Linux: FireFox 56 schneller als 55

Die anstehende FireFoxversion 56 ist auf Linux tatsächlich schneller als die alte 55er Serie.

Besonders deutlich sieht man das beim Javascript von NetFlix. Die 55er Serie glänzte hier durch langsamste Reaktionszeiten, weswegen Chrome als Alternative für NetFlix unumgänglich war. Das hat sich glücklicherweise geändert.

Die 56er Version, die bei Fedora im Testrepo bereits verfügbar ist und auch stabil läuft, kann jetzt endlich eine Geschwindigkeit an den Tag legen, die ihn nicht mehr unbrauchbar erscheinen läßt. Man kann jetzt so auf NetFlix navigieren, wie man das erwarten sollte. Chrome ist zwar immer noch schneller, aber nur noch ein bisschen 😉

Wer es vorab installieren mag:

sudo dnf update firefox.x86_64 –enablerepo=updates-testing

WPA2 Fix – erfreulich fix

Kaum das die Welt von dem katastrophalen WPA2 Bug erfahren hat, da ist er auch schon wieder aus der Linux Welt verschwunden:

Oct 17 10:01:07 INFO Upgraded: wpa_supplicant-1:2.6-3.fc25.1.x86_64

Und das war drin :

* Mo Okt 16 2017 Lubomir Rintel <lkundrak@v3.sk> – 1:2.6-3.1
– hostapd: Avoid key reinstallation in FT handshake (CVE-2017-13082)
– Fix PTK rekeying to generate a new ANonce
– Prevent reinstallation of an already in-use group key and extend
protection of GTK/IGTK reinstallation of WNM-Sleep Mode cases
(CVE-2017-13078, CVE-2017-13079, CVE-2017-13080, CVE-2017-13081,
CVE-2017-13087, CVE-2017-13088)
Prevent installation of an all-zero TK*
– TDLS: Reject TPK-TK reconfiguration
– WNM: Ignore WNM-Sleep Mode Response without pending request
– FT: Do not allow multiple Reassociation Response frames

*) War der Fall mit dem 00000000 Key, was in dem KRACK Video zu sehen war und auch in Android 6 steckt. Da hilft dann auch nur ein Smartphoneupdate.

Es bleibt nur die Frage, was mit all den Android Altgeräten ohne Updates passiert. Werden die jetzt endgültig weggeworfen, weil man nicht mal mehr im heimischen WLAN damit surfen kann ?

Jitsi + Linphone = kein Telefon

Einen ganzen Vormittag kann man damit verbrennen, wenn Jitsi und Linphone zusammen laufen und beide SIP VOIP Anschlüsse bedienen können sollen. „Sollen“, weil „können“ tun sie es nicht, bis man die wahre Ursache erkennt 🙂

Falls der geneigte Leser etwas Frust aus dem Text herausliest, „etwas“ ist stark untertrieben.

Was war passiert ?

Nun, ich hatte LinPhone4 installiert, um es auszuprobieren und es behalten, weil es, an dem Tag, besser mit Sipgate funktionierte, als Jitsi, welches mit Sipgate gar nicht mehr kann 🙁  Jetzt mußte ich feststellen, daß ich mit LinPhone ohne irgendwelche Fehlermeldungen auf UI Seite, weder angerufen werden, noch selbst anrufen konnte, egal auf welchem Konto!

Nachdem ich in den Einstellungen von LinPhone die Position des Logs gefunden hatte, fielen mir dort wiederholt diese Zeilen auf:

2017-10-05 11:25:17:394 ERROR No listening point matching for [udp://sipgate.de:5060]
2017-10-05 11:25:17:394 ERROR belle_sip_client_transaction_send_request(): no channel available

Natürlich neben jeder Menge „Technobabble“ des Clienten, versteht sich 🙂

Was sagt uns das ?

Antwort: Nichts 🙂

Lediglich 1 .. in Worten EINE ..  Webseite konnte Google finden, die schon mal was davon gehört hatte. Zum Glück, war es die richtige.

Übersetzt meint die Fehlermeldung, daß das Programm keinen Kommunikationskanal öffnen konnte. Nur wieso nicht, darüber schweigt es sich aus. Hellseher haben halt immer Konjunktur, weil der Rest blöd genug ist, Raum für deren „Notwendigkeit“ zu schaffen. Dank der einen Webseite, war es dann aber zum Glück recht einfach, der Ursache auf die Spur zu kommen.

Auflösung

Einen „Channel“ etabliert man, in dem man einen TCP Port bindet und dem Gegenüber sagt, das man darauf angerufen werden kann. Wieso man beim „Anrufen“ nicht direkt mit dem SIP Provider eine TCP-Connection aufmachen kann, will ich gar nicht wissen, wenn man SIP lernen will, wird man eh durch Unlogik erschlagen. IMHO, eins der schlechtesten Protokolle aller Zeiten. Stückwerk ^10.

Ok, was braucht man um einen Port zu binden ? Eine Portnummer und niemanden, der schneller als man selbst war! Mit anderen Worten, Jitsi hatte sich schon permanent auf Port 5060 gebunden, weswegen Linphone das nicht konnte. Soweit, so in den RFCs für TCP Ports vorgesehen. Warum Linphone das nicht schreiben kann, ist ein weiteres Rätsel, weil die Fehlermeldung des TCP/IP Stacks zu dem „Fehler“ ist eindeutig!

Jetzt bietet LinPhone in den Kontoeinstellungen an, daß man statt Port 5060 zufällige Ports benutzen kann. Wieso das nicht der Standard ist, wird man nie erfahren. Jedenfalls funktioniert das SIP Konto sofort, wenn man die feste Portzuweisung abgeschaltet hat:

Fazit: In Jitsi habe ich jetzt SIP deaktiviert, damit entfällt auch das Binden des Ports.

Da Jitsi eh derzeit nicht mit Sipgate kann, spielt das es keine Rolle mehr. Warum das alles am Tag, an dem ich Linphone ausprobiert habe, funktioniert hat, ist ein weiteres Mysterium.

Das VOIP stinkt, dürfte vielen leidgeplagten Telefonanschlußinhabern bekannt sein, wie sehr das grade stinkt, hier im Überblick:

Skype:

Old: Raustelefonieren geht, angerufen werden geht nicht.
New: Raustelefonieren geht, Gui ist Mist, angerufen werden, geht nicht, weil sobald man „abnimmt“ legt Skype auf! Fix in Sicht ? Nein. Problem bekannt ? Seit Monaten.

Jitsi:

Fritz!box: Raus geht, Rein geht.
Sipgate: Raus geht, Rein geht nicht.

Jitsi Android:

Fritz!box: geht gar nicht.
Sipgate: Raus geht, Rein geht.

LinPhone:

Fritz!box: geht beides
Sipgate: geht beides

Einzig gültiger Kommentar zu Sipgate+Jitsi: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRGGS!