QPhotorec und das Danach

Ja, jetzt ist es passiert. Ich habe aus Versehen ein paar Bilder gelöscht. Zum Glück hatte hatte ich von früher bereits QPhotoRec auf dem Rechner, so daß ich gleich loslegen konnte.

Die Konstellation

Auf einer reinen Datenplatte waren PNG Bilder, die aber keine PNGs sondern JPEGs waren (danke Tello Devs, Ihr seid echte CodeMonkeys wie Sie im Buche Tannenbaum stehen 🙁 ). Die sollten zwecks verscripteter Umbenennung ( falls das mal wer braucht: for i in *.png;do mv $i ${i%png}jpg; done ) und Voransicht auf eine SSD verschoben werden und dann, nach der anschliessenden Bearbeitung, wieder auf die Datenplatte zurück. So der Plan.

Jetzt was wirklich passierte. Die Bilder wurden auf die SSD verschoben, aber nicht aus Listenansicht des Verzeichnisses, sondern aus der Nemo eigenen Suchergebnisliste (von PNGs). Beim Verschieben ist das Programm ganz clever und findet dann die gesuchten Bilder lustigerweise gleich wieder, weswegen ich dachte, ich hätte COPY statt MOVE benutzt. Da das in Nemo nur eine SHIFT-Taste weit auseinander liegt, sahs ich einem Irrtum auf .. und weg waren die Bilder auf der Zielpartition und der Quelle. Kann passieren.

Da es eine Datenpartition war, bestand keine Gefahr das die gelöschten Bilder überschrieben werden, also kam QPhotoRec zum Einsatz. 3,8 Milliarden Blöcke später lagen 181.685 PNG und 3.106 JPG Bilder auf der Zischenlagerplatte ( nie auf die zu rettende Partition zurücksichern! Wichtig !)  verteilt auf 370+ Ordner! und natürlich 99,9% Schrott. Für Euch noch wichtig, QPhotoRec kann man auf bestimmte Dateientypen einschränken, sonst wäre da noch sehr viel mehr gekommen 😉

Wie man den Datenwust jetzt optimal ignoriert

180k Dateien.. von Hand durchsehen? Wohl kaum. Daher zwei Wege das zu Beschleunigen:

1. „file“ auf eine Datei gleichen Typs anwenden:

1539788463675.jpg: JPEG image data, JFIF standard 1.01, aspect ratio, density 1×1, segment length 16, Exif Standard: [TIFF image data, little-endian, direntries=4, manufacturer=RYZE, model=RZ001, software=v01.04.35.01], baseline, precision 8, 2592×1936, frames 3

Da die Bilder der Drohne in meinem Fall alle die gleiche Auflösung haben, kann man jetzt einfach so suchen:

file recup_dir.?/* | grep 2592×1936
file recup_dir.??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.1??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.2??/* | grep 2592×1936
file recup_dir.3??/* | grep 2592×1936

Wenn in einem Verzeichnis ein Bild der Drohnenauflösung zu finden ist, würde es angezeigt werden.

2. „find recup_dir.* -size +200k -exec gnome-open {} \;“

Der Befehl sucht nach Dateien > 200kb und zeigt die mit gnome-open an. Ok, ist nur ein Befehl mit einigen Annahmen, aber jeder Menge Treffer, die man selbst durchsehen muß. Es schränkt aber das zu durchsuchende Material auf ein paar Treffer ein. Kommt natürlich darauf an, was QPhotoRec so alles gefunden hat.

Ich habe meine Bilder wieder und Ihr ein paar Ideen, wie man nach dem Recovery effizient an die Sache rangeht. Kleine Anmerkung: Nemo hat einen Papierkorb, wäre nicht passiert, wenn man den benutzt hätte 🙂

Nautilus: zeigt verstecke Dateien an

man sagt zwar „Hartnäckigkeit führt einen ans Ziel“, aber wenn Computerprogramm hartnäckig sind, kann das sehr frustrierend sein. So geht es auch in diesem Beitrag um einen hartnäckigen Fehler, der sich leicht beseitigen läßt, wenn man es weiß.

Nautilus und die versteckten Dateien

Versteckte Dateien sind zwar eine Erfindung von Unix, aber auf fast allen Filesystem dieser Welt (nicht) zu finden. Im Linuxfilesystem werden versteckte Dateien mit einem Punkt am Anfang markiert, z.B. „.htaccess“

Diese Datei würde bei einem normalen Auflisten der Dateien nicht zu sehen sein. Nur wenn man explizit angibt, daß man diese sehen will, findet man sie auch. Gemacht wird dies oft, um Configdateien zu schützen oder Menschen nicht von wichtigen Sachen abzulenken.

Machen Sie doch mal mit Nautilus das Homeverzeichnis auf und drücken Sie auf CTRL+H / STRG+H .

Damit können Sie die Darstellung umschalten.

Nautilus Defaulteinstellungen

Wenn Sie immer die versteckten Dateien sehen wollen, müssen Sie das in den Einstellungen von Nautilus abstellen. Dazu gibt es zwei Wege, da wir einen Weg brauchen werden für den es keine Alternative gibt, bleiben wir bei einer Lösung: dem Dconf-Editor .

1. Starten Sie den Dconf Editor :  dconf-editor
2. Klappen Sie sich den Weg frei zu : org->gnome->nautilus->preferences
3. den Haken bei show-hidden-files entfernen

Wie diesen starten können, habe ich in diesem Beitrag schon erklärt:  „zuletzt-verwendet-abschalten“

Wenn Sie Nautilus jetzt neu starten und wie ich immer noch versteckte Dateien angezeigt bekommen, dann zeigt sich ein Bug von Nautilus bei Ihnen. Da kommen Sie nie alleine drauf !

Nautilus, der Dateiauswähler

Nautilus wird auch benutzt, wenn andere Programm eine Datei auswählen wollen. Dabei kann es passieren, daß Sie z.b. eine versteckte Datei sehen wollen und STRG+H drücken oder auswählen. Leider merkt sich Nautilus dies in einer anderen Einstellung, dem File-Chooser Objekt

1. Starten Sie den Dconf Editor :  dconf-editor
2. Klappen Sie sich den Weg frei zu : org->gtk->settings->file-chooser
3. den Haken bei show-hidden-files entfernen

Jetzt endlich kann man wieder freie Sicht auf die wichtigen Dateien bekommen, wenn man Nautilus öffnet.