XenServer Free Edition und der Adaptec Raid

Wir haben mal wieder einen XenServer zusammen gebaut und installiert. Auf der Seite der erfreulichen Dinge kann man vermelden, daß die Citrix XenServer 7.5 und 7.6  jetzt schon mit Adaptec-Raidcontrollersupport ausgeliefert werden, was das ganze Setup deutlich vereinfacht 🙂

„Einmal mit Profidesignern arbeiten..“

Dummerweise kam es mit dem Adaptec 8405E im 2 HE Gehäuse zu einem klitzekleinen Problem, was garantiert zu vermeiden gewesen wäre, wenn der Designer des Controllers genug Kaffee bekommen hätte.

Adaptec fertigt den 8405E in Low Profile und liefert den auch mit LP Blech aus. Schlauerweise ist die Raidpeitsche (der Kabelbaum) so konstruiert worden 😀

Der Kabelbaum geht senkrecht aus dem Controler anschluß weit über das Gehäuse hinaus und kann nicht abgewinkelt werden.Es hätte einem Ingenieur eigentlich beim Test sofort auffallen dürfen, daß das so nicht passen kann. Die hier abgebildete Peitsche ist tatsächlich im Großhandelssystem für diesen Controller als passendes Bauteil aufgelistet. Eigentlich gehört die aber zu einer alternativen 6/8er Version der Adapteccontroller, die hinten am Ende einen horizontalen Anschluß haben, wo diese steife Ausführung ohne Knick kein Problem darstellt.

So wies aussieht, gibt es einen passenden Kabelbaum von Intel mit abgewinkeltem Anschluß. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen 😉 Dumm nur, daß der beim Handel nicht vorrätig war und so werden wir erst in 3 Tagen erfahren,  ob wir einen neuen Controller nehmen müssen 😉

Blockchain Bullshitbingo

Das heutige (für Euch gestrige) Bingowort lautet (mal wieder) „Blockchain“. In folgenden Beiträgen wurde es bislang entdeckt:

Nach der Probenahme muss ihm zufolge die Eischale nicht wieder verschlossen werden, da sich die innere Eimembran von selbst wieder zusammenzieht. Die Genauigkeit liege bei rund 98 Prozent, die lückenlose Rückverfolgbarkeit des Prozesses stellt eine Blockchain sicher.

Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Per-Laser-gegen-den-Huehnertod-4312665.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rss

Dabei hätten die Rechteinhaber über die Blockchain konsequent mit wasserfesten Lizenzen versorgt werden können.

Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Urheberrechtsreform-CDU-CSU-Digitalexperte-verreisst-EU-Kompromiss-4313266.html

Das es heise.de getroffen hat, Pech, vielleicht weniger mit Politik, mehr Technik unterbringen. Ist nur so ein Vorschlag 🙂

Im ersten Beitrag ging es um die Erkennung des hühnischen Geschlechts bereits im Ei, um keine geborenen Tiere töten zu müssen,  im zweiten Artikel um die Äußerung einer/nes PolitikerIns zu Artikel 13 der neuen EU-Urheberrechtsreform.  Aber auch sonst ist heute wieder Bullshitbingo in den News : „Blockchain-Unternehmer“, „Blockchain-Bundesverband“ und “ Smart Contracts“ natürlich mit Blockchain.

Logischerweise braucht keine dieser Anwendungen eine verteilte Datenbank, deren Inhalt manipuliert werden kann, wenn jemand nur genug Rechenleistung einsetzt. Ob ein Ei ein Hähnchen werden sollte, oder eine Henne, muß man kaum in einer verteilten Kryptodatenbank speichern, genauso wenig wie private Verträge in einer, ja von wem eigentlich, betriebenen Datenbank stehen müßten. Und natürlich müssen auch Lizenzvereinbarungen nicht in einer global verteilten Datenbank stehen, die kann man auch bequem in einer normalen Datenbank speichern, die nicht soviel Energie verbrennt wie eine Blockchain.

Und der Hype geht weiter, der österreichische Kurier nennt die Blockchain, die „disruptivste“ Technologie seit dem Internet. Stimmt 🙂 1700 Kryptocoins, meistens wertlos, und jede Menge schwachsinns Ideen sind natürlich genau, was einen Hype ausmacht 🙂 Wenn die Technik so gut für alles ist, wieso gibt es dann keine praktischen Lösungen, die über „Wir haben was altes in Blockchain neuerfunden“ hinausgehen. Wäre das die Technologie der Zukunft, würde es schlagartig Anwendungen geben, weil die Technik gibts ja locker schon 10 Jahre. Da ist genug Zeit, eine brauchbare Anwendung zu finden. Was haben wir stattdessen ? Bitcoin … ein riesen Geldtransfer von „gierig“ zu „clever“ 🙂

Wer/was befeuert eigentlich son Hype?

Na Geschäftsleute und Politiker, die nicht abgehängt werden wollen und jetzt händeringend nach Möglichkeiten suchen. Blöd nur, daß die ersten Blockchain-Unternehmen schon wieder weg sind vom Markt. Die EU DS GVO machte Ihnen den gar aus 😀 Ich liebe die GVO 😀

Die Luxenburger Börse hat jetzt übrigens den Wertpapiertransfer per Blockchaineintrag als legal erklärt. Auch hier Frage, wer führt diese Blockchain und muß die wirklich verteilt sein ? Warum hat man nicht schon vorher eine digitale Signatur einer Kette von Einträgen benutzt? Und vorallem, wie verhindere ich, daß in der Blockchain was steht, aber die realen Papiere dann physikalisch nochmal verkauft werden, so gegen Bargeld ? Kommt am Ende raus, muß doch wieder einer aufpassen 🙂 und dann gehts auch wieder ohne Chain.

 

 

Humble Store verletzt vermutlich Verbraucherschutzgesetze

Genau wie Trump geht der HumbleStore gerne Deals ein, die zu seinem Vorteil sind. Allerdings ging er jetzt zu weit.

„GET DEPONIA: THE COMPLETE JOURNEY NOW“

Wie man hier in der Produktanzeige sieht :

Werbung von HumbelStore für ein Spielwird hier versprochen, daß man per Email ein kostenloses Spiel bekommt, wenn man sich beim Newsletter des Stores anmeldet. Bekommt man aber nicht.

Steam Link infoTatsächlich muß für das Spiel erst noch ein Steam Link hergestellt werden. Das sagen Sie einem natürlich erst, wenn man sich bereits angemeldet hat. Damit verstößt der Anbieter IMHO gegen EU und DE Gesetze zum Verbraucherschutz.

Der Begriff „free“ meint „kostenlos“, klar, es entstehen keine direkten monetären Kosten, falls ich mich da anmelde, aber ein ganzes Rudel an Firmen bekommt Informationen und schon auf der Werbeseite von Humble war das hier involviert, also habe ich mit meinen Daten bezahlt, hatte also nichtmonetäre Kosten:

Javascripte die auf der Seite eingebunden sindDas Who-is-Who der Werbeanalysten, Datenkraken und Überwacher. AkamaiHD, Twitch und Humble selbst, waren so ziemlich die einzigen „sinnigen“ Javascripte, alles andere ist nur Tracking der Datenkraken. Akamai & Twitch(vermutlich) haben ein Spielvideo ausgeliefert und ein bisschen Javascript zur Fensterverwaltung kann man den Anbieter einer Seite  zugestehen.

Für mich ist der Store damit gestorben, was ich auch dem Support mitgeteilt habe 😉

Kleine Anmerkung an Blogbetreiber, die Werbung für Webseiten machen, die gegen Gesetze verstoßen:

Bei uns gibt es die Mitstörerhaftung, die greift, wenn der Täter selbst nicht dingfest oder haftbar gemacht werden kann. Wer also annehmen kann, und das könntet Ihr jetzt, daß das Ziel seines Links gegen das eine oder andere Gesetz verstößt, aber weiter darauf linkt, könnte am Ende selbst haftbar gemacht werden, falls z.b. ein Kind über den Link stolpert und sich da anmeldet. Wie wahrscheinlich das Szenario ist, muß jeder selbst entscheiden. Ich empfehle  unter „II. Mitstörerhaftung im Allgemeinen“ mal Absatz 2 lesen :  http://sus-law.de/recht/rechts-bibliothek/mitstorer-haftung-im-internet/

Kleines Update:

Da ein Artikel bei Heise dazu lief, habe ich mal in die Kommentare gesehen. Spannend, weil da schön zwei Welten aufeinander treffen. Zumindest in einem hatte der Heise Author eine bessere Recherche gemacht, als meine Blog-Quelle: Ja, sie schicken was per Email. Nein, nicht das Spiel 😉 Nur dem Steam-Key.

Also offensichtlich eine Verbrauchertäuschung seitens Humble, weil die das vorher wußten, aber absichtlich Steam nicht erwähnen (Anmerkung: Es gibt einen Hinweis, den man als „Kleingedrucktes“ bezeichnen könnte, irgendwo auf der Seite. Aber wie man oben sieht, ist eine andere Aussage prominent als Werbemittel platziert. ). Da müßte man den amerikanischen Verbraucherschützern mal Feuer machen, daß die die so richtig schwitzen lassen 😉 Aber, was sagt Humble doch über sich selbst ? { Passage Hinweis auf Wohlfahrt entfernt, soll ja nicht nach übler Nachrede aussehen. }

Noch ein Update:

Nur damit Ihr wißt, was „danach“ passierte. Ich habe den Support kontaktet, damit der Account, der ja nur aus einer Emailadresse bestand, gelöscht wird. Man darf sich als Kunde nicht selbst löschen, aus „Sicherheitsgründen“. So eine Überlegung an sich lasse ich durchgehen, auch wenn es dafür natürlich Lösungen gibt, die beide Seiten befriedigen würden. Als „Beweis“ sollten 3 Transaktionen und die Emailaddresse des Account angegeben werden, damit nicht einfach jemand anders den Account löschen läßt. Geht natürlich nicht, weil es 0 Transaktionen auf dem Account hat 😉

Aber auch dafür gibt es eine Lösung, die Support Ninjas nehmen sich des Problems an ( Humor haben sie ja da 🙂 ). Statt einer einfachen Löschung, eines offensichtlich erst vor 10 Minuten angelegten Accounts, gab es nochmal eine Webseite zur Datenschutzrichtline.

Positiv überrascht bin ich vom Umfang der datenschutzrelevanten Formulare auf der Seite ( https://dsar.humblebundle.com ) . Da könnte man dem Schluß kommen, jemand hat die EU DS GVO gelesen und kümmert sich mit vollem Herzen darum.

Negativ finde ich jetzt daran, daß im Gegensatz zum Anlegen des Accounts, wo das Senden des Bestätigungslinks in Sekunden vollzogen war, der angedrohte Bestätigungslink zum Löschen bislang nicht angekommen ist. (Und ich warte schon eine größere Weile darauf. Es sind bereits 3 Bruteforceknacker, eine Mailingliste  und ~96 Rootmails im Logfile vorbei gerauscht 🙂 )

Es geht in dem Beitrag hier nicht um Datenkraken, die sind nur Beiwerk, sondern um Werbeaussagen, die so nicht stimmen. Ich denke nicht, daß der Humble Store die Daten seiner Kunden schlecht behandelt, eine schlechte Dienstleistung erbringt oder ähnlichen Unsinn. Da gibt es keine Beweise für und daher sollte man das auch erstmal nicht vermuten. Fakt ist aber, daß eine irreführende Werbeaussage zum Anlocken von Kunden benutzt wurde. Beweis: siehe oben. Irgendwo anders eine Klarstellung zu platzieren ändert daran nichts.

Ich habe übrigens nachgesehen, der *Text mit dem Hinweis auf Steam taucht nur auf, wenn man Javascript aktiviert.. das ist ja geschickt 😀 Um das mal ins Verhältnis zu setzen: Die Webseite ist 10205 Pixel hoch und der Hinweis belegt davon 50 Pixel Höhe = 0,48% der Webseite und ist farblich nicht hervorgehoben. Drückt man auf „Get Game“ überspringt es den Hinweis, scrollt weit runter zu der Werbeaussage(siehe oben) und vermeidet so, daß man den sieht. Das erfüllt IMHO die Kritikpunkte von oben. Hätte ich den Hinweis schon in der Werbeanzeige gesehen , hätte ich mich nicht angemeldet. Und darum gings.