Coronachroniken: Der digitale Friseurbesuch

Liebe Kasernierte,

heute möchte ich Euch mit einem Lifestylebeitrag für Männer und IT Nerds beglücken. Leider wird das für Frauen nur in den wenigsten Fällen funktionieren 😉

Coronachroniken: Der digitale Friseurbesuch

Es stellt sich alle 6-8 Wochen das Problem, daß die eigenen Haare unter Kontrolle gebracht werden müssen. Einzelne Bereich des Körpers sind dabei einfach zu pflegen, als andere. Der Kopf dürfte für die meisten bislang ein Hindernis darstellen.

Was liegt da näher, als doch mal die aktuelle Technik zu Hilfe zunehmen. Ab hier wird es für Nicht-Nerds schwieriger das aufgezeigte nachzumachen, aber die von Euch, die einen PC und Tablet oder Handy haben, brauchen sich eigentlich nur noch eine Schere, ein Handtuch ( zum überwerfen ) und einen Tabletständer zu besorgen.

Flugs den Ständer hinter dem PC Stuhl aufgebaut, ggf. den Gamersessel gegen ein ordinäres Modell tauschen, das Handy eingespannt und die Videokonferenz gestartet 😀

Nun positioniert Ihr noch alles passend auf den Teilbereich an den Ihr ran müsst und schon könnt Ihr losschnibbeln. Da jetzt vor Euch Eurer Hinterkopf zu sehen ist, könnt Ihr problemlos die Schere ansetzen und einen einfachen Fashionschnitt nachschneiden. Es empfiehlt sich, auch gleich den Nacken auszurasieren, wenn man schon einmal so einen klasse Blick hat.

Gegen die Hauptbehaarung hilft der Rasierer auch gleich, da kann man einfach und sicher die gröbsten Missstände auf dem Kopf lichten. Aber nicht zu stark aufdrücken, sonst gibt es eine vorzeitige partielle Glatzenbildung 😉

Fedora: GlibC Update zerdängelt „Deutsch“

Das neueste Glibc Update zerlegt leider bei Fedora die Umlaute in allen neu gestarteten Programmen.

glibc-2.29.29 – Update mit Problemen

Das neueste ( 25.3. ) glibc Update, daß nach 14 Tagen ohne Karma gestern ins Stable gepusht wurde, weil es mal wieder keiner getestet hat, hätte mal lieber von Leuten getestet werden sollen : Es ist leider defekt  🙁

Im Thunderbird zeigt sich das Problem mit Ordnernamen, die deutsche Umlaute enthalten:

Außerdem kann Thunderbird keine Nachrichten mehr speichern, wofür ich noch keine Erklärung habe, da dort gar keine Umlaute im Spiel sein sollten.

Lösung:

Ihr laded Euch für FC30 folgende Pakete im Koji runter:

glibc-2.29-28.fc30.i686
glibc-2.29-28.fc30.x86_64
glibc-common-2.29-28.fc30.x86_64
glibc-devel-2.29-28.fc30.x86_64
glibc-headers-2.29-28.fc30.x86_64
glibc-langpack-de-2.29-28.fc30.x86_64  (siehe Unten)
glibc-langpack-en-2.29-28.fc30.x86_64
libnsl-2.29-28.fc30.x86_64
nscd-2.29-28.fc30.x86_64

Den Link dazu gibt es hier:

https://koji.fedoraproject.org/koji/buildinfo?buildID=1431046

Aber Vorsicht, nicht die falschen Pakete runterziehen, sonst geht nichts mehr. I686 und X86_64 sollten es schon sein.

Als Root führt Ihr dann das Downgrade aus im Downloadverzeichnis aus:

dnf downgrade ./nscd-2.29-28.fc30.x86_64.rpm ./libnsl-2.29-28.fc30.x86_64.rpm ./glibc-*rpm

Idealerweise beendet Ihr Thunderbird und alle anderen betroffenen Programme vorher und started es danach wieder.

Hinweis: Ihr habt ggf. nicht die langpack’s „de“ und „en“ installiert, sondern denn „glibc-all-langpacks“. Also braucht Ihr dann folglich auch „glibc-all-langpacks-2.29-28.fc30.x86_64.rpm“.

dann noch verhindern, daß es Updates gibt, bis das Problem gelöst wurde:

echo „exclude=glibc* nscd* libnsl*“ >> /etc/dnf/dnf.conf

Danach die Datei prüfen, ob da jetzt nicht zwei Zeilen Exclude drin sind und ggf. anpassen.

Coronachroniken: Warum ein Professor empfiehlt die Schulen wieder zu öffnen.

Liebe Kasernierte,

heute befassen wir uns kurz mit dem Hintergrund wieso ein Professor für Toxikologie und Immunologie die Schulen und Kindergärten sofort wieder öffnen möchte.

Eilupdate: Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat die Einschränkungen des Osterreiseverkehrs in MVP überraschend am 9.4. aufgehoben.

Coronachroniken: Warum ein Professor empfiehlt die Schulen wieder zu öffnen

Update: die aktuellen Zahlen vom 10.4.2020

Hinweis: die (Gerade) am Ende ist für die Mittelwertsbildung nötig

Dr. Stefan Hockertz Professor für Toxikologie und Immunologie empfiehlt in einem Gespräch zu Covid-19 vom 30.3. zwischen Prof. Dr.Dr. H. Walach & Prof. Dr. S. Hockertz, das sofort die Kindergärten und Schulen wieder eröffnet werden sollen. Das klingt erstmal komisch, wo doch gerade Kinder als „Bazillenschleudern“ bekannt sind. Was könnte da wohl hinterstecken?

Wenn man mal darüber nachdenkt, ist die Theorie dahinter ganz einfach:

Kinder stecken sich schnell mit Krankheiten an
Kinder stecken Krankheiten i.d.R. gut weg
Kinder haben meistens keine relevanten Vorerkrankungen ( Asthma mal außen vorgelassen )
Kinder genesen i.d.R. schneller mit weniger Komplikationen als Erwachsene.
und es gibt meisten mehr Kinder als Rentner

Damit bilden Kinder(und Jugendliche), wenn ihre Altersgruppe dann gut „durchseucht“ ist, nach Ende der Krankheitswelle einen natürlichen Schutzschild für die älteren Menschen. Anstecken können sich die Kinder nicht wieder, übertragen können sie die Krankheit dann auch nicht mehr und sterben werden sie daran i.d.R. auch nicht. Man müßte also die zu schützenden Menschen nur eine Weile von den Kindern fern halten und hätte viel mehr erreicht. Die Erwachsenen im Home-Office hätten auch mal Zeit sich auf Ihren Job zu konzentrieren, was ja auch einen Produktivitätszuwachs bedeutet würde.

Jetzt stellen wir unseren Gedankengang mal auf die Probe

Ich möchte ja einem Professor auf dem Gebiet nicht einfach so wiedersprechen, deswegen schauen wir mal, ob der obige Gedankengang so stimmen kann.

Kinder stecken sich schnell mit Krankheiten an, wenn sie noch in Gruppen miteinander, statt am PC gegeneinander spielen würden. Vermutlich ist der Punkt eigentlich Grau, die hocken ja spätestens im Klassenraum aufeinander.
Kinder stecken Krankheiten i.d.R. gut weg, wenn so ein Kind kein Fieber hat, ist es meisten munterer als Mama und Papa zusammen.
Kinder haben meistens keine relevanten Vorerkrankungen ( Asthma mal außen vorgelassen ), die Rauchen und Trinken nicht.
Kinder genesen i.d.R. schneller mit weniger Komplikationen als Erwachsene. Krankheiten die Erwachsenen schwer schaden können, verlaufen bei Kindern oft anders. Hinweis: wurde gerade von Prof. Exner auf der Pressekonferenz zur Heinsberg Untersuchung bestätigt.
und es gibt meisten mehr Kinder als Rentner, so war es zumindest früher mal, wenn man sich in 2020 die Alterspyramide ansieht, stimmt das nicht mehr. Die 55 jährigen sind derzeit die größte Gruppe in Deutschland. (Quelle: https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/index.html#!y=2020 )

So hundertprozentig ist der Plan vielleicht nicht durchdacht, einfach schon deswegen, weil Kinder eben nicht die Masse mehr sind, wie das früher mal der Fall war. Damit können Sie nicht mehr den Schutzschild spielen, den Dr. Hockertz gerne in ihnen sehen würde. Betrachtet man mal die Altersgruppen ein bisschen sind von den vielen Senioren viele für Kinder ( in der Situation ) gar nicht erreichbar: z.b. wegen Wohnen im Pflegeheim, allgemeines Desintresse an älteren fremden Menschen etc.

Ich finde den Gedanken trotzdem ganz charmant, weil er schön zu einem anderen Punkt paßt: Wir haben nur 2/3 der Intensivbetten überhaupt  mit Patienten belegt. Wie könnte das passen? 🙂

Ok, ist eigentlich ganz einfach:

Wir sehen derzeit nicht die Zahlen an Patienten in unseren Kliniken, wie uns die Medien dies aus Italien gern suggerieren würden. Ohne Frage ist es in Italien sehr schlimm, aber das ist die Lage da zu jeder Wintersaison. Für Mediziner scheint der Fall „Italien“ völlig normal zu sein. Zurück zu uns: wir haben also derzeit den Luxus freie Betten zu haben. Warum nutzen wir das nicht und infizieren gesunde Freiwillige ohne Vorerkrankungen nicht absichtlich mit dem Virus?

Das kann man kontrollieren.
Die Leute wüßten, daß sie jetzt 3 Wochen Pause haben ( 5 Tage Inkubation und 14 Tage Genesung )
Die Leute könnten sich vorbereiten, alles einkaufen, müßten dann nicht mehr raus, alles andere bringt das Gesundheitsamt o.ä. Helfer vorbei.
Erkrankt jetzt einer schwer an der Krankheit, findet er optimale Betreuung vor: Freie Betten, entspannte Ärzte (soweit das überhaupt geht) und freie Beamtungsgeräte.

Die Leute die damit durch sind, können wieder voll durchstarten, weil sie niemanden mehr infizieren können. Gibt einen Amtlichen Brief drüber und dann geht es wieder zur Arbeit. Das klingt doch viel besser, als das alle unproduktiv zu Hause belieben müssen, oder?

Warum ich denke, daß derzeit kaum Menschen sterben?

Habt Ihr diese Grafik schon einmal gesehen ?

Quelle: https://www.euromomo.eu/index.html

Das sind Zahlen einer europäischen Erhebung der Sterbezahlen in den Ländern Europas (EuroMOMO). Auf der Karte sieht man, wer da wie mitmacht. Traurig, daß Deutschland so schwach vertreten ist, aber unsere Grafik kann man sich beim Bundesamt für Statistik, die weicht da nicht von ab.

Seht Ihr die großen Ausschläge in Woche 2017-01 -> 2017-03 und 2017-49 -> 2018-09?

Das war eine Influenzawelle, wo man bei den Impfungen gegen Grippe leider auf den falschen Virusstamm gesetzt hatte, und eine normale Welle. Schaut Euch die Zahlen an, die dabei zusammenkommen ( >70.000 Tote pro Woche in den teilnehmenden Ländern im Peak) und sucht mal den Ausschlag für dies Jahr. Ihr findet keinen. Die rote Linie ist die Basislinie, so viele Menschen sterben halt im Mittel in dieser Jahreszeit.

Was bedeutet das jetzt? Das große Massensterben vor dem alle Angst haben, findet nicht statt. Also lasst uns die Zeit nutzen und die Herde immunisieren.

UPDATE 9.4.:

Am 7.4. hat das RKI die Empfehlung zur NICHT-Obduktion von Verstorbenen geändert und jetzt wird endlich nachgesehen, woran diese Menschen wirklich gestorben sind. Dank der Intervenierung des Deutschen Pathologen Verbandes.

https://www.pathologie.de/aktuelles/bdp-pressemitteilungen/bv-pressemitteilungen-detailansicht/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1672&cHash=b566f545e6aa47c5dd22ffe1f70e032e

Update von der PK des Professor Streecks zur Studie in Heinsberg: Schulen und Kindergärten sollten mit Auflagen zur Hygiene wieder geöffnet werden. TOLD YOU SO! Hintergrund: Kinder haben nur ganz selten einen schweren Verlaufen. Allerdings dürfen die dann ggf. bis Weihnachten die Großeltern nicht sehen. Das gilt vermutlich für deren Eltern auch. Da es aber keinen Impfstoff geben wird bis dahin, muß die Immunität in der Bevölkerung auf dem von der Natur vorgesehenen Weg stattfinden. Die Jungen infizieren sich, bilden die Immunität aus und schützen so dann die älteren, weil Sie die Krankheit nicht mehr übertragen.

Ich habe den obigen Beitrag VOR der PK geschrieben \o/

Update: 10.4.

Herr Dorsten hat über die Süddeutsche Zeitung gleich mal gegen die Zwischen-Ergebnisse aus Heinsberg gewettert. Er bemängelt darin, daß die Methode verfälscht sein und zu wenig Informationen darüber mitgeteilt wurden. Offensichtlich kann sich Herr Dorsten nicht damit abfinden, wie alle anderen auf das offizielle Ende der Studie und dem dazugehörigen Papier zuwarten, in dem dann die Methodik und die Annahmen der Wissenschaftler enthalten sein werden.

Kommentar: Eigentlich wäre es ja der Job von Herrn Dorsten gewesen, zusammen mit dem RKI  in Heinsberg  Forschungen zu betreiben. Jetzt die Zwischenergebnisse einer andere Gruppe zu kritisieren, die seinen Job macht, zeugt nicht wirklich von Anstand. Aber wir können beruhigt sein, Dr. Exner vom RKI ist an der Studie beteiligt, insofern ist das RKI da ja jetzt doch mit im Boot, auch wenn es sich dabei um einen Experten für Hygiene handelt. Dr. Exner machte auf der PK des Landes NRW zu den Zwischenergebnissen einen soliden Eindruck.

Zur Methodik im Heinsberg zählen übrigens so Sachen wie Abstriche von Türen, Geräten und Rachenabstriche von Menschen, Katzen (via Kauknochen)  und anderen Haustieren. Wir werden am Ende also deutlich mehr wissen, als wir wissen müßten. Sogar wer bei wem am Tisch sas bei der Karnevalssitzung, die als Urknall in Heinsberg gehandelt wird.