Datenschutz: Wie peinlich T-Online ist

Peinlicher, aber nicht ganz unerwarteter, Fauxpas von T-Online:

2020-02-25 04:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 04:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-38) H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 05:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 06:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 07:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 08:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 09:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-53): retry time not reached for any host for 'rx.t-online.de'
2020-02-25 10:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support
2020-02-25 10:55:03 1j69ZJ-0001iL-S3 == tosa@rx.t-online.de R=dnslookup T=remote_smtp defer (-38) H=rx.t-online.de [194.25.134.67]: a TLS session is required, but the server did not offer TLS support

angemerkt sein, daß die Server für Kundenmails davon nicht betroffen sind. Das ändert aber nichts daran.

T-Online mit Datenschutzverstoß

Der Verzicht auf TLS stellt meiner Meinung nach, mal einen soliden Verstoß gegen Artikel 32 DSGVO dar, weil man als Mailserverbetreiber ja vorher nicht wissen kann, ob da drüber Personenbezogene Daten transportiert werden sollen oder nicht. Hellsehen, was einem einer jemals schicken wird, kann man ja nicht und daher muß man zwangsläufig vorher die Sicherheit der Datenübertragung aktiviert haben, weil nachträglich Sicherheit herstellen geht in dem Fall nun mal nicht.

Artikel 32
Sicherheit der Verarbeitung
(1) Unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen  Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen treffen der Verantwortliche und der Auftragsverarbeiter geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten; diese Maßnahmen schließen unter anderem Folgendes ein:

a) die Pseudonymisierung und Verschlüsselung personenbezogener Daten;

Das kombiniert mit Artikel 4 2. schließt den Transport von Daten mit in den Begriff „Verarbeitung“ ein und erzwingt, weil der Aufwand praktisch nicht vorhanden ist und somit auch keine Kosten entstehen, die Verschlüsselung von Emails beim Transport durch den Einsatz von aktuellen Techniken ( STARTTLS mit TLS 1.2+).

In dem Fall wären es tatsächlich Personenbezogene Daten gewesen, weswegen unser Mailserver so eingestellt ist, daß er das in dem Fall auf keinen Fall über unsichere Leitungen schicken darf.

Die Adresse tosa@rx.t-online.de ist übrigens eine T-Online Adminadresse, falls man mal mit seinem Server gesperrt ist(, weil T-Onlinekunden Spams an ihre echten Adressen einfach ungefiltert an T-Onlineadressen weiterleiten) . Ich gehe mal davon aus, daß wie bei großen Organisationen üblich, Links nicht weiß was Rechts hätte tun sollen.

Die notwendigen Schritte den Verstoß abzustellen, werde ich jetzt anstoßen.

Update: 18:50 Uhr

Es gab Antwort von T-Online… und jetzt schön hinschauen… nicht lachen…

Received: from mailout02.t-online.de ([194.25.134.17])
	by userserver with esmtps (TLSv1.2:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:256)
	(Exim 4.93)
	(envelope-from <postmaster@rx.t-online.de>)
	id ---
	for unsere@adresse; Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100
Received: from fwd37.aul.t-online.de (fwd37.aul.t-online.de [172.20.27.137])
	by mailout02.t-online.de (Postfix) with SMTP id ---
	for <unsere@adresse>; Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100 (CET)
Received: from mail.t-online-team.de (SU1DYkZrrhdrbk+8MoWoNLfFvJAGt3hYNV-3h42o51p2-46yGQLhcUQTxiv6TV2wPu@[194.25.187.129]) by fwd37.t-online.de
	with (TLSv1:ECDHE-RSA-AES256-SHA encrypted)
	esmtp id ---; Tue, 25 Feb 2020 13:26:30 +0100
From: Deutsche Telekom E-Mail Engineering ************* <postmaster@rx.t-online.de>
Date: Tue, 25 Feb 2020 13:26:31 +0100
Organization: Deutsche Telekom AG
X-Mailer: Forte Agent 6.00/32.1186
Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1

Diese Email ist der nächste Verstoß gegen den Datenschutz, weil in der DSGVO steht drin, daß man auch bei internem Datentransport an die Absicherung denken muß.

Wie man sieht nutzt der erste Mailserver (mail.t-online-team.de) auf dem Weg zu unserem Mailserver (oberster Eintrag) TLSv1.0 , ein seit spätestens 2015 final geknacktes Protokoll. Der nächste interne Server  (fwd37.aul.t-online.de) benutzt für den internen Transport zu mailout02.t-online.de gleich gar keine Verschlüsselung mehr. Der letzte Mailserver mailout02.t-online.de macht dann endlich mal was richtig auf dem weg zu uns und benutzt TLSv1.2.

D.b. das „mailout02.t-online.de“ und „fwd37.aul.t-online.de“ können entweder miteinanders kein gemeinsames Protokoll finden, oder haben TLS/SSL gar nicht im Programm. Da aber jeder von denen auf der jeweils anderen Seite der Verbindung irgendwie TLS kann, muß da bei T-Online das Chaos pur herrschen. Ob das absichtlich, unabsichtlich oder fahrlässig so ist, werden die Datenschutzbehörden klären.

„Hallo T-Online, das Jahr 2005 will seinen Uralt-Zeichensatz zurück haben!“

Von dem ISO-8859-1 Fail des Mailprogramms will ich gar nicht erst anfangen, aber wirklich, was für einen uralt Krempel nutzen die da??? de-latin1 und TLSv1 passen historisch natürlich gut zusammen 🙂

Ältere Fälle:

Willkommen im Club der TLS Verweigerer: Apache Foundation!

BSI aktualisiert Mailserver auf TLS 1.2.. ABER

Sächsische Polizei benutzte gebrochene Verschlüsselung

ClamAV mit DOS Schwachstelle

Kleine Info für Euch: Das „Meine Security-Software wird zum Problemfall“ Problem hat auch wieder ein Linuxopfer gefunden: ClamAV. Ok, das gibt es auch für Windows, aber ist halt das AV Programm für die OSS Welt.

CVE-2020-3123 in ClamAV

Today, we’re publishing 0.102.2. Navigate to ClamAV’s downloads page to download the release materials.

ClamAV 0.102.2 is a security patch release to address the following issues.

CVE-2020-3123: A denial-of-service (DoS) condition may occur when using the optional credit card data-loss-prevention (DLP) feature. Improper bounds checking of an unsigned variable resulted in an out-of-bounds read, which causes a crash.

Für Euch: Es crasht in einer speziellen Konfiguration beim Scannen von Kreditkarteninfo. Es handelt sich also um ein sehr spezielles Problem. Trotzdem sollte das ein Update wert sein.

Bei Fedora war bis vor einer Stunde noch nichts zu sehen, daher habe ich mal auf den Busch geklopft. Mal sehen was passiert 🙂

Update: Das Problem wurde wohl erst mit 102.0 eingebaut, insofern ist nur betroffen, wer >=102.0 einsetzt. Ist wie beim Exim 4.93 Problem, da war die Schwachstelle auch erst durch ein neues Feature eingeführt worden.

Thunderbird < 68.4.1mit RCE Schwachstelle

Und gleich nach Firefox zieht Mozilla mit der (vermutlich) gleichen Schwachstelle in Thunderbird nach: Remote-Code-Execution in Version < 68.4.1

Remote-Code-Execution in Thunderbird

Wie wir gerade vom CERT erfahren haben, ist in Thunderbird eine Sicherheitslücke enthalten, die zum Ausführen von Code aus der Ferne taugt. Mozilla schreibt dazu:

CVE-2019-17024: Memory safety bugs fixed in Thunderbird 68.4.1

Reporter Mozilla developers
Impact high
Description

Mozilla developers Jason Kratzer, Christian Holler, and Bob Clary reported memory safety bugs present in Thunderbird 68.3. Some of these bugs showed evidence of memory corruption and we presume that with enough effort some of these could have been exploited to run arbitrary code.

References   Memory safety bugs fixed in Thunderbird 68.4.1

Eine weitere kritische Sicherheitslücke wurden auch gefunden, auch wenn diese nicht per Email ausgenutzt werden kann:

Announced January 10, 2020
Impact critical
Products Thunderbird
Fixed in Thunderbird 68.4.1

In general, these flaws cannot be exploited through email in the Thunderbird product because scripting is disabled when reading mail, but are potentially risks in browser or browser-like contexts.

#CVE-2019-17026: IonMonkey type confusion with StoreElementHole and FallibleStoreElement

Reporter Qihoo 360 ATA
Impact    critical
Description  Incorrect alias information in IonMonkey JIT compiler for setting array elements could lead to a type confusion. We are aware of targeted attacks in the wild abusing this flaw.
References  Bug 1607443

 

Offensichtlich nutzen Angreifer das bereits aus, weil der gleiche Bug auch in Firefox drin war. Wie das genau dann passiert, kann ich mir allerdings auch nur schwer vorstellen.

Derzeit werden die nötigen Pakete bei Fedora noch gebaut! Es gibt also noch keine Updates, die man einspielen könnte für Euch. Andere Distributionen waren da ggf. schneller.

Update

Hier Eure Downloadlinks:

https://kojipkgs.fedoraproject.org//packages/thunderbird/68.4.1/1.fc30/x86_64/thunderbird-68.4.1-1.fc30.x86_64.rpm

https://kojipkgs.fedoraproject.org//packages/thunderbird/68.4.1/1.fc31/x86_64/thunderbird-68.4.1-1.fc31.x86_64.rpm