Alle Jahre wieder…

Es war wieder soweit. „Alle Jahre wieder“ – so hatte ich mir diesen Tag in meinem Kalender notiert. Nicht als Feiertag, sondern als Mahnung. Die Mahnung an den Punkt, an dem die Liebe zum Computer, die Freude am basteln, sich in einen Kampf gegen Staub, Schmutz und eine unbarmherzige Physik verwandelt.

Es ging um den CPU-Lüfter. Es war nicht einfach nur staubig. Es war ein Monument aus Staub, einem Zeugnis jahrelanger
Vernachlässigung, das sich um die empfindlichen Komponenten meines Rechners gelegt hatte. Ein graues, hartnäckiges Gemisch aus Tierhaaren, Wollfasern, Staubflusen und wer weiß noch was. Und ich, in meiner Rolle als unbezahlter Wartungsmitarbeiter, musste diesen Horror beseitigen.

Total verdreckter CPU Kühler auf einem Mainboard

Die erste Hürde: Die vier Schrauben des Rotors. Schon beim ersten Versuch verzerrte sich die Schraube unter dem Druck meines  Schraubendrehers. Sie biss sich in das Aluminium, als wollte sie mich aufhalten. Die zweite Schraube war noch schlimmer – sie schien festgerostet zu sein. Mit noch mehr Kraft versuchte ich es erneut, doch die Schraube drehte sich nur im Kreis. „Verdammte Axt!“, murmelte ich frustriert.

Die dritte Schraube drehte sich, aber nur sehr widerwillig. Sie fühlte sich an wie ein uraltes Artefakt, das nur für mich bestimmt war, um es zu quälen. Die vierte Schraube? Sie ging raus. Nur diese eine. Ein Triumph der Technik inmitten des Chaos. Die anderen drei saßen fest, unnachgiebig und bösartig.

Der erste Versuch, den Lüfter zu lösen, scheiterte. Er hing fest, von Staub und dem Zwang, mich zu ärgern. Nach dem zweiten Anlauf, bei dem er sich etwas gelöst hatte, ging es.

Jetzt kam der nächste Akt im Drama. Der gesamte Innenraum des Gehäuses war eine staubige Kathedrale. Ein Grauen, das sich über jeden Winkel und jede Komponente gelegt hatte. „Zeit für die Heavyweights“, dachte ich und holte den Staubsauger hervor.

Das Staubsauger-Massaker begann. Es war ein Tanz der Zerstörung, ein Kampf zwischen Mensch und Staub. Die Saugkraft des Staubsaugers wurde auf Mainboard, Grafikkarte, RAM-Riegel und Netzteil entfesselt. Es war ein wilder, unkontrollierter Tanz, bei dem ich befürchtete, etwas zu beschädigen. Aber es musste sein. Der Staub hatte zu lange gesiegt.

Nachdem der letzte Staubflusen-Sieg in den Tiefen des Staubsaugerbeutels verschwunden war, betrachtete ich das Ergebnis meiner Arbeit. Es war ein Triumph. Es war ein Sieg. Es war ein verstaubter Sieg, der mit einem Heulen aus dem Staubsauger endete. Aber es war auch eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, dass alle Jahre wieder der Kampf gegen den Staub neu beginnt. Und dass ich, als unbezahlter Wartungsmitarbeiter, dazu verdammt bin, ihn zu kämpfen.

Frohe Weihnachten,
Euer Weihnachtstechniker

Linux am Dienstag – Programm für den 16.12.2025

Diesmal bei Linux am Dienstag … Wie bekommt man eigentlich raus, ob ein Cert zu einem Key passt? Kleine und große Tricks in der letzten Ausgabe des Jahres.

Linux am Dienstag – Programm für den 16.12.2025

u.a. im Programm am 16.12.2025, ab 19:00 Uhr:

  • Linux – Kleine Tips und Tricks von Marius & Matthias
  • Datenschutz – eID ( EU Ausweis ) mit Sicherheitslücken
  • Linux – Gamer OS mit Pop OS 24.04
  • Krypto – Do Kwon wegen Betrugs zu 15 Jahren verurteilt
  • Sicherheit – Chrome Exploit der Woche
  • Sicherheit – React2Shell Angriffe weiten sich massiv aus

und andere IT-Newsbeiträge aus aller Welt. Wie jede Woche per Videokonferenz auf https://meet.cloud-foo.de/linux

Hinweis: Die bisherigen Vorträge findet man unter https://linux-am-dienstag.de/archiv/ .

Vitamin D Empfehlungen wegen Rechenfehler zu niedrig

Die Vitamin D Tagesdosenempfehlung der USA, Großbritanien und Kanada sind aufgrund eines Rechenfehlers viel zu niedrig angesetzt worden, findet eine neue Auswertung. Die Deutsche Empfehlung geht aber mit der gleichen niedrigen Dosis an das Problem ran und ist daher auch keine Hilfe.

Vitamin D Empfehlungen wegen Rechenfehler zu niedrig

Hinweis: Der Text ist in einfacher Sprache gehalten, damit jeder es versteht. Dies ist keine medizinische Beratung.

Die Auswertung von Studien zur Vitamin D Gabe, die für die falsche Empfehlung verantwortlich ist, wollte 97,5% der Bevölkerung in den USA zu 63 nmol/L Vitamin D Stoffwechselprodukt 25(OH)D verhelfen. Ein Level von 50 nmol/L  gilt als angestrebtes Minimum für einen funktionierenden Körper, der auch mal eine Infektion abwehren können muß, ohne gleich „leer“ zu sein. Eine „typische“ Virusinfektion z.b. „verbraucht“ ~20nmol/L  25(OH)D im Blut.

Die Studie empfiehlt 600 IU (Internationale Einheiten) Vitamin D Gabe täglich um auf dieses Ziel zu kommen. Das Problem ist, damit kommt man nur auf ~26 nmol/L 25(OH)D. Dr. John Campbell, der sich offenkundig täglich durch Studien aller Art kämpft und als Fachmann für die Deutsche Welle in Coronazeiten Updates gab, kommentierte das in seinem Video so: „ein Schuljungenrechenfehler! Unfassbar.“

Wo ist das Problem?

Der Fehler liegt darin, daß die Autoren der Empfehlungen für Ihre Berechnungen einen Durchschnittswert für Gruppen als Ausgangspunkt verwendet haben, es aber der niedrigste Individualwert einer Personengruppe aus der Datengrundlage hätte sein müssen. Meint übersetzt: Wenn man seine Basis bei 50% aller gemessenen Werte ansetzt, dann kommen auch nur 50% auf den Endwert, weil 50% mit weniger Level anfangen, einfache Addition.

Was ist die Lösung?

Die richtige tägliche Menge an Vitamin D um 63 nmol/L zu erreichen liegt bei > 8.800 Einheiten am Tag. Es dauert dann ~ 28 Tage bis der Level erreicht ist, weil die Leber nur eine maximale Menge umsetzen kann. Für Menschen mit Leberschaden gibt es spezielle Präparate um 25/(OH)D direkt ins Blut zu bekommen. Diese „Notfallpillen“ sind in Apotheken verfügbar (ob nur für Ärzte oder Jedermann, ist nicht ganz klar ).

ACHTUNG: Das benötigen nur Menschen die aufgrund von Krankheit oder Lebensumständen selbst kein Vitamin D mehr in der Haut herstellen. Menschen unter 50 brauchen weit weniger und Menschen unter 30, die tägliche draußen rumlaufen, brauchen gar keinen Zusatz. Ursache ist, daß die Produktion des Ausgangsstoffes in der Haut im Alter abnimmt und ab 60 selbst im Sommer in unseren Breiten nicht mehr ausreichend gebildet wird. Wer sicher gehen will, sollte seinen Vitamin D Spiegel einfach mal in der Apotheke messen lassen!

Israelische Ärzte empfehlen Ihren Patienten im Winter 4.000 Einheiten am Tag. Bekanntlich liegt Israel weiter südlich als wir, daher bekommt man da mehr Sonne ab.

Quelle: Dr. John Campbell „Vitamin D mistake“ veröffentlicht am 08.12.2025