Linux am Dienstag: Programm für den 21.6.2022

Diesmal werfen wir bei Linux am Dienstag einen Blick auf die Installation von Nextcloud, den Datenschutz bzw. den Mangel davon und auf andere Themen zur Sicherheitslage in Europa.

Linux am Dienstag: Programm für den 21.6.2022

u.a. im Programm am 21.6.2022, ab 19 Uhr:

  • Überwachung – EU Staaten wollen automatischen EU-Weiten Abgleich von DNA und Biometrie
  • Datenschutz – England auf dem weg zurück in die Datenschutzsteinzeit
  • Security – Neuer Rekord bei DDOS Angriff
  • Internet – Biber nagt Teile einer kanadischen Provinz offline
  • Nextcloud – Installation ohne Docker ( Marius )

Wie jede Woche per Videokonferenz auf https://meet.cloud-foo.de/Linux .

Hinweis: Die bisherigen Vorträge findet man unter https://linux-am-dienstag.de/archiv/ .

Follow-UP: „Hello, you reached Interpol, how can we …“ *click*

Heute morgen gabs Neuigkeiten von der Kripo aus Wuppertal dazu.

Follow-UP: „Hello, you reached Interpol, how can we …“ *click*

Die Kripo hat mich heute morgen darüber informiert, daß jetzt raus wäre, wie es zu den Anrufen kam und, daß das *** damit nichts zu tun hätte, auch nicht als Opfer. Das *** war noch als Nutzer eines Netzwerkes zur IP 212.93.31.246 eingetragen. Da hatte 1&1 bzw. Versatel seine RIPE Einträge aber nicht auf Stand. Seit 2010 übrigens und selbst JETZT noch falsch, wo Versatel das selbst zugegeben hat 😀 Da scheint Datenhygiene keine hohe Priorität zu haben 😉

Versatel gab weiterhin an, daß die Gespräche über eine Kooperation mit einer ausländischen TK Firma reingekommen wären. Damit ist eigentlich unzweifelhaft, daß Versatel den falschen Absender durch Numberverification beim Partner hätte überprüfen können, käme so ein Verfahren bei den Telcos schon zum Einsatz. Im letzten Linux am Dienstag haben wir u.a. darüber diskutiert, wie so eine Lösung aussehen könnte.

Gäbe es schon so eine Lösung, würden diese Anrufe aufhören bzw. eindämmbar sein, weil die Absendenummer nicht mehr gefälscht werden könnte. Anrufe kämmen dann vom (echten) Inhaber einer Nummer, oder von einem gehackten SIP Zugang. In beiden Fällen könnte die Nummer dann leicht geblockt werden und weitere Anrufe unterbunden werden. Das geht z.Z. nicht, weil die Anrufer Ihre Nummer nach belieben auswürfeln können.

Wer davon auch die Schnauze voll hat, kann sich bei mir melden. Ich suche jetzt einen Anwalt mit dem wir das notfalls bis vor den EuGH bringen. Es ist mir egal, ob internationale Abkommen das für OK befinden, oder Verträge zwischen Telkos das bislang anders regeln. Fakt ist: Das muß aufhören. Es kann nur aufhören, wenn wir den Telkos die Grundlage dafür entziehen und das geht nur per Gerichtsbeschluss und/oder Gesetz.

Vorgänger-Artikel:

„Hello, you reached Interpol, how can we…“ *click*

Attention! You have been hacked! Follow the instructions… äh, nein :D

Es macht immer wieder Spaß Emails von Amateuren zu bekommen. Auf den ersten Blick ist das nur die übliche „Wir haben Deinen PC übernommen und Deinen Pornokonsum gefilmt“ Mail, auf den zweiten übrigens auch 😉

Attention! You have been hacked! Follow the instructions… äh, nein 😀

Bei der Email unten ist nicht so wichtig was drinsteht, sondern an wen die Betrüger die Mail geschickt haben 😉 Die ging an eine Adresse, die Sie von der Mailingliste Full-Disclosure erscrapt haben ( scraping nennt man das, wenn man z.B. Email Adressen aus einem großen Umfang an Webseiten rauskratzt ). Auf der Liste schreiben i.d.R. nur Cybersicherheitsexperten, sowie und ein Rudel Journalisten und Admins die das mitlesen.
Wenn der möchtegern Scammer tatsächlich allen von denen so eine Mail geschickt hat, dann kann der jetzt vermutlich nicht mehr ruhig schlafen, weil er damit genug Leute ans Bein gepinkelt hat, die echt was draufhaben 😀 Daher, lieber indischer Scammer, entschuldige Dich lieber, sonst finden wir Dich schneller als Dir lieb ist 🙂
Jetzt kommt von Euch natürlich, das war aber doch ein VPN…. nein, wars nicht:
$ host 61.221.83.139
139.83.221.61.in-addr.arpa domain name pointer m.antnex.com.tw.
139.83.221.61.in-addr.arpa domain name pointer vpn.antnex.com.tw.
139.83.221.61.in-addr.arpa domain name pointer antnex.com.tw.
139.83.221.61.in-addr.arpa domain name pointer mail.antnex.com.tw.

Der Mailserver macht auch das VPN für die gehackte Firma:
Not shown: 1191 filtered tcp ports (no-response)
PORT STATE SERVICE
25/tcp open smtp
110/tcp open pop3
143/tcp open imap
443/tcp open https
465/tcp open smtps
587/tcp open submission
993/tcp open imaps
995/tcp open pop3s
1194/tcp open openvpn
Und jetzt viel Vergnügen mit dem Schwachsinn dieser offensichtlich mit einem Baukasten zusammengesetzten, sooooo gefährlichen, Betrugs-Email:
Return-path: <support@antnex.com.tw>
Envelope-to: fulldisclosure@XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Delivery-date: Wed, 15 Jun 2022 06:58:29 +0200
Received: from vpn.antnex.com.tw ([61.221.83.139] helo=m.antnex.com.tw)
 by XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX with esmtps (TLS1.3) tls TLS_AES_256_GCM_SHA384
 (Exim 4.94.2)
 (envelope-from <support@antnex.com.tw>)
 id 1o1L6q-00AL05-PR
 for fulldisclosure@XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX; Wed, 15 Jun 2022 06:58:29 +0200
Received: by m.antnex.com.tw (Postfix, from userid 98)
 id E888D9BB43; Wed, 15 Jun 2022 12:58:19 +0800 (CST)
Received: from [127.0.0.1] (unknown [43.224.182.87])
 (using TLSv1 with cipher ECDHE-RSA-AES256-SHA (256/256 bits))
 (No client certificate requested)
 by m.antnex.com.tw (Postfix) with ESMTPSA id 2815FB8766
 for <fulldisclosure@XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX>; Wed, 15 Jun 2022 12:58:17 +0800 (CST)
Date: Wed, 15 Jun 2022 06:58:19 +0200
MIME-Version: 1.0
To: fulldisclosure@XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
From: support@antnex.com.tw
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <38381521293341.6453G20GAX@antnex.com.tw>
DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=simple/simple; d=antnex.com.tw;
s=antnex; t=1655269099;
bh=fOF5T+fIJUkFhy6YN7TRDW4/lk59WRfUuUB+mVQcuf8=;
h=Date:To:From:Subject;
b=UgrsjIcPfuFsvR3m8jHiutMHaYLn5QHb2KsCcyb5ZG3pBIlBRvgiOkvvzNexCRQiT
y35Dql7iMAwMrkB8d+8vQIuodEcmgk2ragKsn0fY4/6gsPiQIsVewMLyo2VNjQ7FRf
a9KuZnpsIHyidMmEGlOwLMoLpCxuIL3o1Jncr+6E=
Subject: Attention! You have been hacked! Follow the instructions.Hi!

You can consider this message as the last warning.

We’ve hacked your system!We’ve copied all the data from your device to our own servers.

Curious videos were recorded from your camera and your actions while watching porn. Your device was infected with our virus when you visited the porn site.

Trojan virus gives us full access, allows us control your device. The virus allows not only to see your screen, but also to turn on your camera, microphone, without your awareness. We captured video from your screen and camera and then edited a video where you’re watching porn in one part of the screen and masturbating in the other one. But that’s not all! We have access to all the contacts from your phone book and social networks.

It won’t take us long to send this video to your friends, family and relatives on social networks, messengers and email in a few minutes. We have a lot of audio recordings of your personal conversations, where a lot of „interesting“ things are revealed!This information can destroy your reputation once and for all in a matter in minutes.

You have the opportunity to prevent irreversible consequences. To do so you need to:
Transfer 1200 USD (US dollars) to our Bitcoin wallet.

Don’t know how to make a transfer? Enter „Buy Bitcoin“ into the search box. Our Bitcoin wallet (BTC Wallet): bc1qkp5rfx26m3kt3mw2wvasfd963u233vs782xmsr
After you make the payment, your video and audio recordings will be completely destroyed and you can be 100% sure that we won’t bother you again.

You have time to think about it and make the transfer – 50 hours!After you read this letter, we’ll get an automatic notification. From that moment on, the timer will start. It is useless to complain, because Bitcoin-wallets can’t be tracked, as well as the sender email. You may not try to send a reply message, as it will not reach the addressee anyway.

We also advise you not to send the letter to anybody. In this case the system will automatically send a request to the server, and all data will be published in social networks and messengers. You will not be able to solve the problem by changing passwords in social networks, as all the information is already downloaded to the cluster of our servers. Think about what reputation means to you and how much the consequences will be.

You have 50 hours.