Folllow-Up: XMind – Ein Romanplanungstool

Wer meinen letzten Artikel dazu gelesen hat, weiß, daß es sich bei XMind eigentlich um ein Mind-Mappingtool handelt, mit dem man Gedankengänge ordnen kann/sollte.

Ich nutze es ausschliesslich als Romanplanungstool, da sich die Optionen des Tools perfekt dafür eignen. Ein kleines Statusupdate für Autoren, die schon immer einen Krimi schreiben wollten ..

Da es sich hier ja um ein Linuxblog handelt, soll die technische Seite nicht zu kurz kommen. Das Programm XMind ist ein Standalone Programm. Es kommt also nicht über die Distribution rein, zumindest nicht via Fedora. Da es in Java geschrieben wurde, was die Plugins nahelegen, ist das Starten des Programms an sich kein Problem. Allerdings installiert das Tools keine Desktopdatei, so daß die Integration schwierig wird. Unter Fedora Gnome/Cinnamon kann man das aber leicht selbst nachholen. Dazu legt man in seinem Schreibtischordner eine Datei namens „XMind.desktop“ mit folgendem Inhalt an:

[Desktop Entry]
Version=1.0
Name=XMind
GenericName=XMind
Comment=Mind Mapping Tool
Exec=/home/—INSERT YOUR USERNAME—/Programme/XMind/XMind_amd64/XMind.sh %U
Icon=/home/—INSERT YOUR USERNAME—/Bilder/xmind_logo.svg
Terminal=false
Type=Application
MimeType=application/zip;
StartupNotify=true
Categories=Education;Office;
Keywords=xmind;mind;map;
X-Desktop-File-Install-Version=0.21
Name[de_DE]=XMind

Die Pfade muß man natürlich anpassen, je nachdem wo man es selbst hin ausgepackt hat.  Die kleine Shelldatei „XMind.sh “ sieht bei mir so aus:

#!/usr/bin/bash

cd /home/—INSERT YOUR USERNAME—/Programme/XMind/XMind_amd64/
/home/—INSERT YOUR USERNAME—/Programme/XMind/XMind_amd64/XMind $1

„chmod 755“ noch auf die Scriptdatei uns dann läuft es. Dieser Schritt erschien mir nötig, weil ich Dateien vom Typ „Application/Zip“ die auf .xmind enden, starten können wollte. Beim Testen hat sich allerdings herausgestellt, daß XMind gar nicht mit Konsolenargumenten umgehen kann. Das bedeutet „$1“ könntet Ihr Euch auch schenken. Es ist aber zum Start notwendig sich im Verzeichnis des Programms zu befinden, damit es alle seine Konfigfiles findet. Also brauchen wir zum sicheren Konsolenstart doch die Shelldatei.

Icon da – Menüeintrag fehlt ?

Wir haben jetzt auf dem Desktop ein XMind Icon, natürlich nur, wenn Ihr Euch das XMind Icon von der XMind Webseite heruntergeladen und an die gleiche Stelle kopiert habt, wie ich im Desktopfile angegeben habe.  Was fehlt ist aber noch der Menüeintrag. Der will einfach nicht erscheinen. Da liegt daran, das im Menü nur global Verfügbare Apps vorkommen.

Ihr könnt Euch jetzt als Root einloggen und wahlweise :

cp Schreibtisch/XMind.desktop /usr/share/applications/

oder

ln -s  /home/—-YOUR USERNAME—/Schreibtisch/XMind.desktop /usr/share/applications/XMind.desktop

Letzteres hat den eleganten Vorteil, daß alle Updates des Icons mit übertragen werden, falls Ihr Eure Schreibtischdatei mal ändert.

Nun sollte spätestens nach einem Desktopneustart der Menüeintrag angezeigt werden und ein Start wie für jedes andere Programm möglich sein.

„…Irgendwann verliert man sprichwörtlich den roten Faden…“

„Unser Held des Tages reitet auf seinem imaginären Pferd in die Lobby ein. “  Dieser eine Satz steht in Beziehung zu vier anderen Romanteilen :

Unser Held des Tages reitet auf seinem imaginären Pferd in die Lobby ein. “ und der vierte Teil ist Logik, nämlich die Frage : „Kann er das überhaupt? Hat die Lobby Türen, die groß genug sind ? Wieso ist das Pferd imaginär ? Braucht es da nicht weniger Platz ? Reitet der Reiter vielleicht mit soviel Effe, daß seine Amplitude über den Türrahmen kommt  oder reitet er wie die Kinder im letzten Jahrtausend mit einem Steckenpferd ( auch bekannt als Besenstiel ) ?

  1. Unser Held muß im Personenregister des Romans vorkommen, ergo muß es eine Beschreibung geben.
  2. Die Lobby muß im Roman zwangsweise vorkommen , aber muß es auch eine Lobbybeschreibung geben.
  3. Das Pferd ist (vermutlich) Dekor, weil imaginär, aber irgendwas wird er in Händen halten und das muß beschrieben sein.
  4. Metadaten zu Lobby, „Pferd“ und Reiter müssen abgeglichen werden.

Wem das jetzt zu Technisch klingt, der hat schon verloren, falls er einen kohärenten Roman schreiben will. Und ja, es ist auch Objektorientiertes Programmieren dabei 🙂

Daher die Überlegung, ob ein MindMappingtool der Sache gerecht werden kann. Kurze Antwort: Es kann. Nur mit dem automatischen Überprüfen des Logikteils dürfte es überfordert sein, oder ich habe die Funktionen nicht gefunden 😀

Eine Mindmap zum neuen Kängeruhroman

Ein Beispiel

Wie man unschwer erkennen kann, eignet sich das Tool technisch sogar zum eigentlichen Schreiben des Romans, ein echter Texteditor ist mir aber lieber 😉 Ich würde auch empfehlen hier nur die reinen Informationen zum Ablauf der Handlung zu schreiben, die Map also als Nachschlagewerk und Notizblock zu sehen. Normalerweise hat eine Pinnwand diese Aufgabe beim Autor, aber genau wie ein Bildschirm, ist eine Pinnwand irgendwann voll. Auf dem Monitor kann ich dann aber derzeit unnötige Teile einklappen. Auch virtuell ist die Fläche beliebig groß.

Das Beispiel ist wirklich nur ein Beispiel, ich schreibe nicht wirklich einen Kängeruhroman, schon weil ich die Arbeit von Marc-Uwe Kling sehr schätze 🙂

 

3 thoughts on “Folllow-Up: XMind – Ein Romanplanungstool

Schreibe einen Kommentar