Linux Am Dienstag – Nachlese 3.8.

Was für ein verrückter Abschluss des gestrigen Vortragsabends 😀 Ein Filesystem, das Daten nicht auf einem Cloudserver speichert, sondern nur im Draht und der Netzwerkkarte zu dem Cloudserver. Wahnsinn! Und weil das nicht genug war, gibt es nächste Woche noch oben eins drauf: ein verschlüsseltes Filesystem auf dem Internetfilesystem drauf 😀

Linux Am Dienstag – Nachlese 3.8.

Für Alle die nicht dabei waren, gestern ging es um Dateisysteme, was drin ist und was man abgefahrenes damit machen kann.

Zuerst gab es einen Vortrag, was wo in einem Linuxfilesystem drin ist. Den könnt Ihr hier downloaden: LUG-2021-Linux-Dateisystem-101-v2

Dann haben wir uns ein Zip Filesystem auf FUSE Basis angesehen:

fuse-zip ./Download/Archivname.zip mntpoint/

Damit ist es möglich mit allen Programmen direkt Dateien aus einem Zip Archiv zu bearbeiten und direkt wieder zu speichern, ohne dafür extra ein Zip-Tool bemühen zu müssen. Dies vereinfacht den Zugriff darauf.

Der nächste Punkt war dann schon etwas ungewöhnlicher: Live Transcoding von MP3 Files

Das FUSE MP3-Filesystem „mp3fs“ kann z.b. FLAC Files „on-access“ in MP3 Files umwandeln:

mp3fs ~/Musik/flacs/  mntpoint/

Bei Mounten kann man diverse Optionen angeben, z.b. die Bitrate fürs Encoding, diverse Strategien.

Hier ein Beispiel wie das dann im Dateimanager aussieht:

Beim Zugriff auf die rechte Seite wird das Flac File von Links kurz kodiert und dann startet die Wiedergabe als MP3. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es das Mp3 File gar nicht. Natürlich hängt die Dauer der Kodierung auf vom PC ab, auf dem dies stattfindet 😉

Danach kam der feuchte Traum eines jeden Scriptkids : PingFS

Ein Filesystem, daß die Daten wortwörtlich im Netz speichert, OHNE Speicherplatz auf einem Server zu benötigen. Im Vortrag zum „Blackops of DNS“ Gedächtnisevent für Dan Kaminski vor ein paar Wochen hatte ich ja mal diverse Techniken gezeigt, wie man Datentransfers verheimlichen kann, u.a. auch den Datentransport per Ping. Das PingFS hat den Ansatz genutzt und speichert die Dateien in Ping-Paketen die zwischen den Servern hin und her geschoben werden. Die Speicherung der Daten erfolgt streng genommen als Bandbreite im Netz 😀

Da man die Pakete nur als Root verschicken kann, kann nur Root dies Filesystem mounten. Nutzer können es allerdings danach auch einsetzen, wenn Sie passende Zugriffsrechte haben.

Im Schritt 1 legt man eine möglichst lange Liste mit Servern als Textdatei an, die für das Netz benutzt werden sollen. Das können Domainnamen oder auch Ips sein, spielt keine Rolle.

Schritt 2 startet das Filesystem:

pingfs -t 5 hosts.txt /mnt/

Speichert man nun eine Datei im /mnt/ wird diese per Ping an die anderen Server übertragen. PingFS zeigt dabei die aktuellen Pakete pro Sekunde an, die dazu benötigt werden.

Verliert der PC den Strom, den Internetanschluss oder unmounted Root /mnt/ sind die Daten weg. Es schwirren für einige ms noch Pakete durchs Netz, aber das hört schnell auf.

Was mich noch interessieren würde ist, ob die anderen Server diese Pakete erkennen und als eigenes Filesystem zur Verfügung stellen können. Damit hätte man ein sprichwörtliches Netzwerklaufwerk 😉

Nächste Woche sichern wir dann PingFS mit einer Verschlüsselung ab, weil derzeit ist das noch Klartext 😉

Am Ende des Abends haben wir uns im 2,5h Stammtisch noch Pop!Os von System76 angesehen, das wirklich ausgesprochen flott unterwegs ist, und mit einer netten Ausstattung kommt. Leider funktionierte Fondo da nicht, was schade war.

Firefox: wie man nur noch Passwörter der eigentlichen Webseite sieht

Moin, Moin,

im Zuge des Bugtrackings für das Erscheinen der Passwortbox bei nicht Loginfeldern, kam auch endlich eine Lösung für dem Umstand ans Licht, daß meine Passwortbox einen halben Kilometer lang ist 🙂

Firefox: wie man nur noch Passwörter der eigentlichen Webseite sieht

Ich betreue ja einen Cluster und muß mich auf vielen Webseiten einloggen, da sammelt der Firefox natürlich eine Menge von Logindaten für Subdomains von uns und unseren Servern. Die Standardeinstellungen für Firefox zeigen in der PasswortBox alle Logindaten für die Hauptseite und alle Subdomains davon an.

Wenn man jetzt son Servercluster mit Subdomains adressiert: han1.domain.de han2.domain.de etc. etc. , dann bietet Firefox auf domain.de auch han1 und han2 und han… an. Für uns ist das wenig hilfreich, weil wir Logindaten nicht recyceln, also für jeden Login wirklich neue Daten verwenden, daher wird uns sehr viel angezeigt, daß wir nicht brauchen.

Dem Problem kann man jetzt elegant abhelfen, einfach in der about:config diesen Wert auf „Falsch“ setzen:

signon.includeOtherSubdomainsInLookup

Wer auf verschiedenen Subdomains die gleichen Zugangsdaten benutzt, so daß das Feature Sinn machen würde, der verdient es IMHO nicht besser, als das die Daten im nächsten großen Datenleck landen 😀

Netflix: Linux Bashing vom Feinsten

Ich hatte gerade eine unlustige Unterhaltung mit dem Netflixsupport, der eine Linux feindliche Grundhaltung offenlegt: (In Teilen Gekürzt und mit anderen Namen versehen)

Beschreibung des Problems: komische Zwischenüberschriften auf der Startseite: z.b. „Tamthilia na Muvi za Ulaya“ oder was gleich in Chinesisch.

Sie chatten jetzt mit Mitarbeiter.

Netflix Mitarbeiter: Herzlich Willkommen bei Netflix. Mein Name ist Mitarbeiter 🙂 […. Identifikation gekürzt ….]

Netflix Mitarbeiter: Auf welchem Gerät den nbitte? Und was hast du für eine Profilsprache eingestellt bitte?

Sie: alles nicht nötig, das hier ist mehr ein „Ihr habt einen Bug, kümmert Euch drum“ Hinweis. Ein Gespräch ist nicht nötig.
Sie: Desktop,Deutsch

Netflix Mitarbeiter: Dann möchtest du keine hilfe oder wie?
Netflix Mitarbeiter: Kommt das im Linux Browser?

Sie: Eigentlich nicht, aber es gibt kein Bugreportfomular, also muß ich Euch so mitteilen, wenn was nicht so funktioniert 😀

Netflix Mitarbeiter: Gut und ich würde eig gerne helfen, sehe aber du nutzt ehh Linux, unterstützen wir offiziell nicht 🙂 Daher lasse ich dir mal eine email zukommen um einen alternativ Browser zu installieren 🙂

Netflix Mitarbeiter: Kann ich sonst noch etwas für dich tun? Hast du noch weitere Fragen oder ist alles okay bis hierhin?
Sie: Ja, das Linux Bashing lassen. Das wäre echt nett.

Netflix Mitarbeiter: Wird so schnell nicht passieren, daher bitte wenn mit den offiziellen Programmen arbeiten die wir auch unterstützen und dann dürftest du auch keine Probleme mehr haben 🙂

Natürlich treten solche Bugs auch mit Chrome auf, weil es ein WebApp Problem von Netflix ist oder war. Das konkrete Problem, das Zwischenüberschriften aus anderen Regionen der Erde stammen, ist nicht neu. Das sieht mal bei Netflix alle paar Monate mal und hat natürlich rein gar nichts mit dem Betriebssystem unseres Vertrauens zu tun. Ein Seitenreload später und i.d.R. passt es dann wieder. Faszinierend an dem Bug ist, daß erst mal einige Zeilen mit korrekten deutschen Titeln kommen und dann weiter unten, kommen diese Überschriften in den wildesten Sprachen.

Mit der obigen Einstellung zu Fehlern wird dieser Bug uns wohl noch einige Jahre begleiten, falls ich solange Netflixkunde bleibe, was bei der Diskriminierung von Linux nicht 100% sicher ist. Das ich nur mit einem AddOn FullHD sehen kann, ok, reicht mir, habe eh nur einen FullHD Monitor. Das mir aber ständig von der Firma durch die Blume gesagt wird, Firefox wäre Scheiße und Linux juckt uns nicht, ist einfach nur ätzend. Falls es also einen Streamingdienst gibt, der gern Linuxuser aufnimmt und gegen Geld mit ordentlich Content versorgt, hier unten gibt es ein Kontaktformular.

Wers mal in Natura sehen will, auf Twitter hatte jemand im April ein Foto gepostet: