Millionen von Emailzugangsdaten auf Vorrat

Wie ja grade auf diversen Newsportalen berichtet wird, gibt es bei Kriminellen hundertmillionen Sätze mit Zugangsdaten zu Emailkonten. Es wird dann natürlich immer behauptet, daß die Konten geknackt wurden, was aber in den wenigsten Fällen stimmt.

„Knacken“ suggeriert, daß jemand z.b. einen Mailserver gehackt hat um an die Daten zu kommen, oder daß per Brute-Force-Angriff mit Hilfe von Wörterbüchern einfach durchgetestet wurde, ob ein gängiges Passwort verwendet wurde, was ja auch nur beweist, wie wenig kreativ die Menschen sind 😉

Die meisten Zugangsdaten werden nicht geknackt, sondern schlicht abgegriffen und zwar beim Besitzer selbst, weil der sich auf seinem PC oder Smartphone einen Keylogger eingefangen hat.

Wir sehen bei uns in der Firma bei Analysen eigentlich immer das gleiche Schema. Wie aus dem Nichts tauchen die Zugriffe eines Botnetzes in den Logfiles auf. Da es keine fehlerhaften Authentifizierungsversuche gab, gibt es nur einen gültigen Schluß:

Die Kriminellen hatten die korrekten Zugangsdaten bereits, als Sie angefangen haben.

Es braucht keinen Sherlock Holmes um herauszubekommen, was passiert ist. Die wahre Flut von ZIP/JS/Docx Dateien, die per Email anbranden und alle einen Trojaner/KeyLogger/Virus enthalten und der Infektionsrate von Webseiten, ist es ja nur eine Frage der Zeit bis man zwangsweise einen einfängt. Kommen da noch Windows XP im Jahr 2016 dazu, für das es nebenbei bemerkt, tatsächlich noch offizielle Updates gibt :), steigt das Risiko deutlich an.

Ein Umstieg auf Linux, wie er am letzten Samstag beim Linux Presentation Day, könnte helfen, daß Problem einzudämmen. Allerdings werden sich die Kriminellen anpassen und noch gezielter Exploitkits für Linux zusammenbauen.  Linux kann wenigstens damit Punkten, daß es keinen Patchday gibt, was meint, daß die Updatezyklen wesentlich kürzer sind als bei Windows. Bei gewichtigen Sicherheitslücken dauerte es oft nur Stunden, bis die Lücken geschlossen waren. Ehrlicherweise muß man auch erwähnen, daß dies nicht bei allen Programmfehlern so schnell geht. Dazu kommt es noch auf die Maintainer in den Distributionen an, ob die auf Zack sind. Open-Source ist also Segen und Fluch zugleich, denn es kann schnell gehen, aber keiner kann es erzwingen.

Was macht mich jetzt aber so sicher, daß keine Bruteforceattacken für die Zugangsdaten benutzt wurden?

Bruteforceattacken binden bei den Mailhostern Ressourcen und die werden genau überwacht. Man kann es sich schlicht nicht leisten, daß die CPU für den Angriff missbraucht wird. Daher haben alle mir bekannten Mailhoster, die den Namen verdienen, Gegenmaßnahmen laufen, z.b. Ratelimits, die einen Bruteforceangriff so in die Länge ziehen, daß er Monate dauert und nicht mehr lukrativ ist. Wir z.b. sperren die Angreifer gleich komplett aus, wenn Sie mehr als X Versuche falsch machen. Einen guten Hoster erkennen Sie übrigens daran, daß Sie sich dort gerade nicht mit Ihrer Emailaddresse beim Mailserver anmelden, sondern mit einem Benutzernamen.

Wieso ?

Die Emailadresse kann man bei Einbrüchen in den Adressbüchern der Opfer finden, zu welchem Server sie gehört, steht hinter dem „@“, aber den Benutzernamen kennt dagegen nur der Kontoinhaber. Meldet man sich also mit der Emailadresse an, kennt man bereits einen Teil des Geheimnisses und macht einen Bruteforceangriff erfolgreicher.  Das eigentliche Sicherheitsproblem ist aber die Bequemlichkeit, denn natürlich ist es einfacher sich nur die Emailadresse und ein Passwort merken zu müssen, auf der anderen Seite, wer trägt seine Zugangsdaten schon mehr als einmal in ein Emailprogramm ein ? Selbstverständlich ist es auch bequemer, keine Updates für Windows oder den Browser einzuspielen, aber wo das in letzter Konsequenz hinführt, kann jeder täglich in seinem Emaileingang  feststellen, was uns wieder zum Anfang der Geschichte bringt 🙂

Referenz: Auch-Google-und-Microsoft-betroffen-Millionen-E-Mail-Konten-gehackt

Pydio 5.2.5 Sharefunktion fixen

Leider mußte ich mal wieder den Sharecenter von Pydio fixen, weil es für einen offensichtlichen Bug keinen Patch gibt, wir kennen das ja schon. Mal sehen ob Charles wieder den Aufstand macht, wenn ich ihm den DIFF schicke, statt den Patch auf GitHub hochzuladen 🙂 Leider kann man nicht auf Version 6 Updaten, weil dann Pydio nicht mehr funktioniert.  Wie man dafür 1300 € im Jahr verlangen kann, ist mir ein Rätsel, leider ist es das beste Tool für die Sache, trotz der Fehler.

Zwei Bugs müssen behoben werden:

  1. class.AJXP_Utils.php    error l.1744    message=mcrypt_create_iv(): Cannot open source device
  2. class.ajxp_confAccessDriver.php(2250) : eval()’d code   error l.2       message=mcrypt_decrypt(): Key of size 6 not supported by this algorithm. Only keys of sizes 16, 24 or 32 supported

Fangen wir mal mit Bug #2 an , der ist einfacher :

In der Defaulteinstellung von Pydio steht ein Hashwert der Länge 6. Das ist aber seit einigen PHP Versionen zu kurz, deswegen die MCrypt Meldung.

Bitte hier auf 16 umstellen :

pydiobug1

Bug #1 ist da schon viel anspruchsvoller 🙂 In der Datei „core/classes/class.AJXP_Utils.php“ Zeile 1746 muß ein Wert geändert werden, weil Charles beim Programmieren offensichtlich ein altes Windows PHP benutzt hat, denn da ist „MCRYPT_DEV_URANDOM“ wohl Pflicht.

public static function pbkdf2_create_hash($password)
    {
        // format: algorithm:iterations:salt:hash
        $salt = base64_encode(mcrypt_create_iv(PBKDF2_SALT_BYTE_SIZE, MCRYPT_DEV_URANDOM));
        return PBKDF2_HASH_ALGORITHM . ":" . PBKDF2_ITERATIONS . ":" .  $salt . ":" .
        base64_encode(self::pbkdf2_apply(
            PBKDF2_HASH_ALGORITHM,
            $password,
            $salt,
            PBKDF2_ITERATIONS,
            PBKDF2_HASH_BYTE_SIZE,
            true
        ));
    }

ersetzen durch :

public static function pbkdf2_create_hash($password)
    {
        // format: algorithm:iterations:salt:hash
        $salt = base64_encode(mcrypt_create_iv(PBKDF2_SALT_BYTE_SIZE, MCRYPT_RAND));
        return PBKDF2_HASH_ALGORITHM . ":" . PBKDF2_ITERATIONS . ":" .  $salt . ":" .
        base64_encode(self::pbkdf2_apply(
            PBKDF2_HASH_ALGORITHM,
            $password,
            $salt,
            PBKDF2_ITERATIONS,
            PBKDF2_HASH_BYTE_SIZE,
            true
        ));
    }

Nach dieser kleinen Anpassung „funktioniert“ der Sharecenter wieder, was aber nicht heißt, daß man den Share in dem Sharecenter angezeigt bekommt 🙂

Den muß man dann aus dem Repository extrahieren :

pydiobug2

LPD 2016 in Braunschweig – Das volle Haus

Wir kommen grade vom LPD 2016 in Braunschweig aus dem Protohaus im Rebenpark.

Ein voller Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes, da der Raum überfüllt war. An sechs Stationen wurden alle Fragen rund um Linux beantwortet. Zum Teil  haben uns die Besucher auch zu Problemen mit Windows befragt 🙂 Ich glaube, daß die meisten sehr froh waren die Technikversteher mal direkt fragen zu können 😀

Mein ältester Besucher an der Videobearbeitungsstation war 81 Jahre alt. Da mit Linux neu anzufangen ist wahrhaft eine Leistung.

Vorgestellt haben wir u.a. OpenShot, Wine mit Photoshop Elements, EVE Online, LibreOffice, WPS Office, Thunderbird, Nautilus u.a. Programme.

Hier ein Bild von der Veranstaltung :

Linux Presentation Day 2016

Update:

Laut Zahlen von Frank, waren 120 Besucher in dem kleinen Raum.