„Ihr Kreditkartenkonto wurde aus Sicherheitsgründen temporär eingeschränkt.“

Offensichtlich haben meine ständigen Reklamationen über die Verwendung der deutschen Sprache in Spams und Phisingmails doch was bewirkt, denn diese Mail :

dit kundenummer : 0087932231
din kundereference : ID9438

Ihr Kreditkartenkonto wurde aus Sicherheitsgründen temporär eingeschränkt.

Sehr geehrter Kunde,

Nach einer Identitätsprüfung können Sie Ihre Kreditkarte sofort wieder benutzen.

Bitte bedenken Sie, dass Sie ohne Freischaltung zukünftig nicht bei teilnehmenden Händlern einkaufen können.

Um die Kontobegrenzung sofort aufheben zu können, bitten wir Sie folgende Informationen zu bestätigen.

* Alle Felder sind Pflichtfelder, bitte beachten Sie dass die Genauigkeit Ihre Daten für die Überprüfung extrem wichtig ist.

> Erhalten Sie Zugang zu Ihren Bankkonten.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis

Harald Fischer
Mastercard Sicherheitsteam Deutschland,,

hat nur zwei deutliche Fehler : die vielen Kommata und natürlich muß es Ihrer Daten lauten.. Da kann man leider schonmal drüber wegsehen als Opfer.

Der in der Email angegebene Link, geht natürlich nicht zu Mastercard, sondern irgendwo hin in der Welt. In meinem Fall nach Korea :

www.health-mart.co.kr/hshop/ch/images/0re.html

Und jetzt kommt die Magie, ohne überhaupt auf dem gehackten Webacocunt geschaut zu haben, kann man hier einen Klassiker der Sicherheitslücken als Ursache ausmachen:

Das nicht auf den Inhalt prüfende Bildhochladescript einer Webanwendung.

Leicht zu erkennen an der URL „/images/“ und der Endung „html“ , meistens aber „php“. Bilder sollen immer .jpg, .png usw. enthalten und das prüft das Script sicher nicht. Gern wird auch mal nur geprüft, ob der Endungsstring überhaupt drin vorkommen, was z.b. „hacker.png.php“ erlaubt. Wenn man  nun den Webpfad kennt unter dem das „Bild“ hätte erreichbar sein sollen, kann man dort das PHP Script aufrufen und schon ist der Webaccount unter der Kontrolle des Angreifers.

Ich frag mich immer wieder, wieso jeder Webanwendungen schreiben darf, auch wenn er/sie keine Ahnung davon hat. Gibt doch sonst für alles ein Gesetz 😉

Natürlich werden wir den Koreaner informieren, keine Frage.

 

Blinken ist Glückssache

Den Spruch kennt sicher jeder und auch jeder hat schon mal vergessen zu blinken, aber wenn ein LKW Gespann bei 130 ohne zu blinken einfach auf die Überholspur zieht und nur 80 fährt, dann wirds gefährlich. So auch heute auf der A39, als ein LKW aus Salzgitter genau das gemacht hat, um sich dann ein nicht zu gewinnendes Elefantenrennen zu liefern, welches nach wenigen Meter schon vorbei war, da eine Baustelle mit einstreifiger Verkehrsführung die Beteiligten ausbremste. Keine 10 Minuten später, meinte ein Dannenberger Fahrer, es dem LKW gleich tun zu müssen. Seine wackelige Fahrradhalterkonstruktion war bei diesem Manöver nicht gerade vertrauenserweckend. Auch jener Fahrer mußte feststellen, daß der Baustelle seine Art des Vorankommens egal ist.

In die gleiche Richtung geht dann auch der Verkehsverstoß eines Hannoveraner Gärtnereibetriebs, der sein Fahrzeug wiederrechtlich mitten auf der Straße abgestellt hat. Natürlich direkt vor unserer Ein- und Ausfahrt. Dabei ist auf der Höhe eine Ausbuchtung in der man problemlos parken kann.

Der tägliche Ärger mit den anderen Deppen am Steuer halt 😉

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Jeder Autofahrer glaubt ja ohnehin, daß er der Beste, der Schnellste, der Sicherste ist. Alles Selbstbetrug.

Wissen Sie eigentlich wie der Sicherheitsabstand berechnet wird ? Den Satz mit dem halben Tachowert kennt man noch aus der Fahrschule, aber wie setzt sich das zusammen ?

Dazu muß man etwas ausholen. Erstmal das biologische: Die Informationsgeschwindigkeit in Nerven beträgt 1m pro Sekunde. Vom Hirn zum Fußmuskel sind es also im Mittel 1,5 m . Immer dran denken, daß Nerven nicht grade Linien sind und nur im Idealfall direkt a mit b verbinden.
D.b. daß alleine 1,5 Sekunden Zeit vergeht, bevor das Bein dem Befehl des Gehirns gehorchen kann. Dazu kommt die Zeit, die das Hirn überhaupt braucht um die Gefahr zu erkennen und das Auto braucht auch noch Zeit um die Bremsen zu betätigen, wenn Sie das Pedal treffen. Das sind rund 2 Sekunden Zeit die vergehen, bevor das Auto überhaupt zu bremsen beginnt. Dann wird Ihr Auto langsamer, aber wenn der vor Ihnen auf etwas aufgefahren ist, dann baut der viel schneller Geschwindigkeit ab, als Sie das können. Es kommt dann unweigerlich zum Auffahrunfall. IHREM Auffahrunfall.

Rechenbeispiel:

100km/h => 100 000 m / 3600 s = 27.77m pro Sekunde die das Auto zurück legt.

2 Sekunden Reaktionszeit sind dann also rund 55 Meter.

Kein Mensch kann dies schneller erledigen, auch kein Formel 1 Fahrer. Die biologischen und physikalischen Gegebenheiten kann man nicht bei Seite schieben. Niemand kann das. Machen Sie sich nix vor, es ist physikalisch nicht möglich. Deswegen müssen Sie Abstand halten, um sich selbst und Anderen eine Chance aufs Überleben zu geben. Daß Bremsen auch nicht perfekt sind, muß ich nicht extra erwähnen oder?

Jeder der dem Vordermann am Auspuff schnuppert, riecht nur seinen eigenen Todesgeruch. Fahren Sie bitte mit Hirn, statt ohne.

Womit wir wieder beim Anfang wären. Wenn der LKW vor einem Auto das 100 Km/h fährt, unter 55 Meter rauszieht, gibt es einen Unfall, so sicher wie das Amen in der Kirche. Deswegen blinkt man, damit die nachfolgenden Autofahrer rechtzeitig, meistens sogar unbewußt, den Fuß vom Gas nehmen können.

Haben Sie eigentlich gewußt, daß Ihr Hirn Ihnen vorgaukelt, daß sich Ihr Bein bewegt hat, als Sie dachten, daß es sich bewegen soll ? Natürlich haben Sie das nicht gewußt. Das Gehirn rechnet sich Zusammenhänge schön, wenn man so will. Wir haben ja oben gelernt, daß die Informationsgeschwindigkeit in Nerven 1 m/s beträgt. Wenn Sie also bewußt denken „Fuß beweg Dich“ und er erst 1.5 Sekunden später wirklich etwas tut, dann wären Sie irritiert . Deswegen berechnet das Unterbewußtsein, daß Sie den Fuß bewegen wollen und schickt die Information 1,5 Sekunden später ans Bewußtsein, damit Sie vor Schreck nicht umfallen. Ihr Unterbewußtsein, weiß auch vor Ihrem Bewußtsein, daß Sie jetzt gleich umfallen werden. Ihr Kleinhirn ist viel cleverer als Sie Ihm zugestehen werden. Es rechnet in technischen Begriffen etwa mit 200 Kbit/s, wogegen ihr Großhirn nur 50 bit/s schafft, also das 400fache mehr. Aber es ist dabei ungenauer als das Großhirn. Aber für die ganzen wiederkehrenden Prozesse reicht eine kleine Ungenauigkeit vollkommen aus. Bis .. ja bis zu dem 1 mm den das rechte Bein nicht hochgenug gehoben wurde und Sie den Bordstein treffen, statt den Fuß auf den Bürgersteig zu setzen.

Natürlich ist der biologische Zusammenhang hier stark vereinfach dargestellt. In Wirklichkeit laufen sehr viele verschiedene und hoch komplexe Sachen gleichzeitig ab.

Der Grund wieso Sie stolpern ist übrigens genau diese Zeitverzögerung, denn Sie gehen nicht bewußt die Straße lang. Das Gehen an sich erledigt das Kleinhirn, oder denken Sie darüber nach wie das eine Bein vors Andere setzen? Also ich nicht. Ich „lasse“ das steuern. Mein Großhirn beschäftigt sich damit, was ich hinter der nächsten Ecke erwarten kann und was ich nachher machen will. Aber übers Gehen, da denke ich nicht aktiv nach. Natürlich nur, wenn ich keine Artikel dazu schreibe, aber da gehe ich ja auch selten bei 🙂

„Es gibt für alles eine App!“ … auch für Audiospektren

Was bis vor einigen Jahren nur die Experten zur Verfügung hatten, ist heute im wahrsten Sinne an aller Munde. Jedes Handy oder Tablet hat ein empfindliches Mikrofon, den sonst könnte man bei den winzigen Abmessungen kaum hören was gesagt wird. Zusammen mit der nötigen Rechenpower in modernen Handies und Tablets können Apps die Signale in Echtzeit in ihre Frequenzen zerlegen. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft, denn ohne dies könnte kein Video mit MP3 Ton aufgenommen werden, da der Platzbedarf der Rohdaten auch heute noch enorm ist. Da aber Videos in MP4 live aufgezeichnet werden können, also in Echtzeit kodiert werden, bedarf es der nötigen Rechenleistung der CPU oder wohl eher des Hardware Encoders.

Diese Rechenleistung machen sich Apps wie SpectralView zu Nutze. Sie zeigen in einem Zeit-Frequenz-Diagramm die Lautstärke der verschiedenen Fequenzen an. In der freien Version, die wir hier benutzt haben, von 0 bis 8 Khz. Das reicht für die vorgestellte Anwendung völlig aus. Hier ein Beispiel:

Audiospektrum eines Autos (links) und eines Mofas (rechts)

Audiospektrum eines Autos (links) und eines Mofas (rechts)

Nein, es ist keine Ultraschallaufnahme meines Nachwuchses. Im Bild zusehen ist das Spektrum eines Autos links und eines Mofas rechts. Es handelt bei den beiden Testobjekten um mir unbekannte Verkehrsteilnehmer. Beide Fahrzeuge sind auf der Straße an meinem Aufnahmegerät vorbeigefahren. Abstand ca. 5 Meter. Die Zeitachse verläuft von Links nach Rechts. Schön zusehen ist, wie leise das Auto im Vergleich zu einem Mofa ist. Das Auto läuft ruhig auf der Straße und der Motor ist gut abgeschirmt. Das Mofa dagegen ist eine rollende Lärmquelle auf zwei Reifen. Der auf Hochtouren laufende Motor manifestiert sich schön im oberen Frequenzbereich. Das viel kleinere Mofa hat somit ein viel „weiteres“ Audiospektrum. Die Breite erklärt sich durch die niedrigere Geschwindigkeit des Mofas im Vergleich zum schnelleren Auto.

Audiospektrum der Star Wars Titelmusik

Audiospektrum der Star Wars Titelmusik

Als nächstes haben wir eine Aufnahme von Star Wars. Die Rhytmus bestimmenden Musikanteile sind im Bereich bis 2 KHz zusehen. Im oberen Frequenzbereich sind die nötigen Oberwellen zusehen, die für die Klangfarben zuständig sind. Ohne Oberwellen würden Sie das Lied nicht hören wollen, glauben Sie mir das.

Sprache findet übrigens hauptsächlich im Bereich bis 4,5 KHz statt und da sind die nötigen Oberwellen auch schon enthalten. Was darüber ist, kann man getrost weglassen als Europäer.

Audiospektrum: auf dem Weg zur defekten Klimaanlage

Audiospektrum: auf dem Weg zur defekten Klimaanlage

Was Sie hier sehen ist der eigentliche Grund, wieso ich mit dem Programm experimentiert habe. Es handelt sich um eine Schwebung im Bereich um 300 Hz, die vermutlich von einer falsch eingestellten Klimaanlage oder einer anderen Störquelle stammt.
Der resultieren Ton geht durch alle Fenster und Ohrstöpsel. Leicht erkennbar ist er an der immergleichen Frequenz, hier die grüne horizontale Linie.

Das schöne an einem Audiospektrum ist, die Störquelle kann sich nicht verstecken. Selbst wenn noch andere Geräusche die Aufnahme stören, kann man anhand der Frequenzverteilung einen akustischen Finderabdruck erstellen. Diesen kann die Störquelle nicht ablegen. Aus dem Fingerabdruck kann man unter idealen Bedingungen auf die Quelle schliessen. Hat man ein in Frage kommendes Objekt gefunden, kann man vor Ort einen Fingerabdruck aufnehmen und diesen vergleichen. Schon optisch ist so leicht erkennbar ob das Objekt in Frage kommt, oder nicht.

Wenn ein Kandidat gefunden wurde, lohnt sich der Gang zum Gutachter, der ein genaues, gerichtsverwertbares Gutachten erstellen kann. Vorher ist die Beauftragung eines Fachmanns reine Geldverschwendung, wenn er aus dem zu Hause aufgenommenen Fingerabdruck nicht auf eine Quelle schliessen kann. Da Schall auch durch das Gestein auf dem die Stadt gebaut wurde, bis zu 5 Km übertragen werden kann, ohne das jemand dazwischen etwas bemerkt, gleicht die Suche nach solchen Quellen einer Suche im berühmten Heuhaufen.

Ich kann allen Geplagten nur empfehlen, solche Diagramme selbst zu erstellen und sich auf die Suche nach der Quelle zu machen. Ich habe meine wohl gefunden. Das örtliche Immissionsschutzamt, meist im Umweltschutzamt angesiedelt, hilft Ihnen auch bei der Ermittlung des Täters Ihr Lärmbelästigungen weiter. Diese kommen auch mit einem Meßgerät und erstellen ein Diagramm. Allerdings mit einem Richtmikro, was die Lokalisierung vereinfacht. Ohne Richtmikro muß man an vielen Orten eine Messung machen. Nehmen Sie dazu Ihren Weg per GPS Tracking auf, so können Sie die Diagramme später einzelnen Orten zuweisen.

Zum Abschluß noch ein kleines Highlite :

Audiospektrum: Herzschlag

Audiospektrum: Herzschlag

Das Mikro des Geräts ist bei der Aufnahme auf sehr empfindlich gestellt, daher erscheinen auch sonst nicht sichtbare Frequenzen im oberen Bereich auch auf dem Diagramm.

Die kleinen hellblauen Punkte ganz unten auf der Basislinie sind mein Herzschlag 🙂 Auf der Linken Seite hatte ich kein Herzrasen , sondern habe das Tablet auf der Brust leicht bewegt. Wie man sehen kann, ein ganz einfacher Herzschlagmonitor 😉

Der Rest der Aufnahme ist Hintergundrauschen durch den Verkehrslärm in der Stadt.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich einfach.