temporär Nemo als Nautilusersatz testen

Um auf Fedora Gnome Nemo als Default-Dateimanager zu testen, kann man sich eines ganz fiesen Tricks bedienen. Zunächst muß man natürlich Nemo installiert haben:

sudo dnf install nemo

danach öffnet man sich eine Root-Shell und verschiebt Nautilus einfach und ersetzt es durch Nemo. Das erspart einem eine ganze Menge Konfigurationsarbeit, die man vielleicht nur dann machen will, wenn einem Nemo im Normalbetrieb gefällt.

cd /usr/bin/
mv nautilus nautilus.bak
ln -s nemo nautilus

Jetzt der Warnhinweis für alle, die die Folgen des Obigen nicht absehen können:

Das hält nur bis zum nächsten Nautilusupdate. Es ist eine temporäre Lösung.

Das Ersetzen klappt, weil Nemo ein Dropinreplacement von Nautilus ist. Nemo wurde vom Nautilus 3.4 Stand geforkt, weil Nautilus einen Weg eingeschlagen hat, der nicht von allen geteilt wurde. Das kann ich voll und ganz verstehen, beim BigIconProblem z.b. mußte Nautilus für Gnome 3.20 von seiner „Die dicken Icons bleiben“ Strategie wieder umschwenken. Nemo hat das z.b. nie umgesetzt.

Wenn ich mich für Nemo final entschieden habe, denn auch hier läuft nicht alles komplett rund, werde ich Euch einen Guide zum Umkonfigurieren der Systemeinstellungen auf den Weg geben.

FLAC auf Linux abspielen

Free Lossless Audio Codec, kurz Flac, ist ein verlustloses Dateiformat, was man auch daran sieht, daß die Dateien echt groß sind, z.B. 31 MB für diesen Song unten. Das MP3 mit 320kbit Encoding ist nur 1/3 so groß.

Wer Nautilius als Filemanager hat und seine Musik mit QMMP wiedergibt, der hat es wirklich einfach Flac abzuspielen. Dazu muß man QMMP nur im Nautilus als Defaultanwendung für Flac angeben:

Eigenschaftenmenü der FLAC Datei

Eigenschaftenmenü der FLAC Datei

Rhythembox kann zwar auch Flac, aber das ist kein Programm, daß man zum Hören von Musik nebenbei laufen lassen will. Das kompaktere QMMP als AMP Ersatz ist da natürlich besser geeignet, zumal es auch lizenzbehaftete Musikdateien abspielt.

Wer Flac kodieren will, braucht natürlich erstmal ein Rohdatenfile in dem die Daten verlustlos vom Musikträger kommt. Es macht z.b. keinen Sinn, ein 128 kbit mp3 in Flac umzuwandeln, dadurch wird es nicht besser, nur größer 😉 hat man sowas, kann man ffmpeg einsetzen, der dann Dank Encoder Flake, ein Flac File erzeugen kann.

Beispiel:

ffmpeg -i ‚/home/marius/Boston – More Than A Feeling – 320k VENYL.mp3‘ -c:a flac ‚/home/marius/Boston – More Than A Feeling – 320k VENYL.flac‘

Wie man am Beispiel sieht, habe ich zu Testzwecken das Flac aus einem MP3 erzeugt, es können aber dank FFmpeg so ziemlich alle Format verwendet werden, die es gibt. Die durchschnittliche Kompressionrate von Flac liegt bei 1,8x zum Original.

FFMpeg kann viele verscheidene verlustlose Codecs benutzen:

 D..... = Decoding supported
 .E.... = Encoding supported
 ..V... = Video codec
 ..A... = Audio codec
 ..S... = Subtitle codec
 ...I.. = Intra frame-only codec
 ....L. = Lossy compression
 .....S = Lossless compression
 D.VI.S cllc                 Canopus Lossless Codec
 D.VI.S lagarith             Lagarith lossless
 .EVI.S ljpeg                Lossless JPEG
 D.VI.S mszh                 LCL (LossLess Codec Library) MSZH
 D.VI.S vble                 VBLE Lossless Codec
 D.V..S zerocodec            ZeroCodec Lossless Video
 DEVI.S zlib                 LCL (LossLess Codec Library) ZLIB
 DEA..S alac                 ALAC (Apple Lossless Audio Codec)
 DEA..S flac                 FLAC (Free Lossless Audio Codec)
 D.A..S mlp                  MLP (Meridian Lossless Packing)
 D.A..S mp4als               MPEG-4 Audio Lossless Coding (ALS) (decoders: als )
 D.A..S ralf                 RealAudio Lossless
 .EA... sonicls              Sonic lossless
 D.A..S tak                  TAK (Tom's lossless Audio Kompressor)
 D.A..S wmalossless          Windows Media Audio Lossless

Für das Kodieren von Audiodaten kommen also  „ALAC“,“FLAC“ und „Sonicls“ infrage.

Obige Liste bekommt man so :  ffmpeg -codecs | grep -i -E „(lossless|=)“

Kleine Randnotiz: Marianne war, Zitat: „Das schönste Mädchen, das ich (als Junge) je gesehen hatte.“ so Komponist & Texter Tom Scholz, der das Lied in seiner Garage aufgenommen hatte. Mary Jane dagegen, Gegenstand der Beatle Songs, war ein Pseudonym für Drogen aller Art. Die Band Boston wurde mit dem Lied auf einen Schlag weltberühmt und das Album war jahrelang ein Bestseller in den Läden, mit über 17 Millionen verkauften Alben, allein in den USA. Der Gag, Tom Scholz hat am MIT die Polaroid Technik entwickelt und mit der Kohle seine Musikaustattung gekauft. Vom Foto-Chemie Studenten zum Musiker, alle Achtung.

 

Nautilus 3.20 vorgestellt

Die Arbeiten an Nautilus für Gnome 3.20 sind soweit abgeschlossen. Leider ist einer der größten Bugs aus meiner Sicht nicht gelöst worden: Das Big-Icon-Problem

Am Gnome selbst war am auffälligsten, daß ein „Internet“ genannter Webkit Browser vorinstalliert war. Allerdings konnte das Programm faktisch nichts sinniges machen. Der Versuch Firefox runter zu laden, endete in einem Hardreset weil nichts mehr ging. Es ist ja auch noch Betaware, die darf das 😉

Ansonsten bietet das Gnome-Live-Image nichts bewegend neues. Nautilus selbst hat dann doch noch einige Fehler, z.b. daß der Gnomedesktophintergrund weiß wird, wenn man Desktop Icons wie Papierkorn / Home und Netzwerk-Icons einblenden läßt. Laut Entwickler, wäre er Bug aber schon behoben. Leider kann man das nicht prüfen, da die Version vom 2.2.2016 ist und keine neuere verfügbar war.

Falls Ihr Euch fragt, was ihr mit einem „qcow2“ File machen sollt:

  1. Das Image entpacken mit gzip -d  oder über Nautilus. Da kommt dann ein 2 GB großes File raus.
  2. Systemtools -> Boxen starten. Neue VM anlegen und Datei auswählen.
  3. Starten

Wofür das qcow steht: QEMU Copy On Write

Nautilus: FileChooser Verzeichnisse vor Dateien

Seit Fedora 21 hat Nautilus mal wieder im Dateiauswähler die Verzeichnis in den Dateien angezeigt, also alphabetisch sortiert. Das ist natürlich nicht schön.

Bei Fedora 23 gings mir endlich genug auf den Keks um eine Lösung zu finden :

  1. dconf-editor öffnen
  2. dem Pfad org.gnome.nautilus.preferences  folgen
  3. Die Option sort-directories-first  anhaken.

Das wars schon. Warum das wieder eine eigene Option ist und man das im Dateiauswähler anders machen muß als im normalen Fenster, wird immer ein Rätsel bleiben, genau wie die Frage, wieso die Entwickler von Nautilus uns die Megagroßen Icons auf dem Desktop aufzwingen, statt das bis auf 8×8 skalierbar zu machen, zumal es ja Vectoricons sind .

Nautilus: zeigt verstecke Dateien an

man sagt zwar „Hartnäckigkeit führt einen ans Ziel“, aber wenn Computerprogramm hartnäckig sind, kann das sehr frustrierend sein. So geht es auch in diesem Beitrag um einen hartnäckigen Fehler, der sich leicht beseitigen läßt, wenn man es weiß.

Nautilus und die versteckten Dateien

Versteckte Dateien sind zwar eine Erfindung von Unix, aber auf fast allen Filesystem dieser Welt (nicht) zu finden. Im Linuxfilesystem werden versteckte Dateien mit einem Punkt am Anfang markiert, z.B. „.htaccess“

Diese Datei würde bei einem normalen Auflisten der Dateien nicht zu sehen sein. Nur wenn man explizit angibt, daß man diese sehen will, findet man sie auch. Gemacht wird dies oft, um Configdateien zu schützen oder Menschen nicht von wichtigen Sachen abzulenken.

Machen Sie doch mal mit Nautilus das Homeverzeichnis auf und drücken Sie auf CTRL+H / STRG+H .

Damit können Sie die Darstellung umschalten.

Nautilus Defaulteinstellungen

Wenn Sie immer die versteckten Dateien sehen wollen, müssen Sie das in den Einstellungen von Nautilus abstellen. Dazu gibt es zwei Wege, da wir einen Weg brauchen werden für den es keine Alternative gibt, bleiben wir bei einer Lösung: dem Dconf-Editor .

1. Starten Sie den Dconf Editor :  dconf-editor
2. Klappen Sie sich den Weg frei zu : org->gnome->nautilus->preferences
3. den Haken bei show-hidden-files entfernen

Wie diesen starten können, habe ich in diesem Beitrag schon erklärt:  „zuletzt-verwendet-abschalten“

Wenn Sie Nautilus jetzt neu starten und wie ich immer noch versteckte Dateien angezeigt bekommen, dann zeigt sich ein Bug von Nautilus bei Ihnen. Da kommen Sie nie alleine drauf !

Nautilus, der Dateiauswähler

Nautilus wird auch benutzt, wenn andere Programm eine Datei auswählen wollen. Dabei kann es passieren, daß Sie z.b. eine versteckte Datei sehen wollen und STRG+H drücken oder auswählen. Leider merkt sich Nautilus dies in einer anderen Einstellung, dem File-Chooser Objekt

1. Starten Sie den Dconf Editor :  dconf-editor
2. Klappen Sie sich den Weg frei zu : org->gtk->settings->file-chooser
3. den Haken bei show-hidden-files entfernen

Jetzt endlich kann man wieder freie Sicht auf die wichtigen Dateien bekommen, wenn man Nautilus öffnet.