CVE-2020-15999: Der Kelch, der an Euch vorbei ging

Nein, heute geht es nicht um Dichtung, eher um Undichtigkeiten in Betriebssystemen 😉

CVE-2020-15999: Der Kelch, der an Euch vorbei ging

Google’s Projekt Zero hat im Oktober eine Serie von kritischen Bugs offengelegt, mit deren Hilfe iOS, Android, Windows, Macs und Linuxsysteme übernommen werden konnten. Die Lücken sind so groß, daß Apple sogar noch Iphone 5s aktualisiert und die sind seit Jahren im End-of-Live.

Ein Blick auf eine dieser Lücken zeigte, daß diese auch für Linux vorhanden war, aber unter dem Radar bliebt: FreeType < 2.10.4

„Bug #1890210 – CVE-2020-15999 freetype: heap-based buffer overflow via malformed ttf files“

Red Hat hat dazu im Bugreport geschrieben:

„A flaw was found in freetype in the way it processes PNG images embedded into fonts. A crafted TTF file can lead to heap-based buffer overflow due to integer truncation in Load_SBit_Png function.“

Wer in den letzten Tagen die Updates verfolgt hat, weiß, daß es für Chrome, FireFox, Thunderbird eine schere Sicherheitslücke beim Webseitenaufruf gab. Über den Bug im FreeType, einer Font-Rendering-Engine, die auch und gerade in Webbrowsern genutzt wird, konnte mit Hilfe eines manipulierten Fontfiles, und da zählen auch WebFonts zu, das komplette System übernommen werden.

Diese Lücke betraf uns alle, und mit alle meine ich wirklich ALLE auf dem Planeten.

Wie kann eine so simple Sache wie einen Fontrendern, zu einer Systemübernahme führen? Das liegt daran, daß es sich hierbei wohl um den ersten Schritt in einer ganzen Exploitchain handelt. Hat man erstmal den Fuß im Chrome oder Firefox, muß man nur noch dort ausbrechen können und das war bei Chrome über einen Sandbox-Escape möglich. Danach findet sich im Kernel schon eine Schwachstelle, gerade bei Handies.

Von der Tragweite der Lücke mal abgesehen, rankt sich um die Google Veröffentlichung noch einiges andere. In der Szene munkelt man von „Spionagekram“, wozu auch paßt, daß keiner der Beteiligten dazu irgendwas sagen möchte. Nachdem der Exploit verbrannt ist, dürften die früheren Nutzer ziemlich sauer auf Google sein. Das Google uns aber nicht sagen kann, woher die Exploits stammen und wie Sie darauf aufmerksam wurden, spricht dafür, daß es ein „us-heimischer“ Dienst war, sonst wären die Antworten vermutlich anders. Aber, genaueres weiß man nicht, da keiner reden will.

Also feiert, daß ein Angriff weniger auf Euch möglich ist und wer von Euch Software schreibt, denkt bitte daran, wirklich sauber zu arbeiten, weil auch die unbedeutendste Lib einen immensen Schaden anrichten kann!

Firefox & Thunderbird: neue Remote-Code-Execution Schwachstelle

Warnung vom BSI:

10.11.2020 – TW-T20-0194

Mozilla Firefox/Thunderbird: Schwachstelle ermöglicht Ausführen von beliebigem Programmcode mit Benutzerrechten

Firefox & Thunderbird: neue Remote-Code-Execution

Betroffen sind :

  • Mozilla Firefox < 82.0.3

  • Mozilla Firefox ESR < 78.4.1

  • Mozilla Thunderbird < 78.4.2

Bekannt wurde die Schwachstelle bei einem Hackingwettbewerb in China:

„CVE-2020-26950: Write side effects in MCallGetProperty opcode not accounted for

In certain circumstances, the MCallGetProperty opcode can be emitted with unmet assumptions resulting in an exploitable use-after-free condition.“

Also, Updaten, Updaten.

WordPress: über vergessene Defaults

Entschuldigt bitte die Störung mit nicht OSS relevanten Beiträgen. Die Ursache, wieso das immer wieder passiert wurde gefunden.

WordPress: über vergessene Defaults

Wer viel für eine Kategorie seines Blogs schreibt, der kann sich einiges sparen, aber wenn man das mal vergißt und für eine andere Kategorie schreibt, dann landet es ggf. bei der falschen Zielgruppe.

Daher hier der Hinweis, wie man das in WordPress abstellt:

Die Standard-Beitragskategorie muß lediglich auf etwas „anderes“ gestellt werden.

Apropos WordPress

Wer noch nicht auf 5.5.3 aktualisiert hat, der sollte das schnellsten machen:

Das BSI informiert über mehrere Sicherheitslücken in WordPress < 5.5.2 vom 1.11.2020 :

https://www.bsi-fuer-buerger.de/SharedDocs/Warnmeldungen/DE/TW/2020/11/warnmeldung_tw-t20-0188.html

Zusammenfassung:

Ein entfernter, anonymer Angreifer (Jeder) kann mehrere Schwachstellen in WordPress ausnutzen, um Cross-Site-Scripting und Cross-Site Request Forgery (CSRF) Angriffe durchzuführen, Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, Informationen offenzulegen und Code zur Ausführung zu bringen.

https://wordpress.org/news/2020/10/wordpress-5-5-2-security-and-maintenance-release/

Beim Durchsehen unserer Blogs habe ich dann tatsächlich eine Installation gefunden, die es per utoupdate nicht auf 5.5.3 geschafft hatte. Es gilt: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“