Mit dem gestrigen Updaten auf Thunderbird 45 verstellt Thunderbird die Spalten und nutzt ein anderes Look & Feel, leider nicht zum Besseren.
Die Spalte „Von“ wird durch die Spalte „Gegenüber“ ersetzt. Das ist mehr als verwirrend, besonders weil hier mal Absender und mal Empfänger angezeigt werden, ganz nach gut dünken von Thunderbird. Der inneren Logik habe ich mich länger ausgesetzt, da ich es ohnehin für einen Bug, zumindest aber eine aufoktroyierte Frechheit, halte.
Wie wird man es wieder los ?
Rechtsklick auf den Spaltennamen. Eine Liste mit möglichen Spalten erscheintman wählt Gegenüber ab, und Von aus.
Will man diese Einstellung nun in allen Unterordnern haben, gibt es wieder den Rechtsklick auf den Spaltennamen. Am Ende der Liste steht eine Funktion „Spalteneinstellungen übernehmen für…“ und da wählt man dann das Zielpostfach oder den Ordner aus. Da ich viele Mailkonten benutzt, was es ziemlich nervig. Dafür sieht es wieder so aus wie früher.
Schon einmal das Bedürfnis gehabt, daß der Sound nicht nur auf dem Lautsprecher herauskommen soll, sondern auf allen angeschlossenen (und nicht angeschlossenen) Geräten ausgegeben werden soll?
Ja, geschafft ? Nein ? Aber da gibt es natürlich eine Pulseaudio Lösung und die hat es echt in sich 🙂
Pulseaudio ist ja auf den meisten Linuxrechnern der Defaultsoundmixer, auch wenn es noch Jack und GStreamer gibt. Leider gibt es nicht nur das eine Configtool für Pulseaudio, sondern eine ganze Reihe. Das was bei Fedora nicht installiert ist, ist paprefs . Das muß man sich erst mal mit dnf installieren : „dnf install -y paprefs“ Je nach Stand der Fedorainstallation kommen da nur 3, oder auch mal 30 Pakete mit.
Wir brauchen die Funktion „Simultane Ausgabe“ . Da gibt es nur einen Haken, der klicken wir an. Nun haben wir im Lautstärkenmanager ein virtuelles Device in dem alle anderen Devices zusammen gefaßt sind. Das geht natürlich nur, wenn man auch mehrere Ausgabegeräte anschlossen hat. Zu dem oben erwähnten nicht angeschlossenen Fall kommen wir später 😀 . Das kann sein, die auf dem Mainboard verbaute Audiohardware, eine Soundkarte, Kopfhörer oder auch der HDMI Monitor mit Ton.
Wer es noch nicht aktiviert hat, unten im Mixer ist eine Auswahl was man sehen will, dort einfach „All Streams“ auswählen, daß könnte dann so aussehen :
Man hat nun also nicht nur die ganzen Programme die man regeln kann, sondern auch jedes Ausgabegerät kann einzeln angesteuert werden. Das ist wichtig, weil zum Einen müssen Geräte die weiter weg sind lauter sein, zum Anderen heißt 100% für jedes Gerät was anderes. Im „Ausgabegeräte“ Tab kann man jede Hardware einzeln ansteuern und, ganz wichtig, man kann die Latenz einstellen. Damit kann man Echos verhindern, weil man ausgleichen kann, daß die Lautsprecherboxen über lange Leitungen angeschlossen sind. Ganz wichtig, wenn man eine ganze Halle ansteuern will, schliesslich will man kein Echo haben.
Wer jetzt keine Veranstaltung plant oder auf einer sportlichen Großveranstaltung den Stadionsprecher machen will, der kann auch ganz praktisch etwas damit anfangen: volleren Sound.
Jeder Lautsprecher hat seine eigene Übertragungskurve, meint, Höhen und Bässe werden auf jedem Gerät anders wiedergegeben und das können Sie jetzt ausnutzen. Haben Sie z.B. zwei paar Lautsprecher, einen Mittelton betonten und einen für Bass und Höhen, können Sie diese nun über den virtuelle Stream zusammenführen.
Das was ich gemacht habe, meinen HDMI Lautsprechermonitor in die gemeinsame Klangausgabe eingebunden, so daß die Lautsprecher links und rechts neben dem Monitor nun von vorne kommen und damit ein viel besseres Klangbild mit Surroundsound möglich ist. Da man jetzt mehrere Lautsprecher hat, kann man natürlich auch Mehrkanalton abspielen, wenn die restliche Software da mitspielt.
Im nächsten Teil des Artikels befassen wir uns mit Netzwerkplayback ! Haltet Eure Handies bereit 😀
Obwohl es heute Mode ist, jedem noch so kleinen Securitybug einen eigenen Namen zugeben, verzichte ich mal drauf. Ich hatte ja einigen Wochen geschrieben, daß es eine FD Veröffentlichung geben wird. Nun, heute ist es soweit : )
Der Fehler ist endlich gefixt, auch wenn die Umstände komisch erscheinen werden. Der ganze Ablauf ist ohnehin merkwürdig, es gibt nicht mal eine CVE dazu. Fangen wir mal vorn an, am 18. November 2013 !
Mein Laptop hatte damals Fedora 18 mit einem Gnomedesktop drauf und wurde alle zwei Stunden aktualisiert, war also auf Stand. Das Laptop wurde nicht gebraucht und in den Suspend gebracht, als es dann wieder aufwachte, sah ich immer noch das Desktopfenster mit Inhalt, dann einige Sekunden später poppte der Screensaver auf und ich mußte mich einloggen. Ok. Man sieht den Bildschirm, obwohl man das nicht sollte, war jedenfalls meine Meinung. Ich probiert es nochmal, aber diesmal lief alles normal ab, der Screensaver sprang diesmal deutlich eher an und man sah nichts. Merkwürdig.
Sicherheitslücke: Informationdisclosure
Langer Rede kurzer Sinn, je nach Situation beim Abschalten des Laptops ins Disksuspend regiert es etwas anders beim Hochfahren. Ein Race zwischen den Prozessen findet statt und wenn der Screensaver das gewinnt, dann sieht man nichts, ansonsten dauert es lange und der Bildschirminhalt wird kurz sichtbar.
Am Mittwoch den 20. November habe ich dann ein Video gedreht auf dem man das sehen kann und einen Securitybugreport bei Fedora und Gnome erstellt. Nachdem die das Video gesehen hatten und nach der Hardware gefragt haben, lehnte man das Problem als irrelevant ab, weil die Hardware ja „nicht die schnellste“ wäre. Argumentieren, daß das Prinzip mit dem Screensaver ja wohl klar falsch abläuft und das vor dem Suspend gemacht werden muß, half nichts. Taube Ohren.
3 Jahre später
Letzten Dezember habe ich ein neues Laptop von der Firma bekommen. Mittlerweile gab es Fedora 23, man beachte 5 Versionen = 5*6 Monate später 😉 und der Bug sollte ja nicht mehr auftreten, weil I5 und SSD. Also … Deckel zu, warten, Deckel wieder hoch … und ????? BINGO.. der Desktopinhalt! Zwar nur für ein paar Augenblicke, also deutlich schneller weg als bei dem alten Laptop, aber da.
Der Bug war bei Fedoraim Tracker immer noch als ungelöst offen. Nun gab es keine Entschuldigung mehr, denn die HW ist schnell, ganz besonders beim Umgang mit Disksuspend. Da mir 3 Jahre als deutlich zu lange für so ein triviales Problem erschienen, habe ich einen FD Timer von 90 Tagen angesetzt, bis zu dem das Problem gefixt sein mußte.
Endlich gut, alles gut ?
Fast. Es wurde behoben, allerdings als Silentupdate, sprich, man hat es keinem erzählt. Nicht mal dem Bugreporter. Ich habe nur durch regelmäßiges ausprobieren bemerkt, daß es endlich behoben wurde.
Bleibt zu vermerken, nicht alle Sicherheitslücken werden sofort behoben, auch wenn durch so eine Informationslücke Inhalte vom Desktop in fremde Hände gelangen. Da könnten Bankdaten zusehen sein, Listen mit Namen von Menschen die nicht gefunden werden dürfen, der private Key vom Server .. tausend Dinge die man nicht sehen sollte, wenn keiner in der Nähe ist um es zu verhindern. Der Angreifer kann den Laptoprechner nach dem Test einfach wieder ins Suspend schicken und keiner merkt es.
Kleines Goodie am Ende ? Hier noch ein Gnome 3 Bug Desktop Hack den ich gemeldet hatte. Der wurde allerdings binnen einer Woche behoben, was bei dem Impact wohl auch kein Wunder ist.