CoronaChroniken: Die Sache mit dem R

Liebe Kasernierte,

heute geht es um Panikmeldungen zum Faktor R.

CoronaChroniken: Die Sache mit dem R

Wir brauchen unsere tägliche Grafik, extra für Euch heute morgen noch aktualisiert:

Ihr seht die rote Linie, das ist R. Wenn R > 1 geht, dann bedeutet das eine Zunahme der Neuinfektionen. Sehen kann man das schön vom 6.3. bis 18.3. als die Zahlen der Neuinfektionen steil angestiegen sind.

Heute morgen hieß es in den Medien, das das RKI ein R von 1,1 annimmt und eine passende Warnung platziert hat. Nun, die Zahlen oben sind vom RKI und unterscheiden sich nur dadurch, daß ich andere Formeln auf R loslasse 🙂

Ich bilde erst einmal einen über 7 Tage gemittelten Kurvenwert ( grün ) für die Neuinfiziertenzahlen. Damit verflüchtigen sich die ganzen Meldeschwankungen (das ist das Zickzackmuster in der dunkelblauen RKI Linie) ).

Was ist R überhaupt?

R ist der Ansteckungsfaktor. Damit ist das Verhältnis von Leuten die infektiöse sind und Neuinfizierten gemeint, denn nur Menschen, die gerade in Ihrer infektiösen Phase sind, können überhaupt jemanden anstecken.

1, Annahme: Diese Phase beträgt ganz grob 12 Tage.
2, Annahme: Nur Menschen, bei der die Krankheit frisch ausbricht, laufen draußen noch rum, weil die anderen, liegen im Bett um sich auszukurieren.

R wird nun wie folgt ermittelt:

R(10.5.) = SUMME(8.5. – 11.5.) / SUMME(4.5. – 7.5.)

kommt hier 0,8 für den 10.5. raus. Der 11.5., also die Neuinfektionszahlen von Morgen, werden aufgrund des Kurvenverlaufes geschätzt, Das RKI geht mit seinem hochtrabend „NowCasting“ benannten Verfahren sogar noch 2 Tage weiter in die Zukunft. Da die Werte im Wochenverlauf immer gleich Schwanken ( Donnerstags die meisten Meldungen ) kann man das Experiment vermutlich wagen, aber es wird halt immer unsicherer, je mehr man Schätzen muß. Daher wage ich nur einen Tag in die Zukunft zu blicken und den Rest berechnen zu lassen.

Anmerkung: Ob man 4 oder 5 Tage als Durchschnitt nimmt, hat keinen signifikanten Einfluss auf die derzeitige Kurve. Es ist nur bei extrem starken Änderungen, wie von 6.3. bis 18.3. relevant.

Hier die Kurven in Zahlenform, damit Ihr das nachrechnen könnt:

DatumRKI Neuinfektionen7Tage Mittelwert
01.05.20850979,7142857143
02.05.20620928,2857142857
03.05.20407895,4285714286
04.05.20717853,4285714286
05.05.201060849,1428571429
06.05.201180810,4285714286
07.05.201140838,7142857143
08.05.20820822,8571428571
09.05.20349758,1428571429
10.05.20605676,4285714286

Wenn die Zahlen der Neuinfizierten auch nur für 7 Tage gleich blieben, hätten wir den R=1 Wert erreicht, weil dann immer ein bereits Infizierter einen Neuinfizierten verursacht (im Durchschnitt natürlich nur).

Da es sich bei R um einen Faktor handelt, der auf Durchschnittswerten von Durchschnittswerten beruht, dauert es immer eine Weile bis sich klare Trends ablesen lassen und der Wert wird immer leicht schwanken, das liegt schon in der 5 Tage Arbeitswoche begründet, der die Meldeschwankungen zu verdanken sind.

Wenn man sich den Verlauf von R als direkte Ableitung von den ungeglätteten und somit unrealistischen Zahlen ( hier „r direkt“ genannt )  und im Vergleich dazu die geglätteten Zahlen ( „r(4d)“ ) dann sieht man sofort, wieso das gemacht werden muß:

Analyse von RDie Neininfektionszahlen sind im Hintergrund als Referenz eingefügt.

Hinweis: Im Vergleich zu den anderen Kurven sind hier die Achsen vertauscht.

Analyse

Die Kurve aus den geglätteten Zahlen des 7Tage-Durchscnitts ( blau ) verläuft deutlich entspannter, als die ZickZack r-direkt Kurve, die leicht über 1 gehen kann. Da hier die 5 Tage Arbeitswoche die Ursache für die Schwankungen ist spiegelt sich das auch direkt in einem hektischen Verlauf der Kurve wieder.

„r(4d)“ dagegen ist die realistischere Kurve, da .. und hier zitiere ich mich gern selbst von Anfang der Artikelserie: „Einem Virus das Wochenende vollkommen egal ist.“ 🙂

Panik ist also gar nicht angezeigt, da „r“ nicht mal in die Nähe von 1 kommt derzeit. Wieso das RKI da schon wieder Panik macht, kann man eigentlich nur damit erklären, das die „hellen Köpfe des RKI“ andere Zahlen benutzen, oder doch nicht ganz so helle sind. Sie konnten den Journalisten ja schliesslich auch bei mehrmaligem Nachfragen nicht erklären, wie R zustande kommt und was das überhaupt ist.

Essentials: Festplattenbelegung mit Baobab analysieren

Wie Finn Christiansen in seinem Blogbeitrag Große Dateien und Verzeichnisse unter Linux finden beschrieben hat, könnte man find benutzen und nach Files einer bestimmten Größe suchen(oder größer). Die Herren Kommentatoren zeigten dann gleich noch andere, ebenfalls shellbasierte Methoden auf, den Platzbesetzern auf die Spur zukommen.

Was aber, wenn man darauf keinen Bock hat ?

Dann nimmt man BaoBab :

Baobab-1

Baobab stellt die Festplattenbelegung auf eine einfache Weise in Ebenenringen dar. Je größer die Ringfläche, desto mehr ist drin und man kann schon auf den ersten Blick erkennen, in welchem Unterzeichnispfad der Übeltäter stecken könnte.

Natürlich kann man den Verzeichnisbaum links auch aufklappen, oder sich das als wirklich als abstrakte Kunst anzeigen lassen 😉

Baobab-2Damit werdet Ihr schnell ans Ziel kommen.