Fake-News durch falsch programmierte Aggregatoren ?

Fake-News sind ja in aller Munde. Nachrichten die keine sind, kommen immer mal wieder als „Zeitungs-Ente“ in die Medien. Das Problem ist schon so alt wie die Menschheit und eigentlich ist es auch kein Problem, wenn es sauber dementiert wird. Nur damit hapert es in Sozialen Medien und auf diversen Webseiten. Da wird eben nicht darauf hingewiesen, da die gelikete und gelinkte Nachricht falsch war. Somit ist das ein Problem, um das sich gekümmert werden muß.  Hier muß also Jeder, der etwas verlinkt, zumindest im Ansatz die Sache prüfen und sauber die Quelle angeben. Das würde schon helfen.

Was ist aber, wenn alles echt ist, aber trotzdem nicht stimmt ?

Heute ist mir so ein Fall von „Fake“-News untergekommen. Google-News dürften die meisten kennen. Zig Presseveröffentlichungen werden gesammelt, gruppiert und präsentiert. Was kann da schon schief gehen !

Zum Beispiel das hier:

Wir sehen das Foto eines jungen Mannes neben zwei Artikeln. Der Herr ist also ein gesuchter Reichsbürger und bei der Drogenrazzia verhaftet worden, oder ?

Leider falsch. Tom, so heißt der junge Mann, ist weder Reichsbürger, noch Drogendealer, sondern hat tatsächlich nichts mit den Artikeln zutun, außer daß der Fokus auf beiden Artikeln, das gleiche Video zu Toms Spendenaufruf einblendet. Tom braucht dringend eine Stammzellenspende :  Der echte Beitrag zu Tom auf Fokus.de

Wer ist Schuld ?

Der Fokus, weil Tom nichts mit Kriminalität zu tun hat, oder Google, weil die einfach irgendwas von der gescannten Webseite als Symbolbild benutzen ?

Tja, da habe ich auch keine Antwort drauf.  Ich habe den Fokus jetzt mal angemailt, daß die das Video nicht mehr verlinken, womit Google beim Update das rauswerfen wird.

Das Beispiel zeigt leider, daß automatische Algorithmen eben doch nicht perfekt sind und selbst Probleme erzeugen können. Natürlich wars keine Fake-News die zusammengesetzt wurde, aber Reinhard Mey hat schon in den 80er das passende Lied dazu gesungen : „Was in der Zeitung steht“ (Es ist unglaublich wie gut der Liedtext grade zu dem Fall paßt 🙂 ).

https://www.youtube.com/watch?v=KM2G7HY6_Ys

Fazit: Kleine Verwechslung, große Wirkung.

Die ganze News-Algorithmen-Filterblasen Sache wird noch für richtig viel Ärger sorgen. Es sollte zwar jeder seine Meinung mitteilen dürfen, aber nicht jeder muß allen Scheiss von sich und schon gar nicht weitergeben. Allein schon die SM-Bots, die gezielt für politische Falschmeldungen sorgen bzw. zur Meinungsmache eingesetzt werden, beeinflußen jetzt schon Wahlergebnisse. Man darf eben Twitter und Facebook nicht ungeprüft vertrauen. Leider haben die wenigsten Menschen genug Medienkompetenz um nach dem Grundsatz zu handeln. Sie könnten auch schlicht keine Lust haben, selbst auf Quellenrecherche zu geben. So oder so, mit der Vernetzung der Menschen und dem automatisierten Zugang dazu, hat sich die Menscheit insgesamt keinen Gefallen getan.

Aufruf:

Habt Ihr ähnliche Fälle gesichtet ?
Kennt Ihr den Ausweg aus dem Problem ?

PS: Mein Symboligel hat mit der Sache auch nichts zu tun, aber dem ist es egal 😉 (Bild entfernt, der Theme von WP spinnt wohl beiBeitragsbildern.. Armer Igel )

EuGH: anlasslose Überwachung unzuläßig

In einem Grundsatzurteil zur Massenüberwachung in der EU hat der EuGh heute eine Entscheidung gegen anlasslose Überwachungsmaßnahmen bekannt gegeben.

Die Zusammenfassung liest sich so :

Das Unionsrecht untersagt eine allgemeine und unterschiedslose Vorratsspeicherung von
Verkehrs- und Standortdaten. Es steht den Mitgliedstaaten aber frei, vorbeugend eine gezielte
Vorratsspeicherung dieser Daten zum alleinigen Zweck der Bekämpfung schwerer Straftaten
vorzusehen, sofern eine solche Speicherung hinsichtlich der Kategorien von zu speichernden
Daten, der erfassten Kommunikationsmittel, der betroffenen Personen und der vorgesehenen
Dauer der Speicherung auf das absolut Notwendige beschränkt ist.

Quelle: http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2016-12/cp160145de.pdf

Demnach darf nur zur Überwacht werden, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist, was schwere Straftaten einschliesst. Jetzt würden wir natürlich denken, das dies erst NACH einem Ansschlag/einer Straftat der Fall wäre, aber natürlich wird Seitens der Überwacher argumentiert , daß die Sicherheit ständig in Gefahr ist und man deswegen jederzeit überwachen können muß/darf.

Der EuGH meint weiter, eine VDS läßt ‚sehr genaue Schlüsse auf das Privatleben‚ der Bürger zu,  weswegen man nur das notwendigste überhaupt speichern dürfte. Metadaten, wie sie bei unserer VDS gespeichert werden sollen und die dazugehörigen Standortdaten von Mobilfunkgeräten, sind jetzt dummerweise aber perfekt geeignet für Rückschlüsse auf das Privatleben der Bürger.

Der Gerichtshof weist darauf hin, dass eine Regelung, die eine allgemeine und
unterschiedslose Vorratsdatenspeicherung vorsieht, keinen Zusammenhang zwischen den
Daten, deren Vorratsspeicherung vorgesehen ist, und einer Bedrohung der öffentlichen
Sicherheit verlangt und sich insbesondere nicht auf die Daten eines Zeitraums und/oder eines
geografischen Gebiets und/oder eines Personenkreises, der in irgendeiner Weise in eine schwere
Straftat verwickelt sein könnte, beschränkt. Eine solche nationale Regelung überschreitet
somit die Grenzen des absolut Notwendigen und kann nicht als in einer demokratischen
Gesellschaft gerechtfertigt angesehen werden, wie es die Richtlinie im Licht der
Grundrechtecharta verlangt.

Da jede Art von Speicherung Rückschlüsse auf die Personen und deren Gewohnheiten zu läßt, wird es für die VDS der Bundesregierung jetzt noch viel enger werden.

Mein Kommentar: Vergesst es einfach!

Aber soviel Glück werden wir nicht haben 🙁  Zudem wird die örtliche Nähe zu einer Straftat im Internet ja komplett aufgehoben, weswegen hier wohl eher die Speicherung von Mobilfunkdaten gemeint gewesen ist, denn nur die können ortsbezogen sein. Es wird also wieder spannend, wie sich die Überwachungsfreunde diesmal argumentativ aus der Affäre winden werden. Ich rechne ja damit, daß irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, jemand einfach sagen wird:

„Die Eliten der Bundesrepublik wollen wissen, was ihre Untertanen sagen, schreiben, lesen und tun. Punkt. aus. Ende der Diskussion. Wir ziehen das jetzt durch.“ Vorher gibt es dann noch den Dexit und die Privatunion mit England, Kanada und den USA.

Alternativer Artikel: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/vorratsdatenspeicherung-eugh-erteilt-ueberwachungs-gesetz-eine-absage-a-1126926.html