Schlaganfälle in New York

Liebe Kasernierte,

heute geht es um ein Beispiel an Desinformation, die mit einfachen Informationen ausgekontert werden können.

Coronachroniken: Schlaganfälle in New York

Zunächst die Zahlen für Deutschland, weil wenn ich mich schon aufrege, sollt Ihr wenigstens was davon haben 🙂

Zum Thema:

Der in der IT Welt nicht unbekannte Fefe (Name der „Reaktion“ bekannt 😀 ), wurde am 23.4. zu der Meldung verleitet (durch Übermittlung durch einen „Informanten“ versteht sich) :

„Habt ihr das auch gehört? Harmloser als eine Grippe? Gut, bis auf die Schlaganfälle in jungen Erwachsenen, die wir jetzt plötzlich sehen.

Ich versteh ja gar nicht, wie es soweit kommen konnte. Ken Copeland hat das doch geklärt!

Komm, lasst uns den Lockdown auflösen und die Kids in die Schule schicken. So ein Schlaganfall ist gar nicht schlecht für die Kids. Was sie nicht umbringt, macht sie hart!1!! “
(Link: http://blog.fefe.de/?ts=a05fa4b8)

Zunächst mal zur Aufklärung: Ken Copeland ist TV Evangelist, also son Fernsehprediger mit angebundenem Wirtschaftsunternehmen, wo die Leute nach Strich und Faden verarscht werden und dafür noch Geld spenden. Der hat sich am Wochenende zum Gespött von John Oliver gemacht, weil er dem Coronavirus befohlen hat, sich zu verpisseln. Der Erfolg ist ja wohl ausgeblieben 😀

Schauen wir uns mal den Text an, den CNN da über die Häufung von Schlaganfällen gepostet hat:

The new coronavirus appears to be causing sudden strokes in adults in their 30s and 40s who are not otherwise terribly ill, doctors reported Wednesday.

They said patients may be unwilling to call 911 because they have heard hospitals are overwhelmed by coronavirus cases.
There’s growing evidence that Covid-19 infection can cause the blood to clot in unusual ways, and stroke would be an expected consequence of that.
Dr. Thomas Oxley, a neurosurgeon at Mount Sinai Health System in New York, and colleagues gave details of five people they treated. All were under the age of 50, and all had either mild symptoms of Covid-19 infection or no symptoms at all.
(Quelle: https://edition.cnn.com/2020/04/22/health/strokes-coronavirus-young-adults/index.html)
Zusammenfassung: Es geht nicht um Kinder und Jugendliche, sondern um Erwachsene über 30, die normalerweise nicht zu der Risikogruppe gehören. Es wird festgestellt, daß weniger den Notruf wählen, weil sie Angst haben sich im Krankenhaus den Virus abzuholen und weil sie die Krankenhäuser nicht belasten wollen. Das ist die „Ich bin jung und unzerstörbar Mentalität“ die jeder von uns in dem Alter hatte, der in der glücklichen Situation war, keine bekannten Erkrankung zu haben. Jetzt stellt der Arzt also 5 Fälle von unter 50 Jährigen vor, die einen Schlaganfall hatten. Davon ist 1 Patient dann direkt gestorben.
Folgende Info dazu:
– Wer in Biologie und Geschichte aufgepaßt hat weiß, daß Menschen ohne Medizin im Schnitt nur 30 Jahre alt wurden. Daher definiert man auch „eine Generation“ mit 30 Jahren. Jetzt können wir annehmen, daß Menschen ab 30 ein langsam ansteigendes Risiko für „schwere“ Erkrankungen haben, sonst wären schon unsere Vorfahren vor 100.000 Jahren älter geworden.
– Der Großraum New York besteht aus knapp 19 Millionen Menschen. Wenn jetzt 5 davon in einer Klinik auftreten, ist das für die Klinik auffällig. Die dürften in Staat New York 100 Krankenhäuser haben, wenn die jeweils 5 solche Patienten haben, sind das 500 auf 19 Mio. Ergebnis: 0,002631579 % der Einwohner New Yorks. Das liegt noch unter dem Grundrauschen. Dummerweise kennt man ja die Zahl der Infizierten nicht, die Zahl wird also vermutlich höher liegen, wenn man mal die Infizierten Zahlen genauer kennt.
– Wenn man jetzt dem Hamburger Chefpathologen in der Tagesschau mal zugehört hätte, als er seine Ergebnisse vorgestellt hat, dann hätte man mitbekommen, daß dort auch Patienten obduziert wurden, die unter 60 Jahren waren und keine Vorerkrankungen angegeben hatten. Bei der Obduktion kam dann raus, daß auch diese Patienten eine versteckte Vorerkrankung hatten.

Was folgern wir aus diesen Informationen?

Nicht jeder, der von sich denkt, er sei gesund, ist es auch. Ein alter Medizinerspruch lautet: „Wer gesund ist, wurde nur noch nicht ordentlich untersucht.“ Natürlich wird der Spruch eher als Scherz angesehen und ist dem Mediziner geschuldet, der sich seine eigenen Patienten kreiert.
Ich erlebe dies sogar bei Computern immer wieder, daß wenn man genau hinsieht, man immer irgendwas findet, was nicht funktioniert, wie es sollte. Mich kostet das dann meistens Zeit, aber auf die Medizin bezogen, sollten wir wohl schon deutlich früher mal von einem Arzt durchgecheckt werden, als wir bislang geglaubt haben.
Dieser Virus, so schlimm jeder Tote auch ist, zeigt uns jetzt unsere Fehler auf, die wir als Gemeinschaft gemacht haben:
– Überheblichkeit: „Ich bin jung*, ich bin gesund.“ (*30 ist halt doch nicht mehr so jung )
– Profitgier:
Krankenhäuser auf Profit trimmen, statt auf Nutzen für alle.
Ausbeutung von Menschen ohne Krankenversicherung.
Globalisierung zur Profitmaximierung auf „Teufel komm raus“.
Das Nicht-Unterbrechen von Personenfernverkehr bei Anzeichen eines „neuen“ Virus mit Potential.
– Panikmache: Aus Angst nicht ins Krankenhaus oder zu einem Arzt gehen, wenn erste Anzeichen da sind.
(Hinweis: so ein Schlaganfall kündigt sich oft schon Stunden vorher an.)

Die Öffnung der Schulen

Nun hat Fefe darauf hingewiesen, daß die Öffnung der Schulen dann ja wohl doch keine gute Idee wäre. Doch ist sie, denn die Kinder haben das kleinste Risiko schwer zu erkranken, aber das höchste Potential zum Verteilen des Virus. Wenn die möglichst schnell durch sind mit der Immunitätsausbildung, dann nutzt uns das allen! Kein Kind wird einen Schlaganfall bekommen und bei einer Eintrittwahrscheinlichkeit von 0,002 % für deren Lehrer, ist das auch vertretbar, zumal die älteren Lehrer derzeit gar nicht an die Schulen gelassen werden sollen ( vernünftigerweise ).

„Harmloser als eine Grippe“

Jede Virusinfektion hat das Potential einen zu töten. Die meisten Viren vermeiden es einen Wirt zu töten, weil dann zwangsläufig Ihre Verbreitung unterbleibt, aber das muß halt nicht so sein. ( Es wäre auch schön, wenn Leute aufhören würden, von einem Virus zu denken, es wäre ein Lebewesen, was es nicht ist. Es ist nur ein RNA Fragment ohne eigenen Stoffwechsel. )
Die von Influenzaviren ausgelöste „Grippe“ ist eine tödliche Krankheit, gegen die es kein Heilmittel gibt. Es gibt nur Impfstoffe, die gegen einige der häufigsten Varianten verteilt werden können, aber retroaktiv ist keins der Mittel, denn Impfstoffe trainieren nur das eigene Immunsystem einen Virus zu erkennen und abzuwehren. Auch Influenza-Grippe kann in Lungenentzündung enden und dann zum Tod führen, auch Schlaganfälle sind möglich.
Trotzdem hat keiner von uns Angst davor, daß Ihm das passieren könnte, weil wir wissen, daß es eben nur selten der Fall ist. D.b. aus Erfahrung schätzen wir das Risiko gering ein. Bei diesem Virusstamm gibt es noch keine allgemeine Erfahrung und folglich drehen jetzt alle am Rad, nur weil der Virus auch mal mehr als nur Schnupfen ausgelöst hat.
Die Natur funktioniert aber nun mal leider so, daß bei Auftreten eines neuen Virustypes Lebewesen daran sterben, weil noch keine Immunität vorhanden ist. Aber Lebewesen, die aufgrund Ihres Erbgutes oder puren Glücks vorher einem Verwandten des neuen Virus begegnet zu sein, überleben, die verbreiten sich dann. Das ist seit Milliarden von Jahren so und das wird sich auch nicht ändern, nur weil wir hier meinen, da was machen zu können. Können wir nicht wie man sieht, werden wir aber vielleicht irgendwann mal können, das wird sich dann zeigen. Bis dahin werden Menschen an Viren erkranken und sterben. Findet Euch damit ab.

„lächerlich“

Als kleinen Dämpfer für Euch die Durchsage des Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery:
„Wer eine Maske trage, werde durch ein trügerisches Sicherheitsgefühl dazu verleitet, den „allein entscheidenden Mindestabstand“ zu vergessen. … Eine Pflicht zum Tragen von Schals oder Tüchern vor dem Gesicht sei „lächerlich“. “ (Quelle: n-tv.de)
Den Worten kann man sich nur anschließen. Ich geh jetzt mal Hamstern, weil in zwei Wochen hat sich das Maskenfähnchen dann schon wieder mal gewendet 😀
Christian Lindner hat gestern im Bundestag nur für das Aufzählen der Eskalationsstufen zum Thema „Maskentragen“ Buhrufe und Gelächter erhalten und solche Menschen habt Ihr in den Bundestag gewählt. Denkt mal drüber nach.

Die kleine Zicke von Nebenan

Ihr habt doch noch Coronapause, da wird Euch dieser kleine Bericht aus der HP Plotterwelt bestimmt gelegen kommen 🙂

Die kleine Zicke von Nebenan

Gestern zog im Raum nebenan ein neuer HP Plotter T830 MFP ein. Nachdem man sich begrüßt hatte, sprach der Hauseigentümer: „Das Gerät sollte sich eigentlich leicht installieren lassen, ist doch von HP.“ sprachs und verschwand um die Ecke. Nun, „Konfigurieren“ war tatsächlich am Gerät möglich und daher bekam der HP die gleiche IP wie der alte Plotter.

Damit wäre die Sache technisch eigentlich erledigt, denn die Plotter sind befehlskompatibel; „Plotten“ hätte also funktionieren müssen und tatsächlich tat es das auch. „Na HP, dann lass uns doch dem Druckerserver mal erklären, daß Du einen anderen Plotter bist.“. Das hätte man den Drucker lieber mal nicht androhen sollen 🙂

Zwei, Drei Sachen noch erledigt und schon konnte man sich auf dem Druckerserver einloggen und das CUPS Interface aufrufen. Suchen wir doch mal nach dem neuen Drucker… waiting… da meinte CUPS: „Keinen neuen Drucker gefunden.“ .. „Kann doch nicht sein, der wurde doch von dem Testpc gefunden.“  … Hmm, vielleicht sucht er ja nicht auf Geräte-IPs die er schon kennt, also alten Drucker gelöscht. „Such CUPS! SUCH!“ … waiting… CUPS: „Kein neuer Drucker gefunden!“  .. nochmal!  „Nein heißt NEIN!“ …. ?????

… versuchen wir doch mal HPLIP

„Hmm.. als CUPS findet den nicht… versuchen wir mal das HP eigene HPLIP System“ … kurz installiert:

dnf -y install hplip hplib-gui

und „hp-setup“ gestartet.. Da wählt man dann „im Netzwerk suchen“ aus und schon … „N.Ö.P.E.!“ … auch das Tool findet den Drucker nicht. Das kann doch nicht sein! Oder doch? Plotter vielleicht gestorben? Netzwerk tod?

„OK Plotter… HARD RESET“

Ein „Strom aus“ später … „… und so startete der Plotter neu… und der Admin fand im TCPDUMP auch jede Menge HP Drucker Kommunikation, die vorher nicht da war 😀 Einen NMAP Scan später, meinte die tote IP vom Plotter plötzlich jede Menge Dienste anbieten zu müssen.  „OH“ sagte der Admin und lies „hp-setup“ nochmal suchen! … „NÖPE! KEINE HP DRUCKER IM NETZ!“.

„WTF!“ .. und was jetzt kommt, kann ich nur rational wiedergeben, sonst stirbt wer: Die lustige HP Software kontaktiert den Drucker nicht mal auf den richtigen Ports, selbst wenn man die exakte IP angibt und das Protokoll auswählt. Es schlägt knallhart vor, daß die Firewall wohl Schuld sei, welche testweise aus war (nur um ganz sicher zu gehen).

„OK.. lass doch jetzt wo der Drucker wieder lebt, CUPS mal nachsehen“ gedacht, getan und oh Wunder! CUPS findet den Drucker … einmal… zweimal … dreimal!  Vermutlich für jeden der angebotenen Dienste ist da vermutlich ein Treffer vorhanden.

„Besser drei Treffer als Null!“

Ok, Plotter eingerichtet, Testseite gedruckt…. GEHT!  Statt aus dem Papierfach A3 zu drucken, plöttelte der Plotter das brav von der großen Rolle ( A0 ), obwohl das anders eingestellt ist. Da experimentieren wir noch ein bisschen.

Den Grund für das Such-Fiasko wird man vermutlich im Energiesparmodus finden, der sich nämlich nicht ausstellen läßt und einen 15 Minuten Timeout eingestellt hatte. Das werden wir morgen nochmal testen.

Merke

Wenn Du einen Drucker von HP nimmst, löscht die HP Druckersoftware!

Coronachroniken: Wie man seine Überwachungsapps unters Volk bringt

Liebe Kasernierte,

Ihr wisst es vielleicht nicht, daß dies eigentlich ein IT Blog ist. Wenden wir uns doch mal der RKI App zu. Ein Herr Thielen, „IT-Unternehmer“, meinte, da wäre ja einfachste Krypto enthalten, die schützt Euch schon. Jeder der was dagegen sagt, hätte ja keine Ahnung, es kann ja jeder in den Sourcecode reinsehen.

Coronachroniken: Realität gegen IT-Unternehmer

Da haben wir schon einmal den ersten Fehler: Das RKI erklärt:

„Die Algorithmen hinter der Corona-Datenspende erkennen Symptome, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören etwa ein erhöhter Ruhepuls und ein verändertes Schlaf- und Aktivitätsverhalten.“

Eigentlich braucht man nicht mehr weiter zu lesen, weil die App natürlich nicht unterscheiden kann, ob das ein Covid-19 oder ein Influenza Virus war, oder gar ein Rhinovirus. Von einem Rhinovirus habt Ihr vermutlich noch nie was gehört, aber die gehören nicht nur „auch“ zu den Viren die jedes Jahr als „Grippe“ bezeichnet werden, sondern es ist DAS Schnupfenvirus 😉 Was Ihr als „Grippe“ bezeichnet ist ein Mix aus um die 17 verschiedenen Viren und Stämmen von Influenza, Rhino, HMP, RSV, Corona, Parainfluenza und Adenovirus. Dazu kommen noch eine ähnliche Anzahl an Bakterien. OB und welcher Virus da zu einer Verhaltensänderung geführt hat, kann eine Anwendung aus den „Fitnessbanddaten“ gar nicht auslesen. Und damit endet die tolle App Geschichte auch schon.

Jetzt der IT Teil davon: Jeder User bekommt eine PseudoID und die App fragt den WLAN Status ab, damit kann sie alle WLANs ermitteln, die sich in der Nähe befinden. Wenn diese Daten zusammengeführt werden, läßt sich leicht eine Karte und damit eine Position der ID und dann auch leicht der Person zu ordnen, denn WLAN oder nicht, Ihr habt am Ende auch eine IP mit der Ihr Euch beim RKI Server meldet. IP Adressen werden nicht umsonst als Personenbezogene Daten betrachtet, was bekanntermaßen, gerichtlich entschieden wurde. Warum? Weil man in dieser Welt leicht den Namen hinter einer IP herausbekommt. Man braucht nur behaupten die IP hätte urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen. Schon bekommt man den Namen des Anschlußinhabers. Das RKI wird mit seinen Verbindungen so oder so keine Probleme haben, die Namen zu ermitteln.

Ich unterstelle dem RKI da keine bösen Absichten, ändert aber an den Fakten nichts. Wenn sich also ein IT-Unternehmer brüstet, da wäre Krypto im Spiel, also ich hab da keinen Grund für Krypto gesehen, außer dem SSL Port vom RKI Webserver zum Datentransport. Der Nutzen der App dürfte bestenfalls darin liegen, daß man sieht: „Einer der sich angemeldet hat, schläft jetzt schlechter.“ Ich denke nicht, daß dies eine Datenspende rechtfertigen würde.