Fedora 24: Eine Woche Fedora 24

Seit fast einer Woche läuft jetzt Fedora 24 auf meinem Desktop und es Zeit zu beurteilen, was geht und was nicht. Das es bei dem Update Probleme gab, ist ja durch das Blog bekannt. Die Probleme sind noch in Arbeit, aber nur marginaler Natur.

Das erste was mir aufgefallen ist, die gesamte 2D und 3D Grafik ist schneller. Der Kartendienst ist super schnell geworden, 3D Games wie Eve Online liefern mehr FPS und auch die Reaktionszeiten der Graka im 2D Betrieb ist besser. FFMPEG ist jetzt in der Lage FULL HD mit 30 FPS zu capturen, was vorher nicht möglich war. Das kann jetzt natürlich auch an einem schnelleren Grakatreiber für die Nvidia liegen und somit außerhalb vom Fedorateam seine Ursachen haben, aber eben auch Änderungen von Fedora zu verdanken sein.

Die Gnome Shell 3.20 ist deutlich reaktiver, konnte aber den leidigen Bug mit der ruckenden Fensterbewegeung von einem Monitor auf den Anderen nicht komplett beheben. Das wäre aber auch schon alles negative.

Die Leistung von Cinnemon ist vorher schon gut gewesen, also auch hier keine Verschlechterung festzustellen .

Insgesamt, kann man mit dem Update zufrieden sein.

Fedora 24: Wenn Automount nicht mehr geht

Wenn man einen USB-Stick in seinen Rechner steckt, erwartet man eigentlich, daß er als Laufwerk auftaucht. Seitdem Update auf Fedora 24 passierte das bei mir nicht mehr.

Schuld dürfte das unterbrochene Upgrade von F23 auf F24 sein, aber wer weiß.  Erstmal die Lage feststellen…

Werden die Drives gefunden ?

Als erstens schauen wir ins .. ups.. das gibt bei Euch nicht ja gar nicht mehr… /var/log/messages (Pech, ich habs noch 🙂 ) Wenn Ihr /v/l/m nicht mehr habt, dann könnt Ihr z.B. „dmesg“ befragen.

Steckt man einen USB Stick rein, muß sowas im Log erscheinen:

Nov  2 15:51:07 eve kernel: usb-storage 3-2:1.0: USB Mass Storage device detected
Nov  2 15:51:07 eve kernel: scsi host4: usb-storage 3-2:1.0
Nov  2 15:51:08 eve kernel: scsi 4:0:0:0: Direct-Access     Intenso  Rainbow Line     8.07 PQ: 0 ANSI: 4
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sd 4:0:0:0: Attached scsi generic sg4 type 0
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sd 4:0:0:0: [sdd] 7907328 512-byte logical blocks: (4.05 GB/3.77 GiB)
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sd 4:0:0:0: [sdd] Write Protect is off
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sd 4:0:0:0: [sdd] Write cache: disabled, read cache: enabled, doesn’t support DPO or FUA
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sdd: sdd1
Nov  2 15:51:08 eve kernel: sd 4:0:0:0: [sdd] Attached SCSI removable disk

Merkt GVFS, daß ein Gerät angeschlossen wurde ?

In einer Bash als normaler User führt Ihr mal „gvfs-mount -o -i“ aus:

Da müßte dann sowas stehen :

Drive changed:      'Intenso Rainbow Line'
  Drive(0): Intenso Rainbow Line
    Type: GProxyDrive (GProxyVolumeMonitorUDisks2)
    ids:
     unix-device: '/dev/sdd'
    themed icons:  [drive-removable-media-usb]  [drive-removable-media]  [drive-removable]  [drive]
    symbolic themed icons:  [drive-removable-media-usb-symbolic]  [drive-removable-media-symbolic]  [drive-removable-symbolic]  [drive-symbolic]  [drive-removable-media-usb]  [drive-removable-media]  [drive-removable]  [drive]
    is_media_removable=1
    has_media=1
    is_media_check_automatic=1
    can_poll_for_media=0
    can_eject=1
    can_start=0
    can_stop=0
    start_stop_type=shutdown
    sort_key=01hotplug/1478096885644198

Volume added:       'Daten'
  Volume(0): Daten
    Type: GProxyVolume (GProxyVolumeMonitorUDisks2)
    ids:
     class: 'device'
     unix-device: '/dev/sdd1'
     uuid: '227C9F0E7E06FAF9'
     label: 'Daten'
    themed icons:  [drive-removable-media-usb]  [drive-removable-media]  [drive-removable]  [drive]
    symbolic themed icons:  [drive-removable-media-usb-symbolic]  [drive-removable-media-symbolic]  [drive-removable-symbolic]  [drive-symbolic]  [drive-removable-media-usb]  [drive-removable-media]  [drive-removable]  [drive]
    can_mount=1
    can_eject=1
    should_automount=1
    sort_key=gvfs.time_detected_usec.1478096885851240

d.b. das GVFS Kenntnis von dem neuen Gerät hat und nun an den Filemanager melden kann, daß DER es einhängen soll.

Wieso werden die dann nicht gemountet ?

Um das zu beantworten muß man etwas über Prozesskommunikation wissen. Die im OS dafür zuständige Komponente heißt D-BUS . Über den D-BUS kann Anwendung A Informationen an Anwendung B senden. Damit das auch bei Desktopanwendungen funktioniert, braucht es eine Spezialversion D-BUS X11 .

Die hatte es wohl bei meinem unterbrochenen Upgrade nicht sauber installiert, also holen wir das nach:

dnf reinstall dbus-x11

Reinstall simuliert das Entfernen und erneute Installieren in einem Rutsch. Danach noch Nautilus oder Nemo neu starten:

killall nautilus; nautilus --force-desktop

und schon tauchen die Laufwerke auch wieder auf dem Desktop und im Nautilus auf.

So leicht das hier auch klingt, in Realität hat es Stunden gedauert, bis ich das gefunden hatte.

RPM: wie man die Changelogs einsieht

Wenn man wissen möchte, was sich bei einem Update einer Software geändert hat, kann man auf die Herstellerseite gehen oder sich die von Fedora/RedHat zur Verfügung gestellten Changelogs eines Paketes ansehen.

In der Konsole geht das mit einem Befehl: „rpm -q –changelog pdfmod“ in diesem Fall für das Programm „pdfmod“

Schwieriger wird es, wenn der Kernel im Spiel ist. Davon gibt es auf jedem Linuxsystem i.d.R. mehrere Versionen, falls einer der Kernel mal nicht booten möchte. Gibt man als Paket also nur „kernel“ an, muß das nicht der Kernel sein, für den man das eigentlich wissen wollte. Daher muß man den kompletten Identifikationsstring angeben:

rpm -q --changelog kernel-4.8.4-200.fc24.x86_64

Mehr zum Thema RPM, gibts hier:

RPM Abhängigkeiten rausfindenDNF deinstalliert und nu ?