Unsinnige Hinweise

Irgendwie ist es diese Woche ganz schlimm mit den unsinnigen Hinweisen:

20130528_191033

Man beachte, daß das „beidseitige Park- und Halteverbot“ glatte 25 Zentimeter gilt, dann kommt ein 100m langer Parkstreifen, übrigens auch beidseitig 😉 Die Parkstreifen waren schon vor dem Schild da.

Unser nächster Kandidat, stammt aus dem Babyzubehör, aber schauen Sie selbst :

Babypuder-VonKindernfernhalten

Tja, Babypuder von Babys fernhalten , aber kaufen, das dürfen sie jederzeit 🙂

 

Systemd und die Limits

„Jedes System kommt irgendwann an seine Grenzen.“ Einer meiner Server hatte die Grenze heute überschritten. Die Folge, der Apache stieg mit dieser Meldung aus :

„apache (24)Too many open files: couldn’t spawn child process:“

Jetzt können Sie soviel googlen wie Sie wollen, alles was zu dem Fehler kommt ist nicht hilfreich. Alle Hinweise  von RedHat zu limitfiles auf  /etc/security/limits.conf  oder /proc/sys/fs/file-max können Sie getrost vergessen, die greifen in dem Fall gar nicht.

Wenn Sie jetzt ein System V haben, ist /etc/init.d/httpd für Sie da. Tragen Sie dort einfach ulimit -n 100000 ein und starten Sie den Apache neu. Fall erledigt.

Für den Systemd, wie ihn Fedora seit FC 16 einsetzt, sieht die Sache ähnlich einfach aus, wenn man weiß wo man suchen muß. Aber mal ehrlich, würden SIe als Linuxer darauf kommen, daß „man systemd.exec“ die Hilfeseite zum Systemd öffnet? Ich nicht, .exe oder ähnliche Erweiterungen sind Windows Extentions.

Die Manpage liefert eine Übersicht zu den Variblen  die man im Unitfile benutzen kann und eine davon ( immerhin 5 Bildschirmseiten voll davon gibt es ) ist Ihr Freund: „LimitNOFILE

Suchen Sie mit „locate httpd.service“ ihr Unitfile, das ist üblicherweise unter /usr/lib/systemd/system/httpd.service zu finden. Tragen Sie dort im Servicebereich die Variable ein :

[Service]
Type=forking
PIDFile=/var/run/httpd/httpd.pid
LimitNOFILE=1000000
EnvironmentFile=/etc/sysconfig/httpd

Führen Sie noch die zwei Zeilen aus :

systemctl –system daemon-reload
systemctl restart httpd

und Ihr Apache rennt wieder 🙂

Ursachenanalyse:

Jedes Apache Child öffnet alle Domainlogs auf dem Server. Wenn Sie nun einen Multidomainwebserver haben, so wie meine Kunden, dann kommen dort schnell 1000 Vhosts zusammen. Das macht 1000 Files pro httpd-Child und damit viel mehr offene Files als Fedora defaultmäßig bereitstellt.

Hier wäre natürlich ein Logfilebroker für Apache die richtige Lösung, aber da brauchen wir wohl seitens Apache nicht drauf hoffen.

 

eine richtig gute Virenmail: „RechnungOnline Monat April 2013“

Wir gratulieren dem glücklichen Gewinner des erstmal verliehenen Anerkennungspreises für eine gelungene Virenemail: Herzlich Glückwunsch in die Ukraine.

Da die Email  nahezu perfekt ist, keine Deutschfehler enthält und auch keine Phisinglinks auf verdächtige Webseiten, müssen wir uns den Emailheader vornehmen:

Hier der nur leicht geänderte Header ( wir möchten ja nicht zuviel über unsere Fallen verraten ):

Return-path: <fidgetingjg@telekom.de>
Envelope-to: <Unsere Spamfallen verraten wir nicht>
Delivery-date: Thu, 16 May 2013 01:22:45 +0200
Received: from 36-231-89-213.dynamic-ip.hinet.net ([36.231.89.213])
	by <Unsere Spamfallen verraten wir nicht> with esmtp (Exim 4.76)
	(envelope-from <fidgetingjg@telekom.de>)
	id 1UyvV3-0002xl-1E
	for <Unsere Spamfallen verraten wir nicht>; Thu, 16 May 2013 12:34:21 +0200
Received: from [67.99.155.25] (account carpenteredqkj7@telekom.de HELO lgumvcvdfcmhbd.cnbtwtwlo.ua)
	by 36-231-89-213.dynamic-ip.hinet.net (CommuniGate Pro SMTP 5.2.3)
	with ESMTPA id XXXXXXXXXXXXXXX for <Unsere Spamfallen verraten wir nicht>; Thu, 16 May 2013 17:14:12 +0800
From: <rechnungonline.@telekom.de>
To: <Unsere Spamfallen verraten wir nicht>
Date: Thu, 16 May 2013 16:14:12 +0800
MIME-Version: 1.0
X-Priority: 3
X-Mailer: iwmexoinn_57
Message-ID: <56S980021XX76808.SSS$DY630SXX@jaxbjxqcnxv.uxfouxpniaeskql.com>
Content-Type: multipart/mixed;
  boundary="----=a__wiye_36_38_75"
Subject:  RechnungOnline Monat April 2013

Wie man im Receivedheader schön nachlesen kann, stammt die ursprüngliche Email aus der Ukraine und damit natürlich nicht mehr von der Telekom:

lgumvcvdfcmhbd.cnbtwtwlo.ua

Der unbekannte Mailversender hatte  wohl Spaß bei der Sache:

X-Mailer: iwmexoinn_57

So könnte der Name zustande gekommen sein:

„I want my email exchanged over internet“ (Version 57)

Was es auch in Wirklichkeit bedeuten mag, es ist kein übliches Programm zum Senden von Mails.

From: <rechnungonline.@telekom.de>

Der Punkt in dem Absendernamen ist uns ja schon hinlänglich bekannt, von früheren EMails dieser kriminellen Bande. Die Rücksendeadresse:

Return-path: <fidgetingjg@telekom.de>

sieht natürlich auch verdächtig nach Fiktion aus.

Sollte man all dies übersehen haben, ist natürlich der angefügte Virus/Trojaner das beste Indiz für einen versuchten Angriff, vom Umstand, daß man gar kein Kunde bei der Telekom ist, mal ganz abgesehen.

Seriöse Unternehmen schicken Ihnen eine EMail, in der die neue Rechnung mit Betrag erwähnt wird und einem Verweis, daß Sie diese im Kundencenter einsehen und herunterladen können.  Ohne Links in den Kundencenter, den den haben Sie ja als Kunde bereits.