Wenn die Hardware anders heißt…

Neulich erreichte mich folgende (leicht geänderte) Problemanfrage:

„Hi,

hat schon jemand von euch mit der neuen Ubuntu Version herum gespielt?

Ich habe gerade meinen ersten Cleaninstall unter Ubuntu 16.04 gemacht und bekomme hier gerade Probleme mit meinen Scripten. Die verdammte Netzwerkkarte heißt nicht mehr eth0

Weiß jemand von euch, wie meinen alten Interface Name wieder bekomme ?

Die Lösung ist zwar nicht naheliegend, aber recht einfach : „udevd sagen, er solls richten“ 🙂

Was ist udevd ?

Der udevd war früher mal eigenständig, wurde aber auf Fedora in Systemd integriert und ist für eine Art Hausmädchen für Hardwaresachen und andere organisatorische Konfigurationsdinge.

Die Definition liest sich das dann so :

„udev supplies the system software with device events, manages permissions of device nodes and may create
additional symlinks in the /dev directory, or renames network interfaces. The kernel usually just assigns
unpredictable device names based on the order of discovery. Meaningful symlinks or network device names
provide a way to reliably identify devices based on their properties or current configuration.“

und meint einfach „Hausmeister“ 😉

Und wie löse ich das jetzt mit Hilfe des udevd ?

Im Verzeichnis „/etc/udev“ gibt es den Ordner „rules.d“ in dem Konfigurationen abgelegt werden, die durch die Nummern am Anfang der Dateinamen sortiert ausgeführt werden. Wir legen eine neue Datei namens „/etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules“ an und schreiben das hier rein :

# This file was automatically generated by the /lib/udev/write_net_rules
# program, run by the persistent-net-generator.rules rules file.
#
# You can modify it, as long as you keep each rule on a single
# line, and change only the value of the NAME= key.

# PCI device 0x10ec:0x8139 (8139cp) (custom name provided by external tool)
SUBSYSTEM==“net“, ACTION==“add“, ATTR{dev_id}==“0x0″, ATTR{type}==“1″, KERNEL==“eth*“, NAME=“eth0″

Wenn man nun den Rechner rebootet, wird das Netzwerkinterface vom Kernelnamen ( und das wurde bei Ubuntu geändert, was bei Fedora schon vor Jahren gemacht wurde ) auf „eth0“ umbenannt.

Was ist wenn ich mehr als eine Netzwerkkarte habe ?

Dann kann man sich über die DEV_ID ( Device-ID ) identifizierte einzelne Regeln anlegen, die jede einzelne Netzwerkkarte umbenennen, in was auch immer man will.

 

Erste Rcs von Fedora 24 bereit

Fedora 24 soll in einem Monat bereit sein. Die ersten Tests mit dem RC können ab sofort durchgeführt werden.

Wayland ist noch nicht als Standard aktiviert, kann aber ausprobiert werden. Es wird aber wohl frühestens mit Fedora 25 kommen. Gnome 3.20 ist auch mit dabei. Wie mir die GNOME Entwickler versprochen haben (im Ernst), soll das viele Probleme vom Gnome 3.18 und Nautilus beheben, z.b. das große ICON Problem.

WordPress & Linux und der FTP-User

Aus gegebenem Anlass… möchte ich darauf hinweisen, daß man WordPress Dateien auf einem nakten Linuxsystem am besten als wwwrun/wwwdata (je nach Distro) installieren sollte und nicht als andere Benutzer auspackt und dann den Webserver als wwwrun betreibt. Sonst kommt es zum Rechteproblem beim Installieren von Plugins.

Merken kann man das daran, daß WordPress plötzlich FTP Userdaten verlangt, weil es bestimmte Dinge nicht machen kann (Mangelnde Schreibrechte). Die Gegenmaßnahme ist jetzt aber nicht chmod 777 zu verteilen, sondern ein System auf eine sicherere und stabile Webhostingbasis zu stellen.

Desweiteren ist der nakte, ungeschützte Betrieb von PHP- und Perl-Anwendungen im Modulmodus auf einem Linuxsystem per se eine dumme Idee. Es gehört ein CGI Wrapper zwischen Webserver und PHP Skript, der sämtliche Rechte auf einen Benutzer beschränkt und ihn idealerweise in eine Chrootumgebung zwingt. Erst ab dem Level fängt der Begriff sicherer an.