Linux – Tilix – GTK – D und Wischiwaschi

Supi, Neues Jahr, neue Software zum Testen. Diesmal „Tilix“ . Ein Terminalprogramm das nach Human-Interface-Paradigma  von GTK entworfen wurde. Und leider sieht es auch genauso aus 🙂

Um was geht es eigentlich ?

So sieht unser Testobjekt aus :

leeres Tilix TerminalTilix ist das neue Fedora 27 Standard Terminalprogramm und löst damit GNOME-Terminal ab. Das führte bei einer frischen Installation von Fedora 27 dann natürlich zu diversen Problemen, denn es reagiert komplett anders als GNOME-Terminal (ab jetzt nur noch „GT“ genannt). Man könnte argumentieren, daß es sich bestimmte Shortcuts jetzt so verhalten, wie man das „erwarten“ würde. Dazu muß man allerdings wissen, daß Tilix krampfhaft versucht das Terminalfenster auf genau der offenen Größe zu belassen und dabei möglichst viel Inhalt da reinzuquetschen.

Beispiel:

Am sieht ein Tilix Fenster in dem viele,viele Terminalfenster kaskadisch immer kleiner angezeigt werden.

Wie man hier sehen kann, ist das u.U. nicht besonders sinnvoll. Verantwortlich für diese lustige Anordnung sind die beiden „plus“ Knöpfe neben der Sessionauswahl links oben, das ist die mit dem „3/3“ Text.

Im ersten Moment fand ich die Funktion geckisch, aber nüchtern betrachtet, macht die so nur Sinn, wenn man das Fenster auf Fullscreengröße geöffnet hat.  Das eingebaute Tiling wird vermutlich viele Freunde finden. Ganz abgeneigt bin ich dem nicht, aber ich ziehe die Einrastfunktion von Cinnamon für ganze Fenster vor. Zwischen den Fenstern kann dann nämlich mit ALT-TAB wechseln.

Die Menüs entsprechen den GTK Vorgaben und sind damit derzeit „das dämlichste was man haben kann“. Der Trend, Context-Menü-Container zu recyclen, also beim Aufruf von Untermenüs kein neues Containerfenster , sondern das vom Menü dadrüber zu recyclen aka nur den Inhalt des Menücontainers zu tauschen, entspricht nicht meinem persönlichen Geschmack.

Auch die Option „Show File Browser“ ist vollkommen Ga-Ga und hat dort nichts zu suchen :

komplett fehl am PlatzWas genau soll so eine Funktion an der Stelle bitte tun ? Ich habs natürlich ausprobiert und kann sagen: Nichts. Denn statt mit dem PDF irgendwas zu machen, z.b. den Filelink in das Terminal zu kopieren, passiert … na ? …. wer räts ? … Genau das nicht! Es ist gar kein Filerequester, es ist gleich ein neues Fenster von Nemo/Nautilus, also genau das was da steht: Mach den Filebrowser auf!  WARUMMMMMMMM!?!!?!!!?!!!!!!!!!!

Phobos – altgriechisch für „Furcht, panische Angst“

Schauen wir nach dem Exkurs in den Wahnsinn mal, auf was Tilix eigentlich aufbaut :

Installieren:
tilix x86_64 1.6.4-5.fc26 updates 724 k
Installiere Abhängigkeiten:
gtkd x86_64 3.6.6-2.fc26 updates 8.5 M
ldc-druntime x86_64 1:1.3.0-1.fc26 updates 550 k
ldc-phobos x86_64 1:1.3.0-1.fc26 updates 2.0 M

Es wird uns also bei der Installation eine Laufzeitumgebung von … taterata… D installiert und gleich noch Phobos dazu.

Praktisch alle Nicht-Programmierer und vermutlich selbst von den Middleaged DevOps kennen D nur die wenigsten. D wurde Ende der 90er!!! Jahre im OOP Hype als auf C-basierendem OOP Ersatz zu C++ entwickelt. Als wenn E und F aus den 80ern nicht schon gereicht hätten 🙂

Über D … man kann es hier prima verwenden -> 😀

D war nicht in den Heise Top 10 für 2017 ,
ist keine POP ( Problem Orientierte Programmiersprache —- Ich weiß!!! ich weiß!!! 😀 ) und damit trendy,
in den Stackoverflow TOP 20 der meistgehassten Programmiersprachen kommt es auch nicht vor,
und in den Top 20 der JAX für 2017 kommt D auch nicht  vor.  Da selbst PERL noch in deren TOP 20 ist und das verdammt lange tod ist, lasse ich mich dazu verleiten D auch als irrelevante Größe zu bezeichnen aka tod.

Ein Programm in einer toten Programmiersprache und auf Basis von panischer Furcht , das kann kein gutes Omen sein. Und genau in dem Geiste scheint Phobos gemacht worden zu sein, denn es beschreibt sich so :

„Each module in Phobos conforms as much as possible to the following design goals. These are goals rather than requirements because D is not a religion, it’s a programming language, and it recognizes that sometimes the goals are  contradictory and counterproductive in certain situations, and programmers have jobs that need to get done“

Kurzform „WischiWaschi“

Das will man über eine wichtige Komponente seines Rechners nicht lesen.. Übersetzung:

Jedes Modul in Phobos entspricht so weit wie möglich den folgenden Designzielen. Diese Ziele sind eher Ziele als Anforderungen, denn D ist keine Religion, es ist eine Programmiersprache, und es erkennt, dass die Ziele manchmal widersprüchlich und kontraproduktiv in bestimmten Situationen sind, und Programmierer haben Jobs, die erledigt werden müssen“. ( Danke an Deepl.com )
(An.d.R. die Designziele werden gar nicht in der dnf info von phobos genannt k.a. wieso die die dann erwähnen.)

Natürlich hat ein Programm klare Ziele:

  1. Es muß eine bestimmte Funktion erfüllen
  2. Es darf keine Fehler enthalten
  3. Es darf bei Design keine Sicherheitslücken enthalten
  4. Es muß bedienbar bleiben

Die Formulierung wie „Aber manchmal haben Programmierer Jobs, die erledigt werden müssen.“ lassen mich an der Qualität des Codes schon von vornherein zweifeln. „D sein keine Religion“ als wenn Ziele eine Religion bräuchten ? Das ist so typischer „Ich weiß alles besser als Ihr“ Manifestsülz. Glauben gehört in die Kirche und Ziele im Leben sind ein Eigenschaft von Menschen. Und wenn ich das Ziel habe, das coolste, aber total unsicherste Programm des Planeten zu bauen, dann tue ich das, weil ich ein Mensch bin. Macht das Sinn , Nö, aber Spaß 😀  Programmierer, deren Software für andere Gedacht ist, sollten andere Maßstäbe haben: Sicherheit, Stabilität, Benutzbarkeit.

Wie Ihr hier lesen könnte, kommt „Design“ in der kurzen Liste nicht vor.  Firmenchefs und Designer sehen das natürlich anders, weil EyeCandy verkauft sich gut, aber man kann Design auch an Platz 4 der Liste haben und ein sicheres Programm trotzdem gut aussehen lassen 😉

Fazit

Die vielen unnötigen Ebenen des Terminalseins ( da gibts 4 von in Tilix ) haben keinen brauchbaren Vorteil (für mich), der Unterbau macht mir Angst, die wenig bis gar nicht auditierte Programmiersprache nebst Compiler, sinnlose Features und ein grässliches Design lassen für mich nur eine Option zu:

dnf erase tilix -y

und danach die Platte desinfizieren 😉

Fedora 24: Eine Woche Fedora 24

Seit fast einer Woche läuft jetzt Fedora 24 auf meinem Desktop und es Zeit zu beurteilen, was geht und was nicht. Das es bei dem Update Probleme gab, ist ja durch das Blog bekannt. Die Probleme sind noch in Arbeit, aber nur marginaler Natur.

Das erste was mir aufgefallen ist, die gesamte 2D und 3D Grafik ist schneller. Der Kartendienst ist super schnell geworden, 3D Games wie Eve Online liefern mehr FPS und auch die Reaktionszeiten der Graka im 2D Betrieb ist besser. FFMPEG ist jetzt in der Lage FULL HD mit 30 FPS zu capturen, was vorher nicht möglich war. Das kann jetzt natürlich auch an einem schnelleren Grakatreiber für die Nvidia liegen und somit außerhalb vom Fedorateam seine Ursachen haben, aber eben auch Änderungen von Fedora zu verdanken sein.

Die Gnome Shell 3.20 ist deutlich reaktiver, konnte aber den leidigen Bug mit der ruckenden Fensterbewegeung von einem Monitor auf den Anderen nicht komplett beheben. Das wäre aber auch schon alles negative.

Die Leistung von Cinnemon ist vorher schon gut gewesen, also auch hier keine Verschlechterung festzustellen .

Insgesamt, kann man mit dem Update zufrieden sein.

REMIX OS nutzt jetzt Android 6

Android Central berichtet heute, daß das REMIX OS auf Android 6 integriert wurde. Was ist REMIX OS ? War kein Vertipper und hatte mit ReACTOS nichts zu tun.

Wer Android auf einem Desktop oder Laptop haben will, der kann sich REMIX OS mal ansehen.  Aber wer da was erwartet, daß funktioniert, den muß ich leider enttäuschen 🙂

Ich habs ausprobiert und außer bedenklichen Apps aller Art, nichts entdeckt, das brauchbar gewesen wäre. Privatsphäre war nicht im Plan vorgesehen, genauso wenig wie, daß es funktionieren sollte. Die Bedienung mit der Maus war haarsträubend buggy. Mehr als eine early Alpha ist es wirklich nicht.

Beim Start sah es noch ganz nett aus, aber die Oberfläche ist echt Augenkrebs 😉 Ich kann Euch leider keine Bilder zeigen, da die Tastendrücke durch das RemixOS in der VM abgefangen wurden. Verpaßt habt Ihr nichts.

Hier gibts mehr zum Thema :  androidcentral.com

Fedora 24 und ACER Aspire E5-571G-54MW

Im Dezember wurde ja schon berichtet, daß das ACER Aspire E5-571G-54MW Laptop für Fedora 23 geeignet ist. Diesen Test habe ich mit Fedora 24 Beta wiederholt und auch das läuft anstandsfrei.

Der Bootvorgang von Fedora 24 Beta weicht ein bisschen von den normalen Boots ab. Die dort gemachten Tests kann man aber überspringen. Auf den ersten flüchtigen Blick, hat sich in der LiveDemo nichts geändert. Wie in den Betanews angekündigt, fehlt noch die eine und andere Übersetzung, aber es ist erträglich.

Dell XPS 13 Laptop mit Linux

Dell bietet jetzt das XPS 13 mit 4k Display und vorinstallierten Ubuntu an. Die Spitzenaustattung kann sich wirklich sehen lassen, Core i7 6560U,16 GB Ram, halbes Terrabyte SSD und 4K Spiegeldisplay.

Golem hat das Gerät bereits getestet, den Testbericht gibt es hier.