XenServer Free Edition und der Adaptec Raid

Wir haben mal wieder einen XenServer zusammen gebaut und installiert. Auf der Seite der erfreulichen Dinge kann man vermelden, daß die Citrix XenServer 7.5 und 7.6  jetzt schon mit Adaptec-Raidcontrollersupport ausgeliefert werden, was das ganze Setup deutlich vereinfacht 🙂

„Einmal mit Profidesignern arbeiten..“

Dummerweise kam es mit dem Adaptec 8405E im 2 HE Gehäuse zu einem klitzekleinen Problem, was garantiert zu vermeiden gewesen wäre, wenn der Designer des Controllers genug Kaffee bekommen hätte.

Adaptec fertigt den 8405E in Low Profile und liefert den auch mit LP Blech aus. Schlauerweise ist die Raidpeitsche (der Kabelbaum) so konstruiert worden 😀

Der Kabelbaum geht senkrecht aus dem Controler anschluß weit über das Gehäuse hinaus und kann nicht abgewinkelt werden.Es hätte einem Ingenieur eigentlich beim Test sofort auffallen dürfen, daß das so nicht passen kann. Die hier abgebildete Peitsche ist tatsächlich im Großhandelssystem für diesen Controller als passendes Bauteil aufgelistet. Eigentlich gehört die aber zu einer alternativen 6/8er Version der Adapteccontroller, die hinten am Ende einen horizontalen Anschluß haben, wo diese steife Ausführung ohne Knick kein Problem darstellt.

So wies aussieht, gibt es einen passenden Kabelbaum von Intel mit abgewinkeltem Anschluß. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen 😉 Dumm nur, daß der beim Handel nicht vorrätig war und so werden wir erst in 3 Tagen erfahren,  ob wir einen neuen Controller nehmen müssen 😉

Tablet ohne Tabletfunktionen: INTEL i915 IPTS

„Das kann nicht wahr sein!?“ Durchatmen.. “ ***** **** *** ***** *********** **** *********!“ ist besser so. Das kann einfach nicht wahr sein, oder ? Da hatte man ein Probegerät, daß sofort ging, und dann sowas. Stand der Dinge: Ein sehr teures, wenn auch recht leistungsfähiges Laptop mit nur einem USB Anschluß und einem Pappdeckel als Tastatur!

INTEL i915 IPTS

Das Ende vom Lied, M$ hatte dem Pro4 neue spezial Hardware von Intel spendiert um es mit dem i7-6th Gen auch voll ausreizen zu können. Natürlich hatte Intel M$ alle Infos gegeben um mit dem Chipsatz zu arbeiten, aber der freien Welt hatte man das nicht rechtzeitig mitgeteilt. Also: kein Touch, WLAN nur begrenzt, keine Kameras, und davon hat das Tablet gleich zwei Stück.

Auch wenn es im Dorf Braunschweig das zweite Tablet mit Linux war, in der Welt war es das nicht. Andere hatten das Problem auch schon vorgefunden und keine Lösung gehabt, bis Jake Day in seinem GithubRepo eine Patchserie für den Kernel veröffentlichte, und damit einen Teil des Problems löste.

Kernel selber bauen

Oh man, den Kernel also selbst bauen. Wieso nicht, habe ich früher öfter gemacht und einige GrSecurity Bugs behoben. Eigentlich hatte ich ja gehofft, daß diese Zeiten vorbei wären, aber watt mutt, datt mutt sagten sie auf dem Dorf meines Onkels immer. Daher für Euch jetzt die Anleitung, wie man das macht.

Jetzt muß ich vorher sagen, daß Jake seine Anleitungen für Ubuntu & Co geschrieben hat, was einige Adaptionen für Fedora nötig gemacht hat. Die kommen teilweise von Zak Myth.

Vorbereitungen

Ich habe mir das Leben einfacher gemacht und erstmal den SSHD so umkonfiguriert, daß ich mit Schlüssel auf das Surface drauf konnte und alle Kommandos vom PC absetzen konnte. Solltet Ihr auch machen, weil das TypeCover zwar funktioniert, aber nicht so schön, wie die eigene Tastatur ist 🙂

Zunächst mal die Tools, die wir brauchen werden installieren:

dnf groupinstall „Development Tools“
dnf groupinstall „C Development Tools and Libraries“
dnf install elfutils-devel openssl-devel perl-devel perl-generators pesign ncurses-devel

Dann brauchen wir natürlich den Source:

cd /root
mkdir -p kernel/4.19.23
mkdir -p patche/4.19
cd patche/4.19
git clone https://github.com/jakeday/linux-surface.git

Jetzt Setupen, also einstellen was man an Patchen haben will. Hibernate wäre clever, wenn man keine verschlüsselte Festplatte hat.

chmod 700 setup.sh
./setup.sh
cd /root/kernel/4.19.23
git clone git://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/stable/linux-stable.git .
git checkout v4.19.23
vi Makefile

Hier ändern wir jetzt den Wert für „EXTRAVERSION“ auf z.B. „-surface-pro4“ . Damit bekommt man einen Zusatz am Kernelfile, was im Grubmenü später für Klarheiten sorgt. Wir wenden die Patche auf den Kernel an:

for i in ../../patche/4.19.23/patches/4.19/*.patch; do patch -p1 < $i; done

kopieren die aktuelle Fedora Kernelconfiguration, die ja so schlecht nicht ist :

cp /boot/config-4.20.6-200.fc29.x86_64 .config

man muß aber beachten, daß Ihr den für Euch neuesten Kernel und dessen Config benutzt! Dann erzeugen wir ein Backup:

make oldconfig

passen die config an :

vi .config

make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` bzImage
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` modules
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` modules_install
make -j `getconf _NPROCESSORS_ONLN` install

und reboot.

Und wer vorher mal das Bootmenü wie im Artikel Wie man den GRUB2-EFI-Bootfont ändert beschrieben angepaßt hat, der kann sich jetzt auch den eigenen Kernel aussuchen ohne Augenschäden befürchten zu müssen.

Der Rückschlag

„Nichts ist, wie es scheint.“ der Leitspruch aus dem Film 23 trifft natürlich mal wieder voll ins Mark. Surface bootet nicht, weil dem Kernel nicht vertraut wird. Also muß man dem Surface Bios sagen, daß es doch bitte mitspielen soll. Am Ende wollte es nicht mitspielen ohne einen roten Balken einzublenden, daß wir ohne trusted Plattform usw. arbeiten und dann gings.

Der Kernel triggert dann im Bootprozess SELinux an, doch mal alles umzulabeln, weil ist ja jetzt per Se unsicher usw. Nervig 5 Minuten später der nächste Reboot und nun kanns endlich losgehen.

Und ja.. TOUCH GEHT! \o/

Wie jetzt, daß geht nur 5 Minuten lang ?

Mehr dazu im nächsten Teil der Serie 😀

Surface Pro4 … und nichts ist wie es sein sollte

Das Surface Pro4 kam prompt. Der Verkäufer war seriöse, das Gerät in Ordnung, genau wie in der Beschreibung. Eigentlich ein idealer Zeitpunkt vor Freude in die Luft zu springen. Ok, es kam aus der Kälte, also durfte es erst einmal warm werden.

Die Generation macht den Unterschied

Dann der Boot. Der Erzfeind erscheint: Windows 10. Der alte Besitzer hatte es frisch reinstalliert. Ok. Also dann USB-Stick dran und davon booten. Das ging noch. Der Livestick lies sich booten, wenn man im Bios den Bootmanager benutzt und per „Wischen“ sagt: „boote von dem wo ich gewischt habe“. Ja, man hat schon einfachere Bootmanager gesehen 🙂

Fedora bootet. So weit, so gut. Erstmal ein Backup von der alten Platte machen, besonders von der Windows Recovery. Gnome-Disks führte das anstandslos durch. Ein paar Gigabytes später, lagen zwei Partitionen der SSD auf meiner Backupplatte, vielleicht will man das Gerät ja mal weiter verkaufen, da könnte unschönerweise Windows helfen.

Die Installation

Ok, jetzt Fedora installieren. Jooooo.. wie man das von einem i7 und SSD erwarten würde, war das in wenigen Minuten erledigt. Neustart ausgewählt und ….  ging natürlich nicht so einfach. Der wollte doch jetzt glatt primär den Stick booten. Ernsthaft?! Da half nur das Tutorialvideo der M$ Hilfeseite ansehen, etwas textlich zu beschreiben reicht heute offensichtlich nicht mehr 🙁  Na gut. Bootmanager umgestellt, permanent gemacht, und nun bootet auch die SSD durch. Hat ja nur eine halbe Stunde Zeit gekostet. Wer braucht schon benutzerfreundliche und einsichtige Biosware ?

Also auch das Hindernis genommen, aber jetzt kann es … was zum Geier … wer soll das denn lesen können? Das Grubmenü war nur schwer mit Ü40 Augen zu lesen um nicht zu sagen, der klassische Sherlock hätte seine helle Freude gehabt. 3k Display halt, das war zu erwarten gewesen, aber eigentlich hoffte ich auf eine automatische Anpassung, weil die Riesenauflösung ja bekannt zu seien schien. Jetzt wisst Ihr auch, wieso es diesen Beitrag zu Die Schriftgröße des Bootprozesses anpassen gab 😉

Es bootet ja, da kann ja nicht all zu viel schief gehen, denkt man so. Naiv, ich weiß. Die nächste Hürde, und gut, daß ich ein gebrauchtes Gerät mit TypeCover ( so heißt das anflanschbare Keyboard von M$ ) bestellt habe, weil sonst wäre ich an der Festplattenverschlüsselung gescheitert. Ja, ich Wahnsinniger wagte eine Festplattenverschlüsselung bei einem Tablet einzusetzen und hoffte doch tatsächlich auf ein OSK ( On Screen Keyboard ) mit dem man das Passwort eingeben kann. Die Hoffnung war vergebens. Wo GRUB, wir reden vom Bootloader, also dem primitivsten Teil des Systems, der eigentlich kaum Userinteraktivität nötig hat, schon ein virtuelles Keyboard einblendete!!! da wagt es der Luksunlocker wirklich, ohne ein OSK daher zu kommen 🙁

Und Gnome startet

Fairerweise muß ich sagen, hatten wir das bei dem Pro3 im Januar nicht mit Krypto gemacht, daher war es ein Wagnis. Ok, verloren. Naja, nicht so schlimm, Bugreport an Red Hat, mal sehen was passiert. Krypto muß halt sein, schon falls das geklaut wird, da habe ich keinen Bock drauf, daß einer auf meine SSD glotzt. Hey, ein Loginscreen… 🙂  Ein Klick und Gnome ist da.

Hinweis: die meisten Screenshots sind auf FullHD reduziert worden.

Gnome Terminal mit OSKDas OSK von Gnome ist staaaaarkkkkkk verbesserungswürdig, weil:

– keine Umlaute
– keine Cursorsteuertasten
– kein deutsches Layout (mit Umlauten)

Auch dazu ist bereits ein Bugreport abgesetzt, denn schliesslich gibt es da eine Regions&Sprach Taste, die auch das Keyboardlayout umstellt, nur halt nicht im OSK 😀

Jetzt haben wir uns soweit vorgekämpft, dann laß uns mal das Touchgerät austesten…

What the Fuck !?!?!

„Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Angeberlaptop! … und jetzt nerven Sie uns nicht weiter.“

Im nächsten Teil geht es um : INTEL i915 IPTS

Ein Verlangen wird geboren

Es war ein Mittwoch im Januar 2019. Damals erfasste es mich, das Verlangen nach einer Hardware, die ich mir nicht leisten können wollte. Ich könnte, ich sollte aber nicht. So vergingen die Tage voller Traumfantasien, aber ohne je Befriedigung zu erfahren. Was war an diesem Mittwoch nur geschehen? Zeugen sagten später, sie sahen mich mit einem Stück Glas und dem breitesten Grinsen durch die Flure laufen, jedem, der das Glück oder Unglück hatte mir über den Weg zu laufen, hielt ich das Glas ins Gesicht. Auf dem Glas war etwas zu sehen, ein Bild eines Graphen, künstlerisch verfeinert, aber ganz klar ein Graphengitter.

Gnome 3.30

Das Graphengitter gehört zu Gnome 3.30 und Fedora 29. Aus dem metalumschlossenen Glaskörper entfleuchte Musik und eine Lichtexplosion, wenn wieder ein Raumschiff explodiert war. Das Video, welches auf dem 3k Display zusehen war, lief ruckelfrei in Fullscreen auf einem i3 Prozessor. Es ruckte nicht mal, als die Glasscheibe gedreht wurde, es lief einfach weiter. Das erste Linuxtablet in Braunschweig war voll einsatzbereit. Das M$ Surface Pro 3 war zwar nicht das neueste Modell, aber die Hardware wurde vom Mainstreamkernel direkt voll versorgt:

– Touchdisplay
– Rotationssupport
– OnScreenKeyboard
– Sleepmode
– Lukscrypto
– SSD
– 2 Kameras, vor und hinten.

Ein leerer Gnome 3.30 Desktop

Der Wahnsinn

Es war der Wahnsinn. Out-of-the-Box wie man so schön sagt, einfach so, USB Stick rein, booten, installieren, geht. Einfach geil! Wer Linux auf dem Tablet haben will, der kauft sich ein Surface Pro 3 mit i7 ( ja, der i3 ist nicht so häufig und der i7 kommt mit mehr SSD und Ram daher). Ich hoffe Ihr habt die 800 Steinchen dafür übrig .. Wie jetzt, Ihr auch nicht … verdammt! Ich sagte ja Wahnsinn, was sowas kostet. Es bleibt/blieb Ebay und so kam es, wie es kommen mußte … i7-6th Gen.  8 GB RAM 256 GB SSD und … keine … 1.100 € wechseln den Besitzer… ein gebrauchtes tuts auch \o/

Wer mal wissen will wie viel das neu kostet : https://www.microsoft.com/de-de/p/surface/. DAS ist der Preis OHNE Tastatur und mit i5, statt i7 😉 Ich hab auch schon welche für >2.400 € gesehen.

Der Preis ist echt krass, aber wie man oben lesen konnte, ist es ja wohl die Wahl schlechthin…

… oder doch nicht ?

In den nächsten Tagen werdet Ihr Zeugen, was ich und mein Pro 4 so erlebt haben. Natürlich gibt es jede Menge Tricks und Tipps. Von einigen Problemen habt Ihr bereits gehört, ohne das ich das extra erwähnt habe, aber wer aufmerksam das Blog liest, der weiß es jetzt natürlich eh sofort 😉  Eins sei vorweg schon mal gesagt: Falls Ihr ein hammergeiles Laptop haben wollt, ohne LAN Buchse, aber mit knackiger HW, dann könnt Ihr direkt bei Amazon und Ebay zuschlagen. Der MikroSD Slot erlaubt xUHC Karten bis 256 GB. Das macht mit der SSD in meinem Fall 512 GB Platz.. das lohnt sich. Die SD Karte von Samsung mit 256 GB schafft dann auch gleich 100 MB/s schreiben, was ja nicht ganz unwichtig ist.

Ein Rat aber noch.. lest erst die anderen Beiträge der Serie, wenn Ihr ein Linux-Tablet wollt.

Teasern wir Euch etwas

Ab Morgen, den 5.3.2019, hat der Pinguin mit dem blauen Hut einen zwölftägigen Aufenthalt in meinen Blog, den Ihr in seiner Eclipse am 18.3. nicht verpassen möchtet. Es geht um EFI, Grub, Glas, Kernels und jede Menge Intel 😉