Erst Datenschutz, jetzt Ausweispflicht!

Falls sich jemand gefragt hat, wie man schizophren definiert, hier eine aktuelle Definition:

„Zuerst verstecken wir die Domaininhaberdaten mit Hilfe des Datenschutzes vor den Augen der Kunden,
dann fordern wir zu deren Sicherheit die Ausweispflicht zur Registrierung von Webseiten ein.“

Was ist das angebliche Ziel der Sache?

„Die Verbraucherschutzministerien der Länder wollen verstärkt gegen sogenannte Fake-Shops im Internet vorgehen. Nach Informationen von NDR und Süddeutscher Zeitung sprechen sie sich dafür aus, dass die Anmeldung von Internetseiten mit einer de-Domain künftig nur mit einer Identitätsprüfung möglich ist.“

(Quelle: sueddeutsche.de¹)

Ja, Geiz ist geil und deswegen kaufen Leute bei Fake-Shop billigere Fakewaren ein, egal auf welcher Domain die angeboten werden. Klar greifen die Kunden lieber bei einem Shop mit DE Domain zu, als bei einer CN-Domain, aber wäre ich Betrüger, ich würde eine CN-Domain nehmen, weil:

  • Die Waren überwiegend in China hergestellt werden, da würden billigere Preise im Webshop für Markenware sogar richtig Sinn ergeben.
  • Überprüfen könnte ich als Kunde den Shop gar nicht, weder die Domaininhaberschaft noch, ob es Straße oder Firma überhaupt gibt.
  • Auch lange Wartezeiten für den Versand aus China sind wir alle gewohnt, da würde es also gar nicht so schnell auffallen, daß nie einer Ware losschickt.

Wohingegen von einem Shop in Deutschland erwartet wird, daß er innerhalb einer Woche geliefert hat. Kommt es zu Verzögerungen, muß man sich richtig bemühen um die Leute bei Laune zu halten. Das nur zur Logik der Domainwahl.

Jetzt zur Realität

Wenn man bei einem kleineren  Hostingunternehmen eine Webseite anmieten und eine Domain registrieren will, wird mal als völlig Unbekannter ohne Ausweiskopie nicht weit kommen. Warum?  Weil die bösen Buben in Massen versuchen mit gefakten Addressdaten Webseiten für … tada … Fakeshops und Spamschleudern zu bekommen 🙂

Es findet in der Realität also längst eine Überprüfung statt, aber um das zu wissen, müßte man ja in der realen Welt leben und nicht in einer Pipi-Langstrumpf-Blase der Grünen.

Der Clou an der Sache

Wisst Ihr wie viele geklaute, kopierte oder anderweitig falsche Ausweisdokumente da an die Hoster geschickt werden?

Aus unserem Zulauf an solchen Dokumenten : 100%

Das liegt aber vermutlich daran, daß wir B2B machen und die wenigen Privatkunden über Beziehungen bekommen haben 🙂 Wir sind also nicht repräsentativ 😀

Von Kunden weiß ich aber, daß sich das ungefähr auf 20% beläuft. Die Theorie ist dabei, daß kleinere Hoster  weniger Personal zum Überprüfen haben und halt dringend Kunden wollen. Dummerweise richten die Betrüger bei kleinen Hostern größere Schäden an, weswegen die keinen Bock darauf haben und eher besser hinsehen als 1und1 das tun würde 😉

Würde es Webshopbesucher weiterbringen?

Die Besucher eines Shops könnten nicht prüfen mit wem Sie da Geschäfte machen, selbst wenn die Ausweispflicht da wäre. Sie kämen ja nicht an die Whoisdatenbank ran, die ja aufgrund glorreicher Datenschutzpolitik hinter einer Wand verschwunden sind. Ergo: Überprüfung nicht möglich.

Wie einfach man eine DE Domain mit Ausweis bestellen könnte zeigen unsere Beamten im Umgang mit den Identitäten der ganzen Migranten und Flüchtlinge. Da werden Dokumente ausgestellt auf Namen, die frei erfunden sind und keiner kann es prüfen. Wenn ich also eine Domain registrieren wollen würde, ich nähme mir einen von den Burschen und liese ihn noch ein paar Identitäten wahr werden. Das würde man auch erst merken, wenn es zu spät ist. Ergo SINNLOS!

Aber mit sinnlosen Sachen kennen sich Politiker ja bestens aus 😀

 

¹ https://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verbraucher-minister-planen-hoehere-huerden-fuer-online-shops-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190524-99-355969

² https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/berlins-buergeraemter-schaffen-mit-gefaelschten-paessen-falsche-identitaeten

Fedora: Xen bootet endlich wieder aktuelle Kernel

Paravirtualisierte Virtuelle Maschinen eines XenServers booten endlich alle wieder die aktuellen Kernel, ein Grund zu feiern.

It’s Time to Party \o/

Die Einleitung mag dem Einen oder Anderen komisch vorkommen, aber auf den Tag habe ich lange warten müssen. Seit einiger Zeit booteten die Kernels von Fedora nicht auf Paravirtualsierten VMs vom XenServer. Zudem liefen die Kernel 4.16.x bis 5.0.0 echt instabil, so daß diese sich nach Stunden bereits reseteten. Richtig gelesen RESET, nicht Crash. Das ist so ziemlich die mieseste Art eines Kernelbugs, da man nicht mal sehen kann, was da wo gecrasht ist.

Unzählige Bugreports an RedHat und Citrix später ist nun endlich soweit, die aktuellen Kernel 5.0.16 laufen stabil und, das beste daran, booten überhaupt wieder auf allen XenServer-Versionen.

Damit bekommen die VMs auch die neueste Firmware für die CPUs mit und angesichts diverser neuer Intel-CPU Schwachstellen, eine wirklich beruhigende Angelegenheit. Daher 😀

 

Alternativ die Studioversion von Andrew W.K.’s Time to Party!

Ich finde ja den Live Sound trotz der Störgeräusche einfach besser. Das der als Band ein ganzes Stadion gefüllt hat, will man kaum glauben, oder? 😉

Der Nachtrag: LPD in Braunschweig

Wenn man in Braunschweig einen LPD plant, dann muß man eine goldene Regel beachten. Nur diese !!eine!! Regel entscheidet darüber, ob Dein Event gut besucht wird, oder nicht, und diese !!eine!! Regel ist wirklich wichtig :

Mach Deinen LPD niemals an einem Tag, an dem Eintracht Braunschweig um den Klassenerhalt spielt 🙂

Die Besucherzahlen waren besser als auf den letzten LPDs und damit setzt sich der positive Trend der letzten Jahre fort. Das Wetter war fantastisch, was natürlich für eine In-Raum Veranstaltung nicht gerade förderlich war. Natürlich gab es wieder Lecker zu Essen: Danke Horst!

Zu den Ergebnissen:

Wir haben einen neuen Anreiserekord aus Dessau \o/
Wir haben jetzt spontan einen neuen Linux-Tablet-Besitzer in Braunschweig, was dann fünf Sichtungen macht bislang 😉
Unsere Multi-Room-Audiolösung konnte das eine und andere Cool entlocken 🙂
Die Kanotix Maintainer konnten viele lange Gespräche über Linux führen.
Die Asterix Telefonanlage fand begeisterte Nerds, die lautstark gefachsimpelt haben 😀
und ein zwanzig Jahre (unbestätigt) altes Artpad konnte wieder belebt werden ( das es damals schon USB gab 🙂 )

Am Ende waren alle zufrieden mit dem Tag.

Die für uns weniger interessanten Fakten des Tages, Eintracht bleibt der Abstieg in das Vergessen erspart, und den Anwohnern wird auch weiterhin in den Vorgarten gepinkelt, was die Blase hergibt.

An dieser Stelle der Nerdhinweis für die kommenden Tage:

29.5.2019 ab 18:00 Uhr : Der OpenSteetMap Abend mit Dipl.-Ing. Annette Thurow