Android: FireFox und das WiFi-Tickling

Und auch heute wieder ein Beitrag aus der Kategorie „Niemals genauer hinschauen“ :

Wie im Beitrag gestern über Tastatureingaben, die an Suchmaschinen geschickt werden, habe ich auch heute wieder was aus meinem neuesten Projekt für Euch. Euer lieber Firefox bombardiert das Gateway mit scheinbar unsinnigen Paketen:

16:05:52.958119 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:52.973897 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:52.990415 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.018183 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.023820 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.040692 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.058932 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.075325 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.091926 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.108330 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.124708 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0
16:05:53.141359 IP 192.168.20.3.59077 > 1.0.0.0.4886: UDP, length 0

In einem Bugreport an Firefox wird das genauer geschildert:

FireFox Android 5.1

FireFox Android 5.1

If you’re on wifi and an IPv4 DHCP network we will send 0 length UDP packets at port 4886 of your gateway at the default rate of 60hz for 400ms from the start of the transaction in an attempt to improve RTT during the critical early phases. I call this „tickle time“.

Nur so ganz stimmt das nicht, denn 1.0.0.0 gehört nicht meinem Router, sondern ist den Arpa-Laps zugeordnet und auch an sich eher nicht routbar, genau wie 10.0.0.1/8 und ähnliche private Netzwerke.

RTT steht dann für RoundTripTime und der Sinn des Ganzen ist, daß das Antwortverhalten vom WLAN Router verbessert wird, weil er sieht, daß da „massiv“ Pakete kommen und er die echten Pakete dann schneller routet, weil die ja wichtig sind.

Hier zu merken ist: Das macht nur Firefox so, ergo: sieht man son Traffic, weiß man, es ist ein Android Phone mit FireFox, der grade aktiv genutzt wird. Das wir das noch brauchen werden, werdet Ihr bald sehen 🙂

mehr dazu:  https://bugzilla.mozilla.org/show_bug.cgi?id=888268

Android: Firefox übermittelt jede Tasteneingabe

Mein neuestes Projekt, die mobile Sicherheit von Handies ergründen, hat schon seinen ersten Treffer geliefert.

Zu meinem Erstaunen übertrug Firefox jede Tastatureingabe bei der Eingabe einer URL an einen dubiosen Server ohne Namen. Wie sich rausstellte, werden dadurch die Suchvorschläge erzeugt, auch wenn man URLs eintippt.

Das ist natürlich grade bei privaten Domains oder Urls mit Parametern ein Problem, weil irgendein Server das natürlich zusammensetzen kann. Ein eigenes Suchfeld, wie beim Desktopbrowser wäre die Lösung, aber da brauchen wir nicht drauf hoffen. Mir ist natürlich auch klar, daß der Platz auf einem Handy Display begrenzt ist, aber schön wärs, wenn der Datenschutz zuerst käme, man es also einschalten müßte.

Wer das nicht will, kann das in den Einstellungen zu Suchmaschinen abschalten.

Cinnamon Screensaver locked den Desktop nicht mehr

Es ist mal wieder soweit, der halbe Desktop (Linux) Planet ist in Gefahr, naja, fast 🙂

Das Problem

Der Cinnamon-Screensaver 3.4.1-1 lockt den Bildschirm nicht mehr, wenn er soll. Das öffnet natürlich fatale Sicherheitslücken in allen Bereichen, denn wenn der Bildschirmschoner angeht, lockt sich auch i.d.R. der Bildschirm, so daß ein Anderer den PC nicht übernehmen kann. Steht man nun von seinem Platz auf, gibt man mit der 3.4.1-1 die Kontrolle über seinen PC auf.

Und so beheben wir das Problem für Fedora

Zunächst öffnen wir eine ROOT Konsole, als User geht es leider nicht zu beheben. Dann entfernen wir als Root das Paket von PC :

rpm -e --nodeps cinnamon-screensaver

Von der Webseite „https://koji.fedoraproject.org/koji/packageinfo?packageID=16651“ laden wir uns die alte Version 3.4.0-1 passend zu unserem OS z.B. Fedora 25 x86_64  herunter . Danach installieren wir diese Version:

rpm -i ./cinnamon-screensaver-3.4.0-1.fc25.x86_64.rpm

Nun editieren wir noch die /etc/dnf/dnf.conf und tragen bei „exclude“ „exclude=cinnamon-screensaver*“ ein, andernfalls  wird der screensaver gleich wieder geupdated, wenn der nächste Cronjob dafür läuft.

Jetzt melden wir den aktuellen Benutzer vom Desktop ab und gleich wieder an. Das war es dann auch schon.

Bei Fedora ist ein entsprechender Bugreport am laufen, so daß mit einem Fix in den nächsten Tagen zu rechnen ist.

Update 26.6. 2017:

Leight Scott hat schnell reagiert und ein neues Paketupdate gepusht, welches das Problem behebt. Wer also cinnamon-screensaver in der dnf.conf gesperrt hat, kann die Sperre wieder aufheben.