anwendungen den HW Support nicht mehr benutzen können. Wen das genau betreffen wird, ist noch nicht ganz klar. Leichter lässt sich beantworten, was Ihr dagegen tun könntet. Antwort: nicht viel, denn in der Mailinglistendiskussion wurde klar, daß RPMFusion, bei dem normalerweise bedenkliche Software zur Verfügung gestellt wird, kein Interesse hat, eine „free“-Version von Mesa zu warten.

Da bleibt Euch im Zweifel nur eins: MESA mit den nötigen Optionen selbst kompilieren!

Wie würde man da vorgehen?

Zunächst müßte man alle mesa Pakete entfernen. Alleine das könnte schon ein Akt werden, weil DNF dann den halben Softwarebestand lösen wollen wird. Kommt nur die chirugische Methode mit „rpm -e –nodeps mesa“ infrage. Danach müßte man GCC, CMake, Automake, alle Devel-Libs für Mesa und den Fedora Mesasourcecode runterladen und sich das Mesa direkt selbst kompilieren.

Falls es dazu kommen sollte, werde ich das definitiv ausprobieren und Euch berichten.

[1] https://lists.fedoraproject.org/archives/list/devel@lists.fedoraproject.org

[2] https://lists.fedoraproject.org/archives/list/legal@lists.fedoraproject.org/message/M4LTGLHY5JX42IHC45WNWB5FH2JIFMAS/

Pinephone: Mesa 21 zickt wieder rum

Moin Linux-Phonies,

wir haben einen Wiederauflage  des Mesaproblems für Fedora Rawhide 🙂

Pinephone: Mesa 21 zickt wieder rum

Zur Zeit kann man nicht empfehlen auf die Mesa v21 Treiber zu aktualisieren. Abgesehen von Gnome scheinen die anderen Desktops unregelmäßig zu crashen. Ich empfehle derzeit bei 20.3.3-5 zu bleiben.

Wenn Ihr euch erinnern wollte, im Dezember hatten wir schon einmal so ein Problem, nur das da Gnome auch lang hinschlug.

Fedora erobert das Pinephone

 

Pinephone: Updates für Mesa, Vulkan und Phosh

Kleines Update für alle Pinehpone-Fans und Pannenliebhaber 😀

Pinephone: Updates für Mesa, Vulkan und Phosh

Zunächst kann man die Mesa Pakete wieder in die normale Aktualisierung aufnehmen, die Probleme die sie verursacht haben sind vom Tisch. Das betrifft auch den Mesa-Vulkantreiber.

In die Kategorie „Wer nachschaut ist selbst schuld“ kann man auch das Phosh 0.8.0 Update einordnen. Ich habe doch glatt den Fehler gemacht und Hoffnung gehegt, daß es seit 0.6.0 besser geworden wäre. Tja.

Natürlich gab es Detailverbesserungen, aber davon merkt man nichts. Im Gegenteil, weil es diese Verbesserungen gab, kam es zu kuriosen Fehlern 🙂

Da hätten wir:

Da jetzt die TextScaling-Einstellungen der Original Gnomeshell benutzt werden, wurden alle Texte auch in Phosh größer. Das betraf allerdings nicht nur die Desktoptexte z.b. der Icons und die der Apps, sondern auch den Unlockerscreen. Was dabei rausgekommen ist, seht Ihr auf dem Bild.

Natürlich betrifft dies auch den Zahlenblock zum Entsperren 😉

Und Ihr seht hier noch die glimpfliche Variante, weil, wenn das Handy im Landscapemodus läuft und dann in den Lockscreen wechselt, könnt Ihr Euch dann denken was passiert?

Ja, der Lockscreen wechselt nicht in den Portraymodus, so das man nicht mal mehr das Handy entsperren kann, weil die dafür nötigen Flächen und Buttons nicht mehr innerhalb des Bildschirm liegen. ARGS!!!

Dabei sind das vielleicht 3 Zeilen Code extra :

int orientation = display.getOrientation();
display.setOrientation(DISPLAY_PORTRAYMODE);
lockDevice();
display.setOrientation(orientation);

Mehr ist das nicht. Schon traurig, oder?

Wohl Ihr noch ein ARGS haben?

Ihr erinnert Euch doch daran, daß ich die fehlenden DPI-Scaling Optionen im Bildschirmeinsteller moniert hatte. Das sind die „100%“ „200%“ „300%“ Voreinsteller, damit die Oberflächen lesbar werden, wenn das physikalische Display eine 3k, 4k oder 8k Auflösung hat. Unter Phosh sind die jetzt da 100% und 200%, aber, wenn man es wagt, da auf 100% zu klicken, dann verändert sich der Bildschirm doch tatsächlich entsprechend.(Bild stammt nicht vom Pinephone)

Jetzt der Knaller: Die Buttons lösen sich dann aber in Luft auf. Es gibt also keinen Weg zurück. Erst nach einem Neustart von Phosh startet es dann wieder mit den bekannten 200%.

Dafür startet aber Gnome-Tweaks nicht mehr .. aber nur unter Phosh nicht, bei Gnome gehts noch normal.

Andere Statusmeldungen zum Pinephone

Es gibt eine neue Call Version und der CallaudioDaemon wurde aktualisiert. Wenn man jetzt die Kopfhöhrer ins die Klinkenbuchse steckt, wird der Ton zwar auch im Kopfhörer abgespielt, aber auch auf dem Lautsprecher. Außerdem muß man selbst noch im Pulseaudio-Lautstärketool das Kopfhörer Device auf „laut“ stellen. Das wird nämlich gemutet und mit Volume 0 gestartet! Das ist aber nicht das schlimmste.

Macht man das, geht das Touchdisplay nicht mehr. Bugreports sind offen 🙁

Tut mir echt leid das so sagen zu müssen, aber das ist Scheiße Leute! In dem Zustand ist das keine Beta, sondern eine tiefe Alpha.

Ich habe außerdem den Verdacht, daß der Cam-Chip in dem Pinephone aus einer nachtaktiven Überwachungskamera stammt. Die Iso kann man soweit aufdrehen, daß das Pine in der Nacht brauchbare Aufnahmen machen kann, nur durchs Restlicht. Die Kamera-LED geht ja auch noch nicht unter Fedora.