eine billige Fälschung – freenet Breitband GmbH

Gerade erreichte uns eine Virus-EMail, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte,
da sie extrem schlecht gefälscht ist und damit sehr einfach für jedermann zu erkennen ist:

Return-path: <service@freenet.de>
Delivery-date: Mon, 10 Jun 2013 20:21:24 +0200
Received: from fourfuns.com.tw ([124.150.134.11])
	by XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX with smtp (Exim 4.76)
	(envelope-from <service@freenet.de>)
	id XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
	for XXXXXXXXXXXXXX; Mon, 10 Jun 2013 20:21:24 +0200
Received: from hwuiw (15.123.230.70)
	by fourfuns.com.tw; Tue, 11 Jun 2013 04:21:19 +0800
Date: Tue, 11 Jun 2013 04:21:19 +0800
From:  <service@freenet.de>
X-Mailer: The Bat! (v2.01)
Reply-To:  <personlicher-service@service.freenet.de>
To:  <xxxxxxxxxxxxxxxxxx>
Subject:  Ihre Bestellungsnummer: 23445993

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie Ihre Rechnung fur die Dienste der freenet Breitband GmbH,
 die Sie unter Ihrer Kundennummer 24831967 genutzt haben. Einzelheiten 
entnehmen Sie bitte dem angehangten PDF-Dokument als ZIP-Datei.

Herzliche GrьЯe,
Ihr freenet Service-Team

________________________________________________________________________________

freenet Breitband GmbH, Postfach 2120, 24001 Kiel
Geschдftsfьhrung: Thorsten Meier, Andreas Sand, Claas Voigt
 Hamburg - HRB 105001, Amtsgericht Hamburg
 St.-Nr.: 27 / 001 / 01001, USt.-ID: DE259800171

Es fallen natürlich sofort die Kyrillischen Buchstaben statt der üblichen Umlaute auf.

Auch der „personliche“ Service ist ein deutlicher Hinweis auf eine unlautere Email.

„The Bat“ ist ein Emailprogramm, das ausschliesslich für private Zwecke eingesetzt wird,
also als Massenmailer für Freenet nicht taugt.

Die hier angehängte Virenemail in Form eines Zips,wird von gängigen Virenscannern nicht erkannt, es ist als höchst gefährlich diesen Anhang aufzumachen.

Systemd und die Limits

„Jedes System kommt irgendwann an seine Grenzen.“ Einer meiner Server hatte die Grenze heute überschritten. Die Folge, der Apache stieg mit dieser Meldung aus :

„apache (24)Too many open files: couldn’t spawn child process:“

Jetzt können Sie soviel googlen wie Sie wollen, alles was zu dem Fehler kommt ist nicht hilfreich. Alle Hinweise  von RedHat zu limitfiles auf  /etc/security/limits.conf  oder /proc/sys/fs/file-max können Sie getrost vergessen, die greifen in dem Fall gar nicht.

Wenn Sie jetzt ein System V haben, ist /etc/init.d/httpd für Sie da. Tragen Sie dort einfach ulimit -n 100000 ein und starten Sie den Apache neu. Fall erledigt.

Für den Systemd, wie ihn Fedora seit FC 16 einsetzt, sieht die Sache ähnlich einfach aus, wenn man weiß wo man suchen muß. Aber mal ehrlich, würden SIe als Linuxer darauf kommen, daß „man systemd.exec“ die Hilfeseite zum Systemd öffnet? Ich nicht, .exe oder ähnliche Erweiterungen sind Windows Extentions.

Die Manpage liefert eine Übersicht zu den Variblen  die man im Unitfile benutzen kann und eine davon ( immerhin 5 Bildschirmseiten voll davon gibt es ) ist Ihr Freund: „LimitNOFILE

Suchen Sie mit „locate httpd.service“ ihr Unitfile, das ist üblicherweise unter /usr/lib/systemd/system/httpd.service zu finden. Tragen Sie dort im Servicebereich die Variable ein :

[Service]
Type=forking
PIDFile=/var/run/httpd/httpd.pid
LimitNOFILE=1000000
EnvironmentFile=/etc/sysconfig/httpd

Führen Sie noch die zwei Zeilen aus :

systemctl –system daemon-reload
systemctl restart httpd

und Ihr Apache rennt wieder 🙂

Ursachenanalyse:

Jedes Apache Child öffnet alle Domainlogs auf dem Server. Wenn Sie nun einen Multidomainwebserver haben, so wie meine Kunden, dann kommen dort schnell 1000 Vhosts zusammen. Das macht 1000 Files pro httpd-Child und damit viel mehr offene Files als Fedora defaultmäßig bereitstellt.

Hier wäre natürlich ein Logfilebroker für Apache die richtige Lösung, aber da brauchen wir wohl seitens Apache nicht drauf hoffen.

 

Wenn man nicht weis, wer man ist .. oder wie der 1und1 Trojaner versagte

Für einen kurzen Moment wußte ich heute meinen Namen nicht mehr, denn der neueste Zugang in meiner Mailbox konnte oder wollte mich nicht mehr daran errinnern:

Ihre Kundennummer: 228551940
Sehr geehrter,

heute erhalten Sie Ihre Rechnung vom 05.04.2013 im PDF-Format.
Der Betrag wird in den 7 Tagen von Ihrem Konto abgebucht.

Wichtige Information zu Ihrem Einzelverbindungsnachweis (EVN)
Ihre Einzelverbindungsdaten finden Sie ab sofort unter Ihrer jeweiligen Rechnungsnummer
in Ihrer RechnungsFCbersicht http://login.1und1.de.

Bestimmt wundern Sie sich, weshalb die Einzelverbindungsdaten in Ihrer 1&1
Rechnung fehlen und wir Sie heute auf das Control-Center aufmerksam machen.
Damit Ihre Daten demn4chst noch sicherer sind, hat der BfDI - Bundesbeauftragter FCr den Datenschutz und die Informationsfreiheit - die 1&1 Internet AG aufgefordert, den unverschlCsselten E-Mail-Versand der Einzelverbindungsdaten direkt einzustellen. 1&1 ist der Schutz Ihrer persnlichen Daten besonders wichtig. Ab jetzt stehen Ihnen daher alle Einzelverbindungsdaten ausschlie Flich online bereit.

Da ich nun zufällig tatsächlich mal „Opfer“ einer Trojanerattacker geworden bin, die zielführend hätte sein können, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß es doch auf den ersten Blick schockt, wenn die Mail kommt. Aber ebend nur für eine halbe Microsekunde, denn sofort fallen die vielen Fehler ins Auge. Da wäre als prägnantestes Merkmal der fehlende Name in der Anrede. Ein deutliches Zeichen, daß jemand ohne Sinn und Verstand eine echte Mail als Vorlage kopiert hat, aber nicht wußte was da wirklich steht. „Sehr geehrter“ gibt solo einfach keinen Sinn 🙂

Danach wars natürlich ganz leicht, das übliche ZIP File , statt des PDFs in der echten Rechnung. Dazu kommen die wirklich auffällig falschen Umlaute in dem Text und zu dem soll das dann noch von „handbookz1@1und1.de“ stammen, was ja schon nach Leetspeek riecht. Elite war das übrigens nicht Jungs, ganz im Gegenteil ! Wie fast immer möchte man anfügen, daß wenn die Verbrecher helle wären, wären sie ja Bänker geworden.

Zu allem Überfluß haben die Herren die Email dann auch gleich zweimal mit anderen Inhalten geschickt. Solche Mitarbeiter braucht man, um erfolgreich zu sein 😉 .

Also, wie immer verfahren : Sie verfrachten die Mail wenn sie bei Ihnen eingeht in den Mülleimer, ich stell den Trojaner der Antivirencommunity zur Verfügung.

PS: Bevor jemand auf Ideen kommt, nur weil ich bei 1und1 residiere, die Mails gehen an ein spezielles Mailkonto. Kommen die EMails dort nicht an, ist es definitiv nicht von 1und1 . So sollten Sie das übrigens auch machen. Mit den Produkten der Evolution Hosting können Sie sich so viele EMail-Konten anlegen, wie Sie möchten.