gleiche RPMs aus verschiedenen Quellen

Ein bisschen speziell ist unser heutiger Fall von Systemupgrade. Wir haben mehrere Repositories/Quellen von RPM Paketen für ein Paket, wollen aber das System per DNF upgraden und ein Paket aus einem bestimmten Repo benutzen.

Das Problem

Wir haben Fedora 25 als OS mit dem Default PHP von Fedora und zwei anderen PHP Versionen von Remi, einem französischen Repository für Serversoftware. Ein Serverupgrade kann man leicht mit

dnf –allowerasing –releasever=26 –setopt=deltarpm=false distro-sync

durchführen. Damit alle zusätzlichen Rpms von Drittrepos auch mitkommen beim Update, muß das jeweilige Repo global aktiviert sein, oder man gibt es in der Zeile mit an :

dnf –enablerepo=remi –allowerasing –releasever=26 –setopt=deltarpm=false distro-sync

Wenn man das in unserer Ausgangssituation tut, bekommt man einen Quellwechsel ins Spiel, denn man nicht unbedingt haben will. Remi hat nämlich eine neuere Version von PHP als das Fedorarepo.

Der Unterschied

Das hat natürlich einen Grund, Remi hat sich genau dem gewidmet, neigt aber dazu ohne umfangreiche Testrepos zuarbeiten. Fedora dagegen hat eine Communitytestumgebung, auf der Tester die Pakete bewerten müssen, bevor Sie ins Stablerepo gepusht werden.

Fedora hat also ggf. die stabiler laufenden Pakete, weil überhaupt jemand mal testhalber so ein Paket installiert hat. Auf einer Serverumgebung wollen wir natürlich genau dies haben, außerdem könnten die Remi Pakete anders kompiliert sein, und daher unerwartete Nebenwirkungen haben, was strikt zu vermeiden ist.

Quellrepowechsel verhindern

Gibt man jetzt das Upgradekommando ein und hat alle Quellrepos aktiviert, sieht Dnf das „neuere“ PHP Paket bei Remi und wechselt die Quelle, genauso, also wenn man das Testrepository aktiviert und dort ein neueres Paket vorhanden ist.

Daher muß man das Remirepo deaktivieren und erstmal normal upgraden. Nach dem Reboot kann man dann einfach dnf update benutzen um die Pakete zu aktualisieren, die im Remirepo vorhanden sind.

Überraschung

Bei unserem Beispiel F25 zu F26 und PHP kommt es zu einem Versionssprung von PHP 7 auf PHP 7.1 . Damit haben wir jetzt ggf. zweimal 7.1. drauf, einmal von Fedora und einmal von Remi, wo man doch eigentlich 7.0 und 7.1. haben wollte.

Also lösen wir das auf, indem wir 7.1 von Remi entfernen und 7.0 aufspielen:

dnf –enablerepo=remi update php56* php72*
dnf –enablerepo=remi erase php71*
dnf –enablerepo=remi install -y php70-php-process php70-php-cli php70-runtime php70-php-imap php70-php-common php70 php70-php-pdo php70-php-mbstring php70-php-json php70-php-pear php70-php-gd php70-php-mcrypt php70-php-mysqlnd php70-php-xml

Glückwunsch. Sie haben jetzt vier PHP Versionen auf Ihrem Server 😀

Mit FedUP, dem eigentlichen Upgradetool, hätte man das so nicht geschafft, da wäre das PHP dann auch von Remi gekommen.

Alle Apacheprozesse gleichzeitig stracen

Der Apache Webserver kommt ja mit mehreren Methoden daher, wie er effektiv möglichst viele Anfragen gleichzeitig beantworten kann. Die alte Prefork-Methode, die nicht mit HTTP2 kompatibel ist, startet dazu einen Prozess mit wenigen Kindern und splittet neue Prozesse ab, sobald eine Anfrage reinkommt.

Ein einfaches strace -f -p [pidvonerstemhttpd] reicht völlig aus um alle Zugriffe auf den Apachen zu tracen.

Das Event-Modell

Im Eventmodell , das für HTTP2 nötig ist, klappt das nicht mehr ganz so leicht. Hier müssen tatsächlich alle laufenden Prozesse gleichzeitig getraced werden, was in dem Beispiel hier:

├─httpd─┬─httpd(apache)
│ └─4*[httpd(apache)───63*[{httpd}]]

schon sehr,sehr viel Tipparbeit wäre ( > 240 pids) . Natürlich kann man das vereinfachen, indem man ein paar kleine Shellanweisungen nutzt:

strace -f -p `pidof httpd | sed -e "s/ /,/g"`

pidof als Befehl gibt uns leerzeichensepariert alle Prozessids zurück, die zum Httpd gehören. Leider kann strace die so nicht verarbeiten, also müssen wir die Ausgabe in kommasepariert umwandeln, dies macht der SED – Befehl. Die Backticks führen die Befehlsanweisung vor dem Aufruf von strace aus, so daß das Ergebnis direkt als Argument benutzt werden kann.

Linux – Autostandby per Gui einstellen

Im externen Beitrag Autostandby für Festplatten im Blog kopfkrieg.org wurde gezeigt, wie man per UDEV Regeln seinen Festplatten unter Linux mitteilt, wann Sie sich automatisch abschalten sollen.

Autostandby – GUI statt UDEV Konsole

Nun ist das nicht grade der intuitivste Weg, das seinen Festplatten mitzuteilen, daher hier ein einfacherer Weg über die Gui vom Laufwerkstool:

Zunächst einmal wählt man Links die Festplatte aus und über das Menü oben rechts die Laufwerkseinstellungen (E).

Wie man auf dem obigen Bild schon sehen kann, war die Platte schon im Sleep ( zzZ Symbol neben dem Laufwerk ).

Gnome-Disks Gui to adjust auto sleep timers per diskDanach stellt man einfach die gewünschte Zeit ein, nach der die Platte einschlafen soll und drückt „OK“ , Fertig.

Wer dies auf einem Server tun möchte, könnte sich einfach seine Linux X11 Session nach Hause exportieren und so auch in den Genuss der GUI kommen 😉

Original bei KopfKrieg: https://kopfkrieg.org/2017/11/19/autostandby-fuer-festplatten/